Aktuell: «Chancen und Grenzen eines partizipativen Führungskonzeptes»

Kassel (medio). Unter dem Motto «Das Ende der Hierarchie!» waren fast 80 Unternehmer*innen und Führungskräfte am 23. Oktober 2018 zum Wilhelmshöher Impuls ins Haus der Kirche gekommen, berichtete Ute Göpel, Fachreferentin im Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Bernd Böttner, Prälat der Landeskirche, fragte bei seiner Begrüßung augenzwinkernd, ob das Motto vielleicht als Appell zu verstehen sei, dass ausgerechnet die Kirche das Ende aller Hierarchien verkünden solle. Er fügt hinzu, dass er froh sei über den Untertitel «Chancen und Grenzen eines partizipativen Führungskonzeptes». «Das entspricht dem Anliegen der Wilhelmshöher Impulse: Anregungen und Diskurs zu modernen, werteorientierten Unternehmenskulturen zu geben», sagte Böttner.

Den Impulsvortrag zum Thema hielt Dr. Mathias Behrens, der Philosophie und katholische Theologie studiert und 20 Jahre praktische Erfahrungen als Geschäftsführer multinationaler, mittelständischer Unternehmen hat. Bei seinem wirtschaftlichen Handeln versucht Behrens, gemäß dem Anspruch der Sozialprinzipien zu handeln: Solidarität, Subsidiarität und Gerechtigkeit. In seinem Vortrag bewegte er sich fließend zwischen philosophisch-ethischen Grundlegungen, konkreten Schilderungen der Etablierung «sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit» und dem Erzählen von «Geschichten des Gelingens», berichtete Göpel weiter.

Behrens äußerte sich überzeugt, dass eine neue Stufe der Unternehmensführung anstehe. Neben den großen weltweiten ökologischen und wirtschaftlichen Krisen sei es insbesondere das zunehmende Erleben von Sinnleere, was Menschen umtreibe und krank mache. Daher erfordere die Komplexität der Herausforderungen ein massives Umdenken, weg von hierarchisch organisierten Organisationen hin zu einem – langsam wachsenden – System der Selbstführung.

Behrens bezog sich dabei im Wesentlichen auf Frederic Laloux, einen belgischen Unternehmensberater, der umfangreiche Feldstudien über Unternehmen erstellt hat, die Hierarchie und Maschinendenken hinter sich lassen und Organisationen als lebendiges Wesen verstehen: Sogenannte Reinventing Organizations, so Göpel weiter. Die anschließende Diskussion beinhaltete viele konstruktiv-kritische Nachfragen und wurde im Anschluss an Stehtischen noch lebhaft fortgesetzt. (25.10.2018)

2018-10-25 26036

Gesprächsreihe des Referats Wirtschaft-Arbeit-Soziales
«Chancen und Grenzen eines partizipativen Führungskonzeptes»

Kassel (medio). Unter dem Motto «Das Ende der Hierarchie!» waren fast 80 Unternehmer*innen und Führungskräfte am 23. Oktober 2018 zum Wilhelmshöher Impuls ins Haus der Kirche gekommen, berichtete Ute Göpel, Fachreferentin im Referat Wirtschaft-Arbeit-Soziales der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Bernd Böttner, Prälat der Landeskirche, fragte bei seiner Begrüßung augenzwinkernd, ob das Motto vielleicht als Appell zu verstehen sei, dass ausgerechnet die Kirche das Ende aller Hierarchien verkünden solle. Er fügt hinzu, dass er froh sei über den Untertitel «Chancen und Grenzen eines partizipativen Führungskonzeptes». «Das entspricht dem Anliegen der Wilhelmshöher Impulse: Anregungen und Diskurs zu modernen, werteorientierten Unternehmenskulturen zu geben», sagte Böttner.

Den Impulsvortrag zum Thema hielt Dr. Mathias Behrens, der Philosophie und katholische Theologie studiert und 20 Jahre praktische Erfahrungen als Geschäftsführer multinationaler, mittelständischer Unternehmen hat. Bei seinem wirtschaftlichen Handeln versucht Behrens, gemäß dem Anspruch der Sozialprinzipien zu handeln: Solidarität, Subsidiarität und Gerechtigkeit. In seinem Vortrag bewegte er sich fließend zwischen philosophisch-ethischen Grundlegungen, konkreten Schilderungen der Etablierung «sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit» und dem Erzählen von «Geschichten des Gelingens», berichtete Göpel weiter.

Behrens äußerte sich überzeugt, dass eine neue Stufe der Unternehmensführung anstehe. Neben den großen weltweiten ökologischen und wirtschaftlichen Krisen sei es insbesondere das zunehmende Erleben von Sinnleere, was Menschen umtreibe und krank mache. Daher erfordere die Komplexität der Herausforderungen ein massives Umdenken, weg von hierarchisch organisierten Organisationen hin zu einem – langsam wachsenden – System der Selbstführung.

Behrens bezog sich dabei im Wesentlichen auf Frederic Laloux, einen belgischen Unternehmensberater, der umfangreiche Feldstudien über Unternehmen erstellt hat, die Hierarchie und Maschinendenken hinter sich lassen und Organisationen als lebendiges Wesen verstehen: Sogenannte Reinventing Organizations, so Göpel weiter. Die anschließende Diskussion beinhaltete viele konstruktiv-kritische Nachfragen und wurde im Anschluss an Stehtischen noch lebhaft fortgesetzt. (25.10.2018)


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