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| Altar in der Brunnenkirche
in Hofgeismar. (Foto: medio.tv / Küster) |
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Hofgeismar (medio). Der Bischof der Evangelischen
Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, hat in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst
der Landessynode am heutigen Donnerstagvormittag in Hofgeismar zu neuer Hoffnung
und Aufbruch in Kirche und Gesellschaft aufgerufen. Hein wandte sich gegen
eine Haltung der Resignation und Erwartungslosigkeit. Eine Haltung der Anpassung
an den scheinbar unabwendbaren Lauf der Dinge führe schließlich
dazu, in «das Lied vom Tod» einzustimmen. Christen könnten
demgegenüber im Licht des Osterfestes auf das neue «Lied des Lebens» vertrauen
und die Zukunft freudig und gelassen gestalten. Auch wenn das «alte
Lied des Todes» in der Welt mächtig sei, bleibe festzuhalten: «Veränderungen
sind möglich, wenn wir um den Glauben bitten, der uns die Wunder Gottes
in unserem Leben entdecken lässt», betonte der Bischof.
Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist am heutigen
Donnerstag zu ihrer Frühjahrstagung im nordhessischen Hofgeismar zusammengetreten.
Die Beratungen der 90 Synodalen werden sich voraussichtlich bis zum Samstag
erstrecken. (28.04.2005)
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| Prälatin Roswitha Alterhoff
vor Journalisten in Hofgeismar. (Foto: medio.tv / Küster) |
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Hofgeismar (medio). In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
ist der Gottesdienstbesuch in den letzten Jahren prozentual gleich geblieben
oder sogar gestiegen. Dieses Ergebnis hat Prälatin Roswitha Alterhoff,
geistliche Stellvertreterin des Bischofs, zum Auftakt der Landessynode in
Hofgeismar am Donnerstag (28.04.) vorgestellt. Zwar sei im Rückblick
auf die letzten 20 Jahre die absolute Zahl der Gottesdienstteilnehmer rückläufig;
dies sei aber im wesentlichen auf die sinkende Zahl der Gemeindemitglieder
zurückzuführen. Dabei ergäben sich aber mit Blick auf das
Kirchenjahr auffällige Unterschiede. Während der Gottesdienst etwa
am ersten Sonntag der Passionszeit und am Karfreitag schwächer besucht
sei, suchten am 1. Advent und am Heiligen Abend mehr Menschen die Kirchen
auf.
Verändert habe sich das Gottesdienstverhalten: «Von Karfreitag
zu den Osterfeiern, vom sonntäglichen zu den besonderen Gottesdiensten»,
erklärte die Prälatin. Sie hob zugleich die starke Resonanz von
Familien- und Schulgottesdiensten hervor. Auch die Zahl der Wochengottesdienste
(Andachten in der Passions- und Adventszeit) sei gestiegen. Jeden Sonntag
gehen allein in der Evangelischen Kirche in Deutschland mehr als eine Million
Menschen in den Gottesdienst. Dies könne keine Institution der Gesellschaft überbieten,
betonte Alterhoff.
Ältere Menschen, denen der Besuch der Kirche nicht mehr möglich
sei, schalteten zudem am Sonntag gerne Fernsehen und Radio ein, um dort
den Gottesdiensten zu folgen oder mitzufeiern. Umfragen ergäben, dass
selbst Kirchendistanzierte ein regelmäßiges Sonntagsgottesdienst-Angebot
wünschen, auch wenn sie selbst nicht oder nur begrenzt daran teilnehmen.
Gottesdienst sei also auch ein «stellvertretendes Geschehen».
Die Prälatin kritisierte in diesem Zusammenhang, dass vielerorts Ausrichter
von Veranstaltungen nicht Rücksicht auf die Gottesdienstzeiten und
den besonderen Charakter eines Feiertages, wie etwa Karfreitag, nähmen.
Hier müsse das Gespräch mit den Verantwortlichen in den Kommunen
gesucht werden.
Kirchenaustritte 2004 im Jahr um rund 30 Prozent gesunken – Eintritte
gleichbleibend
Die Zahl der Kirchenaustritte ist in der Landeskirche im Jahr 2004 gegenüber
2003 von 4.642 auf 3.264 um fast 30 Prozent zurückgegangen. (Kurhessen-Waldeck
weist im Vergleich zu anderen deutschen Landeskirchen mit die geringsten
Austrittszahlen auf.) Dem steht eine gleichbleibende Zahl von Eintritten
(2004: 1024; 2003: 1030 Personen) gegenüber. Bedenklich sei freilich
die demographische Entwicklung, die sich im Überhang von Bestattungen
gegenüber Taufen zeigten. In der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
kommen auf eine Taufe 1,34 Bestattungen. Diese Differenz sei der Hauptfaktor
(48,9 Prozent) für den Mitgliederrückgang in der Landeskirche.
Mit weitem Abstand folge das Saldo von Austritten zu Eintritten (36,7 Prozent)
und die Differenz von Weg- zu Zuzügen (14,4 Prozent).
Zum 1. Januar
2005 hatte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck 966.850 Mitglieder,
6.108 weniger als ein Jahr zuvor. In den Kirchenkreisen
Fulda und Marburg-Stadt war eine Zunahme der evangelischen Bevölkerung
zu verzeichnen, sonst war sie – in unterschiedlicher Höhe – rückläufig.
Das Durchschnittsalter der Gemeindeglieder liegt bei 44,7 Jahren, davon
sind 46,59 Prozent männlich und 53,41 Prozent weiblich.
1.074 Pfarrer in der Landeskirche – Gemeindegröße:
von 32 bis zu 8.721 Mitgliedern
Am 1. Januar 2004 zählte die Landeskirche 953 Kirchengemeinden. Auf
eine Kirchengemeinde entfallen demnach durchschnittlich 1.027 Mitglieder;
allerdings schwanken die Zahlen zwischen 32 und bis zu 8.721 Gemeindegliedern.
Zum 1. Mai werden 1.074 Personen im Pfarrdienst stehen. Von ihnen sind
knapp 72 Prozent im gemeindlichen Dienst tätig, rund 20 Prozent in
anderen Aufgabenfeldern, rund sechs Prozent sind beurlaubt und rund zwei
Prozent nehmen einen ehrenamtlichen Dienst wahr.
Der Anteil von Frauen beträgt 33 Prozent. Die Zahl der Frauen im
Pfarramt hat sich in den letzten 20 Jahren um mehr als 265 Prozent vervielfacht.
Insgesamt hat sich seit 1984 die Zahl der Pfarrer in der Landeskirche um
35 Prozent erhöht. Davon nehmen allerdings mittlerweile rund ein Viertel
einen sogenannten eingeschränkten Dienstauftrag wahr (halber oder
Dreiviertel-Dienstauftrag), bei den Pfarrerinnen sogar die Hälfte.
Die Prälatin regte an, Möglichkeiten auszuschöpfen, um Dreiviertelstellen
durch Zusatzaufträge zu einer vollen Pfarrstellen aufzustocken. Dies
koste allerdings Geld. Zu überlegen sei, ob zukünftig bei jeder
eintretenden Vakanz einer sogenannten landeskirchlichen (Funktions-) Pfarrstelle
der Dienst nicht auch aus einer Gemeindepfarrstelle wahrgenommen werden
könne. So könnte die Verteilung einer vollen Klinikpfarrstelle
vier kleine Kirchengemeinden vor der Umwandlung in eine Pfarrstelle mit
Dreiviertel-Dienstauftrag bewahren.
Gestiegen ist die Zahl der Menschen,
die ehrenamtlichen Verkündigungsdienst
leisten: bei den Lektoren um 4,43 Prozent auf 825, bei den Prädikanten
um 7,14 Prozent auf 105. (Frauenanteil bei den Lektoren 53,8 Prozent, bei
den Prädikanten 32,4 Prozent.) Damit gibt es bemessen auf jede volle
hauptamtliche Pfarrstelle 1,32 Personen, die im ehrenamtlichen Verkündigungsdienst
stehen.
Da die prognostizierte Zahl des Pfarrernachwuchses den Bedarf der
Landeskirche derzeit nicht deckt, hat der Fachbereich Evangelische Theologie
der Philipps-Universität
Marburg beschlossen, einen berufsbegleitenden Master-Studiengang (Evangelische
Theologie II) einzurichten. Auf dessen Akkreditierung wird in enger Zusammenarbeit
mit der Landeskirche hingearbeitet. Der Ausbildungsgang richtet sich an
Studierende, die bereits über einen berufsbefähigenden Abschluss
und Berufserfahrung verfügen. Nach dem Studienabschluss müssen
sie sich dem kirchlichen Zulassungsverfahren stellen und das Vikariat absolvieren.
Dieser Studiengang soll allerdings der Ausnahmefall vom Regelstudium der
Theologie bleiben. (28.04.2005)
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Im Wortlaut:
Lesen Sie hier den Bericht von Prälatin Alterhoff im Wortlaut
nach:
PDF-Dokument
Hintergrund:
Zwischenbericht des Ratsausschusses für Personalentwicklungs-
planung
(PEP VI) vor der Landessynode am 28. April 2005:
PDF-Dokument
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| Blick in den Synodalsaal
(Foto: medio.tv/Küster) |
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Hofgeismar (medio). Die Landessynode der Evangelischen
Kirche von Kurhessen-Waldeck hat sich am Donnerstagabend in Hofgeismar
mit dem Bericht
des Ökumenedezernenten der Landeskirche, Oberlandeskirchenrat Dr. Wilhelm
Richebächer, unter dem Titel «Weltweite Bezeugung des Evangeliums – Das ökumenische
Profil der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck» befasst.
Mit
Blick auf das Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche
diagnostiziert der Bericht ein «Stadium der Bewährung».
Neben unverkennbaren Fortschritten sei teilweise auch eine Ernüchterung,
etwa in der strittigen Frage der Ordination, festzustellen. Gefragt sei
hier eine ökumenische Ehrlichkeit. Positiv sei das gute Miteinander
zwischen Kirchen- und Bistumsleitungen in Hessen zu bewerten. Dies zeige
sich in mehreren gemeinsamen Rundschreiben, mit dem sich der Bischof der
Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Bischof von Fulda an
römisch-katholische wie evangelische Christen gewandt hätten.
Ein
große Bedeutung komme der Mission bei – weltweit und angesichts
sinkender Mitgliederzahlen auch im eigenen Lande. Dabei gelte es, den Missionsbegriff
zu aktualisieren. Dies könne nur in einer theologischen Besinnung,
einer soliden geschichtlichen Betrachtung und genauer soziologischer und
religionswissenschaftlicher Betrachtung geschehen. Hier komme den Arbeitsbereichen «Gemeindeentwicklung» und «Mission, Ökumene
und Weltverantwortung» des Amtes für kirchliche Dienste (AfkD)
sowie die Mitgliedschaft der Landeskirche in drei regionalen Missionswerken
(Evangelisches Missionswerk in Südwestdeutschland, Vereinigte Evangelische
Mission und Evangelisches Lutherisches Missionswerk in Niedersachsen) eine
große Bedeutung bei.
Kirchenpartnerschaften - Entwicklungs- und
Diasporaarbeit – Dialog
der Religionen
Zugleich gelte es an den Kirchenpartnerschaften der Landeskirche
festzuhalten, die die Chance böten, «vom Anderen zu lernen, um sich selbst
zu finden». Die Landeskirche unterhält Partnerschaften zu evangelischen
Kirchen in Südafrika, Namibia, Indien und Estland. Zugleich bestehen
freundschaftliche Beziehungen zur Rum-Orthodoxen Kirche in Syrien und dem
Libanon. Dabei komme dem Austausch ökumenischer Mitarbeiter, besonders
im Pfarrdienst, eine große Rolle bei.
Die kirchliche Entwicklungs-
und Diasporaarbeit leiste einen wesentlichen Beitrag beim Eintreten für Benachteiligte. «Gerechtigkeit fördern»,
im Einsatz für die Versöhnung «Wunden zu heilen» und «Gewalt
verhindern» seien hier herausragende Merkmale. Als Beispiele für
diese Arbeit nannte Richebächer das Engagement für «Fairen
Handel und nachhaltigen Konsum in der Kirche, den «Zugang zum Wasser
als Menschenrecht», die Förderung einer «Beratungsstelle
für Gewalt» (Menschenhandel) sowie die Rezeption der 1998 vom Ökumenischen
Rat der Kirchen ausgerufenen «Dekade zur Überwindung der Gewalt» in
der Landeskirche.
Eine große Bedeutung ist, so Richebächer, dem Dialog mit Vertretern
anderer Religionen beizumessen. Entscheidend sei es hier, Vertrauen in
die eigene Religion und Respekt vor der fremden Religion zu gewinnen. Die
Arbeit des Islambeauftragten der Landeskirche sei hier besonders wichtig.
Es gelte, Orientierung und Entscheidungshilfe zu geben, aber auch der Frage
nach dem Verständnis des Dialoges und den damit verbundenen Erwartungen
genauer nachzugehen. (29.04.2005)
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Im Wortlaut:
Lesen Sie hier den Bericht von OLKR Dr. Wilhelm
Richebächer im Wortlaut
nach:
PDF-Dokument
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