Aktuell: Arbeitskreis Kirchlicher Investoren setzt sich seit 10 Jahren für ethisch-nachhaltige Geldanlagen ein

Kassel/Darmstadt (medio). Der Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI) in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) blickte am Mittwoch (24.10.) in Kassel auf sein zehnjähriges Engagement im Bereich ethisch-nachhaltiger Investments zurück. Bei der Festveranstaltung im Kasseler Haus der Kirche sprach auch der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Sein Thema: «Evangelische Wirtschaftsethik an den Finanzmärkten».

Bedford-Strohm: ethische Orientierung wichtig

«Wir wollen als Christenmenschen zeigen, dass es möglich ist, in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens aus dem Geist Gottes zu handeln», erklärte Heinrich Bedford-Strohm. Der Ratsvorsitzende hob die Entwicklung eines Leitfadens des AKI für nachhaltige Geldanlagen hervor. Dieser habe sich zu einem Bestseller entwickelt, an dem sich inzwischen sogar institutionelle Anleger wie Städte orientierten, heißt es in einer Mitteilung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Intensiv habe der Arbeitskreis sich mit der Verantwortung von Anlegern auseinandergesetzt und sich beispielsweise mit den sozialen Standards in den Lieferketten deutscher Textilunternehmen auseinandergesetzt. Bedford-Strohm sprach sich in seinem Beitrag dafür aus, dass auch im Finanzbereich ethische Orientierung wichtig bleibe, wie sie der christliche Glaube biete. Sie müsse etwa auch das Schicksal des «von der Armut geplagten Nächsten» im Blick behalten.

AKI-Vorsitzender Striegler: fachliche Kompetenz zeigen

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Heinz Thomas Striegler verwies darauf, dass der Arbeitskreis mehr sei, als der hochgelobte Leitfaden für nachhaltiges Investment. Der AKI verstehe sich als «Netzwerk von Experten, das sich als aktive Aktionäre an Unternehmen wenden, die gesellschaftliche Trends aufgreifen und sie in den Kontext der verantwortungsvollen Geldanlage stellen». Dies alles geschähe «in einer von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägten Atmosphäre, in der die fachliche Kompetenz entscheidend ist und nicht das Anlagevolumen», so Striegler.

Im Sinne des Vortragsthemas setze sich der AKI dafür ein, dass sich kirchliches und diakonisches Handeln in Bezug auf Geldanlagen nicht im Widerspruch, sondern im Einklang mit Gottes Geboten und dem jeweiligen Auftrag befindet, erläuterte Striegler im Vorfeld der Jubiläumsveranstaltung. Das bedeute, dass mit Geldanlagen neben den ökonomischen auch ethisch-nachhaltige Ziele verfolgt werden. Geld soll unter Berücksichtigung christlicher Werte sicher und rentabel, aber auch sozialverträglich, ökologisch und generationengerecht angelegt werden.

Stichwort: Arbeitskreis Kirchlicher Investoren

Ein Anstoß zur Gründung des AKI sei seinerzeit eine Dokumentation des Evangelischen Pressedienstes (epd) zum Thema «Stand und Perspektiven ethischen Investments in der evangelischen Kirche», gewesen, die am 2. September 2008 veröffentlicht wurde. Zwei Wochen später löste die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers eine weltweite Finanzkrise aus.

In der Folge beschloss die EKD, einen Arbeitskreis einzuberufen, dem die größten Anleger im evangelischen Raum angehören und der einen Leitfaden zur Finanzanlage formulieren sollte. Eingeladen dazu wurden institutionelle Investoren der evangelischen Kirchen und Diakonie. Bereits im Januar 2009 brachte der damals 15-köpfige Kreis einen «Leitfaden für ethisch-nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche» heraus. Mittlerweile sei eine vierte Auflage des Leitfadens auf Deutsch und Englisch in Vorbereitung, hieß es.

Der AKI umfasst nach eigenen Angaben derzeit 43 Mitglieder- und vier Partnerorganisationen. Ihre Vertreter seien immer mehr mit koordiniertem aktivem Aktionärstum (Shareholder-Engagement) kirchlicher Anleger befasst. Dabei gehen institutionelle Anleger auf Unternehmen zu, um diese zu einem verantwortlichen, ökologischen und sozialen Umgang mit dem anvertrauten Kapital zu ermutigen. In diesem Jahr seien mit 33 Unternehmen solche Gespräche geführt worden. Dafür arbeiteten die Mitglieder des AKI eng mit kirchlichen Nachhaltigkeitsexperten zusammen, auch mit Kollegen aus Kirchen und kirchennahen Einrichtungen in Großbritannien und Norwegen. (25.10.2018)

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Jubiläum im Kasseler Haus der Kirche
Arbeitskreis Kirchlicher Investoren setzt sich seit 10 Jahren für ethisch-nachhaltige Geldanlagen ein

Kassel/Darmstadt (medio). Der Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI) in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) blickte am Mittwoch (24.10.) in Kassel auf sein zehnjähriges Engagement im Bereich ethisch-nachhaltiger Investments zurück. Bei der Festveranstaltung im Kasseler Haus der Kirche sprach auch der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Sein Thema: «Evangelische Wirtschaftsethik an den Finanzmärkten».

Bedford-Strohm: ethische Orientierung wichtig

«Wir wollen als Christenmenschen zeigen, dass es möglich ist, in allen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens aus dem Geist Gottes zu handeln», erklärte Heinrich Bedford-Strohm. Der Ratsvorsitzende hob die Entwicklung eines Leitfadens des AKI für nachhaltige Geldanlagen hervor. Dieser habe sich zu einem Bestseller entwickelt, an dem sich inzwischen sogar institutionelle Anleger wie Städte orientierten, heißt es in einer Mitteilung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Intensiv habe der Arbeitskreis sich mit der Verantwortung von Anlegern auseinandergesetzt und sich beispielsweise mit den sozialen Standards in den Lieferketten deutscher Textilunternehmen auseinandergesetzt. Bedford-Strohm sprach sich in seinem Beitrag dafür aus, dass auch im Finanzbereich ethische Orientierung wichtig bleibe, wie sie der christliche Glaube biete. Sie müsse etwa auch das Schicksal des «von der Armut geplagten Nächsten» im Blick behalten.

AKI-Vorsitzender Striegler: fachliche Kompetenz zeigen

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Heinz Thomas Striegler verwies darauf, dass der Arbeitskreis mehr sei, als der hochgelobte Leitfaden für nachhaltiges Investment. Der AKI verstehe sich als «Netzwerk von Experten, das sich als aktive Aktionäre an Unternehmen wenden, die gesellschaftliche Trends aufgreifen und sie in den Kontext der verantwortungsvollen Geldanlage stellen». Dies alles geschähe «in einer von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägten Atmosphäre, in der die fachliche Kompetenz entscheidend ist und nicht das Anlagevolumen», so Striegler.

Im Sinne des Vortragsthemas setze sich der AKI dafür ein, dass sich kirchliches und diakonisches Handeln in Bezug auf Geldanlagen nicht im Widerspruch, sondern im Einklang mit Gottes Geboten und dem jeweiligen Auftrag befindet, erläuterte Striegler im Vorfeld der Jubiläumsveranstaltung. Das bedeute, dass mit Geldanlagen neben den ökonomischen auch ethisch-nachhaltige Ziele verfolgt werden. Geld soll unter Berücksichtigung christlicher Werte sicher und rentabel, aber auch sozialverträglich, ökologisch und generationengerecht angelegt werden.

Stichwort: Arbeitskreis Kirchlicher Investoren

Ein Anstoß zur Gründung des AKI sei seinerzeit eine Dokumentation des Evangelischen Pressedienstes (epd) zum Thema «Stand und Perspektiven ethischen Investments in der evangelischen Kirche», gewesen, die am 2. September 2008 veröffentlicht wurde. Zwei Wochen später löste die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers eine weltweite Finanzkrise aus.

In der Folge beschloss die EKD, einen Arbeitskreis einzuberufen, dem die größten Anleger im evangelischen Raum angehören und der einen Leitfaden zur Finanzanlage formulieren sollte. Eingeladen dazu wurden institutionelle Investoren der evangelischen Kirchen und Diakonie. Bereits im Januar 2009 brachte der damals 15-köpfige Kreis einen «Leitfaden für ethisch-nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche» heraus. Mittlerweile sei eine vierte Auflage des Leitfadens auf Deutsch und Englisch in Vorbereitung, hieß es.

Der AKI umfasst nach eigenen Angaben derzeit 43 Mitglieder- und vier Partnerorganisationen. Ihre Vertreter seien immer mehr mit koordiniertem aktivem Aktionärstum (Shareholder-Engagement) kirchlicher Anleger befasst. Dabei gehen institutionelle Anleger auf Unternehmen zu, um diese zu einem verantwortlichen, ökologischen und sozialen Umgang mit dem anvertrauten Kapital zu ermutigen. In diesem Jahr seien mit 33 Unternehmen solche Gespräche geführt worden. Dafür arbeiteten die Mitglieder des AKI eng mit kirchlichen Nachhaltigkeitsexperten zusammen, auch mit Kollegen aus Kirchen und kirchennahen Einrichtungen in Großbritannien und Norwegen. (25.10.2018)


file_download Im Wortlaut:

Andacht von Bischof Prof. Dr. Martin Hein aus Anlass des 10jährigen Bestehens des «Arbeitskreises Kirchlicher Investoren» am 24.10.2018 im Haus der Kirche, Kassel:

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Den Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche des Arbeitskreises Kirchlicher Investoren finden Sie hier: