Aktuell: Prälat Böttner und Vizepräsident Dr. Knöppel legen gemeinsamen Personalbericht vor

Hofgeismar (medio). Erstmals wurde der Landessynode am Freitag (10.5.) ein gemeinsamer Personalbericht für alle Mitarbeitenden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vorgelegt. Damit kamen Vizepräsident Dr. Volker Knöppel und Prälat Bernd Böttner einem Beschluss der Landessynode im Rahmen des Zukunftsprozesses nach, demzufolge eine «integrale Personalpolitik und -planung» auf den Weg gebracht werden sollte. Der Bericht biete eine Gesamtschau auf die Situation aller kirchlichen Beschäftigten und zeige gemeinsame Entwicklungslinien auf, erläuterten Böttner und Knöppel bei der Vorstellung. Diese beträfen alle Berufsgruppen und stellten die Landeskirche, die Kirchenkreise und Kirchengemeinden als Anstellungsträger vor die gleichen Herausforderungen.

10.100 Menschen arbeiten in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Zum Stichtag 31.12.2018 arbeiteten 10.106 Personen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern und Beschäftigungsumfängen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Rund ein Viertel der Beschäftigten arbeitete in Kindertageseinrichtungen, 10 Prozent im Verwaltungsbereich und 8 Prozent im Pfarrdienst. Von allen Mitarbeitenden waren 44,81 Prozent geringfügig oder kurzfristig beschäftigt, 40,15 Prozent arbeiteten in Teilzeit und 15,04 Prozent in Vollzeit. Rund drei Viertel der Beschäftigten sind Frauen. Lediglich im Pfarrdienst (55,4 Prozent) und im Sektor «sonstige Technik» (73 Prozent) arbeiteten (noch) mehr Männer als Frauen.

Im Folgenden die Aufschlüsselung der Beschäftigten nach Berufsfeldern:

2019-05-10 28493

Auf dem Weg zu einer integralen Personalpolitik
Prälat Böttner und Vizepräsident Dr. Knöppel legen gemeinsamen Personalbericht vor

Präsentierten erstmals gemeinsam einen Bericht, der alle Mitarbeitenden der Landeskirche in den Blick nimmt: Vizepräsident Dr. Volker Knöppel und Prälat Bernd Böttner (am Pult). (Foto: medio.tv/Schauderna)

Hofgeismar (medio). Erstmals wurde der Landessynode am Freitag (10.5.) ein gemeinsamer Personalbericht für alle Mitarbeitenden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vorgelegt. Damit kamen Vizepräsident Dr. Volker Knöppel und Prälat Bernd Böttner einem Beschluss der Landessynode im Rahmen des Zukunftsprozesses nach, demzufolge eine «integrale Personalpolitik und -planung» auf den Weg gebracht werden sollte. Der Bericht biete eine Gesamtschau auf die Situation aller kirchlichen Beschäftigten und zeige gemeinsame Entwicklungslinien auf, erläuterten Böttner und Knöppel bei der Vorstellung. Diese beträfen alle Berufsgruppen und stellten die Landeskirche, die Kirchenkreise und Kirchengemeinden als Anstellungsträger vor die gleichen Herausforderungen.

10.100 Menschen arbeiten in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Zum Stichtag 31.12.2018 arbeiteten 10.106 Personen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern und Beschäftigungsumfängen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Rund ein Viertel der Beschäftigten arbeitete in Kindertageseinrichtungen, 10 Prozent im Verwaltungsbereich und 8 Prozent im Pfarrdienst. Von allen Mitarbeitenden waren 44,81 Prozent geringfügig oder kurzfristig beschäftigt, 40,15 Prozent arbeiteten in Teilzeit und 15,04 Prozent in Vollzeit. Rund drei Viertel der Beschäftigten sind Frauen. Lediglich im Pfarrdienst (55,4 Prozent) und im Sektor «sonstige Technik» (73 Prozent) arbeiteten (noch) mehr Männer als Frauen.

Im Folgenden die Aufschlüsselung der Beschäftigten nach Berufsfeldern:

(Quelle: Personalbericht)

40.000 Ehrenamtliche tragen, unterstützen und begleiten Hauptamtliche

Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Ehrenamtlichen. Durch ihre hohe Anzahl von rund 40.000 würden die rund 10.100 Mitarbeitenden «getragen, unterstützt und begleitet». Wenn man berücksichtige, dass viele hauptamtlich Beschäftigte sich auch ehrenamtlich betätigten, seien weit mehr als 40.000 Menschen – und damit 5 bis 6 Prozent der Gemeindeglieder - in Haupt- oder Ehrenamt für die Landeskirche tätig: «Sie alle sind unsere Botschafterinnen und Botschafter», so der Prälat und der Vizepräsident.

Altersstruktur stellt Personalplanung vor besondere Herausforderungen

Von besonderer Bedeutung für die Personalplanung sei die Altersstruktur der Mitarbeitenden. Sie folge weitgehend dem Bundesdurchschnitt der Erwerbstätigen. Die Gruppe der 51- bis 60-jährigen Mitarbeitenden, und damit die rentennahen Jahrgänge, mache einen Anteil von 29,7 Prozent aus. Dieser liege nur wenig über dem bundesweiten Durchschnitt. Bei den Pfarrerinnen und Pfarrern umfasse diese Altersgruppe allerdings 49 Prozent der Tätigen. Ab dem Jahr 2022 sei ein deutlicher Anstieg von Renten- und Ruhestandseintritten in allen Arbeitsbereichen zu erwarten. Prälat und Vizepräsident resümierten, diese Betrachtung zeige, dass auch die Landeskirche von einer «Überalterung» betroffen sei. Eine Reaktion auf dieses Phänomen sei im privatrechtlichen Bereich die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre; für den Pfarrberuf und für Kirchenbeamte werde zurzeit die freiwillige Verlängerung der Dienstzeit bis maximal zur Vollendung des 75. Lebensjahres diskutiert. Außerdem gelte es, altersgerechte Arbeitsbedingungen zur Erhaltung der Gesundheit und Arbeits- und Dienstfähigkeit zu schaffen. Zurzeit entwickle eine Arbeitsgruppe einen Leitfaden zur Einrichtung eines Gesundheitsmanagements in der Landeskirche.

Nachwuchsgewinnung ist weiterhin notwendig

Beide Personalverantwortlichen betonten, dass trotz des geplanten Pfarrstellen- und Personalabbaus im Rahmen des Zukunftsprozesses weiterhin qualifiziertes und motiviertes Personal gehalten und neu gewonnen werden müsse. Allerdings sei der sich abzeichnende Spagat zwischen Personalabbau und gleichzeitigem Intensivieren der Maßnahmen zur Personalgewinnung nur schwer zu erklären. Zu bedenken sei, dass sich die Landeskirche auf der Suche nach qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern befinde. Daher müssten die Aktivitäten zur Nachwuchsgewinnung berufsübergreifend verstärkt werden. Bereits jetzt seien verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, wie das Internet-portal www.macht-sinn.info, das für alle kirchlichen Berufsfelder werbe, ein Stipendienprogramm für Theologiestudierende sowie Beauftragte, die sich gezielt um die Nachwuchsgewinnung bemühten.

Kirche will ein attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber sein

Dr. Knöppel versicherte, dass die Kirche auch in Zukunft für alle ihre Beschäftigten ein «attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber» sein wolle. Dazu gehöre es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. So praktiziere man bereits jetzt vielfältige Teildienst-Modelle und ermögliche Telearbeit, die das Miteinander von Kindererziehung und Beruf ermöglichten. Auch die Rückkehr aus einem Teilzeitarbeitsverhältnis in die Vollzeitbeschäftigung sei seit langem in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gelebte Praxis. Angesichts der Altersstruktur der Mitarbeitenden werde man künftig auch mit Beurlaubungen oder Reduzierungen des Dienstumfangs zur Pflege naher Angehöriger rechnen müssen. Nach Einschätzung des Vizepräsidenten betreffe diese Entwicklung trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen noch immer überwiegend die Frauen. Bedingt durch den hohen Frauenanteil der Beschäftigten erhöhe diese Entwicklung den künftigen Personalbedarf.

Multiprofessionelle Zusammenarbeit muss weiterentwickelt werden

Beide Personaldezernenten zeigten sich davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit in multi-professionellen Teams weiterentwickelt werden müsse. Alle kirchlichen Akteure in einem Kooperationsraum seien einzubeziehen. Zwar werde die kirchliche Arbeit maßgeblich von den Pfarrerinnen und Pfarrern sowie den Mitarbeitenden initiiert und koordiniert. Sie könne aber nur bei einer intensiven Mitwirkung und Einbindung aller Ehrenamtlichen gelingen. Generell gelte, dass aus Einzelkämpfern Teamplayer werden müssten. Dies sei zunächst ein Wandel, der eingeübt werden müsse. Es sei aber zu erwarten, dass die nachfolgenden Generationen in die Kultur einer multiprofessionellen Zusammenarbeit hineinwachsen würden.

Abschließend bekräftigten der Vizepräsident und der Prälat, dass man sich auf allen Ebenen in den nächsten Jahren von gewohnten Handlungsweisen verabschieden und neue erproben müsse. Dabei sollten die individuellen Gaben und Talente aller noch viel stärker als bisher für die Erfüllung des gemeinsamen Auftrags einbezogen werden. Es gelte, das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen als Chance zu begreifen und zu fördern – in allen Arbeitsprozessen und Leitungsstrukturen: «Die Zeiten möglichen Einzelkämpfertums sind endgültig vorbei, ebenso die Zeiten der engen hierarchischen, teilweise bevormundenden Mitarbeiterführung.» Man dürfe und könne den Mitarbeitenden sehr viel mehr zutrauen, mehr Aufgaben zur eigenverantwortlichen Bearbeitung delegieren, selbständiges Arbeiten ermöglichen und Eigeninitiative fördern. (10.05.2019)


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Hier können Sie den gemeinsamen Personalbericht von Prälat Bernd Böttner udn Vizepräsident Dr. Volker Knöppel herunterladen:

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Prälat Bernd Böttner im Interview über den ersten gemeinsamen Bericht zum theologischen und nicht-theologischen Personal und die Herausforderungen bei der Personal- und Nachwuchsgewinnung:

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Vizepräsident Dr. Volker Knöppel im Interview über eine neue Finanzverfassung der Landeskirche, die Eigenverantwortung der Gemeinden bei den Finanzen und den ersten gemeinsamen Bericht zum theologischen und nicht-theologischen Personal: