Partnerkirche «Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia»

Übersicht

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Über die Partnerschaft

Seit Januar 2007 hat die ELCRN ein Partnerschaftsbüro in Okahandja. Pfarrer Mark Ravilo Beukes wurde berufen als Koordinator für Partnerschaft und Projekte. Seine Aufgabe ist es, die Beziehungen zu den Partnern der ELCRN  in Deutschland, den USA, Holland, Südafrika und Botswana aufrecht zu erhalten. Er sollte all diese Beziehungen koordinieren und dafür sorgen, dass die Verbindungen sich verstärken. Die Verantwortung für alle Angelegenheiten der Partnerschaften mit der ELCRN ruht auf seinen Schultern. Ein Partnerschaftsvertrag mit der Landeskirche besteht seit 1971. Eine Regionalpartnerschaft besteht seit 1985 zwischen dem Kirchenkreis des Eisenbergs und der Ephesians Congregation - Old Church. (Informationen dazu bei Dekan Bernd Böttner, Kilianstraße 5, 34497 Korbach, Tel: 05631-61696

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Die partnerschaftliche Beziehung der beiden Kirchen basiert auf Besuchen, die in jedem zweiten Jahr stattfinden. Eine wichtige Grundlage ist der Austausch von Information über das, was in der Partnerkirche geschieht. Der Austausch ökumenischer Mitarbeiter (bisher nur von Namibia aus) bildet auch ein starkes Band der Partnerschaft. Der Partnerschaftssonntag wird ebenfalls für sehr wichtig erachtet. An diesem Tag erinnern sich die Partner in Namibia und in Kurhessen-Waldeck, besonders im Kirchenkreis des Eisenbergs, aneinander und beten füreinander gegenseitig. Der Sonntag fand 2007 am 3. Juni statt. Es geht um die gegenseitige Sorge um das Wohlbefinden, um Gebet füreinander und um das Hören aufeinander.

Finanziell wird die ELCRN von ihren Partnern in Kurhessen-Waldeck und dem Kirchenkreis des Eisenberges unterstützt. Dieser Kirchenkreis hat eine Partnerschaft mit zwei Gemeinden in Katutura/Windhoek (Ephesians und Macedonians). Er unterstützt die Gemeindearbeit und die beiden Kindergärten in Katutura. Die kurhessische Landeskirche unterstützt den allgemeinen Haushalt der ELCRN.
Die geistliche Bereicherung genießt zurzeit ebenfalls hohe Aufmerksamkeit.
Das Interesse an der Entwicklung der Partnerschaft ist sehr hoch.

Statistische Zahlen

Gemeinden:  55
Gemeindegliederzahl:  200.000
Pfarrerinnen und Pfarrer: 110

Kirchenleitung

Bischof: Dr. Zephania Kameeta,
stellv. Bischof: Rev. Ernst //Gamxamub,

Leitungsfunktionen:
Generalsekretär: Rev. P. von Zyl,
Associate Generalsekretär: Rev. Wilfried Dieegaardt
Schatzmeister: Mr. L.P.de Vries
Partnerschaftssekretär Rev. Mark Beukes

Dekanate oder Regionen: (mit Namen der Dekanate und der Personen)
Circuit Keetmanshoop Dean St Tiboth
Circuit Mariental: Dean E Lebe
Circuit Windhoek Dean Walter Bobby Namaseb
Circuit Usakos Acting Dean Rev. M Nouseb
Circuit Otjiwarongo:Dean //Aiaseb
Circuit Tsumeb: Dean Joel Hanadaob

ELCRN Church Office
Ausspannplatz
P.O.Box 5069
Windhoek 9000
Telefon: +264-61-224531/2/3
Fax: +264-61-226775

Gemeindeleben

Die Religionsfreiheit wurde in die namibische Verfassung aufgenommen. Etwa 90% der namibischen Bevölkerung sind Christen, und die evangelisch-lutherische Kirche hat im Land die meisten Anhänger. Mittelpunkt des Gemeindelebens sind die Gottesdienste am Sonntag und Mittwoch. Diese Gottesdienste werden auch von jungen Menschen gut besucht. Der Gesang spielt eine große Rolle, meist ohne Begleitung. Einige der Gemeinden verfügen über Musikinstrumente, aber in den meisten Gemeinden geht es ohne.

Jeweils einmal in der Woche treffen sich die verschiedenen Gruppen in der Gemeinde: Frauen, Männer, junge Frauen, Jugendliche oder Posaunenchor. Es gibt auch verschiedene Gemeindechöre. Die meisten davon sind so genannte «Kettenchöre». Das heißt, sie sind in praktisch jeder Gemeinde zu finden. Es gibt etwa acht Gemeinden mit Gottesdiensten ausschließlich in der Afrikaans-Sprache. In anderen Gemeinden wird übersetzt, in einigen Fällen sogar in drei Sprachen (Afrikaans, Nama und Herero).

Theologie, Gottesdienst und Feier

Wie bereits erwähnt, gibt es eine starke und lebhafte Teilnahme der jungen Menschen am gottesdienstlichen Leben. Die Gottesdienste werden vom Pfarrer geleitet, aber auch die Ältesten sind berechtigt, Gottesdienst zu halten. In die Verantwortung des Pfarrers fallen Beerdigungen, Taufen und Abendmahl. Allerdings halten die Ältesten auch häufig die Beisetzungen ab, denn die große Zahl der Todesfälle durch HIV/Aids kann von den Pfarrern allein nicht bewältigt werden. Die Pfarrer werden theologisch am Paulinum ausgebildet, dem theologischen Seminar der ELCRN in Windhoek. Der vierjährige Diplomkurs schließt ein einjähriges Gemeindepraktikum ein.

Finanzen

Die Finanzen sind das Hauptproblem der ELCRN. Die Gemeinden sind für die Gehälter der Pfarrer zuständig. Seit Juni 2007 wurde eine zentrale Gehaltsabrechnung eingerichtet. Ab diesem Zeitpunkt wurden alle Pfarrer ihr Gehalt vom Kirchenamt in Windhoek, und die Gemeinden müssen ihre Beiträge auf das Gehaltskonto in Windhoek einzahlen. Wasser, Telefon, Strom und andere Kosten müssen von der Gemeinde direkt bezahlt werden. Die Kirche erhebt Mitgliedsbeiträge. Die meisten Mitglieder bezahlen diese Gebühren nicht, so dass die Gemeinden weitere Einnahmequellen erschließen müssen. Kreatives Denken ist gefragt. Der Pfarrer ist ein «Alleskönner», besonders wenn ihm kein kompetenter Finanzausschuss zur Seite steht.

Besondere Einrichtungen der Kirche

Elcap
P.O.Box 4961
Rehoboth
Namibia

Heinz-Stöver-Seminar: P.O.Box 22
Karibib
Namibia

Erholungsheim: Under Business Trust
P.O.Box 779
Swakopmund
Namibia

Andreas-Kukuri-Zentrum: Director: Rev. A Vilander
P.O.Box 304
Okahandja
Namibia

Paulinum Private Bag 16008
Pionierspark
Windhoek

Tabitha Centre: P.O.Box 61353
Katutura
Windhoek

Hospital/Prison Ministry: Rev. C.F.Isaak

Desk for Social Development: Dr. Dirk & Dr. Claudia Haarmann
P.O.Box 5069
Windhoek

Partnership Ofiice: Coordinator Rev Mark R. Beukes
P.O.Box 304
Okahandja
Namibia

Martin-Luther-High-School:Private Bag 2013
Omaruru
Namibia
Internate: 19
Kindergärten:19

Sie haben Fragen?

Für Fragen zu dieser Partnerschaft der Landeskirche können Sie sich an das Referat Weltmission und Partnerschaft des Landeskirchenamtes in Kassel wenden (Tel.: (0561) 9378-380, Fax: (0561) 9378-409), E-Mail: mission.lka@ekkw.de)

ekkw.de/service/(...)

Geschichte der Kirche

1842
Gründung durch die Rheinische Mission. Während der grausamen Kriege der deutschen Kolonialmacht gegen die Herero und Nama (1904-07) gerät die Mission zwischen die Fronten. Die Internierung der deutschen Missionare im 2. Weltkrieg stärkt die Selbständigkeit der Missionsgemeinden.

4.10.1957

Die Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia wird selbständig und unabhängig von der Rheinischen Mission. Preases Diehl leitet die Kirche von 1957 bis 1971

seit 1972

wird die Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia von einem Afrikaner geleitet (Präses Dr. Lukas de Vries) bis 1978

1979 - 1984

Praeses Hendrick Frederick

seit 1985

episkopal synodale Verfassung

1985 - 1993

Bishop Dr. Hendrik Frederick

1994 - 1995

Acting Bishop Dean Jacobus Ngapure

1995 - 2001

Bishop Dr. Petrus Diergaardt

2002

Bishop Dr. Zephania Kameeta

2007

Zusammenschluss der drei lutherischen Kirchen in Namibia (DELK, ELCIN und ELCRN)

Landesinformation zur Republik Namibia

Größe: 824.000 km²

Einwohnerzahl: 2.015.000 (2006)

Bevölkerungsdichte: 2,4 pro km²

Landessprachen: Englisch, Afrikaans, Deutsch, Herero, Nama, Damara

Währung: Namib Dollar (10 N$ = ca. 1 €; Mai 2007)

Bruttosozialprodukt: 1930 US$ pro Einwohner

Arbeitslosenquote: 31%

Religionsgemeinschaften: 62% Protestanten (51% Lutheraner), 20% Katholiken, 3,5 % trad. Religionen

Alphabetisierungsrate: 85%

Geschichte des Landes

27.000-5.000 v. Chr.
Entstehung der ersten Felsmalereien der San (Buschmänner) und Damara.

13. Jh. n. Chr.

Bantu-Völker, zu denen auch die Ovambo und Herero gehören, erreichen, aus Zentralafrika kommend, die Küste des südlichen Afrikas.

15. Jh.

Die ersten Europäer landen an der Küste Namibias.

ca. 1785

Die Hereros erreichen, vom Kaokoveld im Norden Namibias

1814

Johann-Heinrich Schmelen errichtet eine Missionsstation in Bethanien.

1880

Ausbruch des zehnjährigen Krieges zwischen Namas und Hereros

1884

Offizieller Beginn der deutschen Kolonialherrschaft.

1890

«Helgoland-Sansibar-Vertrag» mit England

1904

Bekämpfung der Herero, «Schlacht am Waterberg» vom 10. - 12. August (Herero werden fast vollständig vernichtet)

1915

Deutsche Truppen kapitulieren. Deutsch-Südwestafrika wird Protektorat der Union von Südafrika

1960

Gründung der «South West Africa People's Organisation» (SWAPO) durch Sam Nujoma.

1979

Einsetzung einer Interims-Regierung durch Südafrika. Mehrere Apartheid-Gesetze werden abgeschafft.

1990

Verabschiedung der Verfassung; Wahl Sam Nujomas zum Präsidenten. Am 21. März wird Namibia unabhängig.

21.03.2007

Amtsübergabe an Präsident Pohamba

Politische und soziale Situation / kulturelle Aspekte

Aus dem schweren, bitteren Kampf gegen Kolonialismus, Rassismus und Apartheid ist das namibische Volk schließlich siegreich hervorgegangen. Namibia wurde am 21.03.1990 unabhängig. Damit wurde die Republik von Namibia geschaffen als selbstständiger, säkularer, demokratischer und einheitlicher Staat, der auf den Grundsätzen der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und der Gerechtigkeit für alle gründet. Offizielle Sprache in Namibia ist Englisch. Die regierende Partei in Namibia ist die SWAPO (Südwestafrikanische Volksorganisation). Namibia genießt Frieden, Fortschritt und Wohlstand, und die Namibier geben sich dem Frieden, der Freiheit und der politischen Stabilität hin, die lange als Vision für das Land gepflegt wurden.

HIV/Aids ist seit 1996 die Haupttodesursache in Namibia. Die angestrebte rasche und deutliche Verbesserung der Vorbeugung, Behandlung, Pflege und Fürsorge kann von der Regierung allein nicht verwirklicht werden, so dass alle Organisation und Personen mit der Planung und Realisierung der Pandemiebekämpfung beschäftigt sind, ob Gemeinden, Ministerien, Privatwirtschaft, Nichtregierungsorganisationen oder Glaubensgemeinschaften. Trotzdem genießen die HIV/Aids-Infizierten oder  Betroffenen Gleichberechtigung in einer Kultur von der Akzeptanz, und Mitleid. Alle, die mit HIV/Aids leben oder davon betroffen sind, haben Zugang zu kostengünstiger, hochwertiger und wirksamer Behandlung sowie zu Pflege- und Fürsorgediensten. Tausende von Kindern sehen einer düsteren Zukunft entgegen, und die Zahlen wachsen täglich. Kinder in Namibia sind von Aids betroffen, entweder weil sie Waisen sind, oder weil ihre Eltern erkrankt sind und bald sterben werden.

Namibia hat eine hohe Arbeitslosenquote, während die Beschäftigungschancen sehr begrenzt sind. Viele Menschen haben besondere Probleme bei der Arbeitssuche. Manche wissen nicht recht, wie sie Arbeit finden sollen; viele Menschen in ländlichen Gebieten haben keinen Zugang zu Zeitungen und erfahren nichts von den vorhandenen Stellenangeboten. Das Drogenproblem ist in Namibia nicht ausgeprägt, obwohl Alkoholmissbrauch viele Sorgen bereitet.

Die Kriminalität wächst in beängstigendem Maße aufgrund der Drogennutzung und insbesondere des Alkoholkonsums. Bei Problemen suchen die Menschen Trost im Alkohol, statt Lösungen im Leben. Dieses ist eine ungeheure Herausforderung für das Gesundheitswesen. Die Regierung ist deshalb bemüht, Behandlungsprogramme zu etablieren. Namibia möchte für seine Bevölkerung ein normales, produktives und befriedigendes Leben - frei von Suchtmittelmissbrauch.

Namibia hat eine vielfältige Kultur, die das Volk in seinen Unterschieden und Gemeinsamkeiten vereint. Die elf ethnischen Gruppen im Land sprechen verschiedene Sprachen, aber diese Stämme mit ihrer jeweils eigenen Geschichte und Kultur leben unter einem «Dach». Das Oshivambo-Volk ist das größte im Land und lebt hauptsächlich im Norden, während die Damara-Nama Sprechenden im Süden wohnen. Die Oshiherero findet man eher im Osten, und die Menschen, die Afrikaans sprechen, bevölkern mehr das Zentrum Namibias. Kulturelle Leistungen und traditionelles Glauben sind sehr stark verbreitet unter den Namibiern. Musik, Gesang und Tanz sind einige der starken Talente, die man in Namibia findet. Nicht zu vergessen ist der kreative, künstlerische Umgang mit Holz.

Internetseiten mit weiterführenden Informationen

Quelle der Texte: Referat Weltmission und Partnerschaft des Landeskirchenamtes in Kassel. Tel.: (0561) 9378-380, Fax: (0561) 9378-409), E-Mail: mission.lka@ekkw.de