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Herbsttagung 2017
Mittwoch, 29. November 2017

Übersicht

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Landessynode verabschiedet Doppelhaushalt 2018 / 2019

Hofgeismar (medio). Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Mittwoch (29.11.) in Hofgeismar den Doppelhaushalt für die Jahre 2018 und 2019 verabschiedet. Im Blick auf den Reformprozess der Landeskirche bezeichnete Vizepräsident Dr. Knöppel das bislang Erreichte als ein «ansehnliches und respektables Ergebnis». Allerdings bestehe auch weiterhin dringender Handlungsbedarf, insbesondere im Bereich des Abbaus von Personalstellen: «Hierfür sind Arbeitsfelder im Hinblick auf die Zukunft unserer Landeskirche zu analysieren, zu bewerten und letztlich gegebenenfalls auch aufzugeben», so der Vizepräsident.


Erste Auswirkungen des Reformpakets 2026 sichtbar

Der Doppelhaushalt verfügt über ein Gesamtvolumen von 250,3 Mio. Euro im Jahr 2018 und von 249 Mio. Euro im Jahr 2019. Davon entfallen im Jahr 2018 auf den landeskirchlichen Teil des Haushalts 162,2 Mio. Euro und 161 Mio. Euro im Jahr 2019; auf den gemeindlichen Teil des Haushalts entfallen 88 Mio. Euro im Jahr 2018 und 87 Mio. Euro im Jahr 2019.

Wie der Vizepräsident berichtete, sind im Doppelhaushalt bereits erste Auswirkungen des Reformpakets 2026 sichtbar. Im landeskirchlichen Teil des Haushalts entstehen Mehraufwände durch Personalkostensteigerungen im Bereich der Gemeinde- und Funktionspfarrstellen sowie durch steigende Versorgungsbezüge. Die Errichtung von Assistenzstellen für die geplanten Kooperationsräume und die Ausstattung der Dekanatssekretariate mit Vollzeitstellen führen zu einem Mehrbedarf im gemeindlichen Teil des Haushalts. Die Mittel kommen weiterhin der von der Herbstsynode 2015 beschlossenen Stärkung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zugute, für die die Errichtung einer zusätzlichen Jugendarbeiterstelle pro fusioniertem Kirchenkreis geplant ist. Auch ein in Bezug auf die Diakoniezuweisung im Bereich der Kindertagesstätten entstandener Mehrbedarf wird gedeckt. Die Gemeinden profitieren von einer einmaligen Erhöhung des Grundbedarfes um 0,5 Euro.

Auswirkungen der Reformbeschlüsse im Stellenplan

Wie der Vorsitzende des Finanzausschusses, Pfarrer Frieder Brack, bei seiner Erläuterung zum Stellenplan betonte, beginne ab dem Doppelhaushalt 2018 / 2019 die von der Landessynode beschlossene neue Verteilungsform der Pfarrstellenbudgets. Die Zahl der Gemeindepfarrstellen werde weiterhin entsprechend der Entwicklung der Mitgliederzahl angepasst; auch die landeskirchlichen Funktionspfarrstellen müssten entsprechend der Beschlüsse reduziert werden. Die Stellen der Mitarbeitenden reduzierten sich um 13,47 Stellen, so dass die tatsächliche Steigerung der Personalbudgets bereits unter der durch lineare Tariferhöhungen ausgelösten Steigerung liege. (29.11.2017)

2017-11-29
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Bericht zur Diakonie Hessen
Vorstandsvorsitzender Rühl: Diakonie stellt sich gesellschaftlichen Herausforderungen

Hofgeismar (medio). «Kirchen und Diakonie sind als starke und wahrnehmbare Akteure mitverantwortlich für die politische Kultur in Hessen. Wir gestalten Zivilgesellschaft mit», sagte Pfarrer Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, am Mittwoch (29.11.) vor der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. In seinem ersten Bericht als Vorstandsvorsitzender betonte Rühl: «Wir haben uns für die Zukunft gut aufgestellt und wollen Solidarität und Sozialstaat stärken.»  


Gesellschaftliche Herausforderungen meistern

Neben den Forderungen des Familiennachzugs für subsidiär geschützte Menschen sowie der Stärkung des sozialen Wohnungsbaus wandte sich Rühl in seinem Bericht dem Thema Pflege zu: «In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft kommt der Pflege eine wichtige Bedeutung zu. Wir brauchen politische Maßnahmen gegen den Pflegenotstand.» Rühl nannte als Lösungsansatz, die Gelder der Versicherten, die in die Pflege- und Krankenversicherungen fließen, auch für die Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen zu verwenden. Gleichzeitig muss nach seinen Worten auch ein Mehr an Leistungen für die Pflege, Betreuung, Zuwendung und mehr Zeit für sterbende Menschen möglich sein. «Pflegekräfte verdienen unser aller Anerkennung und Dank», so Rühl abschließend.

Mit Blick auf die Bundestagswahl und die schwierige Regierungsbildung sagte der Vorstandsvorsitzende: «Es ist Aufgabe von Kirche und Diakonie, die Gesellschaft und ihre politischen Grundlagen mitzugestalten. So bleiben wir mit allen Menschen, Parteien und Gruppierungen, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, im Gespräch. Unvereinbar mit unserer christlichen Botschaft ist jedoch jede Form der Verachtung gegenüber Menschen – seien sie geflüchtet, arm oder wohnungslos, behindert oder pflegebedürftig».

Stichwort Diakonie Hessen

Die Diakonie Hessen ist 2013 aus der Fusion des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau und des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck hervorgegangen. Sie ist Mitglieder- und Trägerverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Die Diakonie Hessen ist als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig. Als Träger diakonischer Arbeit beschäftigt die Diakonie Hessen in den Landesgeschäftsstellen in Frankfurt und Kassel, im Evangelischen Fröbelseminar in Kassel, in den Evangelischen Freiwilligendiensten sowie in 18 regionalen Diakonischen Werken in Hessen und Nassau mehr als 1.650 Mitarbeitende.

Als Mitgliederverband gehören der Diakonie Hessen zurzeit rund 430 Rechtsträger an. Dabei handelt es sich um Vereine, Stiftungen und gemeinnützige Gesellschaften sowie die 44 Dekanate der EKHN und die 20 Kirchenkreise der EKKW. Insgesamt bestehen ca. 1.340 Einrichtungen, Angebote und ambulante Dienste in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, in der Alten- und Krankenpflege, in der Behinderten-, Eingliederungs- und Suchthilfe und in der Migrations- und Flüchtlingsberatung sowie in der Beratung von Menschen mit sozialen Schwierigkeiten. Die Diakonie Hessen und ihre Mitglieder beschäftigen zusammen rund 39.000 Mitarbeitende. (29.11.2017)

2017-11-29

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Diakoniebericht von Pfarrer Rühl im Wortlaut:

PDF-Dokument

Nachgefragt:

Pfarrer Horst Rühl im Interview zur Zukunft der Flüchtlingsarbeit, zur wachsenden Armut in Deutschland und der Öffnung der Diakonie für kirchengemäße Tarifverträge:

Zum Interview...

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Dr. Isabel Schneider-Wölfinger in den Synodalvorstand gewählt

Hofgeismar (medio). Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Mittwoch (29.11.) Dr. Isabel Schneider-Wölfinger in ihren Synodalvorstand gewählt. Die Nachwahl ist notwendig geworden, weil die bisherige 1. Beisitzerin, Dekanin Claudia Brinkmann-Weiß, als Dezernentin für Ökumene und Diakonie in das Landeskirchenamt wechselt und daher ab dem 1. Dezember 2017 nicht mehr der Landessynode angehören wird.


Zur Person:

Die 56jährige Dozentin am Evangelischen Fröbelseminar in Kassel engagiert sich seit vielen Jahren in der Landeskirche. Seit 2001 gehört Dr. Schneider-Wölfinger der Kreissynode Hofgeismar an. Von 2004 bis 2011 war sie stellvertretendes, seit 2011 ist sie ordentliches Mitglied der Landessynode. Als Synodale war sie Mitglied in den Ausschüssen, die den Reformprozess der Landeskirche begleitet hatten (Zukunftsausschuss 2011 – 2013, Begleitausschuss 2013-2015). Seit 2015 ist Dr. Schneider-Wölfinger auch Mitglied der EKD-Synode. (29.11.2017)

2017-11-29
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Impressionen des Tages

(Alle Fotos: medio.tv/Küster)
 
2017-11-29