Frankfurt a.M. (epd). Die «Leuenberger Kirchengemeinschaft» ist der 1973 auf dem Leuenberg bei Basel gegründete Zusammenschluss protestantischer Kirchen in Europa. Ihm gehören 103 meist lutherische, reformierte und unierte Kirchen an, aber auch die Methodisten und vorreformatorische Kirchen wie Waldenser oder Böhmische Brüder. Die Kirchengemeinschaft soll die Einheit der europäischen Protestanten stärken und der evangelischen Stimme in Europa mehr Gewicht verleihen.
Durch die Verabschiedung der «Leuenberger Konkordie», der jahrzehntelange Lehrgespräche vorausgingen, wurde am 16. März 1973 eine über 450 Jahre währende Kirchentrennung in Europa beendet. Theologen bezeichnen das zu Grunde liegende Ökumene-Modell als «Einheit in versöhnter Verschiedenheit». Die Mitgliedskirchen gewähren sich Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Sie erkennen gegenseitig Ordination und Ämter an.
Die Vollversammlung der Leuenberger Kirchengemeinschaft trifft alle sieben Jahre zusammen, zuletzt 2001 in Belfast. Leitungsgremium zwischen den Vollversammlungen ist der jährlich tagende Exekutivausschuss. Die vertiefende theologische Arbeit findet in so genannten «Lehrgesprächen» der beteiligten Kirchen statt. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und alle ihre Landeskirchen bis auf die bremische gehören dem Bündnis an. Präsidentin ist die französische Theologieprofessorin Elisabeth Parmentier (Straßburg). (13.3.2003)
