EKKW Aktuell 210107 Thema Offen für Vielfalt: Sechs Städte und Gemeinden als «Kommune der Vielfalt 2021» ausgezeichnet

Kassel (medio). Die Gewinner des kommunalen Wettbewerbs der Initiative «Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung» stehen fest. Eine Jury hat sechs Städte und Gemeinden aus Nord- und Osthessen zur «Kommune der Vielfalt 2021» gekürt. Zudem wurde ein «Sonderpreis für den vorbildlichen Einsatz für demokratische Werte» vergeben. Jeder Preis ist mit 4000 Euro dotiert. Zum ersten Mal hat die Initiative «Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung» einen Wettbewerb ausgerichtet. Über 30 Bewerbungen sind aus den sechs Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Fulda, Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner eingegangen. Sie haben der Jury eindrücklich gezeigt, welch vielfältige, engagierte Projekte im ländlichen Raum umgesetzt werden. Sechs Kommunen wurden als «Kommune der Vielfalt 2021» ausgezeichnet.

Hintergrund: Wettbewerb der Initiative «Offen für Vielfalt»

Die Initiative «Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung» hat 2021 erstmals einen kommunalen Wettbewerb ausgeschrieben, um besonderes Engagement von Städten und Gemeinden in Nord- und Osthessen zu würdigen. Die Auszeichnung als «Kommune der Vielfalt» geht an Kommunen, die sich besonders in einer der Vielfaltsdimensionen Alter, Geschlecht und geschlechtliche Identität, sexuelle Orientierung, Religion und Weltanschauung, körperliche und geistige Fähigkeiten, ethnische Herkunft und Nationalität sowie soziale Herkunft stark machen. Mit dem «Sonderpreis für den vorbildlichen Einsatz für demokratische Werte» wird an den 2019 ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke erinnert. Der Preis würdigt Projekte, die sich für Toleranz, Respekt und Dialogbereitschaft einsetzen, um diese Werte und damit die Demokratie weiter zu stärken. 

2022-05-02 35308

Vielfalt leben, Demokratie stärken
Sechs Städte und Gemeinden als «Kommune der Vielfalt 2021» ausgezeichnet

Sechs Städte und Gemeinden als «Kommune der Vielfalt 2021» ausgezeichnet
(Foto: Offen für Vielfalt)

Kassel (medio). Die Gewinner des kommunalen Wettbewerbs der Initiative «Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung» stehen fest. Eine Jury hat sechs Städte und Gemeinden aus Nord- und Osthessen zur «Kommune der Vielfalt 2021» gekürt. Zudem wurde ein «Sonderpreis für den vorbildlichen Einsatz für demokratische Werte» vergeben. Jeder Preis ist mit 4000 Euro dotiert. Zum ersten Mal hat die Initiative «Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung» einen Wettbewerb ausgerichtet. Über 30 Bewerbungen sind aus den sechs Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Fulda, Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner eingegangen. Sie haben der Jury eindrücklich gezeigt, welch vielfältige, engagierte Projekte im ländlichen Raum umgesetzt werden. Sechs Kommunen wurden als «Kommune der Vielfalt 2021» ausgezeichnet.

Hintergrund: Wettbewerb der Initiative «Offen für Vielfalt»

Die Initiative «Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung» hat 2021 erstmals einen kommunalen Wettbewerb ausgeschrieben, um besonderes Engagement von Städten und Gemeinden in Nord- und Osthessen zu würdigen. Die Auszeichnung als «Kommune der Vielfalt» geht an Kommunen, die sich besonders in einer der Vielfaltsdimensionen Alter, Geschlecht und geschlechtliche Identität, sexuelle Orientierung, Religion und Weltanschauung, körperliche und geistige Fähigkeiten, ethnische Herkunft und Nationalität sowie soziale Herkunft stark machen. Mit dem «Sonderpreis für den vorbildlichen Einsatz für demokratische Werte» wird an den 2019 ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke erinnert. Der Preis würdigt Projekte, die sich für Toleranz, Respekt und Dialogbereitschaft einsetzen, um diese Werte und damit die Demokratie weiter zu stärken. 

Gemeinde Wesertal engagiert sich gegen Rechts

Der «Sonderpreis  für den vorbildlichen Einsatz für demokratische Werte» geht an die Gemeinde Wesertal im Landkreis Kassel. Mit dem Projekt «Wesertal ist bunt» stellt sich der gleichnamige Verein entschieden gegen Extremismus, Hass, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Seine Mitglieder engagieren sich mit zahlreichen Informations- und Bildungsangeboten für eine vielfältige, tolerante, respektvolle und offene Gesellschaft. Besonders in der politischen Bildung und Jugendarbeit habe sich der Verein gegen die Ausbreitung von Rechtsextremismus in der Gemeinde stark gemacht, nachdem ein bekannter Rechtsextremer hinzugezogen sei, lobt die Jury. 

Wesertal ist bunt
Wesertal ist bunt

Von Städtepartnerschaften bis hin zu Windkunst

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist die Gemeinde Nentershausen mit dem Projekt «Initiative Brückenschlag» des Partnerschaftsvereins 2000 Nentershausen der Gewinner.  Im Landkreis Fulda wurde die Gemeinde Neuhof mit dem inklusiven Projekt «Leben und Arbeiten in Neuhof» des gleichnamigen Vereins und der Neuhofer Zukunftsschmiede gewürdigt. Preisträger in Waldeck-Frankenberg ist die Gemeinde Lichtenfels mit «Wind Land», eine partizipative Installation des Vereins zur Förderung der Windkunst und interkultureller Kommunikation. 

Leben und Arbeiten in Neuhof
Leben und Arbeiten in Neuhof

Lern- und Elternpaten helfen unkompliziert weiter

Im Landkreis Kassel wurde die Stadt Baunatal als «Kommune der Vielfalt 2021» ausgezeichnet. Damit würdigte die Jury die Projekte «Soziale Lernpaten» Lernpaten - Stadt Baunatal, bei dem Jugendliche andere Kinder beim Lernen unterstützen, und «Interkulturellen Elternpaten», die fremdsprachigen Müttern und Vätern helfen. Träger sind der Förderverein Stadtteilzentrum Baunsberg und die Initiative «IASA - Aufnehmen statt Ablehnen».

Lernpaten
Lernpaten

Netzwerk begleitet Kinder in allen Lebenslagen

Im Werra-Meißner-Kreis ging die Auszeichnung nach Sontra für die Initiative «Runder Tisch – Kinder und Jugendliche in Sontra» des gleichnamigen Netzwerks aus kirchlichen und städtischen Kindertagesstätten und Schulen. Es bietet Kindern und Jugendlichen aller Nationalitäten Unterstützung im Bereich der körperlichen, kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung an. Die Jury würdigte das Ziel, sie in jeder Lebenslage zu begleiten und dabei schnelle, unbürokratische Hilfen zu leisten. Zudem hat das Netzwerk eine Kinderhilfsfonds für sozial schwache Familien aufgelegt und bietet Mahlzeiten in den Kindergärten an. 

Kommunen der Vielfalt
Kommunen der Vielfalt

Ehrenamtliche betreiben Secondhand-Kaufhaus

Im Schwalm-Eder-Kreis wurde die Stadt Homberg/Efze mit dem Projekt «EinLaden am Obertor» des Diakonischen Werkes (DW) Schwalm-Eder als Gewinner gekürt. Das seit 2011 bestehende Projekt ist besonders in der Vielfaltsdimension «Soziale Herkunft» engagiert. Aus einem Kleiderladen wurde ein von Ehrenamtlichen betriebenes kleines Secondhand-Kaufhaus für Kleidung und Haushaltswaren. Das Bezahlsystem ermögliche Menschen mit geringem Einkommen den Einkauf von preisgünstigen Waren ohne Stigmatisierung, lobt die Jury. Darüber hinaus öffnet dort wöchentlich ein «Mittagstisch für alle» und zweimal in der Woche die Lebensmittelausgabe der «Tafel Homberg». 

EinLaden am Obertor
EinLaden am Obertor

Bewerber-Projekte unter kirchlicher Beteiligung

«Dimension Alter: Wir jungen Alten» in Kassel: Getragen vom Caritasverband Nordhessen-Kassel und einem Förderverein ist es ein Ort der Gemeinschaft für Menschen ab 50. Angeboten werden dort Gesprächsgruppen, handwerkliche Tätigkeiten, kulturelle Aktionen und vieles mehr. Diversität bezüglich sozialer Herkunft, Nationalität, Religion oder Alter sorgen für den Blick über den Tellerrand.
«Dimension Religion und Weltanschauung: Trialog-Tag» in Kassel: Er eröffnet seit Jahren Dimensionen religiöser, ethnischer und sozialer Vielfalt für Schüler, Lehrkräfte und Interessierte. Seine Botschaft lebt von Begegnungen, Inhalten, Musik und seinen Orten, sei es eine Synagoge, Moschee oder Kirche. Ziel ist es, den interreligiösen Dialog zu fördern und in die Gesellschaft hineinzuwirken.
«Deutsch lernen – gemeinsam geht’s weiter» in Wolfhagen: Dieses meist von Frauen verschiedener Herkunft wahrgenommene Angebot des Diakonischen Werkes hilft, Gespräche beim Einkaufen oder bei Behörden zu führen. Auch eine Hausaufgabenhilfe wird angeboten. Ehrenamtliche ermöglichen die wöchentlichen Treffen, bei denen Frauen und Mädchen mit- und voneinander lernen.
Toleranz – Akustik – Konzert – Draußen (kurz: TAKD) in Melsungen: Das TAKD-Konzert entstand 2017 aus dem Wunsch der Ev. Jugend heraus, Musik mit Message anzubieten: Das Stichwort war Toleranz. In einem kurzweiligen Format von drei Stunden bietet das Konzert eine Mischung aus Musik, Kulinarischem, Information und demokratiefördernden Aktionen im Schlosspark in Melsungen. 
Himmelsfels in Spangenberg: Es ist ein einzigartiges Gelände, wo Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Konfessionen zusammenleben, die eine Aufgabe teilen: Sie gestalten den Himmelsfels als Ort internationaler Gastfreundschaft. Besonders junge Menschen werden unterstützt, ihre Potenziale zu erkennen und zu Brückenbauern zwischen Kulturen und Konfessionen zu werden.
Jugendarbeit der Ev. Kirchengemeinde Neuenstein: Jugendliche der Ev. Kirchengemeinde Neuenstein setzen sich dafür ein, dass Menschen vor Ort und in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sensibilisiert werden, wo wir anderen mit Vorurteilen begegnen. Die jungen Leute diskutieren deshalb mit jenen, die Verantwortung in der Gesellschaft tragen. 
Interkulturelle Woche in Bad Hersfeld: Aus dem Internationalen Freundschaftsfest wurde 2021 erstmals die Interkulturelle Woche. Zum Erfolg haben viele Organisationen, Vereine, Gruppen, Kirche, Stadt und Landkreis beigetragen. Auch künftig soll sie im Zeichen von Begegnung, Kennenlernen und miteinander feiern stehen. Ebenso sollen Informationen und kritische Themen ihren Platz haben.
Interreligiöser Friedensweg in Willingen: Das «Projekt Weiße Taube» aus Korbach hat ihn in Kooperation mit Pfarrerin Katrin Schröter entwickelt. Mitgearbeitet haben Menschen aus der jüdischen, christlichen, islamischen und der Bahai-Gemeinden. Auf sieben Tafeln werden Gemeinsamkeiten in den Traditionen der Glaubensgemeinschaften, Friedenstexte, Bilder und Symbole vorgestellt. 
Unterstützung Kinder und Jugendlicher im Schulalltag in Witzenhausen: Unter dem Dach des Lokalen Bündnis für Familie haben sich die Servicestelle für Integration und freiwilliges Engagement, die Ev. Studierendengemeinde Witzenhausen, die Jugendförderung und das Sprachcafé zusammengeschlossen, um Kindern und Jugendlichen in Witzenhausen beim Lernen zu unterstützen. 
Ev. Familienbildungsstätte und Mehrgenerationenhaus in Eschwege: Miteinander – Füreinander lautet das Motto. Offenheit leben, Vielfalt gestalten und Teilhabe für viele Zielgruppen ermöglichen, das gehört zum „Grundprogramm" der Einrichtung. Mit immer neuen Aktivitäten über Generationen, Geschlechter, Herkunft und Glauben hinweg wird das Angebot stets aktuell weiterentwickelt.


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