Aktuell: Kirchen und Gewerkschaften: Rente muss zum Leben reichen

Frankfurt a.M. (epd). Der Kampf gegen Altersarmut hat nach Ansicht der beiden großen christlichen Kirchen und der DGB-Gewerkschaften in Hessen eine große Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt. Armut dürfe nicht bagatellisiert werden, sagte der hessen-nasauische Kirchenpräsident Volker Jung bei einem Spitzengespräch in Frankfurt am Main, wie Kirchen und Gewerkschaften am Mittwoch (5.6.) mitteilten.

Gerade eine Wohlstandsgesellschaft habe eine besondere Verantwortung für die Menschen, die aufgrund persönlicher oder struktureller Bedingungen Armut nicht überwinden können. Es gehe auch darum, «Reichtum zu nutzen, um soziale Qualität zu fördern».

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sprach laut Mitteilung die Frage der Geschlechtergerechtigkeit an und wies auf die besondere Situation der Frauen hin: «Zum Erschrecken vieler heißt es immer öfter: arm, alt - weiblich! Die Alterssicherungseinkünfte von Frauen sind in Deutschland nicht halb so hoch wie die der Männer. Auch diese Situation müssen wir für die Gestaltung unseres Rentensystems in den Blick nehmen.»

Der Vorsitzende des DGB-Bezirks, Michael Rudolph, begrüßte den Angaben zufolge die geplante Einführung einer Grundrente. Damit werde die Lebensleistung von Millionen Arbeitnehmern gewürdigt, die über mehrere Jahrzehnte Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hätten. Die Grundrente ändere allerdings nichts daran, dass das wirksamste Mittel gegen drohende Altersarmut gute Arbeit und faire Löhne seien. Außerdem müsse das Rentenniveau insgesamt auf mindestens 50 Prozent angehoben werden, forderte Rudolph.

An dem traditionellen Spitzentreffen nahmen neben Jung, Kohlgraf und Rudolph auch die stellvertretende hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf, der Vizepräsident der kurhessischen Kirche, Volker Knöppel, der rheinische Präses Manfred Rekowski, der Limburger katholische Bischof Georg Bätzing und der Fuldaer Weihbischof Karlheinz Diez teil. (06.06.2019)

2019-06-11 28732

Spitzengespräch in Frankfurt am Main
Kirchen und Gewerkschaften: Rente muss zum Leben reichen

Frankfurt a.M. (epd). Der Kampf gegen Altersarmut hat nach Ansicht der beiden großen christlichen Kirchen und der DGB-Gewerkschaften in Hessen eine große Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt. Armut dürfe nicht bagatellisiert werden, sagte der hessen-nasauische Kirchenpräsident Volker Jung bei einem Spitzengespräch in Frankfurt am Main, wie Kirchen und Gewerkschaften am Mittwoch (5.6.) mitteilten.

Gerade eine Wohlstandsgesellschaft habe eine besondere Verantwortung für die Menschen, die aufgrund persönlicher oder struktureller Bedingungen Armut nicht überwinden können. Es gehe auch darum, «Reichtum zu nutzen, um soziale Qualität zu fördern».

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sprach laut Mitteilung die Frage der Geschlechtergerechtigkeit an und wies auf die besondere Situation der Frauen hin: «Zum Erschrecken vieler heißt es immer öfter: arm, alt - weiblich! Die Alterssicherungseinkünfte von Frauen sind in Deutschland nicht halb so hoch wie die der Männer. Auch diese Situation müssen wir für die Gestaltung unseres Rentensystems in den Blick nehmen.»

Der Vorsitzende des DGB-Bezirks, Michael Rudolph, begrüßte den Angaben zufolge die geplante Einführung einer Grundrente. Damit werde die Lebensleistung von Millionen Arbeitnehmern gewürdigt, die über mehrere Jahrzehnte Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt hätten. Die Grundrente ändere allerdings nichts daran, dass das wirksamste Mittel gegen drohende Altersarmut gute Arbeit und faire Löhne seien. Außerdem müsse das Rentenniveau insgesamt auf mindestens 50 Prozent angehoben werden, forderte Rudolph.

An dem traditionellen Spitzentreffen nahmen neben Jung, Kohlgraf und Rudolph auch die stellvertretende hessen-nassauische Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf, der Vizepräsident der kurhessischen Kirche, Volker Knöppel, der rheinische Präses Manfred Rekowski, der Limburger katholische Bischof Georg Bätzing und der Fuldaer Weihbischof Karlheinz Diez teil. (06.06.2019)