Aktuell: Bischof Hein: Theologische Kompetenz hat Bedeutung für Pfarrerschaft und Gemeinde

Hofgeismar (medio). In seinem letzten Bericht vor der Landessynode betonte Bischof Prof. Dr. Martin Hein, wie wichtig eine akademische, an der Universität betriebene Theologie sei. Die Theologie habe die Aufgabe, den Glauben denkend zu erfassen. In der Geschichte der Kirche habe sie oftmals Impulse für die Bewahrung, Entwicklung und Erkennbarkeit der Kirche gegeben und sei somit eine treibende Kraft für Neuaufbruch und Veränderung gewesen. 

Gerade den Kirchen der Reformation sei es ein Anliegen gewesen, ihre Geistlichen umfassend akademisch auszubilden, sagte Hein am Montagvormittag in Hofgeismar. Heute spreche man von «Theologischer Kompetenz», als der Fähigkeit, das Evangelium verständlich und zeitgemäß auszulegen und in das öffentliche Gespräch einzubringen. Diese «Theologische Kompetenz» sei aber nicht auf das Pfarramt beschränkt, wie der Bischof erläuterte. Vielmehr gebe es auch eine «Theologische Kompetenz der Gemeinde», die sich darum bemühe, das Verständnis des Wortes Gottes immer weiter zu vertiefen und daraus gemeinsam die Kirche zu gestalten.

Hein: Es lohnt sich, in theologische Arbeit zu investieren

Somit gebe es viele gute Gründe, als Landeskirche in die theologische Arbeit zu investieren: Das Engagement reiche vom Studium bis zur berufsbegleitenden Fortbildung und eigenen Orten theologischen Denkens. Heins Ansicht nach profitierten von einer kompetenten Theologie nicht nur die Kirchen, sondern auch der Staat und die Gesellschaft. Das akademische Studium an einer staatlich lizensierten Universität sei daher unverzichtbar, auch wenn über die Art und Weise, wie heute Theologie studiert werde, nachgedacht werden müsse. Hein zeigte sich davon überzeugt, dass die Theologie in einer Zeit wachsender Verunsicherung zur Vergewisserung beitrage «in der Öffentlichkeit einer Gesellschaft, die sich sehr rasch verändert, und in der Öffentlichkeit einer Kirche, die sich ebenfalls im Wandel befindet.» Darum schloss der Bischof in Abwandlung eines Zitats von Willy Brandt mit dem Appell: «Mehr Theologie wagen!» (26.11.2018)

2018-11-26 26280

Bericht vor der Landessynode
Bischof Hein: Theologische Kompetenz hat Bedeutung für Pfarrerschaft und Gemeinde

Bischof Prof. Dr. Martin Hein bei seinem Bericht vor der Landessynode. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Hofgeismar (medio). In seinem letzten Bericht vor der Landessynode betonte Bischof Prof. Dr. Martin Hein, wie wichtig eine akademische, an der Universität betriebene Theologie sei. Die Theologie habe die Aufgabe, den Glauben denkend zu erfassen. In der Geschichte der Kirche habe sie oftmals Impulse für die Bewahrung, Entwicklung und Erkennbarkeit der Kirche gegeben und sei somit eine treibende Kraft für Neuaufbruch und Veränderung gewesen. 

Gerade den Kirchen der Reformation sei es ein Anliegen gewesen, ihre Geistlichen umfassend akademisch auszubilden, sagte Hein am Montagvormittag in Hofgeismar. Heute spreche man von «Theologischer Kompetenz», als der Fähigkeit, das Evangelium verständlich und zeitgemäß auszulegen und in das öffentliche Gespräch einzubringen. Diese «Theologische Kompetenz» sei aber nicht auf das Pfarramt beschränkt, wie der Bischof erläuterte. Vielmehr gebe es auch eine «Theologische Kompetenz der Gemeinde», die sich darum bemühe, das Verständnis des Wortes Gottes immer weiter zu vertiefen und daraus gemeinsam die Kirche zu gestalten.

Hein: Es lohnt sich, in theologische Arbeit zu investieren

Somit gebe es viele gute Gründe, als Landeskirche in die theologische Arbeit zu investieren: Das Engagement reiche vom Studium bis zur berufsbegleitenden Fortbildung und eigenen Orten theologischen Denkens. Heins Ansicht nach profitierten von einer kompetenten Theologie nicht nur die Kirchen, sondern auch der Staat und die Gesellschaft. Das akademische Studium an einer staatlich lizensierten Universität sei daher unverzichtbar, auch wenn über die Art und Weise, wie heute Theologie studiert werde, nachgedacht werden müsse. Hein zeigte sich davon überzeugt, dass die Theologie in einer Zeit wachsender Verunsicherung zur Vergewisserung beitrage «in der Öffentlichkeit einer Gesellschaft, die sich sehr rasch verändert, und in der Öffentlichkeit einer Kirche, die sich ebenfalls im Wandel befindet.» Darum schloss der Bischof in Abwandlung eines Zitats von Willy Brandt mit dem Appell: «Mehr Theologie wagen!» (26.11.2018)


file_download Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Bericht von Bischof Martin Hein im Wortlaut:

arrow_forward Nachgefragt:

Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Interview zum Schwerpunkt seines letzten Bischofberichts «Theologische Orientierung», zur Jugend und der Kirche und zum Thema «sexualisierte Gewalt» in der evangelischen Kirche: