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Freitag, 27. April 2012

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Landessynode hält an Altersgrenze für die Wählbarkeit in Kirchenvorstand fest

Hofgeismar (medio). In einer geheimen Abstimmung hat sich die Landessyonode auf ihrer Tagung im nordhessischen Hofgeismar am Freitag Vormittag gegen eine Aufhebung der Altersgrenze für die Wählbarkeit in den Kirchenvorstand entschieden. Der Gesetztesentwurf zur Änderung der Grundordnung der Landeskirche, die bisher die Wählbarkeit von Gemeindegliedern vorsah, die zur Zeit der Wahl das 70. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, wurde am Montag beraten. Bei der heutigen Abstimmung stimmten von den 93 stimmberechtigten Synodalen 57 für die Änderung, 24 lehnten sie ab und 3 enthielten sich. Die erforderliche 2/3-Mehrheit (62 Stimmen), die für die Annahme des Gesetztes notwendig gewesen wäre, konnte so nicht erreicht werden. (27.04.2012)
2012-04-28

Nachgefragt:

Präses Kirchenrat Rudolf Schulze im medio-Interview über die Kooperation mit der EKHN und die Altersgrenze bei Kirchenvorständen:

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Diakoniebericht
Landespfarrer Schwarz: Diakonie muss Rolle im umgebauten Sozialstaat stärken

Hofgeismar (medio). In seinem Bericht vor der Landessynode am Freitag Vormittag in Hofgeismar ging der Diakoniedezernent der Landeskirche und Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW), Landespfarrer Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz, auf die Rolle der Diakonie in der Gesellschaft ein. «Der Umbau des Sozialstaats und damit verbunden eine neue Sozialpolitik hat erhebliche Folgen für die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege. Sie müssen ihre Rolle im veränderten Sozialstaat neu finden und justieren», sagte Schwarz. Das bisherige partnerschaftliche System der Kooperation von öffentlicher und freigemeinnütziger Wohlfahrtspflege wandele sich auf Grund der seit Jahren zu beobachtenden Ökonomisierung des Sozialen zunehmend zu einer hierarchischen Beziehung von Auftraggebern und Auftragnehmern. Die Verbände würden zu sozialwirtschaftlichen Dienstleistungserbringern und verlören ihre bisherige sozialpolitische Bedeutung. Schwarz berichtete zum letzten Mal vor der Synode. Er tritt Ende Mai in den Ruhestand.

Werteorientierung, Anwaltschaft und Solidarität drohen im Sozialsektor an Leitbildfunktion zu verlieren

«Werteorientierung, Anwaltschaft und Solidarität drohen in dem Maße an Leitbildfunktion zu verlieren, in dem sich ein Sozialsektor zu entwickeln beginnt, wo privat-gewerbliche und gemeinnützige Träger im Verdrängungswettbewerb um kostengünstige Angebote stehen», führte Schwarz weiter aus. Die öffentlichen Träger würden  versorgungspolitisch und betriebswirtschaftlich entscheiden, welche Leistungen sie selbst erbringen wollen und beauftragen nicht-staatliche Träger mit der Erledigung verbleibender Aufgaben. Dabei setzten sie Rahmenbedingungen für die nicht-staatlichen Träger, die vornehmlich der Finanznot der Kommunen geschuldet seien und Kostenensparunggen zum Ziel hätten, so der Landespfarrer.

Die Ausschreibung von Leistungen über Vergabeverfahren direkt am Markt ziele auf einen Preiswettbewerb mit dem gewollten Ergebnis einer Marktbereinigung. Durch zentrale Steuerung würden gewachsene und in vielen Jahren aufgebaute Strukturen der Daseinsvorsorge infrage gestellt und teilweise zerstört, kritisierte Schwarz. Dezentralisierung und Ambulantisierung stünden unter einem neu eingeführten Mehrkostenvorbehalt – Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf verblieben in stationären Lebens- und Betreuungskontexten, deren Ausgestaltung dann aber nicht auskömmlich sei.

«Das aktuelle Konzept des Gewährleistungsstaates reduziert die Verbände auf ihre Lobbyfunktion für ihre Träger und Einrichtungen. Dieses Konzept läuft daher auf eine sozialpolitische Entwertung der Verbände hinaus. Sie müssen, wollen sie dieser Entwertung entgegentreten, die stellvertretende Anwaltschaftlichkeit des für die Klienten Handelns erweitern durch ein Handeln mit den Klienten», so Schwarz weiter. Anwaltschaft hieße dann, die Klienten unterstützen und befähigen, ihre Interessen zu artikulieren und politisch durchzusetzen. Dazu bräuchten die Verbände eine neue strategische sozialpolitische Positionierung, die eine sozialpolitische und sozialplanerische Expertise bis hinunter auf die lokale Ebene beinhaltet.

«Das bisherige Leistungskonzept der Freien Wohlfahrtspflege ist herausgefordert und infrage gestellt», sagte der Landespfarrer. Anwaltliches Handeln müsse künftig danach fragen, wie die Interessen der Hilfebedürftigen im jeweiligen Hilfesystem Berücksichtigung finden können. Das bedeute auch, die Definitionsmacht sozialstaatlicher Entscheidungen über die Angemessenheit von Hilfen infrage zu stellen, mahnte Schwarz.

Bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und nachhaltige solidarische Finanzierung Rahmen der Pflegereform

Im Bereich der Pflege äußerte sich der Landespfarrer zur Reform der Pflegeversicherung: «Insgesamt begrüßen wir, dass die Bundesregierung ein zentrales gesellschaftliches Anliegen aufgreift und die Leistungen der Pflegeversicherung insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz und ihrer Angehörigen verbessern möchte», sagte Schwarz. Der vorgelegte Entwurf des Gesetzes beschränke sich allerdings auf einen ersten Schritt, der nur kurzfristige Verbesserungen bringe und die großen Probleme ausklammere, so Schwarz weiter. Dazu gehören aus Sicht des Diakoniepfarrers die Umsetzung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, dringend zu verbessernde Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und eine nachhaltige solidarische Finanzierung. Es sei zu begrüßen, dass der Entwurf einige Leistungsverbesserungen für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Bereich der häuslichen Pflege vorsehe. Als bedauerlich sei es zu werten, dass die Bundesregierung die dringende Klärung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs erneut verschoben habe und im Vorgriff nur geringe Leistungsverbesserungen vornehme.

Schwarz forderte eine neue Definition von Pflegebedürftigkeit, die sicherstelle, dass auch demenziell erkrankte Menschen bei den Leistungen der Pflegeversicherung ausreichend berücksichtigt würden und ihre Belange fest in das System der Pflegeversicherung verankert werden. «Es kann nicht angehen, dass Angehörige mit der oft sehr schweren Betreuung und Versorgung allein gelassen werden und nun, wie geplant, wieder nur ein paar kleine Leistungsverbesserungen erhalten», so der Landespfarrer. «Wir werden uns jedenfalls weiterhin dafür einsetzen, dass die notwendigen Reformen der Pflegeversicherung nicht ständig verschoben werden», sagte Schwarz weitrer. Die Politik müsse dieses drängende gesellschaftliche Thema endlich angehen und zu dauerhaften und tragfähigen Lösungen kommen, die über eine Legislaturperiode hinausgingen und im Einzelfall auch unliebsam sein könnten. Laut Schwarz sei die die Bevölkerung sehr wohl bereit, dies mitzutragen.

Fälle und Ausgabenhöhe in der Jugendhilfe auf bislang nicht gekanntes Ausmaß gestiegen

Schwarz wies in seinem Bericht darauf hin, dass die Zahl der Fälle und die Ausgabenhöhe in der Jugendhilfe auf ein bislang nicht gekanntes Ausmaß gestiegen seien. Dies resultiere aus längerfristigen gesellschaftlichen Veränderungen und damit verbundenen schwieriger werdenden Lebenslagen. Hinzu komme eine kurzfristig gestiegene gesellschaftliche, aber auch professionelle Wachsamkeit bei den Akteuren im Bildungs-, Erziehungs- und Sozialwesen. Schwarz sieht dies als ein Ergebnis der in den letzten Jahren auf Grund aufrüttelnder Beispiele geführten Kinderschutzdebatte sowie veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen.

«In Hessen sind die Ausgaben für die Jugendhilfe 2010 im Vergleich zum Vorjahr laut Berichterstattung in den Medien um 5 Prozent auf knapp 2,45 Milliarden Euro gestiegen. Die Kündigung der Rahmenvereinbarung durch die Kostenträger ist als Reaktion auf diesen Kostenanstieg zu sehen. Man erhofft sich eine Kostensenkung oder zumindest ein Halten des jetzigen Ausgabenniveaus durch Standardabsenkungen beim Leistungskatalog. Dahinter steckt die zum Teil desaströse finanzielle Situation der Kommunen sowie der wachsende Druck durch die Auswirkungen der Schuldenbremse», erläuterte Schwarz.

Es sei zu erwarten, dass bei Wegfall des Tarifs für die jährliche Fortschreibung der Vergütung, dieses im Rahmen von Einzelverhandlungen nachvollzogen werden müsse, so Schwarz. Dann sei aber zu befürchten, dass die Jugendhilfekommission wie auch die Tarife keine Legitimation mehr hätten und die Mitgliedseinrichtungen ab 2013 in anstrengende Einzelverhandlungen mit jedem Jugendamt gehen müssten. Diese aber würden, aufgrund personeller Unterbesetzung, die Verhandlungen u.a. von Beratungsfirmen führen lassen, erklärte der Landespfarrer. Einsparungen seien damit nicht zwingend gegeben, jedoch werde die Fachlichkeit darunter leiden und Standards abgesenkt. Im Hinblick auf die Erfahrungen der Heimerziehung in den 1950er/60er Jahren und das Bundeskinderschutzgesetz sei dies «mehr als bedenklich», schloss der Landespfarrer. (27.04.2012)

2012-04-27

Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Bericht von Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz im Wortlaut:

PDF-Dokument

Nachgefragt:

Landesdiakoniepfarrer Eberhard Schwarz im medio-Interview zur Fusion der Diakonischen Werke und die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden:

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Landessynode will Diskussion um Inklusion intensivieren

Hofgeismar (epd). Die Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck will die Diskussion um das Thema Inklusion intensivieren. Dazu beauftragte die Synode mit großer Mehrheit den Rat der Landeskirche, eine Handreichung zu erarbeiten und der Frühjahrssynode 2013 zur Verabschiedung vorzulegen. Zugleich wurde Bischof Martin Hein gebeten, bei der Theologischen Kammer eine theologische Stellungnahme zum Thema in Auftrag zu geben.

Zuvor hatte Landesdiakoniepfarrer Eberhard Schwarz in seinem Diakoniebericht auf den Paradigmenwechsel in der Eingliederungshilfe hingewiesen. Der Schritt von der Integration zur Inklusion stelle alle Verantwortlichen vor enorme Herausforderungen, sagte er. Es werde nun vor allen Dingen darauf ankommen, die Kirchengemeinden mit ins Boot zu holen und sie auf das Kommen von Menschen mit Behinderung in ihrer Mitte vorzubereiten.

Die Inklusion bedeutet nach Worten von Schwarz eine Veränderung dahingehend, dass Unterschiede von Menschen als Normalität angesehen werden. Niemand müsse so vom Rand der Gesellschaft in diese integriert werden, da alle mit ihren Verschiedenheiten selbstverständlich zusammenlebten. (27.04.2012)

2012-04-28
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Gesprächsrunde zum Thema «Sieht die Kirche alt aus?»
Jugendliche reden Klartext über ihre Erfahrungen mit der Kirche

Hofgeismar (medio). Auf der Frühjahrstagung der Landessynode kamen am Freitagabend in Hofgeismar sechs junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren zum Thema «Sieht die Kirche alt aus?» mit den Synodalen ins Gespräch. Es sei Brauch in der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck zur Synode jemanden einzuladen, der der Synode einen neuen Impuls gibt, erklärte Christiane von der Tann vom Synodalvorstand gegenüber der landeskirchlichen Medienagentur «medio!». Die Kirchenleitung müsse wissen, was für Erwartungen junge Menschen an die Kirche haben, so von der Tann, die den Austausch initiiert hatte. Unter der Moderation des F.A.Z.-Journalisten Claus-Peter Müller von der Grün sprachen die jungen Menschen über ihre Erfahrungen mit der Kirche. Anschließend konnten die Synodalen weitere Fragen stellen.

Kindergottesdienst, Krippenspiele, Pfadfinder: Kindheitserinnerungen an Kirche sind positiv

Alle Teilnehmer der Gesprächsrunde waren bereits mit der Kirche auf unterschiedliche Weise in Kontakt gekommen. Während die Kindheitserinnerungen an die Kirche - mit Kindergottesdiensten, Krippenspielen oder Treffen mit den Pfadfindern – als positiv gewertet wurden, hätten die frühen Jugenderfahrungen oft zu Enttäuschungen geführt, schilderten die jungen Menschen. Inga Simon (20), Architekturstudentin in Aachen, erzählte von ihrem Konfirmandenunterricht, der ihr damals keinen Spaß gemacht habe, weil die Jugendlichen in ihrer Gruppe unmotiviert gewesen wären. Dadurch hätte sie den Zugang zur Kirche verloren, so die Studentin. Allerdings habe der gute Religionsunterricht in der Oberstufe dazu geführt, dass sie heute sagen kann: «Ich glaube und ich bin evangelisch», erklärte Simon. Ferike Thom (19), VWL-Studentin in Berlin, wünscht sich jedoch vielmehr einen «ReligionEN-Unterricht», der dazu befähigen soll,  sich seine Religion selbst auszusuchen, sagte Thom.

2012-05-10

Sprache der Bibel nicht mehr zeitgemäß

Im weiteren Gesprächsverlauf äußerten sich die Jugendlichen kritisch zum altertümlichen Sprachstil der Bibel, der für junge Menschen schwer verständlich sei. Darunter würde auch die Attraktivität von Gottesdiensten leiden, so die Jugendlichen. «Ein Generationengottesdienst, den die Gemeinde aktiv mit gestalten kann» – so stellt sich der Schüler Tim Schmidt (16) aus Fulda einen guten Gottesdienst vor. Corina Brandt (21), Auszubildende der Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel, wünscht sich für den Gottesdienst mehr Leidenschaft: «Es werden immer die 'ollen Kamellen' – die alten Lieder – gesungen», so Brandt. Dabei gäbe es bereits viele neue und schöne Lieder, ergänzte die Auszubildende. Außerdem wünschte sich die junge Frau, dass die Kirche auf die Menschen direkter zu geht. Sie würde es begrüßen, wenn der Pfarrer oder die Pfarrerin neue zugezogene Gemeindemitglieder persönlich besucht.

«Kirche geht immer mit den neuen Medien, warum nicht auch mit Facebook?»

Ein weiteres Thema der Gesprächsteilnehmer war «Kirche und Facebook». «Kirche geht immer mit den neuen Medien, warum nicht auch mit Facebook?», sagte Inga Simon. Schließlich sei es jedem selbst überlassen, ob er die Ruhe des Kirchenraums oder anonyme Angebote der Kirche im Internet nutzt. Sebastian Kraus (25), Schreiner und Konditor aus Kassel, der zwar selbst noch kein Facebook-Mitglied ist, sieht das soziale Netzwerk als eine neue Chance, um junge Menschen erreichen zu können. Facebook sei großartig, um Veranstaltungen oder Gottesdienste anzukündigen und um Kontakte herzustellen, ergänzte Manuel König (26), Student der Werkakademie für Gestaltung in Kassel. Doch «private Gespräche mit dem Pfarrer sollten persönlich geführt werden und nicht über das Internet», rät der Student.

Ehrenamtliches Engagement in der Kirche wichtiges Standbein der Gesellschaft

Für die Jugendlichen spielt Kirche eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. «Ich schätze die Kirche wegen ihres ehrenamtlichen Engagements», sagte Ferike Thom. Ehrenamtliche Arbeit sei ein wichtiges Standbein der Gesellschaft, das gestärkt werden müsse, so Thom weiter. Für Inga Simon ist Kirche wichtig, weil sie ein Gegenpol zur Politik bilde. Zum Abschluss der Gesprächsrunde bedankte sich Christiane von der Tann im Namen der Synodalen bei den jungen Gästen für «die erfrischenden, inspirierenden, Impuls gebenden, teilweise verwirrenden, aber auch beruhigenden Anregungen zum Bild, wie Jugendliche heute zur Kirche stehen», so von der Tann wörtlich. Als Dankeschön für die Bereitschaft, überreichte sie den Jugendlichen Bibeln. (28.04.2012)

Internetradio:

Hören Sie hier einen Beitrag von medio!-Reporter Christian Fischer:

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Nachgefragt...

Christiane Freifrau von der Tann im medio-Interview über den Dialog mit jungen Menschen als Aufgabe der Kirche:

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Bericht der Ausschussvorsitzenden
Kooperationsprozess EKKW-EKHN: Kirchenrechtliche Vereinbarung statt Verband angestrebt

Hofgeismar (medio). Die Vorsitzenden bzw. die Sprecher der in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) mit dem Kooperationsprozess mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) befassten Ausschüsse haben am Freitag den Synodalen auf ihrer Frühjahrstagung in Hofgeismar Bericht erstattet. Hintergrund war der  auf den Herbsttagungen 2011 von beiden Landessynoden auf den Weg gebrachte Gesetzesentwurf über die Kooperation der beiden Hessischen Landeskirchen, über den in den Herbsttagungen 2012 entschieden werden soll, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit. Für das Kooperationsgebiet «Mission und Ökumene» sprach Dekanin Claudia Brinkmann-Weiß (Hanau), für den Bereich «Bildung» die Direktorin des Pädagigisch-theologischen Instituts, Dr. Gudrun Neebe (Kassel). Der Synodale Peter Botte berichtete aus dem Finanzausschuss und Oberlandeskirchenrat Dr. Rainer Obrock sprach für den Rechtsausschuss.

Dem Bericht zufolge komme die ursprünglich für die Kooperation angedachte Errichtung eines Verbandes nicht zu Stande, so die Pressestelle. Stattdessen werde eine kirchenrechtliche Vereinbarung angestrebt. Dafür sei durch die Rechtsausschüsse beider Landeskirchen der ursprüngliche Entwurf des Kooperationsvertrages entsprechend angepasst worden, heißt es weiter. Es sei nun Aufgabe der Ausschüsse, auf der Basis des bisher Erarbeiteten für die einzelnen Arbeitsgebiete übereinstimmende Vereinbarungen zu finden, damit das Gesetz im Herbst in dritter Lesung verabschiedet werden könne. Der jetzt vorliegende Vertragsentwurf eröffne auch weiteren Arbeitsgebieten eine Option, der Kooperation beizutreten.

Die Atmosphäre bei den Verhandlungen sei «persönlich sehr gut», schätzten übereinstimmend die Beteiligten ein, heißt es weiter. Sachlich seien die Verhandlungen vor allem auch wegen der sehr unterschiedlichen Strukturen in beiden Landeskirchen eine große Herausforderung. Man werde sich aber dem Auftrag der Synode stellen und alles daran setzen, für den Herbst wortgleiche beschlussreife Vorlagen für die Synoden der EKKW und der EKHN zu erstellen, so die Pressestelle. (28.04.2012)

2012-04-28

Linktipp:

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau finden Sie im Internet unter:

www.ekhn.de

Nachgefragt:

Präses Kirchenrat Rudolf Schulze im medio-Interview über die Kooperation mit der EKHN und die Altersgrenze bei Kirchenvorständen:

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a10016

Kirche wirbt im Internet um theologischen Nachwuchs

Hofgeismar (epd). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck wirbt jetzt auch im Internet um theologischen Nachwuchs. Auf der kürzlich freigeschalteten Seite www.theologiestudium-ekkw.de können sich Schüler über Inhalt und Aufbau des Studiums informieren, teilte die Landeskirche am Freitag in Hofgeismar mit. Zudem geben hier Studierende kurze Statements ab, Pfarrer ermöglichen Einblicke in ihre Arbeit.

Die Kirche sei auf den theologischen Nachwuchs angewiesen, sagte Prälatin Marita Natt. Derzeit sind auf der Liste der Theologiestudierenden der kurhessischen Kirche 97 Mitglieder, vor zehn Jahren waren es noch 144. Für die Zukunft sei es wichtig, neue Leitbilder und klare Strukturen des Pfarrberufes zu entwickeln, damit dieser attraktiv bleibe, so Natt. (27.04.2012)

2012-04-27

Linktipp:

Die neue Internetseite finden Sie unter:

theologiestudium-ekkw.de

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Impressionen des Tages

(Fotos: medio.tv/Küster & Schauderna)

2012-04-28