Aktuell: Bischof Hein: Wir müssen den Frieden «sexy» machen!

Kassel (medio). «Endlich hat die Bundesregierung es verstanden, dass es mit den Rüstungsexporten so nicht weitergehen kann. Denn bei Kriegen gibt es meistens nur Verlierer!», sagte Bischof Prof. Dr. Martin Hein im einstündigen «Bischofschat» mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Mittwochabend (21.11.) auf www.busstag.de. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) chattete zum Thema «Heute einen Krieg beenden.» als Teil einer Themenkampagne der Landeskirche zum Buß- und Bettag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten mit dem Bischof darüber, wie sich bewaffnete Kriege beenden lassen. Aber auch persönliche Erfahrungen über erlittene Kleinkriege hatten im Chat ihren Raum.

Ganz direkt fragte Bischof Hein die Teilnehmenden, wo sie gerne in ihrem Leben einen Krieg beenden würden. «poldi» erklärte: «Ich würde gerne den Krieg unter meinen Geschwistern beenden. Es herrscht ein fieser Erbschaftskrieg :( ». «maria» wiederum offenbarte: «Ich würde gerne meinen inneren Kampf beenden, ich versuche alles zu perfekt zu machen und stehe mir dabei selbst im Weg.» «Mir geht es ähnlich wie Maria», sagte «Lonestar». Auch der Bischof gestand: «Ich kenne diese Ansprüche an mich selbst auch ... und wie!» Diskutiert wurde im Chat auch die Frage, woher die hohen Ansprüche an sich selbst kommen. Während viele Chatter den Druck der Gesellschaft anführten, mutmaßte «kai_sel»: «...weil wir am Ende auch über uns urteilen müssen. Wir müssen mit unseren eigenen Taten leben. Mit Erfolgen sowie mit Tiefschlägen. Deshalb haben viele, denke ich, einen hohen Anspruch an sich selbst.»

Während des Chats tauschten sich die Teilnehmenden auch darüber aus, was Sie für das beste Rezept zur Beendigung eines Krieges halten: «Lukas» war der Meinung, dass Bildung, eine offene Gesellschaft und Handel das beste Rezept seien. «Das Projekt EU ist deswegen ja auch so erfolgreich.» Im Verlauf des Chats ging es somit auch immer wieder um die aktuelle politische Lage, Waffenhandel und die Gefahr, die von machtdurstigen Staatsoberhäuptern ausgeht. Bischof Hein erzählte am Ende des Chats auch von ganz persönlich erlittenen «Kriegen» - zum Beispiel von der Konkurrenz unter Assistenten an der Uni. Damals hätte der Stress, der gesundheitliche Folgen hatte, ihn zur Vernunft gebracht. Seine Erkenntnis daraus lautete: «Der Krieg tut am allerersten mir selbst weh.»

Auf die Frage, was die Bibel zu Krieg und Friede sage, antwortete Bischof Hein, dass da zwar viel von Krieg und Gewalt die Rede sei, aber eben auch vom Gott des Friedens und von der Bergpredigt Jesu. Hein ermutigte die Chatter dazu, schon heute damit zu beginnen, einen Krieg zu beenden und es jeden Tag von Neuem zu versuchen. «Für viele ist der Frieden langweiliger. Wir müssen den Frieden 'sexy' machen!» forderte Hein.

2018-11-21 26214

Chat zum Buß-und Bettag
Bischof Hein: Wir müssen den Frieden «sexy» machen!

Bischof Martin Hein beim Chat in der ekkw.de-Onlineredaktion im Medienhaus der Landeskirche in Kassel. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Kassel (medio). «Endlich hat die Bundesregierung es verstanden, dass es mit den Rüstungsexporten so nicht weitergehen kann. Denn bei Kriegen gibt es meistens nur Verlierer!», sagte Bischof Prof. Dr. Martin Hein im einstündigen «Bischofschat» mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Mittwochabend (21.11.) auf www.busstag.de. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) chattete zum Thema «Heute einen Krieg beenden.» als Teil einer Themenkampagne der Landeskirche zum Buß- und Bettag. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten mit dem Bischof darüber, wie sich bewaffnete Kriege beenden lassen. Aber auch persönliche Erfahrungen über erlittene Kleinkriege hatten im Chat ihren Raum.

Ganz direkt fragte Bischof Hein die Teilnehmenden, wo sie gerne in ihrem Leben einen Krieg beenden würden. «poldi» erklärte: «Ich würde gerne den Krieg unter meinen Geschwistern beenden. Es herrscht ein fieser Erbschaftskrieg :( ». «maria» wiederum offenbarte: «Ich würde gerne meinen inneren Kampf beenden, ich versuche alles zu perfekt zu machen und stehe mir dabei selbst im Weg.» «Mir geht es ähnlich wie Maria», sagte «Lonestar». Auch der Bischof gestand: «Ich kenne diese Ansprüche an mich selbst auch ... und wie!» Diskutiert wurde im Chat auch die Frage, woher die hohen Ansprüche an sich selbst kommen. Während viele Chatter den Druck der Gesellschaft anführten, mutmaßte «kai_sel»: «...weil wir am Ende auch über uns urteilen müssen. Wir müssen mit unseren eigenen Taten leben. Mit Erfolgen sowie mit Tiefschlägen. Deshalb haben viele, denke ich, einen hohen Anspruch an sich selbst.»

Während des Chats tauschten sich die Teilnehmenden auch darüber aus, was Sie für das beste Rezept zur Beendigung eines Krieges halten: «Lukas» war der Meinung, dass Bildung, eine offene Gesellschaft und Handel das beste Rezept seien. «Das Projekt EU ist deswegen ja auch so erfolgreich.» Im Verlauf des Chats ging es somit auch immer wieder um die aktuelle politische Lage, Waffenhandel und die Gefahr, die von machtdurstigen Staatsoberhäuptern ausgeht. Bischof Hein erzählte am Ende des Chats auch von ganz persönlich erlittenen «Kriegen» - zum Beispiel von der Konkurrenz unter Assistenten an der Uni. Damals hätte der Stress, der gesundheitliche Folgen hatte, ihn zur Vernunft gebracht. Seine Erkenntnis daraus lautete: «Der Krieg tut am allerersten mir selbst weh.»

Auf die Frage, was die Bibel zu Krieg und Friede sage, antwortete Bischof Hein, dass da zwar viel von Krieg und Gewalt die Rede sei, aber eben auch vom Gott des Friedens und von der Bergpredigt Jesu. Hein ermutigte die Chatter dazu, schon heute damit zu beginnen, einen Krieg zu beenden und es jeden Tag von Neuem zu versuchen. «Für viele ist der Frieden langweiliger. Wir müssen den Frieden 'sexy' machen!» forderte Hein.

(Foto: Ruth Hein)

Bischof Hein mit dem Team der Onlineredaktion (v.l.): Christian Schauderna (Fotograf), Ramona Kopec (Leitende Redakteurin Online), Jens Breitbarth-Horn (Webentwickler & Chat-Admin), Christian Küster (Onlineredakteur & Chat-Admin), Pfarrer Christian Fischer (Medienhausleiter & Chat-Moderator) und Julian Lorenbeck (Volontär).

Große Resonanz und Einladung zum nächsten Chat im Frühjahr 2019

Der Moderator des Chats und Leiter des Medienhauses der Landeskirche, Pfarrer Christian Fischer, war begeistert über die große Resonanz auf das Gesprächsangebot und die Qualität der Diskussion: «Das Motto 'Heute einen Krieg beenden' hat viele Menschen zutiefst angesprochen. Die Sehnsucht nach Frieden in der Welt, aber auch in unseren Herzen ist groß. Das hat sich beim Gespräch gezeigt. So eine konzentrierte Stimmung beim Chat habe ich selten erlebt», sagte er nach dem Chat in Kassel.  Der Chat habe die Chance geboten, ganz ehrlich mit dem Bischof zu reden, ohne große Hürden, betonte Fischer. Er lud die Internetnutzer zum nächsten «Bischofschat» im Frühjahr 2019 ein. Das Thema und das genaue Datum sind dann auf www.ekkw.de zu erfahren.

Gottesdienste, busstag.de und SocialMedia

Der Chat war Teil der Themenkampagne zum Buß- und Bettag mit dem Motto «Heute einen Krieg beenden». Auf der Internetseite www.busstag.de konnten die User Wünsche und Klagen aufschreiben und Gebete anderer teilen.
1.100 Gottesdienste zum Buß- und Bettag, die am 21. November 2018 überall in Deutschland angeboten wurden, waren auf der Website eingetragen worden. Die Seite zählte fast 9.000 Besucher, die sich online über die Kampagne informierten. Auf www.facebook.com/busstag wurden seit Beginn der Kampagne Mitte Oktober rund 200.000 Menschen erreicht. Interessierte konnten außerdem auf www.instagram.de (@busstag) und www.twitter.com/busstag das Thema diskutieren und mitgestalten. (21.11.2018)


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Den Internetauftritt zur Themenkampagne finden Sie unter: