EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Aschermittwoch und Fastenzeit 2020-02-19 3195


Aschermittwoch und Fastenzeit

 
(Foto: medio.tv/schauderna)

Mit dem Aschermittwoch beginnt die rund 40-tägige Fasten- oder Passionszeit vor Ostern. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näher zu kommen. Im Themenschwerpunkt auf ekkw.de finden Sie Meldungen, Hintergrundinformationen und Berichte zur Passionszeit.


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EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Aschermittwoch und Passionszeit

Frankfurt a.M. (epd). Mit dem Aschermittwoch beginnt die rund 40-tägige Fasten- oder Passionszeit vor Ostern. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein oder auch auf den Fernsehkonsum gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näher zu kommen. Zugleich soll das Fasten zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Gottes Schöpfung anregen.

In der katholischen Kirche zeichnet der Priester ein Aschenkreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. In der evangelischen Kirche beteiligen sich jedes Jahr mehr als zwei Millionen Teilnehmer an der Fasteninitiative «Sieben Wochen Ohne», um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. In diesem Sinne wird Buße auch als Rückkehr zu einem Leben verstanden, das sich an den Geboten Gottes orientiert.

Fastenzeiten sind in fast allen Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren. Viele Menschen schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (22.02.2012)

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Aschermittwoch und Passionszeit

 

Frankfurt a.M. (epd). Mit dem Aschermittwoch beginnt die rund 40-tägige Fasten- oder Passionszeit vor Ostern. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein oder auch auf den Fernsehkonsum gilt als Symbol der Buße und der spirituellen Erneuerung. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näher zu kommen. Zugleich soll das Fasten zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Gottes Schöpfung anregen.

In der katholischen Kirche zeichnet der Priester ein Aschenkreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. In der evangelischen Kirche beteiligen sich jedes Jahr mehr als zwei Millionen Teilnehmer an der Fasteninitiative «Sieben Wochen Ohne», um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. In diesem Sinne wird Buße auch als Rückkehr zu einem Leben verstanden, das sich an den Geboten Gottes orientiert.

Fastenzeiten sind in fast allen Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren. Viele Menschen schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (22.02.2012)


EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck lädt zum Klimafasten ein

Kassel (medio). Unter dem Motto «So viel du brauchst...» lädt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck auch in diesem Jahr zum «Klimafasten» ein. Die Aktion «Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit» soll Gemeindeglieder dazu motivieren, in der Passionszeit einen klimafreundlicheren Lebensstil zu erproben. An der Aktion, die 2020 bereits zum vierten Mal durchgeführt wird, beteiligen sich insgesamt zwölf evangelische Landeskirchen und vier katholische Bistümer.

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«So viel Du brauchst...»
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck lädt zum Klimafasten ein

Kassel (medio). Unter dem Motto «So viel du brauchst...» lädt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck auch in diesem Jahr zum «Klimafasten» ein. Die Aktion «Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit» soll Gemeindeglieder dazu motivieren, in der Passionszeit einen klimafreundlicheren Lebensstil zu erproben. An der Aktion, die 2020 bereits zum vierten Mal durchgeführt wird, beteiligen sich insgesamt zwölf evangelische Landeskirchen und vier katholische Bistümer.

Motiv zur Kampagne 2020 (Grafik: klimafasten.de)

Bischöfin Dr. Hofmann: Passionszeit bietet Möglichkeit zur Umkehr und Richtungsänderung

Bischöfin Dr. Beate Hofmann wirbt für die Teilnahme an der Aktion. In ihrem Schreiben an die Kirchengemeinden stellt sie einen Bewusstseinswandel bei vielen Menschen fest: «Durch die alarmierenden Nachrichten über die weltweite Zunahme von katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise erkennen immer mehr Menschen die Notwendigkeit der Umkehr und der Suche nach neuen Lebensstilen.» Dies hätten auch die Demonstrationen und Klimastreiks im letzten Jahr gezeigt. Die Bischöfin mahnt: «Wir sind politisch und privat, aber auch kulturell und spirituell herausgefordert, die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abzuwenden und den folgenden Generationen kein katastrophales Erbe zu hinterlassen.» Die Passionszeit biete eine besondere Möglichkeit, sich von Gott fragen zu lassen, wo Umkehr oder Richtungsänderungen erforderlich seien: «In einer Gesellschaft, die zu großen Teilen vom Überfluss gekennzeichnet ist, gehören dazu die Fragen, wie viel wir wirklich brauchen und wie die Güter der Erde gerecht geteilt werden können,» so die Bischöfin.

Broschüre «So viel du brauchst...» führt durch Fasten- und Passionszeit

Die Broschüre mit dem Titel «So viel du brauchst…» führt durch die sieben Wochen der Fasten- und Passionszeit. Jede Woche gibt es Impulse zu einem der Themenschwerpunkte: Ökologischer Fußabdruck, Energie, Lebensmittelretten, Elektronik-Konsum, nachhaltiges Reisen, plastikfreies Leben, Kraft zur Veränderung. Die Broschüre und weitere Materialien können digital im Internet unter www.klimafasten.de/material/download heruntergeladen werden. «Ich wünsche mir, dass auch die ländlichen Gemeinden den Klimaschutz zum Thema machen», so Pfarrer Stefan Weiß, Klimaschutzmanager der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Als Druckversion sei die Broschüre bereits vergriffen, so Weiß. E-Mail-Infokontakt zur Aktion: klimafasten@ekkw.de

Besondere Formate zum Klimafasten

Viele Kirchengemeinden begleiten die Fastenaktion mit besonderen Veranstaltungen. Das Spektrum reicht von Gesprächsrunden und Passionsandachten bis zu einer Reihe von Social-Media Aktivitäten auf instagram und facebook (#sovieldubrauchst). (06.03.2020)

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Weitere Informationen zur Fastenaktion «So viel Du brauchst...» mit Material-Downloads und Bestellmöglichkeiten finden Sie im Internet unter:

EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Fastenaktion «7 Wochen Ohne» steht in diesem Jahr unter dem Motto «Zuversicht»

Marburg (epd). «7 Wochen Ohne» ist die bundesweite jährliche Fastenaktion der evangelischen Kirche zwischen Aschermittwoch (26. Februar) und Ostern (12. April). In der Fasten- oder Passionszeit erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bereiten sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von der Auferstehung. Die Aktion «7 Wochen Ohne» soll helfen, diese Wochen bewusst zu erleben und zu gestalten.

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Sieben Wochen ohne Pessimismus
Fastenaktion «7 Wochen Ohne» steht in diesem Jahr unter dem Motto «Zuversicht»

Marburg (epd). «7 Wochen Ohne» ist die bundesweite jährliche Fastenaktion der evangelischen Kirche zwischen Aschermittwoch (26. Februar) und Ostern (12. April). In der Fasten- oder Passionszeit erinnern Christen an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bereiten sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von der Auferstehung. Die Aktion «7 Wochen Ohne» soll helfen, diese Wochen bewusst zu erleben und zu gestalten.

Motiv zur Kampagne 2020 (Grafik: 7wochenohne.de)

Die Kampagne wurde vor mehr als 30 Jahren gegründet und steht in diesem Jahr unter dem Motto «Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus». Der zentrale Eröffnungsgottesdienst ist für den 1. März in der Evangelischen Kirchengemeinde Lukas und Paulus in Marburg geplant und wird live im ZDF übertragen.

Koordiniert wird die Aktion von einem Projektbüro im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main. Traditionell greifen viele Kirchengemeinden das aktuelle Thema von «7 Wochen Ohne» auf und gründen Fastengruppen. Eine App, ein Kalender, ein Begleitbuch und Fastenmails bieten Anregungen, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Eröffnungsgottesdienst live im ZDF aus Marburg

Der zentrale Eröffnungsgottesdienst der Fastenaktion «Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus» ist am 1. März in der Evangelischen Kirchengemeinde Lukas und Paulus in Marburg geplant. Der Gottesdienst wird live im ZDF übertragen. Beginn ist um 9.30.

Die Fastenaktion wird koordiniert von einem Projektbüro im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main. Zum GEP gehört auch die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd). (19.02.2020)

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Die Internetseite zur Aktion «7 Wochen Ohne» finden Sie unter:

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«Engel fragt» heißt die Sendereihe im hr-fernsehen, die sich mit Themen rund um Ethik und Religionen beschäftigt. Gemeinsam mit einem Kamerateam begibt sich hr-Moderator Philipp Engel auf die Suche nach Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit. Diesmal geht es um die Frage «Fasten, was bringt mir das?»:

EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Fencheltee, Suppe und Erschöpfung - Fasten nach Hildegard von Bingen

Ein Bericht von Angelika Hensolt (epd)

Stuttgart (epd). «Körperlich und geistig rein» zu werden, das verspricht die Fastenmethode der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen. Dies und die Aussicht, ein paar Kilo abzunehmen, verlockten Stephanie Eichler im vergangenen Jahr, einen solchen Fastenkurs zu besuchen und die Technik der Ordensschwester auszuprobieren. Ihre Erfahrungen mit der Behandlungsweise aus dem 12. Jahrhundert waren positiv. In dem von der Tübinger Ärztin Lydia Reutter geleiteten insgesamt zwei Wochen dauernden Kurs erfuhr Stephanie zunächst, dass Fasten nicht bedeutet, vollständig aufs Essen zu verzichten: «Gott sei Dank», sagt sie und lacht.

An den ersten und an den letzten drei Tagen stand zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen jeweils gekochter Dinkel auf dem Speiseplan. «Die Tage vier bis neun waren die eigentlichen harten Fastentage», erinnert sich die 34-Jährige. Zum Frühstück und Abendessen habe es lediglich Fencheltee gegeben, mittags eine Gemüsesuppe.

Zum Fastenkurs gehörten außerdem morgendliche Einläufe, mehrere Ruhephasen pro Tag und häufiges Meditieren. Beim Fasten ging es Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) nicht ausschließlich um das Entgiften des Körpers und den Abbau überflüssiger Pfunde. Sie hielt das Fasten für besonders wertvoll, weil es dem Menschen den Kontakt zu seiner Seele erleichtere.

Durch das Fasten richte sich die Konzentration automatisch nach innen und erleichtere dem Menschen die innere Einkehr und Besinnung und biete ihm somit auch eine Chance zur Wandlung und Neuorientierung, heißt es in ihren Büchern. «Meine Wohnung verließ ich nur, um zum Kurs zu gehen», sagt Stephanie Eichler und erklärt, sie habe die Tage «im Dämmerzustand» sehr genossen. Vor allem das Meditieren habe ihr gefallen. Und auch das Ergebnis des 14-tägigen Kurses: Wie die meisten anderen Teilnehmer habe sie eine pickelfreie Haut bekommen, «samtweich und rosig». Die meisten hätten sich auch körperlich fit gefühlt. «Bei mir aber bedeutet die körperliche und geistige Reinigung in erster Linie Erschöpfung.»

Auch in diesem Jahr wird Stephanie Eichler in der Fastenzeit wieder jede Menge Fencheltee trinken. Dieses Jahr aber ist nicht der Fastenkurs nach Hildegard von Bingen der Grund, sondern Mikael, ihr Sohn: Fencheltee wirke nämlich milchbildend, erklärt die junge Mutter. (21.02.2007)

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Fencheltee, Suppe und Erschöpfung - Fasten nach Hildegard von Bingen

 

Ein Bericht von Angelika Hensolt (epd)

Stuttgart (epd). «Körperlich und geistig rein» zu werden, das verspricht die Fastenmethode der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen. Dies und die Aussicht, ein paar Kilo abzunehmen, verlockten Stephanie Eichler im vergangenen Jahr, einen solchen Fastenkurs zu besuchen und die Technik der Ordensschwester auszuprobieren. Ihre Erfahrungen mit der Behandlungsweise aus dem 12. Jahrhundert waren positiv. In dem von der Tübinger Ärztin Lydia Reutter geleiteten insgesamt zwei Wochen dauernden Kurs erfuhr Stephanie zunächst, dass Fasten nicht bedeutet, vollständig aufs Essen zu verzichten: «Gott sei Dank», sagt sie und lacht.

An den ersten und an den letzten drei Tagen stand zum Frühstück, zum Mittagessen und zum Abendessen jeweils gekochter Dinkel auf dem Speiseplan. «Die Tage vier bis neun waren die eigentlichen harten Fastentage», erinnert sich die 34-Jährige. Zum Frühstück und Abendessen habe es lediglich Fencheltee gegeben, mittags eine Gemüsesuppe.

Zum Fastenkurs gehörten außerdem morgendliche Einläufe, mehrere Ruhephasen pro Tag und häufiges Meditieren. Beim Fasten ging es Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) nicht ausschließlich um das Entgiften des Körpers und den Abbau überflüssiger Pfunde. Sie hielt das Fasten für besonders wertvoll, weil es dem Menschen den Kontakt zu seiner Seele erleichtere.

Durch das Fasten richte sich die Konzentration automatisch nach innen und erleichtere dem Menschen die innere Einkehr und Besinnung und biete ihm somit auch eine Chance zur Wandlung und Neuorientierung, heißt es in ihren Büchern. «Meine Wohnung verließ ich nur, um zum Kurs zu gehen», sagt Stephanie Eichler und erklärt, sie habe die Tage «im Dämmerzustand» sehr genossen. Vor allem das Meditieren habe ihr gefallen. Und auch das Ergebnis des 14-tägigen Kurses: Wie die meisten anderen Teilnehmer habe sie eine pickelfreie Haut bekommen, «samtweich und rosig». Die meisten hätten sich auch körperlich fit gefühlt. «Bei mir aber bedeutet die körperliche und geistige Reinigung in erster Linie Erschöpfung.»

Auch in diesem Jahr wird Stephanie Eichler in der Fastenzeit wieder jede Menge Fencheltee trinken. Dieses Jahr aber ist nicht der Fastenkurs nach Hildegard von Bingen der Grund, sondern Mikael, ihr Sohn: Fencheltee wirke nämlich milchbildend, erklärt die junge Mutter. (21.02.2007)


EKKW Aktuell 080205 Thema Passionszeit: Fasten - Zwischen Askese und Wellness

Frankfurt a.M. (epd). Am Aschermittwoch beginnt für Christen mit der Fastenzeit die Vorbereitung auf das Osterfest. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein gilt als Zeichen der Buße und Symbol für spirituelle Erneuerung. Die religiösen Gründe für das Fasten sind heute jedoch manchmal in den Hintergrund getreten. Viele fasten auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren - und das nicht nur vor Ostern. 

Mit der Renaissance verschiedener Naturheilverfahren kam auch das Fasten als Therapieform wieder zur Geltung. Als Pionier gilt der amerikanische Arzt Edward Dewey, der Ende des 19. Jahrhunderts das Heilfasten wieder neu entdeckte. In Deutschland schrieb der ehemalige Marinearzt Otto Buchinger 1935 sein Grundlagenwerk «Das Heilfasten».

Fasten ist nicht hungern, und wer hungert fastet nicht. Mit einer automatischen Umstellung des Stoffwechsels kann sich der Mensch auf eine Zeit ohne Nahrung einstellen, beschreiben Ärzte und Heilpraktiker die Abläufe im Körper. Gar nichts essen fällt sogar leichter, als wenig zu essen. Wenn sich der Körper von seinen eigenen Energiequellen versorgt, spürt er auch keinen Hunger mehr.

Einige Fastenärzte sehen es als erwiesen an, dass der Körper während des Fastens krankhaftes Material im Körper abbaut und ausscheidet. Als Unterstützung muss während der Fastenkur daher reichlich Mineralwasser, Kräutertee sowie Gemüsebrühe zum «Ausschwemmen» getrunken werden. Die Vorstellung der «Entschlackung» beim Fasten ist bei Medizinern allerdings umstritten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät grundsätzlich, Fastenkuren nur nach Rücksprache mit dem Arzt zu beginnen. Heilfasten kann eine medizinisch notwendige Therapie nicht ersetzen, warnen die Experten. Das Fasten könne jedoch ein Impuls für eine Änderung des Lebensstils sein, denn die positiven Erfahrungen einer Kur führen oftmals zu einer gesundheitsbewussteren Lebensführung.

Dafür existieren verschiedene Formen des Fastens, zum Beispiel die Nulldiät, das Saftfasten, die Molke-Trinkkur oder das Heilfasten nach F.X. Mayr (1875-1965). Entgegen der klassischen Fasten-Kur, bei der nur Obstsaft und Gemüsebrühe verabreicht wird, gibt es nach Mayr zusätzlich trockene Semmeln mit Milch. Als Belohnung für die Entsagung werben Ärzte mit der Verbesserung des körperlichen Gesamtbefindens und mehr Leistungsfähigkeit. Viele Menschen schwärmen auch von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (25.02.2009)

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Fasten - Zwischen Askese und Wellness

 

Frankfurt a.M. (epd). Am Aschermittwoch beginnt für Christen mit der Fastenzeit die Vorbereitung auf das Osterfest. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein gilt als Zeichen der Buße und Symbol für spirituelle Erneuerung. Die religiösen Gründe für das Fasten sind heute jedoch manchmal in den Hintergrund getreten. Viele fasten auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren - und das nicht nur vor Ostern. 

Mit der Renaissance verschiedener Naturheilverfahren kam auch das Fasten als Therapieform wieder zur Geltung. Als Pionier gilt der amerikanische Arzt Edward Dewey, der Ende des 19. Jahrhunderts das Heilfasten wieder neu entdeckte. In Deutschland schrieb der ehemalige Marinearzt Otto Buchinger 1935 sein Grundlagenwerk «Das Heilfasten».

Fasten ist nicht hungern, und wer hungert fastet nicht. Mit einer automatischen Umstellung des Stoffwechsels kann sich der Mensch auf eine Zeit ohne Nahrung einstellen, beschreiben Ärzte und Heilpraktiker die Abläufe im Körper. Gar nichts essen fällt sogar leichter, als wenig zu essen. Wenn sich der Körper von seinen eigenen Energiequellen versorgt, spürt er auch keinen Hunger mehr.

Einige Fastenärzte sehen es als erwiesen an, dass der Körper während des Fastens krankhaftes Material im Körper abbaut und ausscheidet. Als Unterstützung muss während der Fastenkur daher reichlich Mineralwasser, Kräutertee sowie Gemüsebrühe zum «Ausschwemmen» getrunken werden. Die Vorstellung der «Entschlackung» beim Fasten ist bei Medizinern allerdings umstritten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät grundsätzlich, Fastenkuren nur nach Rücksprache mit dem Arzt zu beginnen. Heilfasten kann eine medizinisch notwendige Therapie nicht ersetzen, warnen die Experten. Das Fasten könne jedoch ein Impuls für eine Änderung des Lebensstils sein, denn die positiven Erfahrungen einer Kur führen oftmals zu einer gesundheitsbewussteren Lebensführung.

Dafür existieren verschiedene Formen des Fastens, zum Beispiel die Nulldiät, das Saftfasten, die Molke-Trinkkur oder das Heilfasten nach F.X. Mayr (1875-1965). Entgegen der klassischen Fasten-Kur, bei der nur Obstsaft und Gemüsebrühe verabreicht wird, gibt es nach Mayr zusätzlich trockene Semmeln mit Milch. Als Belohnung für die Entsagung werben Ärzte mit der Verbesserung des körperlichen Gesamtbefindens und mehr Leistungsfähigkeit. Viele Menschen schwärmen auch von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (25.02.2009)