Evangelischer Kirchenkreis Schwalm Eder - Dekanat Ziegenhain

Männerwanderung im Pfälzer Wald

Unter der Reiseleitung von Pfarrer Matthias Müller (Schrecksbach) ging es gleich am ersten Tag direkt von der Jugendherberge in Dahn auf den „Dahner Felsenpfad“ (13 km). Hier gab es zahlreiche Postkartenmotive zu entdecken. Festes Quartier während der gesamten Freizeit war die Jugendherberge in Dahn (Landkreis Südwestpfalz).

Am zweiten Tag folgte eine Wanderung (18 km) im deutsch-französischen Grenzgebiet mit gleich vier Burgen in Frankreich. Immer wieder waren steile Aufstiege zu bewältigen. Außergewöhnlich schöne Ausblicke insbesondere vom Turm der Hohenbourg ließen die Wandergruppe staunen über die riesige Ausdehnung des Pfälzer Waldes.

Die imposante Ruine von Burg Drachenfels und der Burgenkomplex „Altdahn“ waren die Höhepunkte der dritten Wandertour (18 km). Willkommene Pausen gab es jeden Tag im Außenbereich der hervorragend geführten Waldgaststätten des Pfälzerwaldvereins. Mit Getränken, Kuchen und auch dem berühmten Pfälzer Saumagen wurde man dort gut versorgt.

An ausgewählten Punkten der Strecken informierte Pfarrer Müller geschichtlich und kulturell über die Region; tägliche Andachten im Grünen gehörten selbstverständlich dazu. So war man bei den beiden großen Wanderungen alles in allem gut acht Stunden „an der frischen Luft“.

Am letzten Tag wanderte die Gruppe über Nachbarburgen zur Burg Trifels (7 km). Dort wurden über zweieinhalb Jahrhunderte im Hochmittelalter die Reichsinsignien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aufbewahrt. Heute kann man auf Burg Trifels Nachbildungen bestaunen; die Originale befinden sich im Kunsthistorischen Museum in Wien. Die erste Bauphase der Reichsburg geht auf Kaiser Barbarossa („Rotbart“, Friedrich I.) zurück. Die Gefangenschaft des englischen Königs Richard Löwenherz (1193) gehört zu den Ereignissen, die mit der Burg verknüpft sind.

Auf der Rückfahrt gab es Gelegenheit zum Mittagessen in Speyer. Eine Archäologin, die z.B. auch bei Ausgrabungen am Kölner Dom dabei war, führte nach der individuellen Mittagspause die Gruppe sehr kenntnisreich und mit spannenden Berichten durch den Dom von Speyer und insbesondere durch dessen Krypta (Unterkirche) und unterirdische Grablege. Hier liegen vier Kaiser, vier Könige, deren Ehefrauen und mehrere Bischöfe begraben. Diese historische Bedeutsamkeit ist einmalig in Deutschland. Das romanische Kirchenschiff wiederum ist das längste seiner Art nördlich der Alpen.

Eine gute Heimfahrt am frühen Sonntagabend beendete schließlich das verlängerte Wochenende. Insbesondere die kameradschaftliche, frohe Atmosphäre der vier Tage und die abwechslungsreichen Touren mit ihren unterschiedlichen Zielen wurden von den Wanderern bei der Ankunft in Schrecksbach noch einmal mit Begeisterung zur Sprache gebracht.

(13.10.2021)