Aktuell: Präses Dittmann: Schlichten Parolen ein klares «Nein!» entgegensetzen

Hofgeismar (medio). In seiner Eröffnung der Herbsttagung der Landessynode erinnerte Präses Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann an die Gedenktage zum Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren und zur Reichspogromnacht vor 80 Jahren. Er zeigte sich erschrocken darüber, dass auch heute die Demokratie nicht so gefestigt sei, wie man es sich wünschen würde. Menschen seien heute in der Sorge um ihr eigenes Wohlergehen wieder bereit, schlichten Parolen zu folgen. Wieder sei es nötig, jüdischen Einrichtungen in Deutschland besonderen Polizeischutz zu bieten. 

Dittmann forderte unter großer Zustimmung der Synode: «Diesen Fehlentwicklungen gilt es entschieden entgegenzutreten! Wehret den Anfängen!» Neben dem klaren «Nein!» in der Sache gelte es, die Menschen wieder zurückzugewinnen. Redeverbote, Ausgrenzungen und Unvereinbarkeitsbeschlüsse seien dabei der falsche Weg. Vielmehr müsse man besorgte Menschen ernstnehmen und sich ihnen in der aktiven Debatte entgegenstellen. 

2018-11-26 26281

Herbsttagung der Landessynode in Hofgeismar eröffnet
Präses Dittmann: Schlichten Parolen ein klares «Nein!» entgegensetzen

Eröffnung der Tagung in der Evangelischen Tagungsstätte in Hofgeismar (medio.tv/Schauderna)

Hofgeismar (medio). In seiner Eröffnung der Herbsttagung der Landessynode erinnerte Präses Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann an die Gedenktage zum Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren und zur Reichspogromnacht vor 80 Jahren. Er zeigte sich erschrocken darüber, dass auch heute die Demokratie nicht so gefestigt sei, wie man es sich wünschen würde. Menschen seien heute in der Sorge um ihr eigenes Wohlergehen wieder bereit, schlichten Parolen zu folgen. Wieder sei es nötig, jüdischen Einrichtungen in Deutschland besonderen Polizeischutz zu bieten. 

Dittmann forderte unter großer Zustimmung der Synode: «Diesen Fehlentwicklungen gilt es entschieden entgegenzutreten! Wehret den Anfängen!» Neben dem klaren «Nein!» in der Sache gelte es, die Menschen wieder zurückzugewinnen. Redeverbote, Ausgrenzungen und Unvereinbarkeitsbeschlüsse seien dabei der falsche Weg. Vielmehr müsse man besorgte Menschen ernstnehmen und sich ihnen in der aktiven Debatte entgegenstellen. 

Gottesdienst zum Auftakt in der Brunnenkirche

Im Gottesdienst zum Auftakt der Tagung in der Brunnenkirche sagte der stellvertretenden Präses der Landessynode, Pfarrer Dr. Volker Mantey, in seiner Predigt über  Jesaja 4: «Wir werden nicht gerne weniger, in einer Gemeinschaft wie der Kirche, die von Anfang an darauf ausgerichtet ist, zahlreicher zu werden.» Es gehe nun darum, mit welcher Haltung die Synodalen der kleiner werdenden Volkskirche begegneten, und wie sie diesen Weg selbst aktiv gestalteten. 

Ein Blick auf Jesaja zeige, dass auch eine Verheißung damit verbunden sei, wenn  «das Äußerliche, die Fassaden, die ganzen Zutaten» schwänden und  «das Aufhübschen ein Ende habe». Gerade in gesellschaftlichen «Zeiten der Selbstbespiegelung, der Selbstoptimierung, der permanenten Zur-Schau-Stellung» sei es wichtig, zwischen Darstellung und Kern zu unterscheiden und dabei darauf zu vertrauen, dass bei allen Verlusten doch Gott bleibe. Und Gott brauche nicht viel, um seine Verheißung zu vollenden. Und er lasse laut Jesaja sprießen, wachsen und gedeihen. Daraus folgerte Mantey: «Übrig zu bleiben lohnt sich. Um Gott zu erfahren.» Er ermutigte die Synodalen, sich in diese Wahrheit Gottes hineinfallen zu lassen. Und er wünschte ihnen für die anstehende Synodaltagung: «Gott erneuere dazu unseren Sinn. Amen.» (26.11.2018)

Präses Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann (Foto: medio.tv/Schauderna)

arrow_forward Nachgefragt:

Präses Kirchenrat Dr. Thomas Dittmann im Interview zu den Schwerpunktthemen der Herbsttagung, zur Bewerberlage für die Bischofswahl im kommenden Jahr und was die geistliche Begleitung einer Synodaltagung besonders auszeichnet: