Aktuell: Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fasten- oder Passionszeit
Kassel (medio). Seit dem Tod von Jesus am Kreuz erinnern sich Christinnen und Christen in den Wochen vor Karfreitag an sein Leiden und Sterben und bereiten sich auf das Osterfest mit seiner frohen Botschaft vor. Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet mit der Auferstehung Jesus am Ostersonntag. In den Gemeinden werden am Aschermittwoch viele Gottesdienste gefeiert.
 
In der Bibel wird beschrieben, wie Jesus die 40 Tage vor seinem Kreuzestod fastend und betend in der Wüste verbrachte. Beim Evangelisten Markus heißt es: «Gleich danach trieb der Geist Gottes Jesus in die Wüste. Dort blieb er vierzig Tage und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mit den wilden Tieren zusammen, und die Engel Gottes versorgten ihn» (Markus 1,12- 13).
 
In der Bibel fasten die Menschen zum einen als Ausdruck von Trauer und Sühne. Mit dem Verzicht von Nahrung wollten die Menschen zeigen, dass sie mit einem verstorbenen Menschen auch einen Teil von sich selbst verloren hatten. Zum anderen fasteten Menschen zur Vorbereitung auf eine Begegnung mit Gott. Mose fastete zum Beispiel bevor er von Gott die zehn Gebote empfing. Beides hat sich in der Tradition der Kirche fortgesetzt. Im Mittelalter wurde das Fasten zu einer Bußhandlung, die teilweise von der Kirche verordnet wurde. Martin Luther und die Reformatoren wandten sich gegen diese Art von Buße. So war das Fasten in der evangelischen Kirche lange unüblich.
 
Heute entdecken evangelische Christinnen und Christen das Fasten neu: als eine Möglichkeit, eine spirituelle Zeit zu gestalten um Gott zu begegnen. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein oder auch auf den Fernsehkonsum gilt als Symbol der Buße. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näher zu kommen. Zugleich soll das Fasten zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Gottes Schöpfung anregen.
 
In der katholischen Kirche zeichnet der Priester am Aschermittwoch ein Aschenkreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. In der evangelischen Kirche beteiligen sich jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen an der Fasteninitiative «Sieben Wochen Ohne», um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. In diesem Sinne wird Buße auch als Rückkehr zu einem Leben verstanden, das sich an den Geboten Gottes orientiert.
 
Fastenzeiten sind in fast allen Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren. Viele Menschen schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (05.03.2019)
2019-03-06 26885

Vorbereitung auf das Osterfest
Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fasten- oder Passionszeit

(Foto: medio.tv/Schauderna)
Kassel (medio). Seit dem Tod von Jesus am Kreuz erinnern sich Christinnen und Christen in den Wochen vor Karfreitag an sein Leiden und Sterben und bereiten sich auf das Osterfest mit seiner frohen Botschaft vor. Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet mit der Auferstehung Jesus am Ostersonntag. In den Gemeinden werden am Aschermittwoch viele Gottesdienste gefeiert.
 
In der Bibel wird beschrieben, wie Jesus die 40 Tage vor seinem Kreuzestod fastend und betend in der Wüste verbrachte. Beim Evangelisten Markus heißt es: «Gleich danach trieb der Geist Gottes Jesus in die Wüste. Dort blieb er vierzig Tage und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mit den wilden Tieren zusammen, und die Engel Gottes versorgten ihn» (Markus 1,12- 13).
 
In der Bibel fasten die Menschen zum einen als Ausdruck von Trauer und Sühne. Mit dem Verzicht von Nahrung wollten die Menschen zeigen, dass sie mit einem verstorbenen Menschen auch einen Teil von sich selbst verloren hatten. Zum anderen fasteten Menschen zur Vorbereitung auf eine Begegnung mit Gott. Mose fastete zum Beispiel bevor er von Gott die zehn Gebote empfing. Beides hat sich in der Tradition der Kirche fortgesetzt. Im Mittelalter wurde das Fasten zu einer Bußhandlung, die teilweise von der Kirche verordnet wurde. Martin Luther und die Reformatoren wandten sich gegen diese Art von Buße. So war das Fasten in der evangelischen Kirche lange unüblich.
 
Heute entdecken evangelische Christinnen und Christen das Fasten neu: als eine Möglichkeit, eine spirituelle Zeit zu gestalten um Gott zu begegnen. Der Verzicht auf Speisen und Getränke wie Fleisch oder Wein oder auch auf den Fernsehkonsum gilt als Symbol der Buße. In den sieben Wochen vor dem Osterfest nehmen sich viele Christen zudem mehr Zeit für Ruhe, Besinnung und Gebet, um sich selbst und Gott näher zu kommen. Zugleich soll das Fasten zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Gottes Schöpfung anregen.
 
In der katholischen Kirche zeichnet der Priester am Aschermittwoch ein Aschenkreuz als Symbol der geistigen Reinigung und der Vergänglichkeit auf die Stirn der Gottesdienstbesucher. In der evangelischen Kirche beteiligen sich jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen an der Fasteninitiative «Sieben Wochen Ohne», um aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden. In diesem Sinne wird Buße auch als Rückkehr zu einem Leben verstanden, das sich an den Geboten Gottes orientiert.
 
Fastenzeiten sind in fast allen Religionen bekannt, so etwa der Fastenmonat Ramadan im Islam. Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen allerdings auch mit dem Ziel nach ganzheitlichem Wohlbefinden oder dem Wunsch, ein paar Pfunde zu verlieren. Viele Menschen schwärmen zugleich von einer geistigen Freiheit während des Nahrungsverzichts. (05.03.2019)

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«Engel fragt» heißt die Sendereihe im hr-fernsehen, die sich mit Themen rund um Ethik und Religionen beschäftigt. Gemeinsam mit einem Kamerateam begibt sich hr-Moderator Philipp Engel auf die Suche nach Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit. Diesmal geht es um die Frage «Fasten, was bringt mir das?»: