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Donnerstag, 26. April 2012

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Personalbericht
Prälatin Marita Natt: Kindertaufe und Taufgottesdienste besonders attraktiv

Hofgeismar (epd/medio). In ihrem Personalbericht vor der Landessynode ging Prälatin Marita Natt am Donnerstag in Hofgeismar auf die Situation in den Gemeinden der Landeskirche, auf die Pfarrstellensituation und das Theologiestudium sowie die aktuellen Mitgliederzahlen ein. In der Mitte des kirchlichen Lebens bleibe auch weiterhin der Gottesdienst, führte Natt aus. Im vergangenen Jahr seien in den kurhessischen Gemeinden 65.155 Gottesdienste sowie 12.499 Gottesdienste mit Kindern gefeiert worden, sagte sie. Einen hohen Stellenwert habe erfreulicherweise die Kindertaufe, erläuterte Natt. Fast 69 Prozent aller 7.159 Taufen in 2011 seien Kindertaufen gewesen. Diese Attraktivität sei unter anderem einladenden Taufgottesdienste sowie einem guten Angebot für Jugendliche zu verdanken.

Die Mitgliederzahl in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist im vergangenen Jahr leicht unter 900.000 gesunken. «Ende 2011 lag die Zahl bei 895.185, rund 1,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor», sagte die Prälatin Marita Natt. Hauptursachen des Rückgangs seien Bestattungen (11.657) sowie Verluste durch Abwanderung (4.962). Die Zahl der Austritte folge mit 3.440 an dritter Stelle. In vielen Regionen der Landeskirche sei die Zahl der Austritte gegenüber den Vorjahren sogar deutlich zurückgegangen, fügte Natt hinzu.

Auf dem Weg der Pfarrstellenanpassungen sei man im vergangenen Jahr ein gutes Stück vorangekommen, hob Natt in ihrem Personalbericht hervor. So sei die Zahl der Gemeindepfarrstellen 2011 um 14,75 Stellen und die der landeskirchlichen Pfarrstellen um 9,75 Stellen vermindert worden. Von den Gemeindepfarrstellen sollen aufgrund der zurückgehenden Mitgliederzahlen laut einem Synodalbeschluss 75 Stellen bis zum Jahr 2017 eingespart werden. Steigern wolle die Kirche dagegen die Zahl der Theologiestudierenden, kündigte Natt an. Derzeit seien 97 Studierende in die Liste eingetragen, vor zehn Jahren seien es noch 144 gewesen. Daher müsse verstärkt für das Theologiestudium geworben werden. Wichtig sei es zudem, neue Leitbilder und klare Strukturen des Pfarrberufs zu entwickeln, um diesen Beruf weiterhin attraktiv zu halten. (26.04.2012)

2012-04-28

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Bericht von Prälatin Marita Natt im Wortlaut:

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Statistische Unterlagen:

Laden Sie sich hier die statistischen Unterlagen zum Personalbericht von Prälatin Marita Natt herunter:

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Nachgefragt:

Prälatin Marita Natt im medio-Interview über die neuen Herausforderungen für Pfarrerinnen und Pfarrer und die Kreativität von Kirchenvorständen:

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Linktipp:

Auf der Tagung ist auch die neue Internetseite der Landeskirche zum Theologiestudium vorgestellt worden:

theologiestudium-ekkw.de

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Grußwort des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier
Bouffier: «Auch der säkulare Staat braucht eine geistige und geistliche Heimat und Grundlegung»

Hofgeismar (medio). Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat in einem Grußwort vor der Landessynode das gute partnerschaftliche Verhältnis von Kirche und Land Hessen in den Mittelpunkt gerückt. Bouffier sprach am Donnerstag auf der Frühjahrstagung in Hofgeismar vor den 93 Synodalen. Der Staat könne, so in Aufnahme eines bekannten Zitates, selber die Grundlagen nicht legen, auf denen er beruhe, sagte der Ministerpräsident. Auch der säkulare Staat brauche eine geistige und geistliche Heimat und Grundlegung. Die Kirche leiste einen großen Beitrag dazu, für Orientierung und Sinnstiftung zu sorgen. Der Staat könne laut Bouffier nur einen rechtlichen und materiellen Schutzrahmen liefern, aber Identität entstehe aus anderen Quellen. Kirche biete eine Grundorientierung, ohne die sich eine Fülle von Fragen nicht beantworten lasse. Als Beispiele nannte Bouffier u.a. die Stammzellenforschung oder die Sterbehilfe. «Die Lösung der Fragen wird durch diese ethische Basis zwar nicht einfacher, aber man besitzt einen Grundsatz, von dem man ausgehen kann», so der Ministerpräsident.

2012-04-26
Zum partnerschaftlichen Miteinander von Landesregierung und Kirche gehöre auch, dass sich der Staat aus innerkirchlichen Fragen heraushalte. Es gebe aber Gebiete, auf denen die Zusammenarbeit sehr eng und das partnerschaftliche Miteinander besonders gefordert sei. Für die gute Ausgestaltung der Zusammenarbeit dankte Bouffier  namentlich dem Beauftragten der Landesregierung, Dr. Franz, und dem Beauftragten der Kirchen in Hessen, Kirchenrat Dulige. Als Beispiele der gemeinsamen Arbeit nannte er den Religionsunterricht und die Frage nach dem Schutz der Feiertage. Der Religionsunterricht sei verfassungsmäßig garantiert und das soll laut Bouffier in Hessen auch so bleiben. Damit aber sei auch die Frage nach dem islamischen Unterricht verbunden. Hier suche die Landesregierung einen verlässlichen Partner, mit dem verfassungskonforme Formen des islamischen Religionsunterrichtes noch im Laufe dieses Jahres verhandelt werden können. Der Religionsunterricht solle in der Verantwortung der Glaubensgemeinschaften bleiben, die ihn gestalten, so der Ministerpräsident. Mit Blick auf den Konfirmandenunterricht sagte Bouffier unter dem Beifall der Synode: «Der Dienstagnachmittag bleibt frei!» Dies gelte auch unter den Verhältnissen der selbständigen Schule. Zur Debatte um das Tanzverbot an den stillen Feiertagen hielt Bouffier fest, dass es hier gerade auf ein partnerschaftliches Miteinander von Landesregierung und Kirche ankomme. Nur so könne festgehalten werden, dass das Leben mehr sei als Ökonomie und Freizeit und dass die Summe individueller Interessen noch nicht automatisch das Gemeinwohl stärke. Freiheit, so formulierte er, dürfe nicht Beliebigkeit bedeuten, sondern schließe auch immer Verantwortung mit ein. Das bedeute auch den Mut, Entscheidungen zu fällen und dafür einzustehen, so Bouffier. Auch von den islamischen Gesprächspartnern werde ein klarer christlichen Standpunkt erwartet. Aus gegenseitigem Respekt heraus könne Religion auch eine hohe integrative Kraft entfalten. Ministerpräsident Bouffier bedankte sich am Schluß des Grußwortes ausrücklich bei den Synodalen für ihr ehrenamtliches Engagement und wünschte Ihnen für Ihre Beratungen alles Gute. (26.04.2012)

Nachgefragt:

Bischof Martin Hein im medio-Interview über das aktuelle Verhältnis von Staat und Kirche und die neue Trauagende:

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Partnerschaftsbesuch
Kirgisische Bischofsdelegation zu Gast in Kurhessen-Waldeck

Kassel/Hofgeismar (medio). Am Eröffnungstag der Frühjahrstagung der Landessynode am 26. April begrüßten die Synodalen in Hofgeismar eine Delegation aus der Partnerkirche in Kirgisien. Bischof Alfred Eichholz und seine Ehefrau sind in Begleitung dreier junger Kirchenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter für einen zehntägigen Besuch zu Gast in Kurhessen-Waldeck, teilte die Pressestelle der Landeskirche in Kassel mit. In den folgenden Tagen wird die Delegation u.a. in Kassel, Spangenberg, Bad Arolsen und Hanau besuchen, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Mittelpunkt der partnerkirchlichen Begegnungen stehen Themen der kirchlichen Jugendarbeit und Gefängnisseelsorge.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgisien besteht zu einem großen Teil aus Jugendlichen und jungen Familien, die russischer, kirgisischer oder deutscher Herkunft sind. Daher sei das Interesse groß, christliche Jugendarbeit in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck kennen zu lernen und Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen, heißt es weiter. Eine große Rolle in der Arbeit der Kirche spiele auch die Betreuung jugendlicher Gefängnisinsassen und deren soziale Rehabilitation nach der Strafentlassung. Daher sei u.a. auch ein Besuch in der JVA Hünfeld und des dort arbeitenden Gefängnisseelsorger geplant.

Stichwort: Partnerschaft mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgisien

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgisien steht seit 1997 in einem kirchenpartnerschaftlichen Verhältnis zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Bischof Eichholz wurde 1999 von der Landeskirche aus als Jugendarbeiter nach Kirgisien entsandt und wurde nach Ausbildung und Etablierung im Predigerberuf zum Bischof der Kirche. Die Kirche hat ca. 1.500 Mitglieder in 14 Gemeinden. Lutherische Gemeindeglieder kamen bereits vor 100 Jahren als Migranten nach Zentralasien. Ihre Zahl erhöhte sich aber nach den Vertreibungen der Russlanddeutschen aus dem Wolgagebiet nach Asien durch Stalin in der Zeit um den zweiten Weltkrieg erheblich, sodass es dort während der Sowjetherrschaft eine starke evangelische Gemeinschaftsbewegung im Untergrund gab. (26.04.2012)

2012-05-03

Hintergrund:

Informationen zur Partnerschaft finden Sie auf ekkw.de in der Rubrik «Unsere Kirche»:

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Linktipp:

Einen Bericht zum Besuch der kirgisischen Delegation in Gelnhausen finden Sie hier:

sprengel-hanau.de/(...)

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Frühjahrstagung mit Gottesdienst eröffnet
Bischof Hein: Christentum gehört zu Deutschland als Teil unserer gegenwärtigen Prägung

Hofgeismar (medio). Mit einem Gottesdienst in der Hofgeismarer Brunnenkirche ist die Frühjahrstagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am  Donnerstagvormittag (26.4.) eröffnet worden. In seiner Predigt ging Bischof Prof. Dr. Martin Hein auf den Lehrtext des Tages aus den Herrenhuter Losungen ein: «Jage nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut» (1. Timotheus 6,11). Der Text stehe, wie es oft bei den Losungen sei, scheinbar quer zu dem, was uns gerade bestimmt und was wir wollen, so der Bischof.

Der Lehrtext klinge zunächst nach der üblichen Moralpredigt mit erhobenem Zeigefinger, so Hein. Doch ginge es darum, woran man einen Christenmenschen erkennen kann. Das habe zur Zeit der Abfassung des Verses ebenso gegolten wie heute. Die evangelischen Christen führten in Deutschland keine Nischenexistenz und seien mitten in der  Gesellschaft beheimatet, sagte Hein. Der Bischof betonte: «Das Christentum gehört zu Deutschland! Nicht exklusiv, aber als Teil unserer gegenwärtigen Prägung.» Christliche Ethik überzeuge bei den vielen Lebensstilen genau dann, wenn wir spürten, dass dieses Verhalten uns selbst, der Kirche und der Gesellschaft gut tue, so Hein.

Der Bischof stellte die Frage, was wäre, wenn wir so lebten, wie es der Vers erwartet? Hein zeigte sich überzeugt davon, dass dies Folgen für das Zusammenleben hat: «Ja, es hätte Folgen für den Umgangston in unserer Gesellschaft, der weniger schrill, weniger erregt und weniger denunzierend wäre.» Wir müssten nur damit anfangen, so zu leben, forderte der Bischof. Unsere Gesellschaft tur gut daran, sich an christlicher Ethik zu orientieren – «nicht, weil sie christlich werden soll, sondern weil sie menschlich bleiben soll», so Bischof Hein. (26.04.2012)

2012-04-26

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein im Wortaut:

PDF-Dokument

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Impressionen des Tages

(Fotos: medio.tv/Schauderna)

2012-04-28