Portrait
Mitten in Deutschland: Kurhessen-Waldeck

(von Pfarrer Christian Fischer, Internetbeauftragter der Evangelischen Kirche von
Kurhessen-Waldeck, Kassel)

Seit der Wiedervereinigung liegt sie im geographischen Zentrum Deutschlands: die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck. Nord- und Osthessen gelten als die «Stammlande» der Kurhessen-Waldecker, aber auch das thüringische Schmalkalden gehört dazu wie das Kinzigtal, das sich von Schlüchtern bis Hanau erstreckt. Und so reicht sie bis vor die Tore Frankfurts im Rhein-Main-Gebiet.

Von traditionell bis modern

Knapp eine Million evangelische Christen leben in den 894 Kirchengemeinden der Landeskirche, die meisten davon in ländlichen Regionen. Dort haben sich bis heute stabile volkskirchliche Strukturen erhalten, d. h. die evangelische Kirche gehört zum Leben der Menschen einfach dazu, von Austritt ist hier viel seltener die Rede als in den großstädtischen Ballungsräumen.

Doch auch die sind in Kurhessen-Waldeck zu finden: die nordhessische Metropole Kassel und der wirtschaftlich starke Süden heben sich deutlich von den anderen Landesteilen ab. In den Städten begann vor einigen Jahren eine Entwicklung, die sich auch «auf dem Land» fortsetzt: die evangelische Kirche bietet neben den traditionellen Gemeindeangeboten mittlerweile viele neue Veranstaltungsformen an: Diskussionsforen zu aktuellen Themen, Workshops, zahlreiche Initiativgruppen, Musik von Klassik bis Rock und Kunst aller Art findet sich genauso auf dem Terminkalender wie der klassische Gottesdienst oder die Jugendgruppe (siehe auch unseren landesweiten Veranstaltungskalender).

Tipp:

Viele Gemeinden der EKKW können Sie schon im Internet besuchen:

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Vermitteln statt Polarisieren

Vielfalt in der Einheit könnte daher das Motto der nordhessischen Kirche lauten - und das kommt nicht von ungefähr: Schon in der Geschichte der Kirche gibt es dafür zahlreiche Hinweise: 1529 lud Philipp der Großmütige Luther, Zwingli und andere zum Marburger Religionsgespräch ein, um eine Einigung im Abendmahlsstreit zu erzielen. Martin Bucer regte hier einen versöhnenden Umgang mit dem «linken Flügel» der Reformation an. Zahlreiche Hugenotten fanden im 17. und 18. Jahrhundert in Kurhessen eine neue Heimat, in der sie ihren Glauben ohne Angst vor staatlicher Repression leben konnten. Der Grundstein für das Zusammenleben von lutherischen und reformierten Gemeinden wurde im 19. Jahrhundert gelegt. Bei all dem war die Devise der Kurhessen: Versöhnen statt spalten, lieber vermitteln als polarisieren.

Und diese Devise wird auch heute noch in Kurhessen-Waldeck befolgt: Bei den halbjährlichen Treffen der Landessynode, dem höchsten demokratisch gewählten Gremium der Kirche, geht es zwar lebhaft und kontrovers zu, doch feste Fronten und klare Fraktionen sucht man hier vergeblich. Im Gegenteil: Mehrheiten bilden sich je nach Sachlage immer wieder neu, das garantiert hohe Beweglichkeit - ein Umstand, um den die Kurhessen von mancher Landessynode beneidet werden.

Landessynode:

Viele Informationen rund um die Landessynode der EKKW finden Sie unter:

Landesynode

Offen und kommunikativ

In den letzten Jahren ist durch Reformen neuer Schwung in die Kirche gekommen: Die mittlere Ebene (Dekaninnen und Dekane) wurden mit mehr Kompetenzen ausgestattet und ein dynamischer Bischof führt die kurhessische Kirche seit dem Jahr 2000. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit setzt Kurhessen-Waldeck Akzente: Ob Werbeaktionen zum Buß- und Bettag, aktuelle Internetangebote oder zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsaktionen, die Kirche geht auf die Menschen zu und sucht verstärkt den Dialog mit Mitgliedern und Kritikern.

Haben Sie Lust bekommen, mehr über die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck zu erfahren oder selbst in ihrer Region mitzumachen? Schicken Sie uns eine E-Mail - wir versuchen, Ihnen einen Kontakt vor Ort oder weitere Informationen zu vermitteln.

Linktipp:

Die Öffentlichkeits-kampagne der EKKW zum Buß- und Bettag finden Sie unter:

busstag.de