Kirchspiel Istha mit den Kirchengemeinden Istha und Oelshausen

Kleine Isthaer Kirchengeschichte

12. Jahrhundert 
Der Dorf Istha ist sehr wahrscheinlich eine sehr alte Siedlung. Erste Erwähnungen finden sich in den Hasunger Urkunden: 1123 Iside; 1180 Isithe; 1253 Iste, 1258 Hyste; später hieß es auch Yste. Wie Gerhard Bätzing (1936 – 1956 Pfarrer in Istha) in seinem Büchlein „Die Pfarrer zu Istha“ ausführt, setzt sich der Ortsnahme Istha aus der Stammsilbe „is“ und dem Suffix „-ithi“ oder „-ide“ zusammen. Die Stammsilbe scheint dem Wort „Eis“ zu entsprechen und die etwas kältere Lage am Fuße des Isthaberges zum Ausdruck zu bringen.Es gab wohl auch ein Adelsgeschlecht im Raum Wolfhagen, dass sich nach dem Ortsnamen Istha nannte. Einer der ersten, die aufgeführt wurden, war im Jahr 1123 Adelbarth de Isede. Einige Bürgermeister Wolfhagens sind aus diesem Geschlecht hervorgegangen.

1291
Am 20. September wird ein Isthaer Pfarrer im Zusammenhang mit dem Verkauf von Gütern erwähnt: „plebanus de Isthe“ (plebanus ist die amtliche Bezeichnung eines Weltgeistlichen oder Leutepriesters im Gegensatz zu den Geistlichen / Mönchen in einem Kloster) - allerdings ohne Nennung seines Namens.

1524
werden durch Pfarrer Johann Pötter (von 1524 – 1564 in Istha) die Lehren Luthers verkündet. In seiner Zeit wird von einem wichtigen Vermächtnis berichtet, dass der Isthaer Kirche Besitztümer brachte. Bis dahin war sie wohl nur eine geringe und kleine Kapelle gewesen, die keine Zinsen und Renten einnahm.

1579 – 1583
ist die Vorgängerkirche unter dem Pfarrer Thielemann Dalwig „gebauet und ausgemahlet“ worden. Aus dieser Zeit stammt auch das Fresko mit der Paradiesszene an der Südwand der Kirche.

1607
An Ostern wird zum ersten Mal in Istha durch Pfarrer Georg Kessler (1606 bis 1635 in Istha) das Abendmahl nach reformatorischen Ritus gehalten.
 
1637
Am 16. August wurde das Dorf in den Wirren des 30-jährigen Krieges (1618-1648) verwüstet. „Viele Einwohner wurden ermordet, andere, die sich auf dem Kirchturm geflüchtet hatten, durch unten angezündetes Feuer erstickt“. Der damalige Pfarrer Magister Ludwig Faber (1635 - 1648 in Istha) erlebte die schwersten Kriegsjahre.
 
1743-1747
wurde das Kirchenschiff in seiner jetzigen Größe unter Pfarrer Johann Philipp Bockewitz (1740 – 1748 Pfarrer in Istha) gebaut.

1750
hat Pfarrer Johann Georg Fülling (1748-1767 in Istha) den Eingang im Kirchturm mit dem heute noch vorhandenen barocken Türsturz errichten lassen. Von ihm stammt auch die wertvolle Chronik des Siebenjährigen Krieges (1756-1763), in denen er seine Erlebnisse und die Begebenheiten in und um Istha schildert. Es werden aber auch die allgemeinen Kriegsgeschehnisse beschrieben.

1874
Im März wurde die Isthaer Kirche innen renoviert. Sie erhielt ihren blauen Sternenhimmel.

1945
Am Ostersonnabend, den 31. März, erlitten Mauerwerk und Dach des Kirchturms schwere Beschädigungen durch amerikanische Granaten. Eine Gruppe von 20 SS-Soldaten hatte sich am Ortsausgang Richtung Wolfhagen festgesetzt und mit schwerem Maschinengewehr einen amerikanischen Panzerspähwagen beschossen. Als Reaktion darauf wurde das Dorf zwischen 7 und 8 Uhr beschossen und zahlreiche Häuser wurden ebenfalls beschädigt.

1959-1960
erfolgte unter Pfarrer Karl Urbanke eine grundlegende Veränderung der Kirche. Der blau barocke Sternenhimmel wurde übermalt, die Emporen an der Nordwand und im Chorraum wurden entfernt, die Orgel kam von der Ostseite an die Westseite auf die Empore über den Eingangsbereich, die dazu verlängert wurde, der Kronleuchter wurde abgenommen und wahrscheinlich verschrottet, die Kanzel kam von der Südwand an die Nordwand und wurde auf einen klobigen Sandsteinsockel gestellt, einen Schalldeckel erhielt sie nicht mehr. Der Osteingang wurde nicht mehr genutzt, von innen wurde er mit einem Wandbehang mit der Darstellung des Sehmanns verhängt. Der Innenraum erhielt einen grauen tristen Anstrich.

1972
Im Sommer wurde das Kirchendach durch die Firma Kuhnert aus Wolfhagen erneuert. Der Lehrling Reinhard Pflug aus der Kirchengemeinde war bei den Arbeiten dabei. Kostenaufwand: 20.000 DM. Leider wurden die 4 kleinen Dachtürmchen nicht wieder erneuert.

1984
ließ Pfarrerin Irene Umbach einen “neuen“ Taufstein aufstellen. Ein altes Fundstück aus dem Pfarrgarten wurde ergänzt und dazu umgearbeitet.
 
2000
feierte die Kirchengemeinde das 250-jähriges Bestehen des Kirchenschiffes. Aus diesem Anlass schuf die Künstlerin Anna Pauli aus Köln ein Kirchenfenster zum Thema „Gemeinschaft“.

2001
wurde der Pfarrgarten an der Südseite des Kirchenschiffes im Rahmen der Dorferneuerung zum neuen Dorfplatz umgestaltet. Ein Brunnen mit Bronzeplastiken der Grebensteiner Künstlerin Karin Bormann-Roth mit dem Thema „Begegnung“ ist nun der optische Mittelpunkt des Dorfes.Ebenfalls wurde unter Mithilfe des Kirchenältesten Wilhelm Klapp (verstorben im Januar 2003) eine neue Linde gepflanzt. Sie erinnert an die große, etwa 300 Jahre alte Dorflinde, die 1962 gefällt wurde.

2002
Im Juli begann die grundlegende Renovierung der Isthaer Kirche. Im Zuge dieser Maßnahme erhielt die Decke wieder einen ultramarinblauen Sternenhimmel. Die Kanzel kam wieder an die Südseite, wurde wieder auf einen höheren Fuß gestellt und erhielt  einen neuen Schalldeckel und eine neue Bemalung. Den beiden Bankreihe links und rechts wurden vorn zwei Bänke entfernt und bei der Bankreihe an der Südseite hinten drei.

2003
Am Sonntag Invokavit, den 9 März, konnte die Kirche durch Prälatin Roswitha Alterhoff eingeweiht werden.

Die Oelshäuser Kirche

Mitten im Dorf - von Bauernhäusern umgeben - steht die Oelshäuser Kirche. Ihr rechteckiger Grundriss ist der einer Saalkirche. Es ist ein Steinbau mit einem Fachwerkoberge- schoss. Der älteste Teil ist die vermauerte Rechtecktür mit einem romanischen Tympanon. Sie befindet sich an der Nordwand unter der Turmmitte und stammt wahrscheinlich aus dem 11. Jahrhundert.

Zahlreiche Spuren vom Um- und Weiterbau zeigen, dass das Gotteshaus eine lange und bewegte Geschichte hinter sich hat. Eine am Turm in gotischen Ziffern eingehauene Jahreszahl weist auf Bautätigkeit im Jahr 1542 hin. Der Fachwerkaufsatz des Chores stammt aus dem Jahr 1674. Am Schwellholz des Fachwerks an der Ostseite findet sich folgende Inschrift:

„HERR GOTT BEWAHRE SO KIRCH SO GEMEINE ZV OELSHAUSEN IN FRIDE – SOLI DEO GLORIA – DANIEL VND CASTENMEISTER ANNO 1674  26 OCTOBER“.
An der Nordseite ist fortgesetzt:
„DIS IST DAS HAVS DA GOTT SEINES NAHMENS GEDÄCHTNIS GESTIFTET HATT.“
Im Jahr 1956 wurde eine „gründliche“ Renovierung des Kircheninnenraumes vorgenommen. Die Kirche erhielt einen neuen Altar mit der Inschrift:
„KOMMT, DENN ES IST ALLES BEREITET: LK 14,17.“

Der Taufstein aus dem Jahre 1597 erhielt seinen Platz in der Nische hinter dem Altar.
Die ursprüngliche Empore auf der Nordseite und eine Orgelempore hinter dem Altar aus dem 17. Jahrhundert wurden entfernt. Das Kircheninnere erhielt seine heutiges Aussehen.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche umgestaltet, erneuert und verändert. Das Anliegen der Menschen war, die Kirchen für ihre Gottesdienst entsprechend zu gestalten.
Zurzeit ist der Fachwerkaufbau und das Dach der Kirche in einem schlechten Zustand. Wir hoffen darauf, dass bald eine Restaurierung dieser Gewerke erfolgen kann, die dann eine Innenrenovierung nach sich ziehen wird. Dies geschieht - wie in den vergangenen Jahrhunderten auch – „SOLI DEO GLORIA“, allein Gott zur Ehre.

Die Kirchengemeinde Bründersen

Die Evangelische Kirchengemeinde Bründersen ist eine kleine, dörflich geprägte Kirchengemeinde mit ca. 530 Mitgliedern, die zum Kirchspiel Istha gehört, aber dennoch selbständig ist. Die Kirchengemeinde versteht sich als Teil der Dorfgemeinschaft mit einem eigenen Profil: "Im Glauben Gemeinschaft (er-)leben" - das ist unser Ziel. Im Vertrauen auf Gottes Verheißungen wollen wir unseren Glauben an alle Generationen im Ort weitergeben. Dazu laden wir herzlich ein zu unseren Gottesdiensten und allen weiteren Aktivitäten unserer Gemeinde. Im Zentrum unseres Gemeindelebens steht unsere Kirche, die im Jahr 1742 auf den Mauern eines Vorgängerbaus errichtet wurde. Der Altar der Kirche stammt aus dem Jahr 1754 und trägt als Inschrift das Wort aus Joh 6, 55: "Denn mein Fleisch ist die wahre Speise und mein Blut ist der wahre Trank.". Seit mehr als 250 Jahren versteht sich die Kirchengemeinde als Abendmahlsgemeinschaft mit Christus als ihrem Herrn - und setzt so das Leitbild unseres Kirchenkreises "Miteinander den Glauben leben an einem von Gott gedeckten Tisch" in die Tat um. Das sind unsere Aktivitäten: Gemeinsam mit der Kirchengemeinde Naumburg-Ippinghausen betreiben wir eine Evang. Kindertagesstätte in Ippinghausen. Wir bieten zwei wöchentliche Jungschargruppen und eine monatliche Kinderkirche an. Der Konfirmandenunterricht findet in zwei Gruppen wöchentlich statt. Wir gestalten den örtlichen Seniorennachmittag mit, veranstalten Projekte zum Weltgebetstag und Gemeindefeste und laden zu unseren Gottesdiensten - nicht nur in die Kirche - ein.

Pfarrer Wolfgang Hanske

 
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Ihr Pfarrer

Pfarrer Wolfgang Hanske

Kasseler Str. 37
34466 Wolfhagen-Istha

Telefon: (05692) 5797
Telefax: (05692) 992795

E-Mail: Pfarramt.Istha@ekkw.de

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Das Ev. Gemeindehaus steht auch für private Feierlichkeiten zur Verfügung!

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