Finanzbericht und Haushalt 2006/2007
Vizepräsident Ristow: Landeskirche muss Sparkurs fortsetzen
Starker Rückgang der Steuereinnahmen 2004 – 2005 keine großen Bewegungen
Für das Jahr 2004 verzeichnete die Landeskirche bedingt durch die Steuerreform und die schlechte Wirtschafts- und Beschäftigungslage einen starken Rückgang der Kirchensteuereinnahmen von 13,8 Prozent auf 124,34 Mio. Euro. Ihnen standen Ausgaben aus Kirchensteuermitteln von 144,2 Mio. Euro entgegen, die nur durch die erhöhte Inanspruchnahme des Kirchensteuerverwahrs finanziert werden konnten. Für das laufende Jahr rechnet Ristow allenfalls mit einem äußerst geringen Anstieg der Steuereinnahmen bei Ausgaben in vergleichbarer Höhe des Vorjahres, so dass wiederum ein Griff in den Kirchensteuerverwahr notwendig ist.
2004 betrug das Durchschnitts-Pro-Kopf-Aufkommen an Kirchensteuern in den EKD-Gliedkirchen 155,91 Euro. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck lag mit 146,81 Euro weiterhin unter dem Durchschnitt. Sie nimmt dabei im Gesamtvergleich der EKD-Kirchen einen mittleren Platz ein. Ristow erwähnte in diesem Zusammenhang, dass im Zuge des EKD-Finanzausgleichs derzeit 6 Mio. Euro Kirchensteuer aus Kurhessen-Waldeck jährlich für die östlichen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bereitgestellt werden.
Für die Jahre 2006 und 2007 zeichne sich, so Ristow, ein Steuerzuwachs von 2 bzw. 1 Prozent ab. Auf diesem Hintergrund müssten die Ausgaben auch dann weiterhin reduziert werden.
Doppelhaushalt 2006/2007– Einsparungen von je rund 5 Prozent gegenüber 2005
Das Gesamtvolumen des Doppelhaushaltentwurfs beträgt für das Jahr 2006 rd. 193 Mio. Euro und für 2007 192 Mio. Euro. Bezogen auf das Jahr 2005 können so in den beiden kommenden Jahren Einsparungen von 5 Prozent (2006) und 5,5 Prozent (2007) erreicht werden. Dies war, betonte Ristow, ohne Aufgabe einzelner Arbeitsbereiche möglich. Erforderliche Stellenreduzierungen sollen im Rahmen der natürlichen Fluktuation erreicht werden. Schwerpunkte des Haushaltes sind die Ausgaben für Diakonie, für die jährlich rund 14,4 Mio. Euro aufgewandt werden, für gemeindliche Baumaßnahmen stehen insgesamt rund 20 Mio. Euro zur Verfügung, für Weltmission und kirchlichen Entwicklungsdienst rund 3,1 Mio. Euro. Die Personalkosten (inklusive der Versorgungsleistungen) betragen als größter Posten in den kommenden Jahren rund 73 Prozent der Ausgaben. Der von Ristow eingebrachte Entwurf wird am heutigen Tag diskutiert und nach weiteren Beratungen voraussichtlich am Mittwoch verabschiedet werden.
Mittelfristige Finanzplanung: Konsolidierung fortführen und Prioritäten setzen
Mit Blick auf die mittelfristige Finanzplanung mahnte Ristow dazu, mit den Anstrengungen in der Ausgabenbegrenzung nicht nachzulassen. Die begonnene Haushaltskonsolidierung müsse konsequent fortgesetzt werden und zu klaren Prioritätensetzungen führen. «Die Strukturen unserer Kirche müssen in den folgenden Jahren so angepasst werden, dass sie mit reduzierten Einnahmen zu finanzieren sind», betonte Ristow. Ziel müsse es sein, ausgeglichene Haushalte vorzulegen, die für die zukünftige Wahrnehmung des Verkündigungsauftrages in volkskirchlicher Prägung unbedingte Voraussetzung seien. Ristow verwies darauf, dass sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck seit jeher dadurch auszeichne, im Vergleich zu anderen Kirchen bescheidener zu leben und bewusst hektische Haushaltsbeschlüsse zu vermeiden. Diese Politik habe sich als richtig erwiesen: So habe die Landeskirche als einzige Gliedkirche der EKD ihren gesamten Pfarrernachwuchs einstellen können. (22.11.2005)
Im Wortlaut:
Lesen Sie hier den Finanzbericht von Vizepräsident Ristow im Wortlaut:
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Stellungnahme:
Lesen Sie hier die Stellungnahme zum Finanzbericht vom Vorsitzenden des Finanzausschusses der EKKW, Dekan Fritz-Eckhard Schmidt:
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Kultusministerin Karin Wolff: «Für Politiker angesichts schwieriger Entscheidungen beten»
Wolff diagnostizierte eine neue Sehnsucht nach Bekenntnissen und Ritualen sowie nach glaubwürdigen Vorbildern und gemeinschaftlichem Erleben. Die Kirchen könnten eine wesentliche Rolle spielen, diese Sehnsucht positiv aufzunehmen. Dem reformatorischen Bekenntnis zum «Allgemeinem Priestertum aller Gläubigen» maß Wolff eine doppelte Bedeutung für den demokratischen Rechtsstaat zu: Damit sei eine Absage an Hierarchien verbunden. Zugleich werde jeder Einzelne aufgefordert, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. (22.11.2005)
Kirchenmusikalischer Abend: Die Synode singt und swingt

Brunnenakustik: Bereits auf dem Weg vom Abendessen wurden die Synodalen mit Klanginstallationen überrascht.
«In der Musik findet der Glaube seinen Ausdruck – Markenzeichen der Kirche»
Landeskirchenmusikdirektor Kirchenrat Martin Bartsch unterstrich vor den Synodalen die Bedeutung der Kirchenmusik: In der Musik komme Klang und Sinn, Gefühl und Verstand, Begriff und Begriffloses zusammen. In der Kirchenmusik finde der Glaube seinen Ausdruck; sie stifte Dialog in der Gemeinschaft der Musikzierenden und dies in einer großen Vielfalt der Stile: Zur Kirchenmusik gehöre das klassische Repertoire ebenso wie die Avantgarde, das künstlerische Wagnis, aber auch Popularmusik bester Qualität. Musik sei nicht nur für die Kirche ein wichtiger Standortfaktor. Kirchenmusik sei ein Markenzeichen der Kirche: Sie könne auch Menschen erreichen, die der Kirche sonst eher fern stehen.

Landeskirchenmusikdirektor Martin Bartsch: In der Musik kommen Klang und Sinn, Gefühl und Verstand, Begriff und Begriffloses zusammen.

Gemeinsames Finale: Chor und Synodale singen gemeinsam «Ich lobe meinen Gott». (Fotos: medio.tv / Schauderna)
Zahlen zur Kirchenmusik: ein Feld kirchlichen Engagements der Superlative
Die Kirchenmusik nimmt im bei den kirchlichen Aktivitäten in der Evangelischen Kirche einen Spitzenplatz ein: So gab es allein im Jahr 2004 in der Landeskirche 2 591 Kirchenmusik-Veranstaltungen mit 243 000 Teilnehmern. Rund 10 000 Menschen engagieren sich in Chören – vom Kinder- bis zum Gospelchor; 5000 Bläser, darunter 2000 Jugendliche, spielen in den 300 Posaunenchören in Kurhessen-Waldeck. 900 Menschen sind in den Kirchengemeinden nebenberuflich, 60 hauptamtlich auf dem Feld der Kirchenmusik tätig. (23.11.2005)
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