Aktuell: Bischof Hein ordiniert 13 Theologinnen und Theologen ins Pfarramt

Marburg/Kassel (medio/epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat am Sonntag (28.10.) in Marburg 13 Frauen und Männer in den Verkündigungsdienst der Landeskirche berufen. Bei der Ordination in der Elisabethkirche assistierten dem Bischof Anne Wollenteit (stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende), Pfarrer Paul Shindhe (Ökumenischer Gast, Church of South India) und Pfarrer Prof. Dr. Lutz Friedrichs, Direktor des Evangelischen Studienseminars in Hofgeismar.

Pfarramt wird in der Öffentlichkeit als ein zentrales Amt wahrgenommen

In seiner Predigt über Epheser 4, 7-15 erläuterte Bischof Hein, dass Christus durch seinen Geist und durch Frauen und Männer wirksam bleibe, die er berufe, um an seiner Statt «die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk» zu wirken. Im Besonderen gelte dies für die dafür ausgebildeten und berufenen Menschen. Alle Christinnen und Christen gehörten zu dem einen Leib Christi an und brächten ihre jeweils eigenen Gaben und Aufgaben ein. Der Epheserbrief zeige, dass «nicht alle alles machen». Vielmehr werde der Versuch unternommen, die verschiedenen Gaben und Dienste einander zuzuordnen. Hein unterstrich, dass dies auch heute unter veränderten Lebensbedingungen gelte. Die angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer ständen mit dem Verkündigungsauftrag in der Landeskirche nicht allein da, wie der Dienst von Prädikantinnen und Prädikanten, Diakoninnen und Diakonen, Lektorinnen und Lektoren, aber auch der Dienst von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kindergottesdienst und der Religionslehrerinnen und Religionslehrern zeige. «Aber das nimmt nichts von der Besonderheit des Pfarramts, das weiterhin in unseren Gemeinden wie in der Öffentlichkeit als ein zentrales Amt wahrgenommen wird», so Hein. Im Miteinander wie im Gegenüber zu den anderen Diensten und Aufgabengebieten, die es in der Kirche gebe, würden die Ordinandinnen und Ordinanden ihren Dienst tun. Die gemeinsame Zielrichtung bestehe – mit den Worten des Epheserbriefs – in der «Zurüstung der Heiligen» und der «Auferbauung des Leibes Christi».

2018-10-29 26043

Gottesdienst in der Marburger Elisabethkirche
Bischof Hein ordiniert 13 Theologinnen und Theologen ins Pfarramt

Die ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrer mit Bischof Prof. Dr. Hein (Mitte) und v.r.: Studienleiterin Dr. Erichsen-Wendt, Propst Wöllenstein, Studienseminardirektor Prof. Dr. Friedrichs, Anne Wollenteit (Kirchenvorstand) und Pfarrer Shindhe (l.).

Marburg/Kassel (medio/epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat am Sonntag (28.10.) in Marburg 13 Frauen und Männer in den Verkündigungsdienst der Landeskirche berufen. Bei der Ordination in der Elisabethkirche assistierten dem Bischof Anne Wollenteit (stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende), Pfarrer Paul Shindhe (Ökumenischer Gast, Church of South India) und Pfarrer Prof. Dr. Lutz Friedrichs, Direktor des Evangelischen Studienseminars in Hofgeismar.

Pfarramt wird in der Öffentlichkeit als ein zentrales Amt wahrgenommen

In seiner Predigt über Epheser 4, 7-15 erläuterte Bischof Hein, dass Christus durch seinen Geist und durch Frauen und Männer wirksam bleibe, die er berufe, um an seiner Statt «die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk» zu wirken. Im Besonderen gelte dies für die dafür ausgebildeten und berufenen Menschen. Alle Christinnen und Christen gehörten zu dem einen Leib Christi an und brächten ihre jeweils eigenen Gaben und Aufgaben ein. Der Epheserbrief zeige, dass «nicht alle alles machen». Vielmehr werde der Versuch unternommen, die verschiedenen Gaben und Dienste einander zuzuordnen. Hein unterstrich, dass dies auch heute unter veränderten Lebensbedingungen gelte. Die angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer ständen mit dem Verkündigungsauftrag in der Landeskirche nicht allein da, wie der Dienst von Prädikantinnen und Prädikanten, Diakoninnen und Diakonen, Lektorinnen und Lektoren, aber auch der Dienst von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kindergottesdienst und der Religionslehrerinnen und Religionslehrern zeige. «Aber das nimmt nichts von der Besonderheit des Pfarramts, das weiterhin in unseren Gemeinden wie in der Öffentlichkeit als ein zentrales Amt wahrgenommen wird», so Hein. Im Miteinander wie im Gegenüber zu den anderen Diensten und Aufgabengebieten, die es in der Kirche gebe, würden die Ordinandinnen und Ordinanden ihren Dienst tun. Die gemeinsame Zielrichtung bestehe – mit den Worten des Epheserbriefs – in der «Zurüstung der Heiligen» und der «Auferbauung des Leibes Christi».

Kommunikation des Evangeliums trägt zur Wahrhaftigkeit bei

Mit Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Lage führte Hein weiter aus, dass es Aufgabe der Kirche sei, mit der Kommunikation des Evangeliums dazu beizutragen, Menschen aus ihrer selbstgewählten Unmündigkeit zu befreien. so dass sie sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln, die zu ihrer Meinung und ihrem Glauben stehen könnten. Hein beklagte, dass heutzutage viele auf die Parolen der Vereinfacher hereinfielen und «hate speeches» Konjunktur hätten. Umso wichtiger sei es, Klarheit zu gewinnen, zur Wahrheit zu stehen und dies auch in der Öffentlichkeit zu vertreten. Die Theologie trage zur Wahrheitsfindung bei. An die künftigen Pfarrerinnen und Pfarrer gerichtet sagte der Bischof: «Dafür haben Sie, liebe Ordinandinnen und Ordinanden, Theologie studiert. Sie trägt zur Wahrhaftigkeit bei. Und genau darauf werden Sie in den Gemeinden wie in den anderen Aufgabengebieten angesprochen. Dafür braucht Sie unsere Kirche. Und wir sind dankbar, dass Sie sich in diesen besonderen und anspruchsvollen Dienst haben berufen lassen und nun ordiniert werden.»

Einsatzorte der Pfarrerinnen und Pfarrer im Probedienst zum 1. November 2018

Fabian Böhme
1. Pfarrstelle Wächtersbach, Kirchenkreis Gelnhausen

Ute Maria Helene Borchert
2. Pfarrstelle Steinbach-Hallenberg mit dem Vikariat Oberschönau-Unterschönau, Kirchenkreis Schmalkalden

Anna Debes
1. Pfarrstelle Dörnhagen-Fuldabrück, Kirchenkreis Kaufungen

Anna Imhof
Besonderer Dienst beim Hans-von-Soden-Institut in Marburg

Wita Klön
Pfarrerin im Ehrenamt, Kirchenkreis Twiste-Eisenberg

Nina Marie Nadolny
pfarramtlicher Dienst im Kirchenkreis Hofgeismar

Dr. Klaus Heinrich Neuhoff
2. Pfarrstelle Kassel-Waldau, Stadtkirchenkreis Kassel

Christopher Noll
Rauschenberg und Ernsthausen, Kirchenkreis Kirchhain

Andreas Reichwein
Viermünden, Ederbringhausen, Oberorke, Kirchenkreis Eder

Elisa Schneider
Auslandsjahr über die EKD (Neapel, Italien)

Katharina Scholl
Besonderer Dienst als Repetentin an der Hessischen Stipendiatenanstalt in Marburg

Maximilian Weber-Weigelt
Bieberstein und Dipperz, Kirchenkreis Fulda

Michael Wischnewski
pfarramtlicher Dienst an der Pfarrkirche in Marburg, Kirchenkreis Marburg

Stichwort: «Ordination»

Die Theologen hatten nach dem Theologiestudium ihre Ausbildungsphase als Vikare in Kirchengemeinden und am Evangelischen Studienseminar in Hofgeismar abgeschlossen, teilte die Landeskirche am Sonntag mit. Die Berufung ins Pfarramt erfolgt mit der Ordination und gilt auf Lebenszeit.

Mit der Ordination werden die Vikarinnen und Vikare öffentlich dazu berufen, zu predigen, zu taufen und das Abendmahl auszuteilen. Zudem ist damit die Übernahme der Verantwortung für die Seelsorge und Bildung in einer Kirchengemeinde verbunden. Die Frauen und Männer haben nach dem Studium in einem zweijährigen Vikariat die kirchliche Praxis in verschiedenen Gemeinden der Landeskirche kennengelernt. Zum Vikariat gehörten auch Kurse im Evangelischen Studienseminar in Hofgeismar unter anderem zu den Themen Predigt und Gottesdienst, Seelsorge, Gemeindeleitung und kirchliche Sozialarbeit.

Nach der Ordination treten sie unmittelbar Ihren Dienst als Pfarrerin bzw. Pfarrer im Probedienst in den Gemeinden an. Die Ordinationsgottesdienste werden jeweils in wechselnden Orten der Landeskirche gefeiert. (29.10.2018)


file_download Im Wortlaut:

Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Ordinationsgottesdienst am 28.10.2018 (22. Sonntag nach Trinitatis: Tag der Apostel Simon und Judas Thaddäus) in der Elisabethkirche zu Marburg. Predigttext: Epheser 4,7-15: