Partnerschaften der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Konsultation der Partnerkirchen in Namibia

Pfarrer in Partnerkirchen der Landeskirche brauchen oft zweiten Beruf

Die Teilnehmer der Konsultation aus Namibia, Südafrika, Indien, Estland, Kirgisien und Deutschland in Windhoek/ Namibia. (Foto: Landeskirchen-<BR>amt/Richebächer)
Die Teilnehmer der Konsultation aus Namibia, Südafrika, Indien, Estland, Kirgisien und Deutschland in Windhoek/ Namibia. (Foto: Landeskirchen-
amt/Richebächer)

Kassel/Windhuk (epd/medio). Die Pfarrer in den fünf Partnerkirchen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck können von ihrem Amt häufig nicht leben. Sie müssten oft eine zweite Tätigkeit ausüben, berichtete der Ökumenedezernent der Landeskirche, Dr. Wilhelm Richebächer, nach der Rückkehr von einer alle zwei Jahre stattfindenden Konsultation in Kassel. Das Treffen mit Vertretern evangelischer Kirchen in Namibia, Südafrika, Indien, Estland und Kirgisien fand in der namibischen Hauptstadt Windhuk statt.

Eine Gemeinsamkeit aller Kirchen bestehe in der zunehmenden Bedeutung des Ehrenamts, erläuterte Richebächer. Während es in der EKKW eine wachsende Eigeninitiative von Gemeindegliedern zum Erhalt ihrer Kirchengebäude gebe, stehe etwa in den afrikanischen Partnerkirchen die Beteiligung an Jugendchören oder die gemeindliche Versorgung der von Aids betroffenen Familien im Vordergrund.

Eine besondere Aufgabe habe die namibische Partnerkirche übernommen, berichtete Richebächer. Die nationale Allianz zur Armutsbekämpfung habe sie beauftragt, ein Pilotprojekt zur Einführung eines allgemeinen Pro-Kopf-Einkommens zu betreuen. Dieses sehe über einen Zeitraum von zwei Jahren die Zahlung von 100 Namibia-Dollar (rund acht Euro) für alle Bewohner eines Dorfes mit Ausnahme der Pensionäre nahe der Hauptstadt vor.

Weniger erfolgreich hingegen sei die Aids-Arbeit der namibischen Kirche, schilderte Richebächer. Trotz vielfältiger Aktivitäten sei ein entscheidender Rückgang der Infektionsraten bisher ausgeblieben. Zwischen 20 und 30 Prozent der 25- bis 49-Jährigen in Namibia gälten als infiziert. Richebächer forderte von den Kirchen ein aktiveres Vorgehen. Als Vorschlag nannte er die Aufnahme des Themas Aids in die Schullehrpläne.

Teilnehmer der Konsultation waren Erzbischof Andres Pöder (Estland), Bischof Alfred Eichholz (Kirgisien), Bischof J. Prabhakara Rao (Südindien), Bischof Molefe Marcus Ditlhale (Südafrika) sowie Bischof Prof. Dr. Martin Hein und Vizepräsident Dr. Volker Knöppel (Kassel). Gastgeber war die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Namibia unter Leitung des ehemaligen stellvertretenden Parlamentssprecher Namibias und heutigen Bischof Dr. Zephania Kameeta. (22.04.2008)

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Partnerschaft mit der Estnisch Evangelisch-Lutherischen Kirche

Angeregt durch den baltendeutschen Pfarrer Burchard Lieberg, der bereits lange vor Öffnung der Sowjetunion im Geheimen besonders seine Heimatkirche in Estland unterstützt hatte, wuchs nach der politischen Wende Anfang der 90er Jahre des 20. Jhs. eine lebendige Partner-schaft zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Estnischen Evan-gelisch-Lutherischen Kirche.

Diese umfasst neben dem regelmäßigen Austausch der Kirchenleitungen, besiegelt durch ei-nen 2001 geschlossenen Partnerschaftsvertrag auch die mittlere Ebene, wo vier Kirchenkreise der EKKW partnerschaftliche Kontakte pflegen. Zudem gibt es im Bereich des Gemeindeauf-baus und der HIV/Aids-Prävention Projekte, die gemeinsam entwickelt wurden und seitdem von Seiten der EKKW maßgeblich unterstützt werden.

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Partnerschaft mit der «Church of South India - Karnataka Northern Diocese»

Archaisch dörfliche Situationen unmittelbar neben «High Tech» können Besucher und Besucherinnen der Partnerkirche in Nord-Karnataka erleben, mit der die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck seit den frühen 1970iger Jahren eine Direktpartnerschaft pflegt. Konkret wird diese von den vier Kirchenkreisen Eschwege, Fritzlar, Hersfeld und Melsungen gestaltet. Auch hier gehört der Personalaustausch zum Programm.

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Partnerschaft mit der Ev. Lutherischen Kirche in der Republik Namibia

Zurückgehend auf das Engagement der «Ausbildungshilfe - Christian Education Fund» bereits in den 1960iger Jahren entwickelte sich rasch eine Partnerschaft mit der Evangelisch Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) auf Kirchenleitungs- und Kirchenkreisebene zu der ehemals von der Bethel-Mission und Rheinischen Mission geprägten schwarzen Kirche, die nunmehr seit 50 Jahren unabhängig ist. Zwei Pfarrer der ELCRN haben mehrere Jahre in Kurhessen-Waldeck gearbeitet.

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Partnerschaft mit der Evangelisch Lutherischen Kirche im südlichen Afrika

Diese Partnerschaft pflegt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck insbesondere mit der West-Diözese der ELCSA, die sich territorial von der Stadtgrenze Pretorias nach Westen bis zur Hauptstadt Mafikeng des ehemaligen Homelands Boputatswana erstreckt. Schon seit den frühen 1970iger Jahren begann gerade zu Apartheidzeiten eine intensive Beziehung nicht nur auf Kirchenleitungs- sondern auch auf Kirchenkreisebene der Kirchenkreise Marburg-Stadt, Hanau-Stadt und Frankenberg. Personalaustausch und regelmäßige Begegnungen sind an der Tagesordnung.

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Freundschaft mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochia

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Rum-Orthodoxe Kirche von Antiochia haben 1992 freundschaftliche Beziehungen aufgenommen. Zweimal im Jahr trifft sich ein Freundeskreis, zu dem schon über 50 Personen gehören. Hier werden Gäste aus dem Orient eingeladen, Vorträge zu Fragen des religiösen und sozialen Lebens der Rum-Orthodoxen Kirche gehalten - und miteinander Gottesdienst gefeiert. Der Freundeskreis ermöglicht Begegnungen zwischen Menschen, die Interesse am ökumenischen Austausch haben.

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