Aktuell: Heidelberger Gerontologe Kruse: Alte wollen für andere sorgen

Kassel (epd/medio). Alte Menschen haben nach Worten des Gerontologen Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Dipl. Psych. Andreas Kruse ein großes Verlangen danach, etwas für die nachfolgenden Generationen zu tun. Dieses Bedürfnis einer «symbolischen Unsterblichkeit» finde sich bei allen Menschen wieder, sagte Kruse, der Direktor des Gerontologischen Institutes an der Universität Heidelberg ist, am Freitagabend (7.12.) auf dem Adventsempfang der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Kassel. Dies hätten Untersuchungen des Institutes ergeben.

Es sei daher von großer Bedeutung, nicht nur die körperlichen Phänomene des Alterns zu erforschen, sondern auch die geistigen, sagte Kruse, der zum Thema «Altern und Alter: Zuwachs an Wissen und Erkenntnis. Chancen und Herausforderungen für Gesellschaft, Kirche und Demokratie» sprach. Die menschliche Psyche vollziehe im Altersprozess bemerkenswerte Schritte. Das Spirituelle erfahre eine starke Akzentuierung. Dies müsse ernst genommen werden.

Alte Menschen könnten jungen Menschen wertvolle Anregungen geben, da sie nicht mehr zeigen müssten, dass sie besser seien, erläuterte Kruse. Man könne ein solches Wirken als ein «hinter die Welt lotsen» bezeichnen. Selbst die Art und Weise, wie ein alter Mensch mit Krankheit und Verlust umgehe, könne lehrreich für andere sein. Es komme künftig darauf an, den Alten die Möglichkeit zu geben zu zeigen, dass sie sich für andere sorgen wollen. Dann könnten die hohen Potenziale des Alters verwirklicht werden. Auch der Kirche könne dies neue Anstöße geben. «Wir müssen zu einer tiefen Spiritualität finden», sagte Kruse.

2018-12-07 26444

Adventsempfang der Landeskirche in Kassel
Heidelberger Gerontologe Kruse: Alte wollen für andere sorgen

Adventlich gestimmt im Kasseler Haus der Kirche (v.r.): Bischof Prof. Dr. Hein mit Gastredner Prof. Dr. Dr. Kruse, Präses KR Dr. Dittmann, Pfarrerin Schwermann (Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit) und Vizepräsident Dr. Knöppel. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Kassel (epd/medio). Alte Menschen haben nach Worten des Gerontologen Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Dipl. Psych. Andreas Kruse ein großes Verlangen danach, etwas für die nachfolgenden Generationen zu tun. Dieses Bedürfnis einer «symbolischen Unsterblichkeit» finde sich bei allen Menschen wieder, sagte Kruse, der Direktor des Gerontologischen Institutes an der Universität Heidelberg ist, am Freitagabend (7.12.) auf dem Adventsempfang der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Kassel. Dies hätten Untersuchungen des Institutes ergeben.

Es sei daher von großer Bedeutung, nicht nur die körperlichen Phänomene des Alterns zu erforschen, sondern auch die geistigen, sagte Kruse, der zum Thema «Altern und Alter: Zuwachs an Wissen und Erkenntnis. Chancen und Herausforderungen für Gesellschaft, Kirche und Demokratie» sprach. Die menschliche Psyche vollziehe im Altersprozess bemerkenswerte Schritte. Das Spirituelle erfahre eine starke Akzentuierung. Dies müsse ernst genommen werden.

Alte Menschen könnten jungen Menschen wertvolle Anregungen geben, da sie nicht mehr zeigen müssten, dass sie besser seien, erläuterte Kruse. Man könne ein solches Wirken als ein «hinter die Welt lotsen» bezeichnen. Selbst die Art und Weise, wie ein alter Mensch mit Krankheit und Verlust umgehe, könne lehrreich für andere sein. Es komme künftig darauf an, den Alten die Möglichkeit zu geben zu zeigen, dass sie sich für andere sorgen wollen. Dann könnten die hohen Potenziale des Alters verwirklicht werden. Auch der Kirche könne dies neue Anstöße geben. «Wir müssen zu einer tiefen Spiritualität finden», sagte Kruse.

Bischof Hein: 60 bis 80jährige heute erheblich vitaler als zuvor

Zuvor hatte der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, darauf hingewiesen, dass sich in der Gesellschaft nicht nur die Alterspyramide verändere, sondern auch das Alter selbst. So seien etwa 60 bis 80jährige heute erheblich vitaler als noch vor zwei oder drei Generationen. Allerdings gebe es dafür weniger junge Menschen mit kirchlicher Bindung. «Wir müssen die Chancen und das Potenzial der Veränderung erfassen», sagte Hein.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Gäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im großen Saal im Haus der Kirche in Bad-Wilhelmshöhe reichlich Gelegenheit, alte Bekannte zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und sich in der vorweihnachtlichen Hektik eine kurze Auszeit zu nehmen. (07.12.2018)


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