Aktuell: Adventsempfang der Evangelischen Kirchen in Thüringen in der Landeshauptstadt Erfurt

Erfurt (epd/medio). Am Mittwochabend (5.12.) kamen Persönlichkeiten aus Kirche, Gesellschaft und Politik zum Adventsempfang der Evangelischen Kirchen in Thüringen in der Landeshauptstadt Erfurt zusammen. Eingeladen hatten die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, und Bischof Prof. Dr. Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, deren Kirchenkreis Schmalkalden in Thüringen liegt. Gäste waren u.a. die stellvertretende Ministerpräsidentin Thüringens, Heike Taubert, die Vizepräsidentin des Thüringer Landtags, Dorothea Marx, und der Präsident des Thüringer Verfassungsgerichtshofes, Dr. h.c. Stefan Kaufmann.

Bischöfin Junkermann: «Brauchen dynamisches Heimatverständnis»

Landesbischöfin Ilse Junkermann kritisiert in ihrer Ansprache den Missbrauch des «Heimat»-Begriffes durch Populisten und Extremisten. Insbesondere seit der sogenannten Flüchtlingskrise im Jahr 2015 gewännen diese mit dem Begriff viele Menschen, sagte Junkermann laut Redemanuskript im Erfurter Augustinerkloster.

Es erstaune sie nicht wirklich, welchen Stellenwert das Thema «Heimat» bei den Menschen laut des jüngsten Thüringen Monitors habe. Damit werde Vertrautes aktiviert. Bei «Heimat» denke man: «Da bin ich zu Hause, da komme ich her, da fühle ich mich wohl, da ist man mir wohlgesonnen.» Weil aber auch dem Einfältigsten auffalle, dass es diese heile Welt gar nicht gebe, müssten vermeintliche Störungen abgewehrt werden. «Deshalb wird ein Schutzraum versprochen, nur für die Einheimischen», sagte Junkermann. Das sei unweigerlich verbunden mit massiver Ausgrenzung und Abwehr dessen und derer, die vermeintlich nicht hinzugehörten.

Die Bischöfin sprach sich für ein «dynamisches» Heimatverständnis aus, das sich am einzelnen Menschen orientiere. Es müsse die Probleme, Beschwernisse und Bedürfnisse von Menschen im 21. Jahrhundert beim Namen benennen. Dabei sei «Heimat» vor allem als Beziehungsgeflecht zu verstehen; als einen Ort, der Emotionen binde. Dabei zeige sich dieser Heimatbegriff geschichtsbewusst und zugleich an der Zukunft orientiert. Damit ist er nach Auffassung Junkermanns nicht zuletzt «offen für Fremdes, Neues, Anderes.»

2018-12-06 26431

Bischöfin Junkermann zum Heimatverständnis - Andacht von Bischof Hein
Adventsempfang der Evangelischen Kirchen in Thüringen in der Landeshauptstadt Erfurt

Adventsempfang der Evangelischen Kirchen in Thüringen im Erfurter Augustinerkloster. Unser Foto zeigt Landesbischöfin Ilse Junkermann bei ihrer Ansprache. (Foto: EKM)

Erfurt (epd/medio). Am Mittwochabend (5.12.) kamen Persönlichkeiten aus Kirche, Gesellschaft und Politik zum Adventsempfang der Evangelischen Kirchen in Thüringen in der Landeshauptstadt Erfurt zusammen. Eingeladen hatten die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, und Bischof Prof. Dr. Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, deren Kirchenkreis Schmalkalden in Thüringen liegt. Gäste waren u.a. die stellvertretende Ministerpräsidentin Thüringens, Heike Taubert, die Vizepräsidentin des Thüringer Landtags, Dorothea Marx, und der Präsident des Thüringer Verfassungsgerichtshofes, Dr. h.c. Stefan Kaufmann.

Bischöfin Junkermann: «Brauchen dynamisches Heimatverständnis»

Landesbischöfin Ilse Junkermann kritisiert in ihrer Ansprache den Missbrauch des «Heimat»-Begriffes durch Populisten und Extremisten. Insbesondere seit der sogenannten Flüchtlingskrise im Jahr 2015 gewännen diese mit dem Begriff viele Menschen, sagte Junkermann laut Redemanuskript im Erfurter Augustinerkloster.

Es erstaune sie nicht wirklich, welchen Stellenwert das Thema «Heimat» bei den Menschen laut des jüngsten Thüringen Monitors habe. Damit werde Vertrautes aktiviert. Bei «Heimat» denke man: «Da bin ich zu Hause, da komme ich her, da fühle ich mich wohl, da ist man mir wohlgesonnen.» Weil aber auch dem Einfältigsten auffalle, dass es diese heile Welt gar nicht gebe, müssten vermeintliche Störungen abgewehrt werden. «Deshalb wird ein Schutzraum versprochen, nur für die Einheimischen», sagte Junkermann. Das sei unweigerlich verbunden mit massiver Ausgrenzung und Abwehr dessen und derer, die vermeintlich nicht hinzugehörten.

Die Bischöfin sprach sich für ein «dynamisches» Heimatverständnis aus, das sich am einzelnen Menschen orientiere. Es müsse die Probleme, Beschwernisse und Bedürfnisse von Menschen im 21. Jahrhundert beim Namen benennen. Dabei sei «Heimat» vor allem als Beziehungsgeflecht zu verstehen; als einen Ort, der Emotionen binde. Dabei zeige sich dieser Heimatbegriff geschichtsbewusst und zugleich an der Zukunft orientiert. Damit ist er nach Auffassung Junkermanns nicht zuletzt «offen für Fremdes, Neues, Anderes.»

Andacht von Bischof Hein in der Augustinerkirche zu Erfurt

In seiner Andacht anlässlich des Adventempfangs stellte Bischof Prof. Dr. Martin Hein die Begegnung von Maria und Elisabeth, die im Lukas-Evangelium geschildert wird (Lukas 1,39-47), in den Mittelpunkt. Der Evangelist beschreibt in der Geschichte die beiden Frauen, die auf höchst unerwartete und unverhoffte Weise schwanger wurden: «Elisabeth die eine, längst über das Alter hinaus, in dem man Kinder bekommen kann, hochbetagt, unter der Schmach ihrer Kinderlosigkeit leidend – Maria die andere, jung, die Heirat und die Liebe und das Leben noch vor sich, unbekümmert im wahrsten Sinn des Wortes», so Hein.

Für den Bischof erschließt sich in dem biblischen Text, dass sich nicht nur zwei Frauen mit gemeinsamer Erfahrung, sondern dass sich zwei Zeiten berühren: «Elisabeth 'verkörpert' die Zeit der Verheißung, Maria die der Erfüllung», sagte Bischof Hein. Im Augenblick des Grußes der Frauen würden sich sich beide Zeiten unauflöslich verbinden. «Die Weisheit der einen wird zur Kraft der anderen!»

Auch wenn es zwei Zeiten sind, gehören diese für den Bischof zusammen, weil es Gott ist, der in beiden handelt. «Deshalb stehen am Ende der Zeit der Verheißung und am Beginn der Zeit der Erfüllung diese zwei Frauen – verbunden in dem Wunder, dass Gott das Leben schenkt», so Bischof Hein. (06.12.2018)


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Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland finden Sie im Internet unter:

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Den Evangelischen Kirchenreis Schmalkalden, der in Thüringen liegt, finden Sie im Internet hier:

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Die Andacht von Bischof Martin Hein anlässlich des Adventsempfangs können Sie hier lesen: