Aktuell: 27 Grabanlagen bei Renovierung der Kasseler Karlskirche entdeckt

Kassel (medio). Im Zuge der derzeitigen Renovierung der Kasseler Karlskirche wurden unter dem Bodenbelag 27 Grabanlagen entdeckt. Die Grabstellen wurden unter der Leitung des Archäologen Dr. Thilo Warneke zum großen Teil freigelegt. Einige Grabkammern sind mehrfach belegt, berichtet Heike Schaaf, Öffentlichkeitsreferentin des Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel. Verzeichnet sind, dies gehe aus Akten aus dem Staatsarchiv Marburg hervor, 40 Bestattungen. Diese fanden im Zeitraum zwischen 1714 und 1797 statt.

«Die Bestatteten gehörten zur Kasseler Oberschicht, viele Adelige sind darunter», sagt Architekt Dr. Thilo Warneke, der die Grabungen leitet. Die erste Bestattung 1714 war die der dreijährigen Tochter des italienischen Baumeisters des Herkules.

Nachgewiesen wurden auch die Fundamente der ehemals zweigeschossigen Empore der Karlskirche, ebenso Fundamente von erhöhten Sitzreihen am Rand des Gebäudes. Gefunden wurden außerdem 20 Münzen aus den Jahren 1688 bis 1874. Vermutlich bestand der Fußboden ehemals aus Holzdielen, durch dessen Ritzen die Münzen gefallen waren.

Besichtigungen

Besichtigungen der Grabanlagen in der Karlskirche sind in einem kurzen Zeitraum möglich, da die Bauarbeiten dann fortgeführt werden. Der Zugang zur Karlskirche erfolgt auf der Rückseite der Kirche an der Frankfurter Straße.

Öffnungszeiten für Besichtigungen:

Samstag, 28.07.2018 von 16.00-18.00 Uhr
Montag, 30.07.2018 von 16.00-18.00 Uhr

Da die Kirche nur gruppenweise betreten werden kann, ist mit Wartezeiten zu rechnen.

Spenden für die Renovierung der Karlskirche

Die Renovierungskosten der Karlskirche werden aus dem Verkauf des alten Gemeindehauses finanziert, außerdem beteiligen sich der Stadtkirchenkreis Kassel und die Landeskirche an der Finanzierung. Die Kirchengemeinde Kassel-Mitte muss zusätzlich einen Restbetrag von 300.000 Euro durch Spenden aufbringen. Eine Spendenaktion dazu ist im vergangenen Herbst angelaufen. Durch den Fund der Grabanlagen werden die Kosten steigen, da die Bodensanierung nicht in der geplanten Weise durchgeführt werden kann.
(13.07.2018)

2018-07-26 25458

Historischer Fund
27 Grabanlagen bei Renovierung der Kasseler Karlskirche entdeckt

(Foto: medio.tv/Schaaf)

Kassel (medio). Im Zuge der derzeitigen Renovierung der Kasseler Karlskirche wurden unter dem Bodenbelag 27 Grabanlagen entdeckt. Die Grabstellen wurden unter der Leitung des Archäologen Dr. Thilo Warneke zum großen Teil freigelegt. Einige Grabkammern sind mehrfach belegt, berichtet Heike Schaaf, Öffentlichkeitsreferentin des Evangelischen Stadtkirchenkreis Kassel. Verzeichnet sind, dies gehe aus Akten aus dem Staatsarchiv Marburg hervor, 40 Bestattungen. Diese fanden im Zeitraum zwischen 1714 und 1797 statt.

«Die Bestatteten gehörten zur Kasseler Oberschicht, viele Adelige sind darunter», sagt Architekt Dr. Thilo Warneke, der die Grabungen leitet. Die erste Bestattung 1714 war die der dreijährigen Tochter des italienischen Baumeisters des Herkules.

Nachgewiesen wurden auch die Fundamente der ehemals zweigeschossigen Empore der Karlskirche, ebenso Fundamente von erhöhten Sitzreihen am Rand des Gebäudes. Gefunden wurden außerdem 20 Münzen aus den Jahren 1688 bis 1874. Vermutlich bestand der Fußboden ehemals aus Holzdielen, durch dessen Ritzen die Münzen gefallen waren.

Besichtigungen

Besichtigungen der Grabanlagen in der Karlskirche sind in einem kurzen Zeitraum möglich, da die Bauarbeiten dann fortgeführt werden. Der Zugang zur Karlskirche erfolgt auf der Rückseite der Kirche an der Frankfurter Straße.

Öffnungszeiten für Besichtigungen:

Samstag, 28.07.2018 von 16.00-18.00 Uhr
Montag, 30.07.2018 von 16.00-18.00 Uhr

Da die Kirche nur gruppenweise betreten werden kann, ist mit Wartezeiten zu rechnen.

Spenden für die Renovierung der Karlskirche

Die Renovierungskosten der Karlskirche werden aus dem Verkauf des alten Gemeindehauses finanziert, außerdem beteiligen sich der Stadtkirchenkreis Kassel und die Landeskirche an der Finanzierung. Die Kirchengemeinde Kassel-Mitte muss zusätzlich einen Restbetrag von 300.000 Euro durch Spenden aufbringen. Eine Spendenaktion dazu ist im vergangenen Herbst angelaufen. Durch den Fund der Grabanlagen werden die Kosten steigen, da die Bodensanierung nicht in der geplanten Weise durchgeführt werden kann.
(13.07.2018)


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Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

info_outline Spendenkonto:

Kirchengemeinde Kassel-Mitte / Karlskirche
IBAN: DE78 5205 0353 0000 0549 91
BIC: HELADEF1KAS
Stichwort: Sanierung der Karlskirche