Partnerkirche «Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia»
Übersicht
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Über die Partnerschaft
Schwerpunkte der Zusammenarbeit
Die partnerschaftliche Beziehung der beiden Kirchen basiert auf Besuchen, die in jedem zweiten Jahr stattfinden. Eine wichtige Grundlage ist der Austausch von Information über das, was in der Partnerkirche geschieht. Der Austausch ökumenischer Mitarbeiter (bisher nur von Namibia aus) bildet auch ein starkes Band der Partnerschaft. Der Partnerschaftssonntag wird ebenfalls für sehr wichtig erachtet. An diesem Tag erinnern sich die Partner in Namibia und in Kurhessen-Waldeck, besonders im Kirchenkreis des Eisenbergs, aneinander und beten füreinander gegenseitig. Der Sonntag fand 2007 am 3. Juni statt. Es geht um die gegenseitige Sorge um das Wohlbefinden, um Gebet füreinander und um das Hören aufeinander.
Finanziell wird die ELCRN von ihren Partnern in Kurhessen-Waldeck und dem Kirchenkreis des Eisenberges unterstützt. Dieser Kirchenkreis hat eine Partnerschaft mit zwei Gemeinden in Katutura/Windhoek (Ephesians und Macedonians). Er unterstützt die Gemeindearbeit und die beiden Kindergärten in Katutura. Die kurhessische Landeskirche unterstützt den allgemeinen Haushalt der ELCRN.
Die geistliche Bereicherung genießt zurzeit ebenfalls hohe Aufmerksamkeit.
Das Interesse an der Entwicklung der Partnerschaft ist sehr hoch.
Statistische Zahlen
Gemeinden: 55
Gemeindegliederzahl: 200.000
Pfarrerinnen und Pfarrer: 110
Kirchenleitung
Bischof: Dr. Zephania Kameeta,
stellv. Bischof: Rev. Ernst //Gamxamub,
Leitungsfunktionen:
Generalsekretär: Rev. P. von Zyl,
Associate Generalsekretär: Rev. Wilfried Dieegaardt
Schatzmeister: Mr. L.P.de Vries
Partnerschaftssekretär Rev. Mark Beukes
Dekanate oder Regionen: (mit Namen der Dekanate und der Personen)
Circuit Keetmanshoop Dean St Tiboth
Circuit Mariental: Dean E Lebe
Circuit Windhoek Dean Walter Bobby Namaseb
Circuit Usakos Acting Dean Rev. M Nouseb
Circuit Otjiwarongo:Dean //Aiaseb
Circuit Tsumeb: Dean Joel Hanadaob
ELCRN Church Office
Ausspannplatz
P.O.Box 5069
Windhoek 9000
Telefon: +264-61-224531/2/3
Fax: +264-61-226775
Gemeindeleben
Die Religionsfreiheit wurde in die namibische Verfassung aufgenommen. Etwa 90% der namibischen Bevölkerung sind Christen, und die evangelisch-lutherische Kirche hat im Land die meisten Anhänger. Mittelpunkt des Gemeindelebens sind die Gottesdienste am Sonntag und Mittwoch. Diese Gottesdienste werden auch von jungen Menschen gut besucht. Der Gesang spielt eine große Rolle, meist ohne Begleitung. Einige der Gemeinden verfügen über Musikinstrumente, aber in den meisten Gemeinden geht es ohne.
Jeweils einmal in der Woche treffen sich die verschiedenen Gruppen in der Gemeinde: Frauen, Männer, junge Frauen, Jugendliche oder Posaunenchor. Es gibt auch verschiedene Gemeindechöre. Die meisten davon sind so genannte «Kettenchöre». Das heißt, sie sind in praktisch jeder Gemeinde zu finden. Es gibt etwa acht Gemeinden mit Gottesdiensten ausschließlich in der Afrikaans-Sprache. In anderen Gemeinden wird übersetzt, in einigen Fällen sogar in drei Sprachen (Afrikaans, Nama und Herero).
Theologie, Gottesdienst und Feier
Wie bereits erwähnt, gibt es eine starke und lebhafte Teilnahme der jungen Menschen am gottesdienstlichen Leben. Die Gottesdienste werden vom Pfarrer geleitet, aber auch die Ältesten sind berechtigt, Gottesdienst zu halten. In die Verantwortung des Pfarrers fallen Beerdigungen, Taufen und Abendmahl. Allerdings halten die Ältesten auch häufig die Beisetzungen ab, denn die große Zahl der Todesfälle durch HIV/Aids kann von den Pfarrern allein nicht bewältigt werden. Die Pfarrer werden theologisch am Paulinum ausgebildet, dem theologischen Seminar der ELCRN in Windhoek. Der vierjährige Diplomkurs schließt ein einjähriges Gemeindepraktikum ein.
Finanzen
Die Finanzen sind das Hauptproblem der ELCRN. Die Gemeinden sind für die Gehälter der Pfarrer zuständig. Seit Juni 2007 wurde eine zentrale Gehaltsabrechnung eingerichtet. Ab diesem Zeitpunkt wurden alle Pfarrer ihr Gehalt vom Kirchenamt in Windhoek, und die Gemeinden müssen ihre Beiträge auf das Gehaltskonto in Windhoek einzahlen. Wasser, Telefon, Strom und andere Kosten müssen von der Gemeinde direkt bezahlt werden. Die Kirche erhebt Mitgliedsbeiträge. Die meisten Mitglieder bezahlen diese Gebühren nicht, so dass die Gemeinden weitere Einnahmequellen erschließen müssen. Kreatives Denken ist gefragt. Der Pfarrer ist ein «Alleskönner», besonders wenn ihm kein kompetenter Finanzausschuss zur Seite steht.
Besondere Einrichtungen der Kirche
Elcap
P.O.Box 4961
Rehoboth
Namibia
Heinz-Stöver-Seminar: P.O.Box 22
Karibib
Namibia
Erholungsheim: Under Business Trust
P.O.Box 779
Swakopmund
Namibia
Andreas-Kukuri-Zentrum: Director: Rev. A Vilander
P.O.Box 304
Okahandja
Namibia
Paulinum Private Bag 16008
Pionierspark
Windhoek
Tabitha Centre: P.O.Box 61353
Katutura
Windhoek
Hospital/Prison Ministry: Rev. C.F.Isaak
Desk for Social Development: Dr. Dirk & Dr. Claudia Haarmann
P.O.Box 5069
Windhoek
Partnership Ofiice: Coordinator Rev Mark R. Beukes
P.O.Box 304
Okahandja
Namibia
Martin-Luther-High-School:Private Bag 2013
Omaruru
Namibia
Internate: 19
Kindergärten:19
Sie haben Fragen?
Für Fragen zu dieser Partnerschaft der Landeskirche können Sie sich an das Referat Weltmission und Partnerschaft des Landeskirchenamtes in Kassel wenden (Tel.: (0561) 9378-380, Fax: (0561) 9378-409), E-Mail: mission.lka@ekkw.de)
ekkw.de/service/(...)
Geschichte der Kirche
Gründung durch die Rheinische Mission. Während der grausamen Kriege der deutschen Kolonialmacht gegen die Herero und Nama (1904-07) gerät die Mission zwischen die Fronten. Die Internierung der deutschen Missionare im 2. Weltkrieg stärkt die Selbständigkeit der Missionsgemeinden.
4.10.1957
Die Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia wird selbständig und unabhängig von der Rheinischen Mission. Preases Diehl leitet die Kirche von 1957 bis 1971
seit 1972
wird die Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia von einem Afrikaner geleitet (Präses Dr. Lukas de Vries) bis 1978
1979 - 1984
Praeses Hendrick Frederick
seit 1985
episkopal synodale Verfassung
1985 - 1993
Bishop Dr. Hendrik Frederick
1994 - 1995
Acting Bishop Dean Jacobus Ngapure
1995 - 2001
Bishop Dr. Petrus Diergaardt
2002
Bishop Dr. Zephania Kameeta
2007
Zusammenschluss der drei lutherischen Kirchen in Namibia (DELK, ELCIN und ELCRN)
Landesinformation zur Republik Namibia
Einwohnerzahl: 2.015.000 (2006)
Bevölkerungsdichte: 2,4 pro km²
Landessprachen: Englisch, Afrikaans, Deutsch, Herero, Nama, Damara
Währung: Namib Dollar (10 N$ = ca. 1 €; Mai 2007)
Bruttosozialprodukt: 1930 US$ pro Einwohner
Arbeitslosenquote: 31%
Religionsgemeinschaften: 62% Protestanten (51% Lutheraner), 20% Katholiken, 3,5 % trad. Religionen
Alphabetisierungsrate: 85%
Geschichte des Landes
Entstehung der ersten Felsmalereien der San (Buschmänner) und Damara.
13. Jh. n. Chr.
Bantu-Völker, zu denen auch die Ovambo und Herero gehören, erreichen, aus Zentralafrika kommend, die Küste des südlichen Afrikas.
15. Jh.
Die ersten Europäer landen an der Küste Namibias.
ca. 1785
Die Hereros erreichen, vom Kaokoveld im Norden Namibias
1814
Johann-Heinrich Schmelen errichtet eine Missionsstation in Bethanien.
1880
Ausbruch des zehnjährigen Krieges zwischen Namas und Hereros
1884
Offizieller Beginn der deutschen Kolonialherrschaft.
1890
«Helgoland-Sansibar-Vertrag» mit England
1904
Bekämpfung der Herero, «Schlacht am Waterberg» vom 10. - 12. August (Herero werden fast vollständig vernichtet)
1915
Deutsche Truppen kapitulieren. Deutsch-Südwestafrika wird Protektorat der Union von Südafrika
1960
Gründung der «South West Africa People's Organisation» (SWAPO) durch Sam Nujoma.
1979
Einsetzung einer Interims-Regierung durch Südafrika. Mehrere Apartheid-Gesetze werden abgeschafft.
1990
Verabschiedung der Verfassung; Wahl Sam Nujomas zum Präsidenten. Am 21. März wird Namibia unabhängig.
21.03.2007
Amtsübergabe an Präsident Pohamba
Politische und soziale Situation / kulturelle Aspekte
HIV/Aids ist seit 1996 die Haupttodesursache in Namibia. Die angestrebte rasche und deutliche Verbesserung der Vorbeugung, Behandlung, Pflege und Fürsorge kann von der Regierung allein nicht verwirklicht werden, so dass alle Organisation und Personen mit der Planung und Realisierung der Pandemiebekämpfung beschäftigt sind, ob Gemeinden, Ministerien, Privatwirtschaft, Nichtregierungsorganisationen oder Glaubensgemeinschaften. Trotzdem genießen die HIV/Aids-Infizierten oder Betroffenen Gleichberechtigung in einer Kultur von der Akzeptanz, und Mitleid. Alle, die mit HIV/Aids leben oder davon betroffen sind, haben Zugang zu kostengünstiger, hochwertiger und wirksamer Behandlung sowie zu Pflege- und Fürsorgediensten. Tausende von Kindern sehen einer düsteren Zukunft entgegen, und die Zahlen wachsen täglich. Kinder in Namibia sind von Aids betroffen, entweder weil sie Waisen sind, oder weil ihre Eltern erkrankt sind und bald sterben werden.
Namibia hat eine hohe Arbeitslosenquote, während die Beschäftigungschancen sehr begrenzt sind. Viele Menschen haben besondere Probleme bei der Arbeitssuche. Manche wissen nicht recht, wie sie Arbeit finden sollen; viele Menschen in ländlichen Gebieten haben keinen Zugang zu Zeitungen und erfahren nichts von den vorhandenen Stellenangeboten. Das Drogenproblem ist in Namibia nicht ausgeprägt, obwohl Alkoholmissbrauch viele Sorgen bereitet.
Die Kriminalität wächst in beängstigendem Maße aufgrund der Drogennutzung und insbesondere des Alkoholkonsums. Bei Problemen suchen die Menschen Trost im Alkohol, statt Lösungen im Leben. Dieses ist eine ungeheure Herausforderung für das Gesundheitswesen. Die Regierung ist deshalb bemüht, Behandlungsprogramme zu etablieren. Namibia möchte für seine Bevölkerung ein normales, produktives und befriedigendes Leben - frei von Suchtmittelmissbrauch.
Namibia hat eine vielfältige Kultur, die das Volk in seinen Unterschieden und Gemeinsamkeiten vereint. Die elf ethnischen Gruppen im Land sprechen verschiedene Sprachen, aber diese Stämme mit ihrer jeweils eigenen Geschichte und Kultur leben unter einem «Dach». Das Oshivambo-Volk ist das größte im Land und lebt hauptsächlich im Norden, während die Damara-Nama Sprechenden im Süden wohnen. Die Oshiherero findet man eher im Osten, und die Menschen, die Afrikaans sprechen, bevölkern mehr das Zentrum Namibias. Kulturelle Leistungen und traditionelles Glauben sind sehr stark verbreitet unter den Namibiern. Musik, Gesang und Tanz sind einige der starken Talente, die man in Namibia findet. Nicht zu vergessen ist der kreative, künstlerische Umgang mit Holz.
Internetseiten mit weiterführenden Informationen
www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Namibia.html
