Aktuell: Theologiestudierende diskutieren mit Pfarrerinnen und Pfarrern über die Zukunft des Pfarrberufs

Hofgeismar (medio). Zu einem gemeinsamen Studientag kamen erstmals der Landeskonvent der Theologiestudierenden und Mitglieder des Pfarrvereins der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in der Evangelischen Tagungsstätte Hofgeismar zusammen, um über die Zukunft des Pfarrberufs zu diskutieren. Bei dem intensiven Austausch zwischen den Generationen wurde unter anderen folgenden Fragestellungen nachgegangen: Was hat sich in Kirche und Gesellschaft mit Blick auf den Pfarrberuf geändert? Welche Veränderungen sind in naher und ferner Zukunft zu erwarten? Wie stellen sich das Theologiestudium und das Vikariat auf die Veränderungen in der Kirche ein? 

In seiner Andacht zu Beginn des Studientages zeigte sich Prälat Bernd Böttner begeistert über das neue Veranstaltungsformat, da es die Begegnung zwischen theologischen Nachwuchs und Profis ermögliche. Böttner unterstrich, dass das Engagement beider Gruppen für die künftige Ausgestaltung des Pfarrberufs gebraucht würde: «Wir benötigen Pfarrerinnen und Pfarrer, die gern junge Menschen für ihren Beruf motivieren. Und wir benötigen die Lust der jungen Generation in unserer Kirche zu arbeiten und vieles ganz neu zu denken und zu gestalten!»

Für den Landeskonvent hob Lea Müller hervor, die Theologiestudierenden schätzten «das Gefühl, von der Kirche für den künftigen Beruf gebraucht zu werden». Aber trotz aller Wertschätzung gebe es auch eine gewisse Verunsicherung über die Rahmenbedingungen für den künftigen Beruf; viele Theologiestudierende treibe die Frage um: «Wie wird die Kirche aussehen, in der wir einmal arbeiten?» 

Der Vorsitzende des Pfarrvereins, Pfarrer Frank Illgen, betonte die Vorzüge des Pfarrberufs: «Pfarrerinnen und Pfarrer haben einen sehr schönen, erfüllenden Beruf, mit auskömmlichem Gehalt und einer gesicherten Position.» Die kirchlichen Strukturveränderungen seien allerdings für alle Seiten eine Herausforderung. Illgen wünschte sich daher von der Kirchenleitung «Unterstützung und Wertschätzung» sowie «Konzepte, die helfen, die Arbeit zu begrenzen und die pastoralen Aufgaben mit denen anderer Berufsgruppen zu vernetzen.»

Auch Pfarrerin Prof. Dr. Regina Sommer, Leiterin des Ausbildungsreferats, wies auf die Notwendigkeit der Kooperation auf allen Ebenen hin und unterstrich die Bedeutung einer Kooperation über den Tellerrand der Ortsgemeinde hinaus und der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams. Künftig werde die theologische Ausbildung den angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer nicht nur vermitteln, wie das «Evangelium theologisch kompetent und anschlussfähig zu verkündigen» sei, sondern sie werde den Nachwuchs auch darauf vorbereiten, das «Priestertum aller Getauften» zu ermöglichen und zu fördern. 

Der Direktor des Evangelischen Studienseminars, Pfarrer Prof. Dr. Lutz Friedrichs, erläuterte, dass die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungsprozesse im Studienseminar als Ausgangspunkt und Basis für die Vorbereitung auf den Pfarrberuf genommen würden. Dabei spiele das Bild des Pfarrers oder der Pfarrerin, die zusammen mit anderen arbeiteten, eine zentrale Rolle. Aber es müssten noch weitere Fähigkeiten entwickelt werden: «Für die Zukunft der Kirche und des Berufs werden konzeptionelles Denken und Innovationsfreude gebraucht sowie eine forschende Grundhaltung, die die Menschen in ihren unterschiedlichen Situationen wahrnimmt.» Das Vikariat biete zur Entwicklung dieser Fähigkeiten Gelegenheit. (06.09.2018)

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Nachwuchs trifft Profis
Theologiestudierende diskutieren mit Pfarrerinnen und Pfarrern über die Zukunft des Pfarrberufs

Theologiestudentin Sarah Döbler (2.v.l.) im Gespräch mit anderen Theologiestudierenden sowie Pfarrerinnen und Pfarrern zum Thema Zukunft des Pfarrberufs. (Alle Fotos: medio.tv/Schauderna)

Hofgeismar (medio). Zu einem gemeinsamen Studientag kamen erstmals der Landeskonvent der Theologiestudierenden und Mitglieder des Pfarrvereins der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in der Evangelischen Tagungsstätte Hofgeismar zusammen, um über die Zukunft des Pfarrberufs zu diskutieren. Bei dem intensiven Austausch zwischen den Generationen wurde unter anderen folgenden Fragestellungen nachgegangen: Was hat sich in Kirche und Gesellschaft mit Blick auf den Pfarrberuf geändert? Welche Veränderungen sind in naher und ferner Zukunft zu erwarten? Wie stellen sich das Theologiestudium und das Vikariat auf die Veränderungen in der Kirche ein? 

In seiner Andacht zu Beginn des Studientages zeigte sich Prälat Bernd Böttner begeistert über das neue Veranstaltungsformat, da es die Begegnung zwischen theologischen Nachwuchs und Profis ermögliche. Böttner unterstrich, dass das Engagement beider Gruppen für die künftige Ausgestaltung des Pfarrberufs gebraucht würde: «Wir benötigen Pfarrerinnen und Pfarrer, die gern junge Menschen für ihren Beruf motivieren. Und wir benötigen die Lust der jungen Generation in unserer Kirche zu arbeiten und vieles ganz neu zu denken und zu gestalten!»

Für den Landeskonvent hob Lea Müller hervor, die Theologiestudierenden schätzten «das Gefühl, von der Kirche für den künftigen Beruf gebraucht zu werden». Aber trotz aller Wertschätzung gebe es auch eine gewisse Verunsicherung über die Rahmenbedingungen für den künftigen Beruf; viele Theologiestudierende treibe die Frage um: «Wie wird die Kirche aussehen, in der wir einmal arbeiten?» 

Der Vorsitzende des Pfarrvereins, Pfarrer Frank Illgen, betonte die Vorzüge des Pfarrberufs: «Pfarrerinnen und Pfarrer haben einen sehr schönen, erfüllenden Beruf, mit auskömmlichem Gehalt und einer gesicherten Position.» Die kirchlichen Strukturveränderungen seien allerdings für alle Seiten eine Herausforderung. Illgen wünschte sich daher von der Kirchenleitung «Unterstützung und Wertschätzung» sowie «Konzepte, die helfen, die Arbeit zu begrenzen und die pastoralen Aufgaben mit denen anderer Berufsgruppen zu vernetzen.»

Auch Pfarrerin Prof. Dr. Regina Sommer, Leiterin des Ausbildungsreferats, wies auf die Notwendigkeit der Kooperation auf allen Ebenen hin und unterstrich die Bedeutung einer Kooperation über den Tellerrand der Ortsgemeinde hinaus und der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams. Künftig werde die theologische Ausbildung den angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer nicht nur vermitteln, wie das «Evangelium theologisch kompetent und anschlussfähig zu verkündigen» sei, sondern sie werde den Nachwuchs auch darauf vorbereiten, das «Priestertum aller Getauften» zu ermöglichen und zu fördern. 

Der Direktor des Evangelischen Studienseminars, Pfarrer Prof. Dr. Lutz Friedrichs, erläuterte, dass die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungsprozesse im Studienseminar als Ausgangspunkt und Basis für die Vorbereitung auf den Pfarrberuf genommen würden. Dabei spiele das Bild des Pfarrers oder der Pfarrerin, die zusammen mit anderen arbeiteten, eine zentrale Rolle. Aber es müssten noch weitere Fähigkeiten entwickelt werden: «Für die Zukunft der Kirche und des Berufs werden konzeptionelles Denken und Innovationsfreude gebraucht sowie eine forschende Grundhaltung, die die Menschen in ihren unterschiedlichen Situationen wahrnimmt.» Das Vikariat biete zur Entwicklung dieser Fähigkeiten Gelegenheit. (06.09.2018)


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