Aktuell: Opfern Recht verschaffen und Prävention verstärken

Hofgeismar (medio). «Als drängendstes Problem, dessen Aufarbeitung uns auch 2019 weiter beschäftigen wird», bezeichnete Bischof Prof. Dr. Martin Hein am Montag auf der Synodaltagung in Hofgeismar die Fälle sexualisierter Gewalt im Raum der Kirchen. Die hohe Zahl der Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche habe auch die evangelischen Landeskirchen für dieses Thema sensibilisiert. Hein räumte ein, dass sich die evangelischen Kirchen zu lange in Sicherheit gewogen hätten. Man sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass man durch die liberalere Sexualmoral des modernen Protestantismus gegen sexuellen Missbrauch gefeit sei. Nun werde man das Geschehene aufarbeiten, die Opfer ernstnehmen und Maßnahmen zur Prävention ergreifen.

Maßnahmen zur Aufarbeitung und Prävention

Hein erläuterte in seinem Bischofsbericht, welche Maßnahmen bereits angedacht seien. So strebe man die Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen, die Entwicklung eines Präventionskonzepts sowie die Errichtung einer Koordinationsstelle an. Es müsse aber noch entschieden werden, welche der Maßnahmen auf der Ebene der Landeskirche und welche im Verbund mit den anderen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ergriffen werden müssten. 

Als obersten Grundsatz für den Umgang mit sexualisierter Gewalt formulierte der Bischof: «Es muss uns darum gehen, den Opfern Recht zu verschaffen, Schuld auch Schuld zu nennen, für einen angemessenen Umgang miteinander einzutreten und ihn einzuüben, damit wir ein Raum der Freiheit und des Vertrauens sei können und – wo das verloren gegangen ist – wieder werden können.» Dazu müssten Strukturen freigelegt und verändert werden, die sexualisierte Gewalt begünstigten. Es bedeute aber auch, dem Thema  «Distanz und Nähe» in der Ausbildung zu kirchlichen und diakonischen Berufen noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Hein sicherte den Synodalen zu: «Über alle Schritte werden wir die inner- und außerkirchliche Öffentlichkeit transparent unterrichten!» (26.11.2018)

2018-11-28 26303

Bischof Hein zu sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche
Opfern Recht verschaffen und Prävention verstärken

Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Foto: medio.tv/Schauderna)

Hofgeismar (medio). «Als drängendstes Problem, dessen Aufarbeitung uns auch 2019 weiter beschäftigen wird», bezeichnete Bischof Prof. Dr. Martin Hein am Montag auf der Synodaltagung in Hofgeismar die Fälle sexualisierter Gewalt im Raum der Kirchen. Die hohe Zahl der Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche habe auch die evangelischen Landeskirchen für dieses Thema sensibilisiert. Hein räumte ein, dass sich die evangelischen Kirchen zu lange in Sicherheit gewogen hätten. Man sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass man durch die liberalere Sexualmoral des modernen Protestantismus gegen sexuellen Missbrauch gefeit sei. Nun werde man das Geschehene aufarbeiten, die Opfer ernstnehmen und Maßnahmen zur Prävention ergreifen.

Maßnahmen zur Aufarbeitung und Prävention

Hein erläuterte in seinem Bischofsbericht, welche Maßnahmen bereits angedacht seien. So strebe man die Einrichtung unabhängiger Anlaufstellen, die Entwicklung eines Präventionskonzepts sowie die Errichtung einer Koordinationsstelle an. Es müsse aber noch entschieden werden, welche der Maßnahmen auf der Ebene der Landeskirche und welche im Verbund mit den anderen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ergriffen werden müssten. 

Als obersten Grundsatz für den Umgang mit sexualisierter Gewalt formulierte der Bischof: «Es muss uns darum gehen, den Opfern Recht zu verschaffen, Schuld auch Schuld zu nennen, für einen angemessenen Umgang miteinander einzutreten und ihn einzuüben, damit wir ein Raum der Freiheit und des Vertrauens sei können und – wo das verloren gegangen ist – wieder werden können.» Dazu müssten Strukturen freigelegt und verändert werden, die sexualisierte Gewalt begünstigten. Es bedeute aber auch, dem Thema  «Distanz und Nähe» in der Ausbildung zu kirchlichen und diakonischen Berufen noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Hein sicherte den Synodalen zu: «Über alle Schritte werden wir die inner- und außerkirchliche Öffentlichkeit transparent unterrichten!» (26.11.2018)

Bischof Hein (r.) zum Thema sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche im Interview mit Medienhausleiter Pfarrer Christian Fischer.

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Ansprechparterinnen und Ansprechparter sowie weitere Informationen zum Thema finden Sie im ekkw.de-Ratgeber:

file_download Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Bericht von Bischof Martin Hein im Wortlaut:

arrow_forward Nachgefragt:

Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Interview zum Schwerpunkt seines letzten Bischofberichts «Theologische Orientierung», zur Jugend und der Kirche und zum Thema «sexualisierte Gewalt» in der evangelischen Kirche: