Aktuell: Neue Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder tritt am 1. Advent in Kraft


Kassel (medio). Mit dem 1. Advent am kommenden Sonntag (2.12.) beginnt nicht nur das neue Kirchenjahr - es tritt auch eine neue Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder für die Gottesdienste in den Kirchengemeinden in Kraft. Die sogenannte Perikopenordnung löst die bisherige Ordnung aus dem Jahr 1978 ab, teilte Pfarrer Lars Hillebold mit, der im Landeskirchenamt für Gottesdienst, Kirchenmusik und theologische Generalia zuständig ist. Die Ordnung, die für die gesamte Evangelischen Kirche in Deutschland gilt, enthält eine Sammlung von Bibelabschnitten zu jedem Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres und regelt, wann welche Textstelle gelesen und zu welcher gepredigt wird. Außerdem enthält die Ordnung Angaben zu den Liedern, die mit bestimmten Sonntagen bzw. Festtagen verbunden sind.

Neue Texte, mehr Bezug zu heutigen Lebensfragen und mehr neue Lieder als bisher

Die Änderungen in der neuen Perikopenordnung seien moderat und vieles aus dem bisherigen System bleibe erhalten, heißt es in dem Begleittext zur Ordnung. Allerdings habe sich der Anteil der Texte aus dem Alten Testament gegenüber der Vorgängerfassung erhöht, was besonders auf den vertieften christlich-jüdischen Dialog der vergangenen Jahren zurückzuführen sei.

«Es sind nun einige Geschichten vertreten, die durch Kindergottesdienst oder Religionsunterricht durchaus bekannt sind, aber bislang noch nicht in der Perikopenordnung waren», erläuterte die Verfasserin Doris Joachim vom Zentrum für Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau. Als Beispiele nannte sie die Geschichte der Verleugnung des Petrus, Jesus im Garten Gethsemane oder die Erzählung von Hagar und Ismael im 1. Buch Mose.

In der neuen Ordnung gibt es aber auch noch weitere Änderungen: mehr Texte, in denen Frauen vorkommen; mehr Texte mit Bezug zu heutigen Lebensfragen; mehr Texte mit Resonanzen in Kunst und Kultur. Und jeder Sonn- oder Festtag hat jetzt zwei Lieder der Woche bzw. des Tages, darunter sehr viel mehr neue Lieder als bisher. Und unter die «Weiteren Feste und Gedenktage» sind einige Tage neu aufgenommen worden, z.B. der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) und der Tag des Gedenkens an die Novemberpogrome (9. November), aber auch der Martinstag (11. November) und der Nikolaustag (6. Dezember).

Stichwort: «Perikopenordnung»

Das Wort Perikope leitet sich vom griechischen Wort «perikopein» ab, was «ringsum abschneiden» bedeutet. Die aktuelle Revision der Perikopenordnung ist bereits die dritte nach 1958 und 1978, steht aber in einer Tradition, die weit vor die Reformationszeit in das frühe Mittelalter zurückreicht.

Das Evangelium gibt das Leitmotiv vor, das dem Sonn- oder Festtag sein Gepräge gibt. Danach richtet sich grundsätzlich auch die Epistel, eine Lesung aus den Briefen des Neuen Testaments, und die alttestamentliche Schriftlesung. Zu diesen drei Lesungstexten treten jeweils drei weitere Predigttexte. Während die Lesungen an ihrem jeweiligen Sonn- oder Festtag Jahr für Jahr dran sind, verteilen sich die insgesamt sechs Predigttexte auf sechs Jahrgänge, so dass an einem bestimmten Sonntag erst im siebenten Jahre wieder über denselben Text gepredigt wird.

Die neue Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder besteht aus drei Büchern: das Lektionar, aus dem die Schriftlesungen im Gottesdienst vorgelesen werden; das Perikopenbuch, das der Gottesdienstvorbereitung – auch für Lektorinnen und Lektoren – dient; und ein Ergänzungsheft zum Evangelischen Gesangbuch (EG), das die 32 neuen Lieder enthält, die nicht im Stammteil des EG stehen, dazu alle benötigten Gebetspsalmen. (29.11.2018)

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2018-11-29 26364

Revision der Perikopenordnung
Neue Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder tritt am 1. Advent in Kraft

Die neuen Perikopenordnung gibt vor, zu welchem Bibeltext gerpredigt wird. Zum Start der neuen Ordnung steht der Predigtext Matthäus 21, 1-11 auf dem Programm. (Archivfoto: medio.tv/Schauderna)


Kassel (medio). Mit dem 1. Advent am kommenden Sonntag (2.12.) beginnt nicht nur das neue Kirchenjahr - es tritt auch eine neue Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder für die Gottesdienste in den Kirchengemeinden in Kraft. Die sogenannte Perikopenordnung löst die bisherige Ordnung aus dem Jahr 1978 ab, teilte Pfarrer Lars Hillebold mit, der im Landeskirchenamt für Gottesdienst, Kirchenmusik und theologische Generalia zuständig ist. Die Ordnung, die für die gesamte Evangelischen Kirche in Deutschland gilt, enthält eine Sammlung von Bibelabschnitten zu jedem Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres und regelt, wann welche Textstelle gelesen und zu welcher gepredigt wird. Außerdem enthält die Ordnung Angaben zu den Liedern, die mit bestimmten Sonntagen bzw. Festtagen verbunden sind.

Neue Texte, mehr Bezug zu heutigen Lebensfragen und mehr neue Lieder als bisher

Die Änderungen in der neuen Perikopenordnung seien moderat und vieles aus dem bisherigen System bleibe erhalten, heißt es in dem Begleittext zur Ordnung. Allerdings habe sich der Anteil der Texte aus dem Alten Testament gegenüber der Vorgängerfassung erhöht, was besonders auf den vertieften christlich-jüdischen Dialog der vergangenen Jahren zurückzuführen sei.

«Es sind nun einige Geschichten vertreten, die durch Kindergottesdienst oder Religionsunterricht durchaus bekannt sind, aber bislang noch nicht in der Perikopenordnung waren», erläuterte die Verfasserin Doris Joachim vom Zentrum für Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau. Als Beispiele nannte sie die Geschichte der Verleugnung des Petrus, Jesus im Garten Gethsemane oder die Erzählung von Hagar und Ismael im 1. Buch Mose.

In der neuen Ordnung gibt es aber auch noch weitere Änderungen: mehr Texte, in denen Frauen vorkommen; mehr Texte mit Bezug zu heutigen Lebensfragen; mehr Texte mit Resonanzen in Kunst und Kultur. Und jeder Sonn- oder Festtag hat jetzt zwei Lieder der Woche bzw. des Tages, darunter sehr viel mehr neue Lieder als bisher. Und unter die «Weiteren Feste und Gedenktage» sind einige Tage neu aufgenommen worden, z.B. der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) und der Tag des Gedenkens an die Novemberpogrome (9. November), aber auch der Martinstag (11. November) und der Nikolaustag (6. Dezember).

Stichwort: «Perikopenordnung»

Das Wort Perikope leitet sich vom griechischen Wort «perikopein» ab, was «ringsum abschneiden» bedeutet. Die aktuelle Revision der Perikopenordnung ist bereits die dritte nach 1958 und 1978, steht aber in einer Tradition, die weit vor die Reformationszeit in das frühe Mittelalter zurückreicht.

Das Evangelium gibt das Leitmotiv vor, das dem Sonn- oder Festtag sein Gepräge gibt. Danach richtet sich grundsätzlich auch die Epistel, eine Lesung aus den Briefen des Neuen Testaments, und die alttestamentliche Schriftlesung. Zu diesen drei Lesungstexten treten jeweils drei weitere Predigttexte. Während die Lesungen an ihrem jeweiligen Sonn- oder Festtag Jahr für Jahr dran sind, verteilen sich die insgesamt sechs Predigttexte auf sechs Jahrgänge, so dass an einem bestimmten Sonntag erst im siebenten Jahre wieder über denselben Text gepredigt wird.

Die neue Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder besteht aus drei Büchern: das Lektionar, aus dem die Schriftlesungen im Gottesdienst vorgelesen werden; das Perikopenbuch, das der Gottesdienstvorbereitung – auch für Lektorinnen und Lektoren – dient; und ein Ergänzungsheft zum Evangelischen Gesangbuch (EG), das die 32 neuen Lieder enthält, die nicht im Stammteil des EG stehen, dazu alle benötigten Gebetspsalmen. (29.11.2018)

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Name
  • Gottesdienst, Kirchenmusik und theologische Generalia
  • Pfarrer Lars Hillebold
  • Leitung
  • Tel.: (0561) 9378 233, Sekretariat: (0561) 9378 203
  • (0561) 9378 493
  • referat.theologische-generalia@ekkw.de
  • Büro im Haus der Kirche
    2. OG, Raum 245

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Die neue Ordnung finden Sie bei der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland unter:

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Einen multimedialen Kalender zum Kirchenjahr mit vielen Texten, Erläuterungen und den Wochenliedern zum Anhören finden Sie hier: