Aktuell: Prälat Böttner: «Das Interesse am Pfarrberuf ist wieder gewachsen»

Kassel (medio). Junge und ältere Menschen entscheiden sich vermehrt für ein grundständiges oder ein berufsbegleitendes Theologiestudium mit dem Berufsziel Pfarrer und Pfarrerin. Das erklärte Bernd Böttner, Prälat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. «Das Interesse am Pfarrberuf ist wieder gewachsen», sagte Böttner in einem Interview mit dem Medienhaus der Landeskirche. Zurzeit würden alle für den Pfarrberuf geeigneten Vikarinnen und Vikare ordiniert und über den aktuellen Bedarf hinaus eingestellt, so der Prälat. Das sei notwendig, da ab 2022 überdurchschnittlich viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand gingen.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck habe bei den Studierenden ein gutes Image, ergänzte Prof. Dr. Regina Sommer, die das Referat Theologische Aus-, Fort- und Weiterbildung leitet. «Die EKKW gilt als Kirche, die ihre Studierenden intensiv fördert - mit guten inhaltlichen Angeboten und mit dem Stipendium», zeigte sich Sommer erfreut. Den Grund für die Entwicklung sieht die Leiterin darin, dass es sich herumgesprochen habe, dass die Landeskirche viel für die Studierenden tue und mit ihnen im Gespräch sei.

Zurzeit arbeite man daran, das Vikariat - also die praxisorientierte Phase in der Ausbildung zur Pfarrerin oder zum Pfarrer - besser und attraktiver zu machen, so Sommer. Die neue Form, die 2020 starten soll, werde elementarer, flexibler und kürzer und will das gemeinsame Lernen von zukünftigen Pfarrern und Pfarrerinnen mit angehenden Diakonen, Prädikantinnen und Lektoren weiter ausbauen, erläuterte Sommer. (15.03.2019)

2019-03-15 26955

Landeskirche hat gutes Image bei den Theologiestudierenden
Prälat Böttner: «Das Interesse am Pfarrberuf ist wieder gewachsen»

Studierende der evangelischen Theologie in Marburg im Gespräch mit Mitstudierenden sowie Pfarrerinnen und Pfarrern bei einer Tagung zum Pfarrberuf im vergangenen Jahr in Hofgeismar. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Kassel (medio). Junge und ältere Menschen entscheiden sich vermehrt für ein grundständiges oder ein berufsbegleitendes Theologiestudium mit dem Berufsziel Pfarrer und Pfarrerin. Das erklärte Bernd Böttner, Prälat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. «Das Interesse am Pfarrberuf ist wieder gewachsen», sagte Böttner in einem Interview mit dem Medienhaus der Landeskirche. Zurzeit würden alle für den Pfarrberuf geeigneten Vikarinnen und Vikare ordiniert und über den aktuellen Bedarf hinaus eingestellt, so der Prälat. Das sei notwendig, da ab 2022 überdurchschnittlich viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand gingen.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck habe bei den Studierenden ein gutes Image, ergänzte Prof. Dr. Regina Sommer, die das Referat Theologische Aus-, Fort- und Weiterbildung leitet. «Die EKKW gilt als Kirche, die ihre Studierenden intensiv fördert - mit guten inhaltlichen Angeboten und mit dem Stipendium», zeigte sich Sommer erfreut. Den Grund für die Entwicklung sieht die Leiterin darin, dass es sich herumgesprochen habe, dass die Landeskirche viel für die Studierenden tue und mit ihnen im Gespräch sei.

Zurzeit arbeite man daran, das Vikariat - also die praxisorientierte Phase in der Ausbildung zur Pfarrerin oder zum Pfarrer - besser und attraktiver zu machen, so Sommer. Die neue Form, die 2020 starten soll, werde elementarer, flexibler und kürzer und will das gemeinsame Lernen von zukünftigen Pfarrern und Pfarrerinnen mit angehenden Diakonen, Prädikantinnen und Lektoren weiter ausbauen, erläuterte Sommer. (15.03.2019)

Bernd Böttner, Prälat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Archiv-Foto: medio.tv/Schauderna)

Drei Fragen an...

...Prälat Bernd Böttner und Prof. Dr. Regina Sommer, Leiterin des Referats Theologische Aus-, Fort- und Weiterbildung. Die Fragen stellte Medienhausleiter Pfarrer Christian Fischer.

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Werden wir künftig über genug theologischen Nachwuchs verfügen, um alle Pfarrstellen in der Landeskirche zu besetzen?

Prälat Böttner: Das Interesse am Pfarrberuf ist wieder gewachsen. Junge und ältere Menschen entscheiden sich für ein grundständiges oder ein berufsbegleitendes Theologiestudium mit den Berufsziel Pfarrer und Pfarrerin. Sie wissen sich berufen und haben Interesse und Lust in der Kirche zu arbeiten. Zurzeit ordinieren wir alle für den Pfarrberuf geeigneten Vikarinnen und Vikare und stellen sie auch über unseren aktuellen Bedarf hinaus ein. Denn ab 2022 werden in fünf aufeinanderfolgenden Jahren überdurchschnittlich viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig müssen wir aufgrund des Rückgangs bei den Mitgliedern und bei den Einnahmen Pfarrstellen abbauen. Wir sind zuversichtlich auch Mitte der 20er Jahre alle Pfarrstellen besetzen zu können.

2
Wie entwickeln sich in unserer Landeskirche die Zahlen beim theologischen Nachwuchs? Welche Tendenz ist erkennbar?

Prof. Dr. Sommer: Seit einigen Jahren verzeichnen wir wachsende Zahlen auf der sog. «Liste der Theologiestudierenden», d.h. bei den Studierenden, die den Pfarrdienst in unserer Kirche anstreben. Die meisten von den derzeit 91 Studierenden auf der Liste stammen aus unserer Landeskirche. Aber wir gewinnen auch Studierende aus anderen Landeskirchen für eine spätere Tätigkeit in der EKKW. Sie wollen die Zukunft unserer Kirche mitgestalten – mit neuen Ideen, einer Sehnsucht nach Veränderung, aber auch mit Sinn für unsere Traditionen.

3
Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück und worauf legen Sie zukünftig Ihre Priorität?

Sommer: In dieser Woche war ich auf der Vollversammlung der Theologiestudierenden, die auf der Liste der EKKW stehen. Auf die Frage, welches Image unsere Kirche an den Unis und bei den Studierenden hätte, erhielt ich die Antwort: Die EKKW gilt als Kirche, die ihre Studierenden intensiv fördert - mit guten inhaltlichen Angeboten und mit dem Stipendium. Es hat sich herumgesprochen, dass wir viel für unsere Studierenden tun und mit ihnen im Gespräch sind.
Derzeit arbeiten wir daran, das Vikariat besser und attraktiver zu machen. Das Vikariat soll einen guten Start in den Beruf ermöglichen. Es soll elementarer, flexibler und kürzer werden. Wir wollen auch das gemeinsame Lernen von zukünftigen Pfarrern und Pfarrerinnen mit angehenden Diakonen, Prädikantinnen, Lektoren weiter ausbauen. Das reformierte Vikariat soll 2020 starten.

Böttner: Ich werbe für den Pfarrberuf, weil ich persönlich ihn seit Jahrzehnten als einen erfüllenden und Sinn machenden Beruf erlebt habe und erlebe. Natürlich hat der Pfarrberuf auch seine Herausforderungen, welcher Beruf hat die nicht? Die Rolle der Kirche verändert sich, umso mehr werbe ich dafür, jungen Menschen den Weg in den Pfarrberuf zu ermöglichen und sie einzuladen unsere Kirche und unsere Gesellschaft im Sinne des Evangeliums von Jesus Christus zu gestalten und zu verändern.

(15.03.2019)

Prof. Dr. Regina Sommer, Leiterin des Referats Theologische Aus-, Fort- und Weiterbildung (Archiv-Foto: medio.tv/Schauderna)

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Informationen zum Theologiestudium und zur Ausbildung zur Pfarrerin oder zum Pfarrer finden Sie unter:

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Informationen zur Praxisausbildung der Vikarinnen und Vikare im Evangelischen Studienseminar Hofgeismar finden Sie unter:

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Den Landeskonvent der Theologiestudierenden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finden Sie unter: