Freundschaft mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochia
Ein landeskirchlicher Ausschuss koordiniert und begleitet die Arbeit. Delegationen aus der Landeskirche besuchten 1992 und 1994 den Osten, Gäste aus der antiochenischen Kirche konnten 1993, 1994 und 2000 in Kurhessen begrüßt werden. Verschiedene Studienreisen von Gemeinden und kirchlichen Gruppen führten zu Kontakten und Gesprächen.
Die Evangelische Akademie Hofgeismar bietet Tagungen zu ostkirchlichen Themen an und organisiert (mit erfahrenen Reiseunternehmen) Studienreisen nach Syrien und in den Libanon.
Mehrere Studenten der Rum-Orthodoxen Kirche arbeiten an deutschen Universitäten, sie sind am Dialog mit evangelischer Theologie interessiert. Für beide Konfessionen kann das Zusammenleben, das Miteinander-Arbeiten und das gemeinsame Gebet von tiefer Bedeutung sein.
Rum-orthodox, was heisst das?
Das Patriarchat von Antiochia nennt sich "rum-orthodox", wobei "rum" die arabische Wiedergabe von "rhomäisch" (byzantinisch-griechisch) ist: es ist also das griechisch-orthodoxe Patriarchat arabischer Sprache.
Weitere Informationen:
Freundeskreis: "Freundschaft mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochia"
Dekan Dr. Martin Lückhoff
Marktplatz 4
63505 Langenselbold
Tel.: (06184) 38 77
Fax: (06184) 6 21 50
E-Mail: lueckhoff@dekanat-hanau-land.de
Prof. Dr. Wolfgang Hage
In der Gemoll 40
35037 Marburg
Tel.: (06421) 3 37 62
Rum-Orthodoxe Kirchengemeinde in Kassel
Pfarrer Khalil Shehadeh
Wiemerskamper Weg 50 B
22889 Tangstedt
Postfach 65888101
22374 Hamburg
Tel.: (040) 6710 3787
Fax: (040) 6710 3789
eMail: khalil_chehadeh@web.de
Vorsitzender der Kasseler Rum-Orthodoxen St. Nikolaus-Gemeinde
Andres Cogal
Rastebergweg 10
34123 Kassel
Tel.: (0561) 528839
Kollekten und Spenden
Ev. Kreditgenossenschaft Kassel, Landeskirchenkasse Kassel
Konto-Nr.: 3000 (BLZ 520 604 10)
Buchungsstelle: 51.54.13
Stichwort: Rum-Orthodoxe Kirche von Antiochia
Übersicht
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Symposion und Gottesdienst
20 Jahre Kirchenfreundschaft mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochia

Freunde zu Gast in Kurhessen-Waldeck: Metropolit Erzbischof Georgis Abu Zakhem (2.v.l.), Archimandrit Dr. Hanna Haikal (2.v.r.) mit Dekan Dr. Martin Lückhoff, Bischof Prof. Dr. Martin Hein, Predigerseminardirektor Dr. Manuel Goldmann (v.l.) in der Brunnenkirche in Hofgeismar. (Foto-Quelle: Landeskirchenamt)
Georg Richter mit Titel «Kirchenrat» geehrt, Wolfgang Hage und Annegret Schmidt mit Martinsmedaille ausgezeichnet
Während der Feierlichkeiten, an denen auch Erzbischof Abu Zakhem aus Homs (Syrien) und Archimandrit Hanna Haikal aus Berlin teilnahmen, zeichnete Bischof Martin Hein (EKKW) drei Personen aus, die in der Kirchenfreundschaft seit langem engagiert sind: Pfarrer i. R. Georg Richter (Kassel) erhielt mit dem Titel «Kirchenrat» die höchsten Auszeichnung der Landeskirche; Prof. Dr. Wolfgang Hage (Marburg) und Studiendirektorin i. R. Annegret Schmidt (Hofgeismar) wurden vom Bischof mit der Martinsmedaille der Landeskirche ausgezeichnet, teilte die Pressestelle der Landeskirche mit.
Richter sei in Anerkennung seines langjährigen Engagements in der Pflege ökumenischer Beziehungen der Landeskirche zur Rum-orthodoxen Kirche von Antiochia und dem ganzen Orient ausgezeichnet worden. Die Landeskirche wolle mit der Ernennung Richters als Kirchenrat insbesondere seine Initiative zur Begründung der Kirchenfreundschaft und deren jahrzehntelangen Moderation als Vorsitzender des landeskirchlichen Antiochia-Ausschusses würdigen, heißt es weiter. Hage und Schmidt seien für ihr «langjähriges Engagement in der Pflege ökumenischer Beziehungen der Landeskirche zur Rum-orthodoxen Kirche von Antiochia» geehrt worden - Annegret Schmidt außerdem für ihr Engagement im Vorstand der landeskirchlichen Büchereiarbeit.
Rum-Orthodoxe Kirche eines der ältesten Mitglieder im Ökumenischen Rat der Kirchen - Freundschaftliche Beziehungen seit 1992

Während des Symposion ging es u.a. um die Lage der Christen im Nahen Osten, Fragen der Ökumene und die Perspektiven der Kirchenfreundschaft. Unser Foto zeigt die Mitwirkenden des Symposions. (Foto-Quelle: Landeskirchenamt)
Zwar gebe es offizielle freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Kirchen erst seit 1992, doch habe er schon lange zuvor erste Kontakte geknüpft, erläuterte Pfarrer Richter, der zu den Initiatoren der Freundschaft zählt. Auf dem Hintergrund seiner Tätigkeit als Pfarrer der deutschen Gemeinde in Beirut (1970-1976) habe er Ende der 80er Jahre zu Tagungen in die Akademie Hofgeismar eingeladen, um über die Lage der Christen im Nahen Osten zu informieren. Damals sei die Idee aufgekommen, eine Partnerschaft mit einer dortigen Kirche aufzunehmen, sagte er.
Die Wahl sei nach einigen Diskussionen schließlich auf die Rum-Orthodoxe Kirche gefallen. Er habe dann vor Ort weitere Gespräche geführt, die schließlich 1992 in der offiziellen Freundschaft beider Kirchen mündeten. Die heutigen Probleme der Kirche seien zum Teil die gleichen wir vor 20 Jahren, erläuterte Richter. So seien die orientalischen Kirchen immer noch stark von der Abwanderung junger Gemeindemitglieder ins Ausland betroffen. Eine von der Kirche geleitete Universität in Balamand im Nordlibanon versuche, dem durch Bildungsanstrengungen entgegenzuwirken.
Die schätzungsweise 800.000 Mitglieder zählende Kirche ist eines der ältesten Mitglieder im Ökumenischen Rat der Kirchen und hat als erste orthodoxe Kirche überhaupt freundschaftliche Beziehungen zu einer evangelischen Kirche aufgenommen. «Rum» ist die arabische Wiedergabe von «Rhomäisch», was «byzantinisch-griechisch» bedeutet. Somit handelt es sich bei der Kirche um das griechisch-orthodoxe Patriarchat arabischer Sprache. Derzeitiges Oberhaupt ist Patriarch Ignatius IV. Hazim. In Syrien gehören rund zehn Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche an, im Libanon sind es etwa 30 Prozent. (13.09.2010)
Zu den geehrten Personen:
Georg Richter wurde 1934 in Schlesien geboren. Seine Schuljahre verbrachte er zunächst in der Internatsschule Schulpforta in Naumburg/Saale und später an der Thomasschule in Leipzig. Im Juni 1953 floh er nach Westberlin. 1954 begann er mit dem Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Tübingen, das er an dem Russisch-Orthodoxen Institut St. Serge in Paris fortsetzte. 1960 legte er sein 1. Staatsexamen in Tübingen ab. Nach seiner Ordination im Jahr 1962 war er als Gemeindepfarrer in Kassel-Wehlheiden tätig. 1970 ging er als Pfarrer der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache nach Beirut. Das Einzugsgebiet dieser Pfarrstelle erstreckte sich über den Libanon hinaus auch auf Syrien, den Irak, Kuweit und Zypern. 1976-1984 war Richter Pfarrer in Baunatal-Kirchbauna und Baunatal-Hertingshausen, 1984-1992 in Kassel-Harleshausen. Von 1993 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1998 war Georg Richter Studienleiter für Pfarrerfortbildung am Evangelischen Predigerseminar Hofgeismar. Nebenamtlich war Georg Richter Mitglied der Kammer für Mission und Ökumene der Landeskirche und des Orthodoxie-Arbeitskreises der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Studienleiter an der Evangelischen Akademie Hofgeismar für Kirchen und Theologie im Nahen Osten. Dem Antiochia-Ausschuss der Landeskirche stand er lange vor.
Wolfgang Hage, geboren 1935, ist emeritierter Professor für Kirchengeschichte. Er war von 1981 bis 2001 Professor an der Philipps-Universität Marburg. Er studierte von 1955 bis 1959 Evangelische Theologie in Bonn, Tübingen und Münster. Er war 1962 bis 1972 Assistent am Lehrstuhl für Ostkirchengeschichte der Theologischen Fakultät Marburg. Hier erfolgte auch 1964 die Promotion und 1971 die Habilitation für das Fach „Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung des christlichen Orients“. 1975 bis 1981 war er Professor für „Orientalische (insbesondere syrische) Kirchengeschichte“ an der Theologischen Fakultät Göttingen. Von 1981 bis 2001 war er Professor für Kirchengeschichte mit dem Schwerpunkt Ostkirchengeschichte am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg. Wolfgang Hage war von 1996 bis 2004 Mitglied der Synode und seit 1970 bis zu seiner Emeritierung Prüfer bei den theologischen Examina der Landeskirche.
Annegret Schmidt wurde 1937 geboren und wuchs in Eschwege auf. Nach dem Abitur studierte sie Anglistik und evangelische Theologie für das Lehramt an Gymnasien in Berlin, Göttingen und Marburg. Sie war Lehrerin in Kassel und Hofgeismar und ab 1980 Studiendirektorin als Fachleiterin für Evangelische Religion am Studienseminar I in Kassel. Seit 1999 ist Annegret Schmidt pensioniert.
Hintergund:
Weitere Informationen zur Kirchenfreundschaft finden sie hier auf ekkw.de:
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