Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK)

Genf (epd). Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf wurde 1948 in Amsterdam gegründet. Ihm gehören heute 342 protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie Freikirchen mit mehr als 400 Millionen Mitgliedern an. Die römisch-katholische Kirche ist kein Mitglied. Sie arbeitet jedoch seit Ende der 60er Jahre bei der ökumenischen Kommission für «Glauben und Kirchenverfassung» mit.

Das höchste Beschlussgremium des Weltkirchenrats ist die Vollversammlung. Sie findet etwa alle sieben Jahre statt, das letzte Mal 1998 in Harare (Simbabwe). Dazwischen leiten der zwei Mal im Jahr tagende Exekutivausschuss und Zentralausschuss, der alle zwölf bis 18 Monate zusammenkommt, die Geschäfte des ÖRK.

Seit Anfang 1993 steht der deutsche Theologe Konrad Raiser als Generalsekretär an der Spitze des Weltkirchenrats. Seine Amtszeit endet zum Ablauf des Jahres 2003. Den Vorsitz des Zentralausschusses hat der libanesische orthodoxe Theologe Aram Keshishian von der Armenischen Apostolischen Kirche.

Der Dachverband von Christen aus mehr als 120 Ländern versteht sich als Gemeinschaft von Kirchen mit dem Ziel der «sichtbaren Einheit». Er will die Kirchen bei der Mission unterstützen, Menschen in Not helfen und das Zusammenleben der Völker fördern. Das Wort Ökumene leitet sich ab von dem griechischen Wort «Oikumene», das die gesamte bewohnte Erde bezeichnet und im christlichen Sinn für die Gemeinschaft steht. Die Ökumene der Neuzeit hat sich als christliche Erneuerungsbewegung verstanden. (6.11.2002)

Bischof Hein:

Ökumenischer Rat der Kirchen ist Erfolgsgeschichte

Kassel (epd). Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) steht nach den Worten des Bischofs der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Martin Hein, vor einer Neustrukturierung. Dazu trügen auch die verschärften finanziellen Rahmenbedingungen bei, sagte Hein in einem epd-Gespräch. Neben der Schaffung einer effizienteren Struktur sei es vor allem wichtig, die Ökumene in Gang zu halten. Hein sprach sich gegen eine Umgestaltung des Genfer Weltkirchenrats zu einer informellen Plattform aus, wie einige Kritiker fordern. «Die gegenwärtige Form ermöglicht Verbindlichkeit», sagte der Bischof.

Trotz des notwendigen strukturellen Veränderungen sieht Hein den 1948 gegründeten ÖRK als Erfolgsgeschichte an. Seit dem Ende des Ost-West-Gegensatzes seien die 342 Mitgliedskirchen allerdings wieder stärker mit sich selbst beschäftigt, um zu einem gemeinsamen Zeugnis zu kommen, sagte der Bischof der EKKW. Hein war im vergangenen Jahr als Nachfolger der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann in den Zentralausschuss des ÖRK mit 158 Mitgliedern berufen worden.

Mit Blick auf die ablehnende Haltung der orthodoxen Mitgliedskirchen zu Fragen wie der Frauenordination äußerte Hein die Befürchtung, dass die Orthodoxen sich künftig stärker abschotten könnten. Ein Thema werde in Zukunft auch die Beschäftigung mit den schnell wachsenden charismatischen Pfingstkirchen sein. Insbesondere in Lateinamerika und in Afrika seien hier hohe Zuwachsraten zu verzeichnen. Der neue ÖRK-Generalsekretär Sam Kobia trete für einen unvoreingenommenen Kontakt zu diesen Bewegungen ein.

Von der ÖRK-Vollversammlung 2006 im brasilianischen Porto Alegre erhoffe er sich «Impulse zur Orientierung und ein Fest gemeinsamen Glaubens», sagte der Bischof weiter. Auf der nächsten Sitzung des ÖRK-Zentralausschusses vom 15. bis 22. Februar in Genf werde es unter anderem darum gehen, sich über das Motto der Vollversammlung «In deiner Gnade, Gott, verwandle die Welt» inhaltlich zu verständigen. (08.02.2005)

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Linktipp:

Den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) finden Sie im Internet unter: