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Montag, 24. April 2017

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Personalbericht vor der Landessynode
Prälatin Marita Natt: «Wir sind eine gabenorientierte Kirche!»

Foto: Prälatin Marita Natt (Fotos: medio.tv/Schauderna)
Prälatin Marita Natt (Fotos: medio.tv/Schauderna)
Hofgeismar (medio). In den Mittelpunkt ihres diesjährigen Personalberichtes vor der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck stellte Prälatin Marita Natt die Vielfalt der kirchlichen Dienste und ihre künftige Zusammenarbeit. Mit der Errichtung von Kooperationsräumen und der Gründung von multiprofessionellen Teams in den Regionen habe sich durch die Reformbeschlüsse von 2015 eine Perspektive eröffnet, «die geeignet ist, die Kirche der Zukunft zu bauen», sagte Natt vor der Synode.

Die Prälatin erläuterte, dass alle Mitarbeitenden in der Kirche dem gemeinsamen Dienst am Evangelium verpflichtet seien, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Damit seien nach evangelischem Verständnis alle Mitarbeitenden innerhalb ihrer Handlungsfelder für die Kommunikation des Evangeliums verantwortlich und nähmen diese Aufgabe nach ihren jeweiligen Gaben und Kompetenzen wahr. Um die Zusammenarbeit in den künftigen multiprofessionellen Teams einüben zu können, seien «Empfehlungen zur Kooperation als Aufgabe der theologischen Aus- und Fortbildung» erarbeitet worden. Zudem sei das «Predigerseminar» zu einem gemeinsamen «Evangelischen Studienseminar» für die verschiedenen kirchlichen Berufe und Ämter weiterentwickelt worden. Neben der Vermittlung fachlicher Kompetenzen gebe es hier auch berufsübergreifende Bildungsangebote, die der Zusammenarbeit aller in den Kooperationsräumen Tätigen – auch der ehrenamtlichen Prädikanten und Lektoren – dienten.

Integrale Personalpolitik nimmt Zusammenarbeit der verschiedenen Berufe in den Blick

2017-04-24
Die Prälatin betonte, dass alle beruflich Beschäftigten innerhalb der Kirche – d. h. Pfarrerinnen und Pfarrer, Diakoninnen und Diakone, Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, Mitarbeitende in der Verwaltung, Küsterinnen und Küster – gemeinsam die professionelle Wahrnehmung der kirchlichen Aufgaben sicherstellten und verantwortungsvoll die ehrenamtlich Mitarbeitenden begleiteten. Dies führe auch zu einer Entlastung der Pfarrerinnen und Pfarrer: «Sie erfahren, dass ihnen mit einer kompetenzorientierten Schwerpunktsetzung ihrer Aufgaben nichts ‚weggenommen‘ wird, sondern dass sie neue Freiheiten gewinnen, in den Bereichen zu arbeiten, für die sie durch ihr Studium lange und gut ausgebildet sind, und somit die oft geforderte Konzentration auf das Wesentliche ermöglicht wird.» Zugleich würden Diakoninnen und Diakone, Gemeindereferentinnen und -referenten, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker sowie Mitarbeitende im Küsterdienst und in der Verwaltung die theologische Dimension ihrer Tätigkeiten und Berufe neu entdecken und ihre Arbeit als Teil des gemeinsamen pastoralen Dienstes verstehen.


Nächste Schritte zur Umsetzung der Reformen

Als «grundlegenden Paradigmenwechsel in der kirchlichen Arbeit» bezeichnete die Prälatin die beschlossenen Reformen zum Zukunftsprozess. Das betreffe vor allem die Verlagerung von Verantwortlichkeiten in die Regionen. Viele Abläufe würden sich dadurch künftig verändern. Mit der aktuellen Vorlage des Gesetzes zur Bildung von Pfarrstellenbudgets seien wesentliche rechtliche Grundlagen für die Umsetzung des Reformpakets in Bezug auf das theologische Personal geschaffen. Natt ermutigte dazu, sich bei der Umsetzung der Reformen genügend Zeit lassen, um die Menschen vor Ort mit auf den Weg zu nehmen: «Wir steuern hier keine ‚Maschine‘, sondern zielen auf eine Veränderung des Miteinanders, von Entscheidungsprozessen und der ‚Kultur‘ in unserer Kirche.»

Ziel der Pfarrstellenanpassung annähernd erreicht

Mit Blick auf die Entwicklung der Pfarrstellen konnte die Prälatin der Synode eine vorläufige Bilanz vorstellen: Das gesetzte Ziel, im Zeitraum von 2010 bis 2017 die Zahl der Gemeindepfarrstellen um 74 zu reduzieren, sei mit 63 eingesparten Stellen annähernd erreicht. Das restliche Soll könne ins neue System der regionalen Stellenplanung übertragen und die Pfarrstellenanpassung im Übergangszeitraum bis 2018 umgesetzt werden. Aktuell gebe es 956 Pfarrerinnen und Pfarrer in der Landeskirche, von denen würden 786 Pfarrstellen im aktiven Dienst mit unterschiedlichem Dienstumfang versorgt; in vollen Pfarrstellen entspräche dies 706 Stellen. Das Verhältnis von Frauen (43,2 Prozent) zu Männern (56,8 Prozent) gleiche sich immer weiter an. (24.04.2017)

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Personalbericht von Prälatin Marita Natt im Wortlaut:

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Nachgefragt:

Prälatin Marita Natt im medio-Interview zu ihrem Personalbericht. Das Interview führte Ramona Kopec, Leitende Redakteurin Online im Medienhaus der EKKW:

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Interview mit Prälatin Marita Natt

Prälatin Marita Natt zu ihrem Personalbericht vor der Landessynode, zur Nachwuchsgewinnung beim theologischen Personal und zum Kirchengesetz zur Einführung von Pfarrstellenbudgets in den Kirchenkreisen. 

Prälatin Natt stellte sich den Fragen von Ramona Kopec, Leitende Redakteurin Online im Medienhaus der EKKW, am 20.04.2017 in Kassel.

2017-04-25

Nachgefragt:

Lesen Sie hier das Interview im Wortlaut:

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Landessynode nimmt Beratungen auf
Präses Dr. Thomas Dittmann: «Wir betreten Neuland»

Hofgeismar (medio). In seiner Eröffnung der dritten Tagung der 13. Landessynode machte Präses Dr. Thomas Dittmann deutlich, dass die Landessynode mit der anstehenden Verabschiedung der Pfarrstellenbudgets «teilweise Neuland» betrete. Mit der Zuordnung von Gemeindepfarrstellen zu den Kirchengemeinden werde die Verantwortung der Kirchenkreisebene gestärkt. Dies könne aber laut Dittmann kein Selbstzweck sein: «Entscheidend ist, dass die Kirchengemeinden als Basiseinheit des kirchlichen Lebens das bekommen, was sie brauchen», teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Ziel müsse es sein, den Kirchengemeinden ein aktives und vielfältiges Gemeindeleben zu ermöglichen. Denn die Kirchengemeinden seien die entscheidenden Orte, mit denen sich die Gemeindemitglieder identifizierten und die für ihr gelebtes Christsein von Bedeutung seien. Dies müsse die Synode im Blick behalten, wenn über Kompetenzverlagerungen von der landeskirchlichen auf die mittlere Ebene entschieden werde.

Im Mittelpunkt der Beratungen, die bis einschließlich Mittwoch, den 26. April, dauern werden, stehen die Umsetzungsmaßnahmen zum landeskirchlichen Zukunftsprozess: Der Personalbericht der Prälatin, die Verabschiedung von Pfarrstellenbudgets für die Kirchenkreise und ein Abschlussbericht zu Strukturveränderungen auf Kirchenkreisebene sind in diesem Kontext zu nennen. Auftakt der Tagung war ein Gottesdienst in der Altstädter Kirche in Hofgeismar, in dem Bischof Prof. Dr. Martin Hein predigte.

2017-04-24

Stichwort: Landessynode

Die Landessynode hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Sie teilt die geistliche und rechtliche Leitung mit dem Bischof, den Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und dem Landeskirchenamt. Alle anderen Organe sind der Landessynode verantwortlich. Die Landessynode wählt den Bischof und entsendet aus ihrer Mitte die Mitglieder des Rates der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt und schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche. (24.04.2017)

Eröffnung der Frühjahrstagung der Landessynode in Hofgeismar mit den Schwerpunkten Personalbericht, Pfarrstellenbudgets und Strukturveränderungen in der Landeskirche. (25.04.2017)

Nachgefragt:

Präses Dr. Thomas Dittmann im medio-Interview zu den Schwerpunkten der Frühjahrstagung. Das Interview führte Christian Küster, medio-Onlineredakteur im Medienhaus der EKKW:

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Interview mit Präses Dr. Thomas Dittmann

Präses Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann zu den Schwerpunkten der Frühjahrstagung, zum Stand der Bemühungen der Landeskirche zur Integration von Flüchtlingen und die klimaneutrale Durchführung der Synodentagungen.

Präses Dittmann stellte sich den Fragen von medio-Onlineredakteur Christian Küster am 20.04.2017 in Kassel.

2017-04-25

Nachgefragt:

Lesen Sie hier das Interview im Wortlaut:

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Gottesdienst zum Auftakt der Frühjahrstagung
Bischof Hein: «Deutschland ist ein Sehnsuchtsland – und das ist für uns eine Auszeichnung!»

Foto: Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Foto: medio.tv/Schauderna)
Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Foto: medio.tv/Schauderna)
Hofgeismar (medio). In seiner Predigt im Gottesdienst anlässlich der Eröffnung der Frühjahrstagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck rief Bischof Prof. Dr. Martin Hein die Synodalen dazu auf, für die Flüchtlinge in Deutschland und für die verfolgten Christen in Ägypten einzutreten. Deutschland sei ein Sehnsuchtsland, und dies sei angesichts des Leidens und der Vernichtung, die Deutsche im vergangenen Jahrhundert über die Welt gebracht hätten, eine Auszeichnung, sagte der Bischof in der Altstädter Kirche in Hofgeismar, teilte die Pressestelle der Landeskriche mit.
 
Hein erinnerte an die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. Wie einst Ägypten das Sehnsuchtsland der Menschen gewesen sei, so sei es heute Deutschland: «Hierhin sind ungezählte Menschen vor bald zwei Jahren aufgebrochen: auf der Flucht vor verheerenden Lebensumständen in Syrien, im Irak oder Afghanistan, auf der Flucht vor politischer Verfolgung und Unterdrückung. Und wir? Wir waren ein offenes Land: wider Erwarten und mehr als die meisten anderen europäischen Länder. Wir sprachen von Willkommenskultur, von Humanität, von Integration.»


Bischof Hein: «Der politische Wind hat sich gedreht»

Der Bischof stellte in seiner Predigt fest: «Der politische Wind hat sich gedreht: für mich immer noch unbegreiflich schnell. Jetzt soll abgeschoben werden, ohne dass wirklich geklärt ist, wie die Verhältnisse vor Ort sind.» Bischof Hein berichtete von seinen Reisen nach Syrien und in den Irak, dass die Zustände vor Ort erschütternd seien: «Keine Sicherheit, keine Zukunftsperspektive! Und in Afghanistan ist es nicht anders!» Dennoch laute nun die politische Parole: Abschiebung! Auch wenn die Zahlen letztlich klein seien, werde an den wenigen ein Exempel statuiert: «Symbolpolitik nennt man das», so Hein. Der Staat wolle sich handlungsfähig zeigen. Es gäbe jedoch genügend Möglichkeiten, das auf andere Weise zu demonstrieren.

«Deutschland ist ein Sehnsuchtsland – das ist für uns eine Auszeichnung!»

In seinen Gesprächen im Orient sei dem Bischof klar geworden: «Das Sehnsuchtsland aller Flüchtenden ist Deutschland.» Er fügte hinzu: «Und ich finde, nach all dem, was wir im vergangenen Jahrhundert an Leid und Vernichtung über die Welt gebracht haben, ist das für uns eine Auszeichnung!» Der Bischof erinnerte daran, dass Maria und Josef in Ägypten bleiben konnten, bis die Verhältnisse in ihrem Land besser geworden waren. So viel Zeit müsse auch heute sein für all jene, denen in Deutschland kein dauerhafter Aufenthalt gewährt werde.

«Wir sind aufgefordert, für unsere christlichen Geschwister in Ägypten zu beten»

Der Bischof blickte in seiner Predigt auch auf die Unterdrückung, die koptische Christen heute in ihrer Heimat erleben müssen: «Viele koptische Christen fühlen sich nicht mehr sicher und fürchten um ihr Leben.» Es sei unvorstellbar, dass das Christentum, das in Alexandria eine seiner frühesten Blütestätten gehabt habe, aus Ägypten verschwinde. Darum müsse alles politisch Mögliche getan werden, dass Christen in Ägypten, aber auch anderen Ländern des Orients, Sicherheit und Freiheit ihres Glaubens garantiert werden könne. «Und wenn es einen neuen Auszug aus Ägypten geben wird: Werden wir bei uns bereit sein, dafür einzutreten, dass diese Menschen zu uns kommen können?» fragte Hein. Weil Jesus in Ägypten Zuflucht gefunden habe, gehöre auch Ägypten in die Heilsgeschichte Gottes in Jesus Christus hinein. Deshalb dürften die Christen in Deutschland Ägypten nicht vergessen: «Wir sind aufgefordert, für alle Menschen zu beten, die unterdrückt und verfolgt werden – in diesen Tagen aber besonders für unsere christlichen Geschwister in Ägypten, die um ihr Leben fürchten.» (24.04.2017)

Ein wichtiges Thema auf der Frühjahrstagung der Landessynode ist eine Gesamtstrategie zur Unterstützung der Integration geflüchteter Menschen in Kirche und Gesellschaft. Medienhausleiter Pfarrer Christian Fischer befragte nach einer Informationsrunde des Auswärtigen Amtes am Montag Synodale zum Thema Abschiebung abgelehnter Asylsuchender nach Afghanistan. (25.04.2017)

2017-04-26

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Gottesdienst anlässlich der Eröffnung der 13. Landessynode in der Altstädter Kirche Hofgeismar Im Wortlaut:

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Landessynode soll klimaneutral tagen

Hofgeismar (epd). Die Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die derzeit in Hofgeismar tagt, soll klimaneutral werden. Wie der Klimaschutzmanager der Landeskirche, Stefan Weiß, am Montag gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) erklärte, solle der im Zusammenhang mit der Tagung entstehende Kohlendioxidausstoß durch einen noch zu ermittelnden finanziellen Betrag durch die Landeskirche kompensiert werden. Zur genauen Ermittlung des Bedarfes seien alle Synodalen aufgerufen, die Art und Weise ihre Anreise anonym mitzuteilen. Er rechne mit einem höheren dreistelligen Kompensationsbetrag.

Stefan Weiß sowie Rike Schweizer, stellvertretende Geschäftsführerin des kirchlichen Kompensationsfonds «Klimakollekte», waren am Montag auf der Synode präsent, um die Synodalen über das Thema Klimaschutz zu informieren. Der Kompensationsbeitrag werde in Projekte mit Partnern in Indien oder Südafrika fließen, um dort Treibhausgase einzusparen. Darüber hinaus wolle man den Synodalen Anregungen zu weiteren, persönlichen Einsparungen bei Treibhausgasen geben.

Im vergangenen Jahr hatte das Projekt, dessen Gesellschafter unter anderem das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt und die Evangelischen Kirche in Deutschland sind, 477.600 Euro an Spenden eingenommen. Das meiste Geld komme von Institutionen oder Hilfswerken, private Spenden machten derzeit nur rund zehn Prozent aus, sagte Schweizer. Es gehe bei dem Projekt nicht, wie bisweilen behauptet, um einen modernen Ablasshandel, sondern um die Schaffung eines Umweltbewusstseins. Das Projekt «Klimakollekte» war 2011 ins Leben gerufen worden. (24.04.2017)

2017-04-24

Linktipp:

Informationen zum kirchlichen Kompensationsfonds «Klimakollekte» finden Sie unter:

klima-kollekte.de

Service:

Informationen zum Engagement der Landeskirche im Bereich Umwelt & Nachhaltigkeit finden sie im ekkw.de-Servicebereich:

ekkw.de/service/umweltfragen/

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Tagesimpressionen

(alle Fotos: medio.tv/Schauderna)
 
2017-04-24