Aktuell: GAW-Präsidentin Wulz: «Von Kirchen in der Diaspora kann man lernen»

Kassel (medio). Der Vortrag von Prälatin Gabriele Wulz aus Ulm, Präsidentin des Gustav-Adolf-Werkes (GAW) Deutschland, stand am 5. November im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des GAW Kurhessen-Waldeck e.V. im Haus der Kirche in Kassel. Wulz stellte in ihrem Vortrag zum Thema «Wo der Glaube lebt - Lernen aus der Diaspora» heraus, dass man auch mit wenigen Menschen und Ressourcen glücklich sein kann. Diese Aussage sieht die Präsidentin bei ihren vielen Begegnungsreisen in Diasporakirchen bestätigt, teilte Ulrike Kany, Öffentlichkeitsbeauftragte des GAW, mit.

Als Beispiel nannte Wulz eine Reise in die nordgriechische Diaspora zu Gemeinden der Griechischen Evangelischen Kirche und deren Moderator Melitis Melitiadis. Der Einsatz für Flüchtlinge sei für die kleine Kirche eine Chance, sich nicht abzukapseln. Außerdem berichtete Wulz von einem Gottesdienst in einer Diasporagemeinde am Neusiedler See in Österreich und zeigte sich beeindruckt davon, wie die Menschen im Aushalten, Durchhalten und Dranbleiben ihren Glauben weitergeben: «Da kommt schnell die Frage auf, hätte ich die Kraft, den Glauben so zu leben?», fragte Wulz sich selbst und die Anwesenden. Zuletzt nannte Wulz den  Besuch im vergangenen Jahr zum Reformationsjubiläum in Kairo in Ägypten. Dort begeisterte sie das Engagement der Koptisch Evangelischen Kirche, die sich auch in der Kinder- und Gesundheitsfürsorge engagiert und eine Mädchenschule unterhält.

«Von Kirchen in der Diaspora kann man lernen», zeigte sich Wulz überzeugt. Diese Kirchen böten eine große Chance, zum Frieden beizutragen. Minderheitskirchen hätten oft eine Vermittlerrolle und könnten dadurch zum Segen in ihrer Umgebung werden. Allerdings dürfe man auch nicht dem Fehler verfallen, die Kirchen der Diaspora zu idealisieren. Diasporakirchen seien nicht per se die besseren Kirchen, auch nicht die besseren Gemeinden oder Christen, so Wulz. Und DIE Diaspora gäbe es nicht. Vielmehr sei Diaspora als Chance und Auftrag im Sinne des «evangelisch-Seins» in Orientierung am Evangelium Jesu Christi zu begreifen. Es gehe um versöhnte Gemeinschaft der Verschiedenen, die ökumenisch ausgerichtet ist. «Evangelische Kirchen sind im eigentlichen Wortsinn ökumenisch», betonte Wulz. Kirche lebe dabei nicht von ihrer öffentlichen Bekanntheit und einer zahlenmäßigen Größe, sondern aus ihrer Wirksamkeit heraus. «Das GAW mit seiner weltweit ausgerichteten Arbeit verhilft dazu, von Christus Zeugnis zu geben, in Wort und Tat», sagte Präsidentin Wulz.

45.500 Euro für Projekte beschlossen

Auf der Mitgliederversammlung wurde beschlossen, 45.500 Euro für Projekte an das GAW-Diasporawerk der Evangelischen Kirche Deutschlands e.V. nach Leipzig zu überweisen. Mit diesem Beitrag sollen Projekte des GAW vor allem in Griechenland, in Slowenien, in Venezuela und Brasilien unterstützt werden. (09.11.2018)

2018-11-09 26137

Mitgliederversammlung des Gustav-Adolf-Werks Kurhessen-Waldeck e.V.
GAW-Präsidentin Wulz: «Von Kirchen in der Diaspora kann man lernen»

Hauprednerin Prälatin Gabriele Wulz (3.v.r) mit dem Vorstand des GAW (v.r.): Pfarrerin Doris Krause (Vorsitzende GAW-Kurhessen-Waldeck), Pfarrerin Melanie Keller-Stenzel, Thorsten Gerhold, Inge Rühl, Pfarrer Thomas Dilger und Konrektorin a.D. Ulrike Kany.

Kassel (medio). Der Vortrag von Prälatin Gabriele Wulz aus Ulm, Präsidentin des Gustav-Adolf-Werkes (GAW) Deutschland, stand am 5. November im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des GAW Kurhessen-Waldeck e.V. im Haus der Kirche in Kassel. Wulz stellte in ihrem Vortrag zum Thema «Wo der Glaube lebt - Lernen aus der Diaspora» heraus, dass man auch mit wenigen Menschen und Ressourcen glücklich sein kann. Diese Aussage sieht die Präsidentin bei ihren vielen Begegnungsreisen in Diasporakirchen bestätigt, teilte Ulrike Kany, Öffentlichkeitsbeauftragte des GAW, mit.

Als Beispiel nannte Wulz eine Reise in die nordgriechische Diaspora zu Gemeinden der Griechischen Evangelischen Kirche und deren Moderator Melitis Melitiadis. Der Einsatz für Flüchtlinge sei für die kleine Kirche eine Chance, sich nicht abzukapseln. Außerdem berichtete Wulz von einem Gottesdienst in einer Diasporagemeinde am Neusiedler See in Österreich und zeigte sich beeindruckt davon, wie die Menschen im Aushalten, Durchhalten und Dranbleiben ihren Glauben weitergeben: «Da kommt schnell die Frage auf, hätte ich die Kraft, den Glauben so zu leben?», fragte Wulz sich selbst und die Anwesenden. Zuletzt nannte Wulz den  Besuch im vergangenen Jahr zum Reformationsjubiläum in Kairo in Ägypten. Dort begeisterte sie das Engagement der Koptisch Evangelischen Kirche, die sich auch in der Kinder- und Gesundheitsfürsorge engagiert und eine Mädchenschule unterhält.

«Von Kirchen in der Diaspora kann man lernen», zeigte sich Wulz überzeugt. Diese Kirchen böten eine große Chance, zum Frieden beizutragen. Minderheitskirchen hätten oft eine Vermittlerrolle und könnten dadurch zum Segen in ihrer Umgebung werden. Allerdings dürfe man auch nicht dem Fehler verfallen, die Kirchen der Diaspora zu idealisieren. Diasporakirchen seien nicht per se die besseren Kirchen, auch nicht die besseren Gemeinden oder Christen, so Wulz. Und DIE Diaspora gäbe es nicht. Vielmehr sei Diaspora als Chance und Auftrag im Sinne des «evangelisch-Seins» in Orientierung am Evangelium Jesu Christi zu begreifen. Es gehe um versöhnte Gemeinschaft der Verschiedenen, die ökumenisch ausgerichtet ist. «Evangelische Kirchen sind im eigentlichen Wortsinn ökumenisch», betonte Wulz. Kirche lebe dabei nicht von ihrer öffentlichen Bekanntheit und einer zahlenmäßigen Größe, sondern aus ihrer Wirksamkeit heraus. «Das GAW mit seiner weltweit ausgerichteten Arbeit verhilft dazu, von Christus Zeugnis zu geben, in Wort und Tat», sagte Präsidentin Wulz.

45.500 Euro für Projekte beschlossen

Auf der Mitgliederversammlung wurde beschlossen, 45.500 Euro für Projekte an das GAW-Diasporawerk der Evangelischen Kirche Deutschlands e.V. nach Leipzig zu überweisen. Mit diesem Beitrag sollen Projekte des GAW vor allem in Griechenland, in Slowenien, in Venezuela und Brasilien unterstützt werden. (09.11.2018)


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