Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Pressemitteilung zum Tag des Ehrenamtes

Zum vierten Mal hat Daniel Helwig den internationalen Tag des Ehrenamts organisiert, um auf eine Gruppe Ehrenamtlicher hinzuweisen, die in der Kirche engagiert sind. Kirchensängerinnen und Kirchensängerin aus dem Dekanat Ziegenhain hat er gesucht und angeschrieben. Zunächst waren dies drei Frauen. Ulrike Brenzel aus Ziegenhainer, Christiane Stehl aus Wiera und Elisabeth Dittschar aus Willingshausen haben im Jahr 2019 die Ausbildung in Felsberg unter der Anleitung von Bezirkskantorin Birgit Käfer absolviert. Jetzt in der Coronakrise wurden sie in den Gemeinden gefragt, ob sie denn auch einmal bereit wären solistisch zu singen. Sie haben gerne zugesagt und gesungen. Bald schon haben sich auch andere Gemeindeglieder interessiert gezeigt und bereit erklärt, einmal das Singen im Gottesdienst zu übernehmen. 13 von ihnen wurden schließlich zum Ehrenamtstag eingeladen. 7 Sängerinnen und Sänger konnten teinehmen. Am 5.12. wurde ihnen in einem Gottesdienst in der Schlosskirche für ihren Dienst gedankt und sie erzählten aus ihrem Dienst. In seiner Predigt wies Dekan Christian Wachter darauf hin, dass die menschliche Stimme mit ihrem Gesang die Herzen berührt, im Glauben stärkt und bewegt. In diesem besonderen Gottesdienst durfte er es selbst erleben. Begleitetet von Bezirkskantor Jens Koch an der Orgel sangen mit großem Abstand untereinander und zur Gemeinde  Ulrike Brenzel, Elisabeth Stehl und Christiane Stehl „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.“, und alle anderen sangen berührt im Herzen mit.

 

Interview mit Bezirkskantorin Birgit Käfer

  • Wachter: Frau Käfer, Sie sind Bezirkskantorin in Homberg an der Reformationskirche: Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Titel „Kantorin?“

Käfer: Ursprünglich waren die Kantoren die Vorsänger der Gemeinde, später kamen Chöre und die Chorleitung dazu und schließlich die ganze musikalische Begleitung der Gottesdienste und dort sehr exponiert das Orgelspiel. Als Bezirkskantorin bin ich zusätzlich für die Ausbildung von Nachwuchs im Zusammenspiel mit der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte in Schlüchtern verantwortlich. Im Kirchenkreis Schwalm Eder gibt des derzeit vier Bezirkskantorinnen und -Kantoren in Melsungen, Fritzlar, Homberg und in Ziegenhain. Der Titel „Kantor“ kann auch als Ehrentitel verliehen werden.

  • Wachter: Sie haben mitgewirkt an der Ausbildung unserer Kirchensänger/innen. Was war damals die Intension?

Käfer: Als vor drei Jahren die Ausbildung begonnen hat, war unsere Intension Männer und Frauen auszubilden, die sonntags oder auch zu Beerdigungen den Gemeindegesang unterstützen und die auch, wenn einmal niemand da ist, der oder die die Orgel spielen kann, das Singen der Gemeinde ohne instrumentale Begleitung anleiten können.

  • Wachter: Wie erleben Sie den Einsatz der Kirchensänger/innen in dieser besonderen Notzeit?

Käfer: Es tut einfach gut, Menschen zu haben, die jetzt, wo das Singen der Gemeinde nicht erlaubt werden kann, solistisch singen, Lieder zum Klingen bringen und damit die Herzen der Menschen berühren. Dies entspricht nicht der ersten Intension und um so schöner ist es, dass wir jetzt in der Notlage dennoch darauf zurückgreifen können. Inzwischen hat dies auch weitere Gemeindeglieder angeregt, den Gesang im Gottesdienst zu übernehmen. Dass ist ein schöner Effekt.

  • Wachter: Krisen verändern Menschen und Gemeinschaften. Wie wird die Krise uns verändern? Was wird musikalisch in unseren Gottesdiensten nach Corona anders sein?

Käfer: Die jetzt entstehende Sehnsucht nach eigenem Gesang lehrt uns das einst Selbstverständliche als etwas Wertvolles wahrzunehmen. Nach der Krise werden wir bewusster und mit großer Freude singen. Vielleicht etablieren sich aber auch solistische Formate oder auch Lieder, die eigentlich eine Vorsängerin oder einen Vorsänger vorgesehen haben und die Gemeinde antwortet dann als Chor mit einem Kehrvers. Sicher werden wir die Ausbildung mit den neuen Erfahrungen überdenken und weiterentwickeln. Heute hat sich aus dem Kreis der Geehrten eine erste Interessentin für den nächsten Ausbildungsgang angemeldet.

  • Wachter: Ich danke Ihnen für das Gespräch.

 

 

 

Herzliche Grüße, 

Christian Wachter

 

 

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(08.12.2020)