«Kirche und Geld»

Das Thema «Kirche und Geld», die Berechnung und die Verwendung von Kirchensteuern wird in der Öffentlichkeit diskutiert. Unter dem Thema «Die evangelische Kirche und das Geld.» können Sie sich hier davon überzeugen, dass die Finanzen der Kirche offen liegen. Nur wenige Organisationen sind, was ihr Einnahme- und Ausgabeverhalten betrifft, so transparent wie die evangelische Kirche.

Und das hat seinen Grund: Die Kirche hat den Auftrag, das Evangelium Jesu Christi in der Welt mit Wort und Tat zu verkündigen. Dazu braucht sie das Engagement der Menschen und ist auf Geld angewiesen. Den Großteil ihrer Einnahmen bezieht sie aus der Kirchensteuer.

Broschüre und Informationsblatt

Die nebenstehende Download «Die evangelische Kirche und das Geld.» gibt Auskunft über historische Hintergründe, die Finanzsituation und die Haupteinnahmequellen der evangelischen Kirche. Neben dem folgenden Artikel zum Thema «Kirchensteuer auf Kapitalerträge» finden Sie außerdem ein Informationsblatt, in dem die Einnahmen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck nach Einnahmearten und die Ausgaben nach Ausgabebereichen dargestellt sind. Außerdem enthält das Dokument Informationen zur Kirchensteuer und die ab 2015 geltende Abgeltungssteuer. 

Sollten Sie weitere Informationen zum Thema «Kirche und Geld» wünschen, so stehen Ihnen die Kirchengemeinden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kirchenkreisämtern und im Landeskirchenamt gerne für Auskünfte zur Verfügung.

Linktipp:

Zum Thema «Kirche und Geld» gibt auch die Evangelische Kirche in Deutschland einen umfassenden Überblick unter:

www.kirchenfinanzen.de

Download:

Broschüre «Die evangelische Kirche und das Geld.» mit allgemeinen Informationen zur Finanzsituation, Kirchensteuer und historischen Hintergründen:

PDF-Dokument

«Das ist keine neue Kirchensteuer»

Interview mit Finanzdezernent Dr. Volker Knöppel und Referent Erwin Ritte über das neue Verfahren zum Einzug der «Abgeltungsteuer». Das Interview führte Redakteurin Cornelia Barth für Mitarbeiterheft «blick in die Kirche».

blick in die kirche: Auf den jährlichen Zinsinformationen der Bank werden Steuerzahler jetzt davon in Kenntnis gesetzt, dass die Kirchensteuer auf steuerpflichtige Zinserträge, also Sparguthaben, Kapitalanlagen, Aktien, Depots ab 1. Januar 2015 extra ausgewiesen und von den Banken direkt abgezogen wird. Handelt es sich hier um eine neue Kirchensteuer?

Dr. Volker Knöppel: Das kann ich mit einem klaren Nein beantworten. Es ist weder eine neue Steuerart noch eine Steuererhöhung auf eine schon bestehende Steuer. Was allerdings neu ist, ist das Verfahren, mit dem diese Steuer erhoben wird. Angesichts der Irritationen, die dies ausgelöst hat, möchte ich Folgendes betonen: die Einkommensteuer – und damit auch Kirchensteuer als Annexsteuer zur Einkommensteuer – wird auf das Einkommen erhoben. Das kann der Lohn, das Gehalt, das könnten aber auch Erträge aus Kapitalvermögen sein. Und das ist beileibe nicht neu, sondern ein maßgeblicher Grundsatz aus dem Einkommensteuerrecht, den es schon immer gegeben hat.

blick in die kirche: Bislang mussten die Steuerpflichtigen die Kapitaleinkünfte ja in ihrer Steuererklärung angeben. Wieso wurde das Verfahren überhaupt geändert?

Dr. Volker Knöppel: Anlass für die Bundesregierung, diese Verfahren anzustreben, war eine Reaktion auf Steuerflucht ins Ausland. Man wollte diese Verlagerung der Einkommensquellen verhindern und denjenigen, die Kapital im Inland anlegen, zwei Anreize bieten: erstens eine anonymisierte Form der Steuererhebung und zweitens einen niedrigeren Steuersatz – niedriger als der, den man bei einer Veranlagung am Jahresende bekommen hätte.

blick in die kirche: Es verbessert sich also auch etwas für den Steuerzahler ...

Dr. Volker Knöppel: Nun, der niedrigere Steuersatz könnte ein Vorteil sein, ebenso das vereinfachte Verfahren: Man muss sich um nichts mehr kümmern, wenn man diesem Verfahren zugestimmt hat und sich nach Ende eines Jahres daran macht, seine Steuererklärung zu schreiben.

blick in die kirche: Erfahren die Bankangestellten jetzt, welcher Religionsgemeinschaft ich angehöre?

Erwin Ritte: Ganz deutlich: nein! Die Bank erhält vom Bundeszentralamt für Steuern das für die Erhebung der Kirchensteuer notwendige Religionsmerkmal, «religionsscharfer Marker» genannt. Dieser wird verschlüsselt und ist somit für den Bankmitarbeiter nicht einsehbar. Und das gilt für alle Kirchenmitglieder, die dieses Verfahren nutzen. Es wird übrigens ausdrücklich eingeräumt, dass man dem Verfahren widersprechen kann. Dann wird ein sogenannter Sperrvermerk gesetzt, über den die Bank das Finanzamt informiert. Der Steuerzahler muss die Zinserträge dann in seiner Einkommenssteuererklärung angeben.

blick in die kirche: Wo sehe ich denn, was ich auf die Zins- und Kapitalerträge an Kirchensteuer bezahlt habe?

Erwin Ritte: Derjenige Steuerpflichtige, der eine Einkommenssteuererklärung machen muss, kann es aus dem Einkommenssteuerbescheid ersehen. Dies ist ein Pflichtfeld, hier kann jeder Einsicht nehmen. Alle andere, die keine Einkommenssteuererklärung machen, die Lohnsteuerpflichtigen und diejenigen, die keinen Rückerstattungsantrag stellen, können das nur über ihre Bank. Die Bank macht das automatisiert oder auf Anfrage, und stellt eine sogenannte Jahreszinssteuerbescheinigung aus. Dort sieht man es.

blick in die kirche: Kann ich diese Steuern auch als Sonderausgabe bei der Einkommensteuer geltend machen?

Erwin Ritte: Nein. Denn bei der Ermittlung der Kirchensteuer auf die Kapitalertragssteuer ist die mit dem Sonderausgabenabzug verbundene «mindernde Wirkung» bereits unmittelbar berücksichtigt, also schon eingerechnet worden. Die Kapitalertragssteuer ist eine Abgeltungssteuer, das heißt, der Steuervorgang soll grundsätzlich mit der Zahlung abgeschlossen werden.

blick in die kirche: Wieso hat diese ganze Sache so hohe Wellen geschlagen?

Dr. Volker Knöppel: Seit 2009 sind wir in einem Übergangsverfahren, in dem diejenigen, die zu versteuernde Kapitalerträge haben, wählen dürfen: Sie können diese entweder am Jahresende in der Steuererklärung geltend machen oder sie können im Lauf des Jahres bei Erhalt der Zinserträgnisse an diesem anonymisierten Verfahren mit niedrigerem Steuersatz teilnehmen. Dazu müssen sie allerdings jetzt ihre Einwilligung in das automatisierte Verfahren des Einzugs geben. Durch die Mitteilungen der Banken an jeden Girokontoinhaber entstand die ganze Aufregung, die wir inzwischen in der Öffentlichkeit erlebt haben. Und nach der derzeitigen Rechtslage ist damit zu rechnen, dass jeder Girokontoinhaber jährlich von den Banken immer wieder neu auf das Verfahren hingewiesen werden muss.

Erwin Ritte: Mit diesen Abfragen werden wir übrigens nicht erst zu Beginn des neuen Jahres, sondern bereits im September, Oktober 2014 konfrontiert werden.

blick in die kirche: Sie sagten eben, «jeder Kontoinhaber» werde informiert. Aber nicht jeder hat zu versteuernde Kapitalerträge ...

Erwin Ritte: Das ist richtig. Die Freibeträge wurden gesetzlich festgelegt: Und zwar sind das für Ledige 801 Euro und für Verheiratete, auch für Menschen, die in einer Lebenspartnerschaft leben und die gemeinsame Veranlagung wählen, 1.602 Euro.

Dr. Volker Knöppel: Damit wird klar, dass die große Zahl der Gemeindemitglieder in unserer Landeskirche, auch die Rentner und Pensionäre, von diesem Kirchensteuereinzugsverfahren gar nicht betroffen sind.

Erwin Ritte: Zumal unter dem Gesichtspunkt der sehr niedrigen Zinsen: Man kann sich ja ausrechnen, wie viel Kapitalvermögen man haben muss, um überhaupt steuerpflichtig zu werden. Denn die Zinsen sind runtergegangen, aber die Zinsfreibeträge sind noch die alten aus der Hochzinsphase.

blick in die kirche: Eigentlich gar kein Grund zur Aufregung, aber in der Presse wurde jetzt über deutlich gestiegene Kirchenaustrittszahlen berichtet.

Dr. Volker Knöppel: Das kann ich auch für unsere Landeskirche leider bestätigen. Wir stellen eine statistische Auffälligkeit im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber den Austrittszahlen des ersten Quartals des letzten Jahres fest. Wir sind überzeugt, dies geht ganz klar auf die Mitteilungen der Banken und auch auf Pressemeldungen über das automatisierte Einzugsverfahren zurück: Viele Menschen verstehen das falsch und glauben, nun wolle die Kirche auch noch an ihr Erspartes rangehen und dieses versteuern lassen. Deshalb ist es den Kirchen ganz wichtig, dass deutlich wird: Die «kleinen Leute» betrifft es nicht. Das machen ja die Steuerfreibeträge deutlich.

Linktipp:

Lesen Sie hier die ganze Ausgabe 6/2014:

ekkw.de/blick-in-die-kirche/(...)

Das Stichwort: Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Frankfurt a.M. (epd). Kirchensteuern auf Zinsgewinne werden ab dem kommenden Jahr automatisch von den Banken an die Finanzämter abgeführt. Dieses neue Verfahren soll den Aufwand für betroffene Steuerpflichtige erleichtern. Bisher mussten sie selbst tätig werden und den Einzug der Kirchensteuer bei ihrer Bank beantragen oder sie bei der Einkommensteuererklärung angeben. Die Kirchen betonen, dass es sich also weder um eine neue Steuer noch um eine Steuererhöhung handelt. Diese Steuerpflicht besteht vielmehr seit Jahren.

Das neue Verfahren greift erst, wenn die Zinsgewinne des angelegten Kapitals bei Ledigen 801 Euro und bei Verheirateten 1.602 Euro insgesamt überschreiten. Erst dann erhebt der Staat eine Kapitalertragssteuer von 25 Prozent. Auf diese 25 Prozent fallen in den meisten Bundesländern neun Prozent Kirchensteuer an. Diese Steuerpflicht besteht seit vielen Jahren. Wer weniger Zinsgewinne erwirtschaftet, zahlt darauf auch keine Steuern. Zuviel bezahlte Kirchensteuern werden über die Einkommensteuer zurückerstattet.

Mit dem neuen Verfahren wird den Banken vom Bundeszentralamt für Steuern verschlüsselt mitgeteilt, ob der Kontoinhaber Mitglied einer steuererhebenden Kirche oder Religionsgemeinschaft ist. Daraufhin leiten diese die fälligen Kirchensteuern über die Finanzämter an die entsprechende Religionsgemeinschaft weiter. Dafür war bisher eine gesonderte Zustimmung nötig, die nun entfällt.

Kirchenmitglieder, die das automatisierte Verfahren ablehnen, können ihm schriftlich widersprechen. In diesem Fall werden die Zinsgewinne über die Steuerklärung von den Finanzämtern nachversteuert. (20.08.2014)

Download:

Informationsblatt zu den Einnahmen und Ausgaben der Landeskirche mit Hinweisen zur Kirchensteuer und Abgeltungssteuer:

PDF-Dokument

Servicetelefon:

Fragen rund um die Kapitalertragssteuer beantwortet auch das EKD-Servicetelefon unter der kostenlosen Rufnummer 0800/5040602 (9-18 Uhr).

Statistik der EKKW

Hier finden Sie Zahlen zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Die jeweilige Statistik enthält Informationen zu:

  • Kirchenmitgliedschaft in der EKKW
  • Gottesdienstbesuchen
  • Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Bestattungen
  • haupt-, neben,- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • Einrichtungen in ev. Trägerschaft
  • Kirchliche Unterweisung, Kinder- und Jugendarbeit
  • Gemeindliche Aktivitäten
  • Finanzen / Haushalt (Einnahmen und Ausgaben)

Finanzen der Landeskirche

Zu den jährlichen Herbsttagungen der Landessynode legt der Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck den Synodalen einen Finanzbericht vor.

Im Bereich Synode dokumentieren wir die jeweiligen Tagungen. Dort finden Sie auf den jeweiligen Seiten der Tagungen die Wortlaute der Finanzberichte und weitere Informationen und Dokumente zu den Finanzen der Landeskirche.

Linktipp:

Über die Tagungen der Landessynode können Sie sich hier informieren:

ekkw.de/synode