Projektförderung Treffpunkt „Mach mit“ ! Evangelische Kirche bewilligt drei weitere Projekte der Aktion „Diakonische Gemeinde“ Während eines Treffens von Vertretern der bisherigen 10 Projekte der Aktion „Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen und gesellschaftliche Teilhabe fördern" der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck übergab der Präses der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dekan Rudolf Schulze, gemeinsam mit dem Landespfarrer für Diakonie, Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz, die Auszeichnung an drei weitere Kirchenkreise, die sich mit dem Thema „Armut" auseinandersetzen. Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hatte am 25. November 2008 anlässlich ihrer Herbsttagung in Hofgeismar eine Stellungnahme zur gestiegenen Armut in Deutschland abgegeben. Der Rat der Landeskirche wurde seinerzeit von der Landessynode beauftragt, Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Kirchengemeinden unterstützen, um Initiativen zur Armutsbekämpfung und Konzeptionen zur nachhaltigen Integration sozial benachteiligter Menschen zu entwickeln bzw. fortzuführen. Die Summe von 1 Million Euro über einen Zeitraum von vier Jahren wurde bereitgestellt, um in Kirchengemeinden entsprechende Projekte zu fördern.
Treffpunkt „Mach mit“ in Wolfhagen
Das Diakonische Werk Hofgeismar-Wolfhagen hat dieses Projekt gemeinsam mit der ev. Kirchengemeinde Wolfhagen und dem Kreisdiakonieausschuss des Kirchenkreises Wolfhagen entwickelt. Die Idee des Projektes ist, neben den schon vorhandenen Beratungsangeboten und anderen Hilfeleistungen (Tafel, Kleiderladen…) für Menschen mit geringem Einkommen die Möglichkeit zur Teilhabe zu schaffen. Die Zielgruppe sind Bezieher von sozialstaatlichen Leistungen (ALG II, Grundsicherung). Es sind neben den meist langzeitarbeitslosen Menschen auch Kinder, alte Menschen, Menschen mit Behinderungen, Wohnproblemen oder Migrationshintergrund.
Armut auch in Kirchengemeinden
Hierfür soll ein Treffpunkt aufgebaut werden, dessen Ziel es ist, die Zielgruppe zu aktivieren, ihre eigenen Kompetenzen zu entdecken, einzubringen, zu entwickeln und einen Ort des Miteinanders zu schaffen, damit sie wieder ein Selbstwertgefühl („Ich werde gebraucht“) bekommen. Es soll soziale Isolation aufgebrochen werden, indem ein Treffpunkt entsteht, wo sie erwünscht sind, sich angenommen wissen und sich auf dieser Grundlage trauen, aktiv zu werden.
Es ist geplant, den Treffpunkt räumlich mit der Wolfhager Tafel zu verknüpfen. Dies hat den Vorteil, dass schon die Wartezeit zu einem kommunikativen Miteinander genutzt werden kann, gleichzeitig erleichtert die räumliche Nähe den Zugang zu einem Teil der Zielgruppe, Verbindungen können geschaffen werden und niedrigschwellig für das Mitmachen in unserem Treffpunkt geworben werden.
Die Aktivitäten und das Angebot im neuen Treffpunkt werden davon abhängen, welche Interessen, Stärken und Kompetenzen die Nutzenden mitbringen. Sie werden an der Entwicklung des Treffpunkts beteiligt sein und sollen Hauptakteure desselben werden. Eigene Ideen der Initiatoren zur Ausgestaltung sind u.a. Essensangebote wie gemeinsames Frühstück, Kochgruppen, Mittagstisch oder Freizeitaktivitäten und Bildungsangebote (Hilfen bei Bewerbungen und Hausaufgaben, Vermittlungsbörse).
Über eine Verbindung der Kirchlichen Allgemeinen Sozial-und Lebensberatung, die vor Ort Sprechzeiten anbieten wird, soll die Anbindung an vorhandene Beratungs- und Hilfsangebote niedrigschwellig geschaffen werden.
Die Kreissynode des Kirchenkreises hat diese Thematik ausführlich bei ihren Tagungen 2010 und 2011 behandelt. Dazu hat sie eine Entschließung an die Kirchengemeinden verabschiedet „Komm, bau mit am Haus für eine bessere Zukunft…!“. Die Zahl von Menschen in Deutschland, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, nimmt in den letzten Jahren stetig zu, eine Vielzahl dieser Menschen lebt in den Kirchengemeinden. Die sozialidyllische Vorstellung, Armut und soziale Benachteiligung spiele in ländlichen Regionen wie denen in Kurhessen-Waldeck keine Rolle, entspricht nicht der Realität. Sozial benachteiligte Menschen - Menschen in Armut - leben zwar in unseren Kirchengemeinden zwischen Bad Karlshafen und Bergen-Enkheim, zwischen Korbach und Tann in der Rhön, sind dort aber oft im täglichen Gemeindeleben nicht sichtbar. Die fehlende Teilhabe von ärmeren Menschen am sozialen, politischen und kulturellen Leben setzt sich somit in den Kirchen vor Ort fort. Armut heißt nicht nur materielle Armut, sondern bedeutet darüber hinaus das Abgeschnitten sein von vielen Lebensbezügen. Die Aktion „Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen" zeigt, dass die Landeskirche sich dem Problem stellt, die Not der Menschen ernst nimmt und aktiv eine Unterstützung anbietet. Dabei geht es nicht nur darum, ihre wirtschaftlichen Lebenslagen zu verbessern, sondern sie konkret anzusprechen, ihre Kompetenzen wahrzunehmen und sie bei der Planung und Umsetzung der Projektideen von Anfang an zu beteiligen.
Kreissynode tagt am 18. Februar 2012
Am Samstag, 18. Februar 2012, 8.30 bis 12.30 Uhr, findet in Zierenberg im Christopherushaus die Kreissynode des Kirchenkreises Wolfhagen mit 74 Vertretern der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises unter der Leitung des Vorsitzenden, Herrn Rudolf Möse, statt.
Die Tagung beginnt mit einer Andacht in der Evangelischen Stadtkirche Zierenberg. Im Fokus dieser Kreissynode steht die Initiative zur Förderung der Arbeit mit Glaubenskursen für Erwachsene im Kirchenkreis. Der Kirchenkreisvorstand wird seinen Bericht abgeben, und es wird über die Berufung in den Kinder- und Jugendausschuss beraten. Ebenso soll die Jahresrechnung 2010 beschlossen werden.
Die Kreissynode tagt öffentlich.
(07.02.2012)

