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Nachgefragt...

Foto: (Foto: medio.tv/Schauderna) (Foto: medio.tv/Schauderna)
Präses Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann stellte sich den Fragen von medio-Volontär Götz Greiner am 16.11.2016.

Greiner: Jetzt beginnt die erste Synode, die Sie selber leiten. Haben Sie schon ein bisschen Lampenfieber?

Präses Dr. Dittmann: Nein, habe ich eigentlich nicht. Wobei ich sagen muss, ich habe doch schon gewisse Erfahrung, weil ich in zwei Synodalperioden, in der vorletzten und der vor-vorletzten, auch im Synodalvorstand war. Also, mein Lampenfieber hält sich in Grenzen.

Greiner: Sie tagen zum ersten Mal in Hofgeismar jetzt nach dem Umbau, worauf freuen Sie sich da besonders?

Präses Dr. Dittmann: Ja, Hofgeismar ist eigentlich der angestammte Platz der Landessynode, wo wir früher regelmäßig waren. Wir mussten einiges aufwenden, um die Räume wieder in Stand zu setzen, weil da einiges nachgeholt werden musste. Und wir sind froh, dass wir in dieser großartigen Anlage sind. Das ist ein Erbe im positiven Sinne mit einem wunderbaren Park. Das befruchtet dann auch die Gespräche und Diskussionen. Es ist einfach gut, wenn das Umfeld für so eine Synode auch stimmt.

Greiner: Haben Sie sich die neuen Gebäude schon mal angeschaut?

Präses Dr. Dittmann: Ja, ich war bei der Einweihung der Räumlichkeiten dabei und habe mir sie angeschaut, es ist alles gut gelungen. Da gehen wir ganz erwartungsfroh in die neue Synode rein.

Greiner: Sie haben gesagt, Sie sind dazu da die Synode zu leiten und nicht zu führen . Welche weiteren Akzente wollen Sie setzen?

Präses Dr. Dittmann: Es ist natürlich so, dass wir den einen oder anderen Akzent setzen können. Ein Hauptpunkt ist, dass wir für die Synode ein Motto gefunden haben – aus dem Psalm 85 die Worte «Dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen». Damit haben wir jedenfalls für die Arbeit, die parallel zur Tagesarbeit in der Synode läuft, einen Leitsatz, zu dem wir vertiefende Vorträge hören und den Blick versuchen etwas zu weiten, mit einer inhaltlichen Vorgabe in Richtung Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung.

Greiner: «Dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen» ist ein sehr romantisches Bild. Warum genau dieser Spruch aus der Bibel?

Präses Dr. Dittmann: Das ist ein Bild, das zu Herzen geht, bei dem man erkennt, dass im Grunde auch schon vor tausenden von Jahren das Herz von Menschen dafür geschlagen hat. Es drückt eine tiefe Sehnsucht aus, die im Grunde in anderer Weise auch bei Jesus in seinen Worten «Das Himmelreich ist nahe herbei gekommen» steckt oder in der zweiten Bitte im Vaterunser «Dein Reich komme» zu Wort kommt.

Greiner: Wie kann die Landessynode darauf hinwirken, dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen?

Präses Dr. Dittmann: Da sollte man seine Möglichkeiten nicht überschätzen, aber es gibt schon durchaus immer wieder Gelegenheiten, wo uns Dinge vor die Füße gelegt werden. Beispielsweise kann ich mich daran erinnern, dass vor einem Jahr eine pakistanische Familie in der Landessynode aufgetreten ist, die auf das Schicksal der Mutter dieser Familie hingewiesen hat, die wegen angeblicher Beleidigung des Propheten Mohamet zum Tode verurteilt worden ist. Da hat die Synode eine Entschließung gefasst, die sich an unsere Politiker wendet, dass man sich für diese Frau auf diplomatischem Wege einsetzt.

Das gehört sicher zu den Dingen, auf die man relativ zeitnah reagieren muss und wo man einfach offen sein muss für das, was tagesaktuell passiert. Andere Dinge, die die Synode kontinuierlich bearbeitet und fördert, sind die Partnerschaft mit anderen Kirchen, die Ausbildungshilfe, die hier im Hause verortet ist und die dafür sorgt, dass junge Christen in der sogenannten dritten Welt eine ordentliche Berufsausbildung bekommen und auf diese Weise aus Strukturen ausbrechen können, die sonst eher lebensverneinend sind.

Greiner: Herr Präses, vielen Dank für das Gespräch.

(25.11.2016)

2016-11-25

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