Partnerschaften der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Bischofs- und Schatzmeisterkonsultation
Ökumenedezernent beklagt eingeschränkte Religionsfreiheit in Indien und Kirgistan

Kassel/Dharwad (epd). Die Einschränkung der Religionsfreiheit in Indien und Kirgistan ist vom Ökumenedezernenten der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Wilhelm Richebächer, kritisiert worden. So könnten Christen in den von extremen Hinduparteien regierten Bundesstaaten Indiens ihren Glauben nicht öffentlich bekunden, weil sie sonst Nachteile oder gar Gewalt befürchten müssten, sagte Richebächer am Freitag in Kassel. Richebächer traf in der vergangenen Woche im südindischen Dharwad Vertreter der Partnerkirchen der Landeskirche aus Indien, Namibia, Südafrika, Estland und Kirgistan.

Auch in Kirgistan sei eine freie Verkündigung nicht möglich, so Richebächer weiter. Allerdings könne in beiden Ländern auf dem Wege sozialer und diakonischer Dienste ein Zeugnis des Glaubens gegeben werden. Dies sei bei der Bevölkerung hoch willkommen und werde auch von den Regierungen wahrgenommen. Es zeige sich zudem, dass bei eingeschränkter Religionsfreiheit eher eine ökumenische Zusammenarbeit zustande komme als in Ländern mit christlichen Bevölkerungsmehrheiten.

Richebächer warnte vor Evangelisationsmethoden, die auf scharfe Konfrontation setzten. Diese seien ebenso wirkungslos wie gefährlich. Christus könne den Menschen nur in Respekt vor den vorhandenen Religionen und Lebenssituationen bezeugt werden.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgistan, die seit 1997 durch eine Partnerschaft mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck verbunden ist, hat rund 1.500 Mitglieder, die auf 16 kleine Gemeinden im Land verteilt sind. Die Partnerkirche in Indien, die Diözese Nord-Karnataka der protestantischen Kirche von Südindien, umfasst etwa 70.000 Mitglieder. (27.01.2012)

Konsultation in Südafrika
Bischöfe berieten Ausbildung zum Pfarramt in den Partnerkirchen der Landeskirche

Rustenburg/Tlhabane (medio). Die Bischöfe der fünf Partnerkirchen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck haben sich vom 23. bis 27. Juni zu einer Konsultation in Rustenburg/Tlhabane in Südafrika getroffen. Besonderer Schwerpunkt der Konsultation, zu der die Vertreter evangelischer Kirchen in Namibia, Südafrika, Indien, Estland und Kirgisistan alle zwei Jahre zusammenkommen, lag auf der theologischen Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern, teilte der Dezernent für Ökumene, Weltmission und Entwicklungsfragen der Landeskirche, Oberlandeskirchenrat Prof. Dr. Wilhelm Richebächer, in Kassel mit.

Die leitenden Geistlichen beschäftigten sich mit der gegenwärtigen Situation der Ausbildung in den fünf Partnerkirchen und berieten u.a. die Erwartungen an die zukünftigen Theologen und Seelsorger. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Bischöfe trotz großer Unterschiede in den jeweiligen Arbeitsfeldern in Afrika, Asien und Deutschland generell «seelsorgerlich und sozialpolitisch kompetente und im Blick auf die evangelische Theologie auskunftsfähige Persönlichkeiten» in diesem Amt wünschten, so Richebächer.

Laut dem Dezernenten seien in den Partnerkirchen Zugangsbedingungen und Ausbildungswege zum Pfarramt sehr unterschiedlich: In Deutschland setze meist eine persönliche Entscheidung den Anfangspunkt dieses Berufsweges, dem das Studium an der theologischen Fakultät einer staatlichen Universität folgt. In den Partnerkirchen des Südens würden die Kandidatinnen und Kandidaten meist vor dem Studium von Pfarrern und Gemeinden empfohlen und dann zum Studium an eine oft kirchlich getragenen Hochschulen entsandt, erläuterte der Dezernent.

Der Bischof der gastgebenden Kirche, Molefe Marcus Ditlhale, wies seine Amtskollegen während des Treffens besonders auf die tragende Rolle der Gemeindeglieder in der kirchlichen Arbeit hin: So seien mehrere hundert Frauen in der «Womens‘ league» der südafrikanischen Kirche aktiv, die Bibelarbeiten, Gebetsrunden und gemeindediakonische Dienste für Bedürftige organisierten. Daneben hätten die vielen HIV/AIDS-Infizierten einen besonderen Stellenwert in Betreuung und Fürsorge. Als ein großes Hemmnis für bessere Ausstattung und mehr Personal im Blick auf Verkündigung und Seelsorge sieht Bischof Ditlhale die hohe Arbeitslosigkeit in den Gemeinden seiner Kirche, die an vielen Orten mehr als 50 Prozent der Erwerbsfähigen betrage.

Zu den Teilnehmern der Konsultation gehörten Erzbischof Andres Pöder von der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Bischof Prabhakara Rao von der Karnataka Northern Diocese der Church of South India, Bischof Dr. Zephania Kameeta von der Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia, Bischof Prof. Dr. Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und Bischof Molefe Marcus Ditlhale von der Western Diocese der Evangelical-Lutheran Church in Southern Africa. Nicht mit dabei war Bischof Alfred Eichholz, der aufgrund der politischen Unruhen in Kirgisistan seine Kirche nicht verlassen konnte.

Die Western Diocese der Evangelical-Lutheran Church in Southern Africa umfasst etwa 150.000 Mitglieder in 270 Kirchengemeinden und ging vor 51 Jahren aus der Arbeit des Evangelisch-Lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen/Hermannsburg als selbständige afrikanische Kirche hervor. (05.07.2010)

Konsultation der Partnerkirchen in Namibia
Pfarrer in Partnerkirchen der Landeskirche brauchen oft zweiten Beruf

Kassel/Windhuk (epd/medio). Die Pfarrer in den fünf Partnerkirchen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck können von ihrem Amt häufig nicht leben. Sie müssten oft eine zweite Tätigkeit ausüben, berichtete der Ökumenedezernent der Landeskirche, Dr. Wilhelm Richebächer, nach der Rückkehr von einer alle zwei Jahre stattfindenden Konsultation in Kassel. Das Treffen mit Vertretern evangelischer Kirchen in Namibia, Südafrika, Indien, Estland und Kirgisien fand in der namibischen Hauptstadt Windhuk statt.

Eine Gemeinsamkeit aller Kirchen bestehe in der zunehmenden Bedeutung des Ehrenamts, erläuterte Richebächer. Während es in der EKKW eine wachsende Eigeninitiative von Gemeindegliedern zum Erhalt ihrer Kirchengebäude gebe, stehe etwa in den afrikanischen Partnerkirchen die Beteiligung an Jugendchören oder die gemeindliche Versorgung der von Aids betroffenen Familien im Vordergrund.

Eine besondere Aufgabe habe die namibische Partnerkirche übernommen, berichtete Richebächer. Die nationale Allianz zur Armutsbekämpfung habe sie beauftragt, ein Pilotprojekt zur Einführung eines allgemeinen Pro-Kopf-Einkommens zu betreuen. Dieses sehe über einen Zeitraum von zwei Jahren die Zahlung von 100 Namibia-Dollar (rund acht Euro) für alle Bewohner eines Dorfes mit Ausnahme der Pensionäre nahe der Hauptstadt vor.

Weniger erfolgreich hingegen sei die Aids-Arbeit der namibischen Kirche, schilderte Richebächer. Trotz vielfältiger Aktivitäten sei ein entscheidender Rückgang der Infektionsraten bisher ausgeblieben. Zwischen 20 und 30 Prozent der 25- bis 49-Jährigen in Namibia gälten als infiziert. Richebächer forderte von den Kirchen ein aktiveres Vorgehen. Als Vorschlag nannte er die Aufnahme des Themas Aids in die Schullehrpläne.

Teilnehmer der Konsultation waren Erzbischof Andres Pöder (Estland), Bischof Alfred Eichholz (Kirgisien), Bischof J. Prabhakara Rao (Südindien), Bischof Molefe Marcus Ditlhale (Südafrika) sowie Bischof Prof. Dr. Martin Hein und Vizepräsident Dr. Volker Knöppel (Kassel). Gastgeber war die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Namibia unter Leitung des ehemaligen stellvertretenden Parlamentssprecher Namibias und heutigen Bischof Dr. Zephania Kameeta. (22.04.2008)

Partnerschaft mit der Estnisch Evangelisch-Lutherischen Kirche

Angeregt durch den baltendeutschen Pfarrer Burchard Lieberg, der bereits lange vor Öffnung der Sowjetunion im Geheimen besonders seine Heimatkirche in Estland unterstützt hatte, wuchs nach der politischen Wende Anfang der 90er Jahre des 20. Jhs. eine lebendige Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Diese umfasst neben dem regelmäßigen Austausch der Kirchenleitungen, besiegelt durch einen 2001 geschlossenen Partnerschaftsvertrag auch die mittlere Ebene, wo vier Kirchenkreise der EKKW partnerschaftliche Kontakte pflegen. Zudem gibt es im Bereich des Gemeindeaufbaus und der HIV/Aids-Prävention Projekte, die gemeinsam entwickelt wurden und seitdem von Seiten der EKKW maßgeblich unterstützt werden.

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Partnerschaft mit der «Church of South India - Karnataka Northern Diocese»

Archaisch dörfliche Situationen unmittelbar neben «High Tech» können Besucher und Besucherinnen der Partnerkirche in Nord-Karnataka erleben, mit der die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck seit den frühen 1970iger Jahren eine Direktpartnerschaft pflegt. Konkret wird diese von den vier Kirchenkreisen Eschwege, Fritzlar, Hersfeld und Melsungen gestaltet. Auch hier gehört der Personalaustausch zum Programm.

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Partnerschaft mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgisien (ELKK)

Nach dem Zusammenbruch der Staatengemeinschaft der UdSSR 1990 stellten unzählige Russlanddeutsche den Antrag auf Ausreise und verließen das Land. Aus Sorge um die wenigen in Kirgisien verbliebenen Lutheraner bat die EKD die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck 1996, eine Partnerschaft mit der Ev.-luth. Kirche in Kirgisien zu über-nehmen.

Eine Partnerschaftsvereinbarung wurde 1997 auf der Synode in Kant in Kirgisien vom Bischof der ELKRAS (Ev.-lutherische Kirche Russ-lands und anderer Staaten), Prof. D. Georg Kretschmar, St. Petersburg, und Bischof Prof. Dr. Christian Zippert von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in Kassel für zunächst 5 Jahre geschlossen – und 2002 und 2007 um jeweils 5 Jahre verlängert. Das Gustav-Adolf-Werk von Kurhessen Waldeck als Diasporawerk der Landeskirche wirkt (nach § 2 der Vereinbarung) in der Verantwortung des Ökumenedezernats des Landeskirchenamtes an der Gestaltung der Kirchenpartnerschaft mit.

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Partnerschaft mit der Ev. Lutherischen Kirche in der Republik Namibia

Zurückgehend auf das Engagement der «Ausbildungshilfe - Christian Education Fund» bereits in den 1960iger Jahren entwickelte sich rasch eine Partnerschaft mit der Evangelisch Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) auf Kirchenleitungs- und Kirchenkreisebene zu der ehemals von der Bethel-Mission und Rheinischen Mission geprägten schwarzen Kirche, die nunmehr seit 50 Jahren unabhängig ist. Zwei Pfarrer der ELCRN haben mehrere Jahre in Kurhessen-Waldeck gearbeitet.

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Partnerschaft mit der Evangelisch Lutherischen Kirche im südlichen Afrika

Diese Partnerschaft pflegt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck insbesondere mit der West-Diözese der ELCSA, die sich territorial von der Stadtgrenze Pretorias nach Westen bis zur Hauptstadt Mafikeng des ehemaligen Homelands Boputatswana erstreckt. Schon seit den frühen 1970iger Jahren begann gerade zu Apartheidzeiten eine intensive Beziehung nicht nur auf Kirchenleitungs- sondern auch auf Kirchenkreisebene der Kirchenkreise Marburg-Stadt, Hanau-Stadt und Frankenberg. Personalaustausch und regelmäßige Begegnungen sind an der Tagesordnung.

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Freundschaft mit der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochia

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Rum-Orthodoxe Kirche von Antiochia haben 1992 freundschaftliche Beziehungen aufgenommen. Zweimal im Jahr trifft sich ein Freundeskreis, zu dem schon über 50 Personen gehören. Hier werden Gäste aus dem Orient eingeladen, Vorträge zu Fragen des religiösen und sozialen Lebens der Rum-Orthodoxen Kirche gehalten - und miteinander Gottesdienst gefeiert. Der Freundeskreis ermöglicht Begegnungen zwischen Menschen, die Interesse am ökumenischen Austausch haben.

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