Themenschwerpunkte: Evangelische Kirche und Diakonie starten Aktion #wärmewinter

Hannover (medio). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Diakonie Deutschland rufen angesichts der hohen Belastung vieler Menschen durch die gestiegenen Energiepreise die Aktion #wärmewinter ins Leben. Mit möglichst vielen Ideen und gemeinsamen Aktivitäten und Angeboten sollen vor Ort sichtbare und öffentliche Zeichen gegen soziale Kälte und für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe gesetzt werden.

Außerdem soll die Aktion auf die vielen bereits bestehenden Angebote von Kirche und Diakonie hinweisen, darunter zum Beispiel die Allgemeine Sozialberatung oder die Schuldnerberatung. In einem gemeinsamen Brief der Ratsvorsitzenden der EKD, Annette Kurschus, und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie heißt es: «Wir sind in unserer christlichen Verantwortung dazu gerufen, der Kälte mit Herzenswärme zu begegnen. Es gilt, unsere Räume all jenen zu öffnen, die Hilfe benötigen, und uns für diejenigen einzusetzen, deren Stimmen nicht gehört werden.» 

Beide bitten in dem Brief darum: «Stellen Sie Ihre konkreten Angebote wie gemeindliche oder diakonische Wärmestuben, Sonntagsangebote nach dem Gottesdienst, Essenausgaben, Gesprächs- und Beratungsangebote und vieles andere mehr unter diese gemeinsame Überschrift. Damit soll deutlich und öffentlich sichtbar werden: Für uns ist jeder Mensch ein Ebenbild Gottes. Wir treten handfest, verlässlich und wirksam für Versöhnung und Gerechtigkeit vor Ort ein.»

Handlungsempfehlungen für Gemeinden

In eigens für die Aktion entwickelten Empfehlungen unter dem Titel «Was Kirchengemeinden für Betroffene der Energiekrise tun können» wird beispielhaft beschrieben, wie Menschen jetzt nicht allein gelassen werden und was man sozialer und realer Kälte mit Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit entgegensetzen kann. Zu den Anregungen gehören u.a. Gemeinderäume als «Wärmeinseln» zu nutzen und dort warme Getränke vorzuhalten oder sich mit Ansprechpartnern und Ansprechpartnerinnen auf Ebene der Kirchenkreise und der Diakonie zu vernetzen. Menschen in akuter Not könnten zudem auf Ansprüche hingewiesen und Kontakte vermittelt werden. Außerdem wird vorgeschlagen, Gemeinde-Notfonds einzurichten, über die unkompliziert Spendengelder gesammelt werden können.

2022-10-11 36262

Gemeinsam durch die Energiekrise
Evangelische Kirche und Diakonie starten Aktion #wärmewinter

Evangelische Kirche und Diakonie starten Aktion #wärmewinter
(Grafik: Diakonie Deutschland)

Hannover (medio). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Diakonie Deutschland rufen angesichts der hohen Belastung vieler Menschen durch die gestiegenen Energiepreise die Aktion #wärmewinter ins Leben. Mit möglichst vielen Ideen und gemeinsamen Aktivitäten und Angeboten sollen vor Ort sichtbare und öffentliche Zeichen gegen soziale Kälte und für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe gesetzt werden.

Außerdem soll die Aktion auf die vielen bereits bestehenden Angebote von Kirche und Diakonie hinweisen, darunter zum Beispiel die Allgemeine Sozialberatung oder die Schuldnerberatung. In einem gemeinsamen Brief der Ratsvorsitzenden der EKD, Annette Kurschus, und Diakonie-Präsident Ulrich Lilie heißt es: «Wir sind in unserer christlichen Verantwortung dazu gerufen, der Kälte mit Herzenswärme zu begegnen. Es gilt, unsere Räume all jenen zu öffnen, die Hilfe benötigen, und uns für diejenigen einzusetzen, deren Stimmen nicht gehört werden.» 

Beide bitten in dem Brief darum: «Stellen Sie Ihre konkreten Angebote wie gemeindliche oder diakonische Wärmestuben, Sonntagsangebote nach dem Gottesdienst, Essenausgaben, Gesprächs- und Beratungsangebote und vieles andere mehr unter diese gemeinsame Überschrift. Damit soll deutlich und öffentlich sichtbar werden: Für uns ist jeder Mensch ein Ebenbild Gottes. Wir treten handfest, verlässlich und wirksam für Versöhnung und Gerechtigkeit vor Ort ein.»

Handlungsempfehlungen für Gemeinden

In eigens für die Aktion entwickelten Empfehlungen unter dem Titel «Was Kirchengemeinden für Betroffene der Energiekrise tun können» wird beispielhaft beschrieben, wie Menschen jetzt nicht allein gelassen werden und was man sozialer und realer Kälte mit Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit entgegensetzen kann. Zu den Anregungen gehören u.a. Gemeinderäume als «Wärmeinseln» zu nutzen und dort warme Getränke vorzuhalten oder sich mit Ansprechpartnern und Ansprechpartnerinnen auf Ebene der Kirchenkreise und der Diakonie zu vernetzen. Menschen in akuter Not könnten zudem auf Ansprüche hingewiesen und Kontakte vermittelt werden. Außerdem wird vorgeschlagen, Gemeinde-Notfonds einzurichten, über die unkompliziert Spendengelder gesammelt werden können.

Geleitwort der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland und des Präsidenten der Diakonie Deutschland zur Aktion:

TU DEINEN MUND AUF FÜR DIE STUMMEN UND FÜR DIE SACHE ALLER, DIE VERLASSEN SIND. (Sprüche 31,8)

Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, welch nahezu bedrohlichen Beiklang das unscheinbare Wort «Heizperiode» bekommen könnte? Der Winter naht, und alles wird teurer: Fortbewegung, Essen, Wohnen. Viele sorgen sich vor der Kälte. Vor der fühlbaren Kälte in den eigenen vier Wänden – und vor der bürokratischen Kälte in den Kündigungsschreiben von Energieversorgern und Vermietern.

In einer Krise diejenigen zu unterstützen, die auf die Solidarität der Stärkeren angewiesen sind - das ist ein Kernversprechen des demokratischen Sozialstaats und eine Grundfeste einer solidarischen Gesellschaft. Und das werden wir gegenüber der Politik auch weiter einfordern.

Gleichzeitig kommt uns als Kirche und Diakonie in diesem Winter eine besondere Aufgabe zu: Wir sind in unserer christlichen Verantwortung dazu gerufen, der Kälte mit Herzenswärme zu begegnen. Es gilt, unsere Räume all jenen zu öffnen, die Hilfe benötigen, und uns für die­ jenigen einzusetzen, deren Stimmen nicht gehört werden.

Darum wollen wir unter dem Kampagnenmotto #wärmewinter weitere Orte schaffen, an denen sich Betroffene Hilfe holen und sich infor­ mieren können. Aber es soll auch ganz praktische Angebote geben: wie eine warme Mahlzeit, Dusch­ und Waschmöglichkeiten oder Gesprächsangebote. Wir wollen bestehende Angebote noch sichtbarer machen. Und wir wollen Kirchengemeinden, kirchliche und nicht-kirchliche Initiativen, Vereine und Nachbarschaften und Einrichtungen der Diakonie ermutigen, weitere wärmende Orte zu schaffen und sich zu vernetzen.

Der Winter naht, und es ist Zeit, deutlich zu reden und entschieden zu handeln. Mit dem #wärmewinter setzen wir ein Zeichen für Solidarität und Zusammenhalt: Wir wollen niemanden allein lassen und der sozialen und realen Kälte Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit entgegensetzen! Denn wir gehören zusammen. Wir werden alles tun, dass diese Verbundenheit uns durch den Winter trägt.

Annette Kurschus, EKD­-Ratsvorsitzende 
Ulrich Lilie, Diakonie-­Präsident

Fotos entnommen aus der EKD-Handreichung «Was Christ:innen zum Einsatz in der Energiekrise motiviert».

Arbeitshilfen zum Download

Das Geleitwort stammt aus der Handreichung «Was Christ:innen zum Einsatz in der Energiekrise motiviert». Die Publikation enthält Informationen zum Umgang mit der Energiekrise in Deutschland aus evangelischer Sicht. Darin finden sich praktische und geistliche Impulse, die zu weiteren Initiativen vor Ort unter der Überschrift #wärmewinter ermutigen sollen.

In den Handlungsempfehlungen «Was Kirchengemeinden für Betroffene der Energiekrise tun können» wird beispielhaft beschrieben, wie Menschen jetzt nicht allein gelassen werden und was man sozialer und realer Kälte mit Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit entgegensetzen kann. (11.10.2022)


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In unserem Schwerpunkt «#Wärmewinter: Gemeinsam durch die Energiekrise» finden Sie weitere wichtige Informationen rund um das Thema Kirche und Energiekrise:

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Sonderseiten der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Diakonie Deutschland zum Thema: