Überschrift: Kirchenkreis Ziegenhain Überschrift: Kirchenkreis Ziegenhain

Stellvertreter des Bischofs besucht die Region

Am 1. Februar 2019 hat Propst Helmut Wöllenstein aus Marburg den Kirchenkreis Ziegenhain besucht, der jetzt zum neuen Sprengel Marburg gehört.

Dekan Christian Wachter begrüßte den bischöflichen Stellvertreter morgens in der Holzburger Kirche. 

Seit den 70er Jahren befinden sich in dieser Kirche fünf Holzfiguren, die ursprünglich in der Marburger Elisabethkirche, an der Propst Wöllenstein derzeit eine Pfarrstelle innehat, zu Hause waren und, als sie dort nach einer Umgestaltung der Kirche nicht mehr gebraucht wurden, durch den damaligen Gemeindepfarrer Metz in die traditionell lutherische Kirche nach Holzburg geholt wurden. Die Mitglieder des Kirchenvorstandes  Herr Herrmann,  Herr Krähling und Frau Petersohn begrüßten den Besucher.

 

Anschließend wurde in Neukirchen eins der beiden neu eingerichteten Kirchenbüros des Kirchenkreises Ziegenhain visitiert. Propst Helmut Wöllenstein hat dort ein Gespräch mit der Trutzhainer Gemeindepfarrerin Anke Breidenbach geführt, vor allem aber mit den beiden Assistentinnen Natalie Miller und Janina Riebeling, die seit September 2018 die kirchlichen Kooperationsräume A5, Schwalm-Knüll und Frielendorf-Landsburg betreuen. Das Kirchenbüro ist vor einem guten halben Jahr in die Räume des Evangelischen Gemeindehauses in Neukirchen eingezogen. Die beiden Verwaltungsassistentinnen unterstützen alle haupt - und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in den Kirchengemeinden in der Organisation und in allen Verwaltungsangelegenheiten und sie sorgen an jedem Vormittag in der Woche dafür, dass Kirche erreichbar und ansprechbar ist und wird von Anbeginn gut angenommen. Dekan Christian Wachter ist es ein Herzensanliegen, dass mit den Assistenzen die Gemeindearbeit über die Genzen von Kirchengemeinden hinaus gestärkt wird und dass Pfarrerinnen und Pfarrer künftig mehr Zeit für die eigentlichen Aufgaben ihres Berufes haben.

 

Mit dem Mittagsläuten traf sich der Propst auf dem Schönberg mit Pfarrer Thomas Lux, der ihm die Architektur und die Geschichte der dortigen Kapelle mit ihrem romanischen Ursprung nahe brachte. Pilger machten sich im Mittelalter auf den Weg zu diesem alten Heiligtum, das schon in vorchristlicher Zeit der Begegnung mit den Heiligen diente und dann in der Tradition des Bonifatius zu einem christlichen Ort der Andacht und des Gebets ausgestaltet worden ist. Heute ist es ein Ort der Einkehr und der Stille und im Jahreskreis der Kirchengemeinde Röllshausen regelmäßig auch ein Ort für Gottesdienste, Taufen und Trauungen.

 

Zum  Mittagessen hatte wie jeden Freitag der Gemeindemittagstisch in Ziegenhain eingeladen, und der Propst konnte sich zum einen von der guten Qualität des Essens vor allem aber auch von dem besonderen sozialen Wert dieser Einrichtung überzeugen. Zusammen mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der Küche und im Tischdienst stellte der Koordinator Günther Pukat dieses diakonische Projekt der Kirchengemeinde Ziegenhain vor: „Seit 7 Jahren öffnen wir die Türen des Gemeindehauses für alle Menschen und bieten insbesondere denen, die einsam sind und Menschen die mit wenig Geld auskommen müssen, an jedem Freitag im Jahr ein liebevoll zubereitetes Mittagessen und Tischgemeinschaft an.“ Edelgard Schwalm, die als Kirchenvorsteherin von Anfang an dieses Projekt mit aufgebaut hat, ergänzte: „Wir setzen uns mit an den Tisch und hören unseren Gästen zu, wenn sie von ihrem Leben von Sorgen und Freuden erzählen. Der Gemeindemittagstisch stiftet  immer wieder auch Freundschaften und Beziehungen. 60-70 Menschen können wir ganz regelmäßig als unsere Gäste begrüßen.“

 

Ein weiteres diakonisch ausgerichtetes Projekt konnte der Propst schließlich in der Treysaer Altstadt kennenlernen. Der Ehrenamtskoordinator des Kirchenkreises Daniel Helwig stellte  den „Werkraum“ vor zusammen mit Sigrid Lorey, die als Bundesfreiwilligendienstlerin dort arbeitet  und dort insbesondere die Nähkurse begleitet und für das Ambiente der Räumlichkeiten sorgt. Zuletzt startete im Werkraum ein Repair-Café. Vor allem Männer bringen sich dort ein und helfen den Kunden Bei der  Reparatur von Gegenständen und Gerätschaften aus dem Haushalt, die diese mitbringen, weil sie sie nicht wegwerfen, sondern gerne weiter nutzen möchten. 

Daniel Helwig: „Wir bieten dem ehrenamtlichen Interesse und Engagement der Menschen einen Raum und Ort der Ermöglichung und der Begegnung. Wir fördern Initiativen und sind bestrebt das Interesse derer, die sich engagieren wollen, mit denen zusammenzubringen, die eine Idee oder eine Begabung haben oder die Unterstützung benötigen. Nicht zuletzt liegt uns das Thema der Nachhaltigkeit am Herzen. Dabei staunen wir und wir freuen uns, wie viele Menschen sich davon ansprechen lassen und auf das Angebot mit Neugierde und Bereitschaft reagieren.“

 

Zuletzt führte der Propst an diesem Tag in der Alten Festungsschule neben der Schlosskirche ein Gespräch mit Mitgliedern des Kirchenkreisvorstandes. Insbesondere  mit den Fragen rund um die anstehende Fusion der drei bisher noch bestehenden Kirchenkreise im Schwalm-Eder-Kreis beschäftigten sich die kirchlichen Gremien in dieser Zeit. Welche Ideen und Chancen wird uns der fusionierte Kirchenkreis bieten? Was verlieren wir? Was können und dürfen wir von dem einbringen, was sich im Kirchenkreis Ziegenhain bewährt hat und somit auch den neuen Kirchenkreis bereichern kann? Wieviel selbstbezogenes Regionaldenken können wir uns im neuen Kirchenkreis, der ja zu einer erkennbar gemeinsamen Einheit zusammenwachsen soll, künftig noch leisten, und wieviel notwendige Regionalität werden wir unbedingt brauchen, um gemeinsam mit den Menschen vor Ort kirchliches Leben gut und kreativ zu gestalten? Was gewinnen wir durch die größere Einheit und durch die Gemeinschaft mit den Kirchenkreisen im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis? Was geben wir aber auch auf?

An diesem Nachmittag war Zeit Fragen zu stellen, aufeinander zu hören, einander kennen zu lernen und im Gespräch Ideen für eine gute Zukunft auszutauschen. Es wird in den nächsten Jahren spannend sein, wie die Verantwortlichen im Miteinander gute und das kirchliche Leben befördernde Antworten suchen, finden und gemeinsam gestalten. 

Propst Helmut Wöllenstein bedankte sich zuletzt bei allen Beteiligten für das bunte und informative Programm  dieses Tages und er freut sich ausdrücklich auf die neue Aufgabe mit ihren besonderen Herausforderungen im nun neu strukturierten Sprengel Marburg.

 

Propst Helmut Wöllenstein zu Besuch im Kirchenkreis Ziegenhain


Gemeindemittagstisch Ziegenhain, Foto: CW

Werkraum Treysa, Foto: CW

Kirche Holzburg, Foto: CW

Kirchenbüro Neukirchen, Foto: CW

Kapelle Schönberg, Foto: CW

(05.02.2019)