Aktuell: Bischof Hein ruft Christinnen und Christen dazu auf, sich für den Frieden einzusetzen

Wolfhagen (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat Christinnen und Christen dazu aufgerufen, sich für den Frieden einzusetzen. Hein erinnerte in einem ökumenischen Friedensgottesdienst am 1. September in der Evangelischen Stadtkirche in Wolfhagen an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und die Bedeutung des Erinnerns. «Die Folgen beider Weltkriege, die von Deutschland ihren Ausgang nahmen, lasten weiterhin auf uns und lassen sich auch nicht mit dem Gerede abtun, es müsse endlich Schluss sein mit der so genannten Vergangenheitsbewältigung.» Diese Vergangenheit lasse sich nicht abschütteln. Wer einen Schlussstrich ziehen möchte, sei nicht nur geschichtsvergessen, sondern handele höchst fahrlässig. «Die aktuellen Ereignisse in Teilen von Sachsen zeigen uns das deutlich. Da ist höchste Wachsamkeit gefordert!», so der Bischof laut Predigtmanuskript.

«Wir danken Gott, dass er uns diese lange Zeit des Friedens gewährt hat. Aber wir wissen auch, wie sehr er im Inneren unseres Landes und in vielen Teilen der Welt gefährdet ist», so Bischof Hein weiter. Christinnen und Christen könnten dazu nicht einfach schweigen, sondern seien dazu aufgerufen, sich für den Frieden einzusetzen. «Denn eines ist uns allen bewusst: Der Frieden ist nicht selbstverständlich. Er muss immer wieder hart erarbeitet und bewährt werden», so Bischof Hein.

Friedenswochen im Wolfhager Land

Der Gottesdienst ist Teil eines Friedensprojekts im Wolfhager Land, mit dem der Evangelische Kirchenkreis Wolfhagen zusammen mit Kooperationspartnern vom 25. August bis zum 23. September mit zahlreichen Veranstaltungen an das Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 erinnern will. Weitere Beteiligte an dem Gottesdienst waren Altbischof Dr. Diethardt Roth von der Selbständig-Evangelisch-Lutherische Kirche, Bischof Anba Damian von der Koptisch-Othodoxe Kirche und Vertretern der Römisch-katholischen Kirche.

2018-09-04 25588

Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren
Bischof Hein ruft Christinnen und Christen dazu auf, sich für den Frieden einzusetzen

Gedenktafel für Tote des Ersten Weltkriegs - Etwa 17 Millionen Menschen verloren von 1914 bis 1918 in diesem Krieg ihr Leben. (Foto: medio.tv/Aumann)

Wolfhagen (medio). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat Christinnen und Christen dazu aufgerufen, sich für den Frieden einzusetzen. Hein erinnerte in einem ökumenischen Friedensgottesdienst am 1. September in der Evangelischen Stadtkirche in Wolfhagen an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und die Bedeutung des Erinnerns. «Die Folgen beider Weltkriege, die von Deutschland ihren Ausgang nahmen, lasten weiterhin auf uns und lassen sich auch nicht mit dem Gerede abtun, es müsse endlich Schluss sein mit der so genannten Vergangenheitsbewältigung.» Diese Vergangenheit lasse sich nicht abschütteln. Wer einen Schlussstrich ziehen möchte, sei nicht nur geschichtsvergessen, sondern handele höchst fahrlässig. «Die aktuellen Ereignisse in Teilen von Sachsen zeigen uns das deutlich. Da ist höchste Wachsamkeit gefordert!», so der Bischof laut Predigtmanuskript.

«Wir danken Gott, dass er uns diese lange Zeit des Friedens gewährt hat. Aber wir wissen auch, wie sehr er im Inneren unseres Landes und in vielen Teilen der Welt gefährdet ist», so Bischof Hein weiter. Christinnen und Christen könnten dazu nicht einfach schweigen, sondern seien dazu aufgerufen, sich für den Frieden einzusetzen. «Denn eines ist uns allen bewusst: Der Frieden ist nicht selbstverständlich. Er muss immer wieder hart erarbeitet und bewährt werden», so Bischof Hein.

Friedenswochen im Wolfhager Land

Der Gottesdienst ist Teil eines Friedensprojekts im Wolfhager Land, mit dem der Evangelische Kirchenkreis Wolfhagen zusammen mit Kooperationspartnern vom 25. August bis zum 23. September mit zahlreichen Veranstaltungen an das Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 erinnern will. Weitere Beteiligte an dem Gottesdienst waren Altbischof Dr. Diethardt Roth von der Selbständig-Evangelisch-Lutherische Kirche, Bischof Anba Damian von der Koptisch-Othodoxe Kirche und Vertretern der Römisch-katholischen Kirche.

Foto: Afshin Abdollahi

Zum Bild: Ökumenischer Friedensgottesdienst in Wolfhagen: (vorne v.l.): Prof. Dr. Cornelius Roth (Bistum Fulda), Bischof Anba Damian (Koptisch orthodoxe Kirche), Altbischof Dr. Diethardt Roth (Selbständige Ev.-Luth. Kirche), Bischof Dr. Martin Hein (EKKW), Lektorin Maryam Zarmehr, (hintere Reihe von links:) ein Gast aus Frankreich, Maimu Hirvoja (Estnisch-Ev.-Luth. Kirche), Pfarrer Dr. Emmanuel Ayebome (St. Maria Wolfhagen), Pfarrerin Katharina Ufholz (Ev. Kirchengemeinde Wolfhagen) und Dekan Dr. Gernot Gerlach (Ev. Kirchenkreis Wolfhagen). Mit auf dem Foto: Bürgermeister Reinhard Schaake (Wolfhagen).

Die Friedenswochen begannen mit einem Friedensfest in der Gemeinschaftsunterkunft Pommernanlage des Landkreises Kassel. Interessierte haben die Möglichkeit verschieden Veranstaltungen, wie z.B. die Ausstellungen von Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg in der vhs-Wolfhagen, eine Vorführung im Open Air Kino in Wolfhagen-Istha oder ein Friedenskonzert in der Stadtkirche Zierenberg zu besuchen. Sportlich wird es bei einem Internationalen Fußballspiel in Wolfhagen. Mit einem interreligiösem Friedensgebet beim Abschlussfest auf dem Friedensplatz in Bad Emstal geht das Friedensprojekt 2018 am 23. September zu Ende.

«Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten! Das ist die Konsequenz aus den unvorstellbaren Weltkriegserfahrungen seit dem Jahre 1914», heißt es im Vorwort des Programmheftes zum Friedensprojekt, das von Dekan Dr. Gernot Gerlach vom Evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen, Oberst a. D. Jürgen Damm vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake und Ernst Klein vom Verein «Gegen Vergessen Für Demokratie» unterzeichnet ist. Der Friedenschluss von 1918 macht deutlich, welch unvorstellbares Leid beweint wurde. Die Folgen jenes Krieges durchzögen das 20. und 21. Jahrhundert bis auf den heutigen Tag. (03.09.2018)


radio Internetradio:

In Bad Emstal haben sich Schüler der 10. Klasse der Christine-Brückner-Schule im Rahmen der Friedenswochen intensiv mit den Ereignissen des Ersten Weltkriegs beschäftigt. Ein Beitrag von medio-Reporter Torsten Scheuermann:

file_download Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Hein im Friedensgottesdienst am 1. September in der Ev. Stadtkirche Wolfhagen:

file_download Programm-Heft:

Laden Sie hier das Programm-Heft der Friendenswochen mit allen Veranstaltungshinweisen und weiteren Informationen herunter:

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Den Evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen finden Sie im Internet unter: