Aktuell: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. begeht 100-jähriges Bestehen

Kassel (medio/epd). Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema «Un/Menschlichkeit – Erzählungen von Krieg, Gewalt und Zivilcourage», eine Filmreihe mit mehrfach preisgekrönten Filmen und der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Kassel. Das waren nur einige der Höhepunkte der «Woche der Begegnung», mit der der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sein hundertjähriges Bestehen in diesem Sommer begeht. Unter dem Motto «Frieden braucht Mut» standen Begegnungen mit ganz verschiedenen Menschen in der Woche vom 16. bis 23. Juni im Vordergrund.

Charlotte Knobloch beklagt Desinteresse an Erinnerungskultur

Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan eröffneten die Woche mit der neu konzipierten Ausstellung «Europa, der Krieg und ich» am Sonntag (16.6.) im Kasseler Kulturbahnhof. In der sich anschließenden Podiumsdiskussion bezeichnete Knobloch das allgemein nachlassende Interesse an der Gedenk- und Erinnerungskultur als eine gefährliche Entwicklung. Zwar sei in manchen Schulen ein steigendes Interesse zu verzeichnen, aber immer mehr Menschen fühlten sich nicht angesprochen, wenn es um das Thema Gedenken und Erinnerung gehe. «Eine Herzensangelegenheit ist die Erinnerungskultur den Menschen nie gewesen», zog sie eine Bilanz.

«Wenn es je einen Zeitpunkt gab, wo wir die Zukunft zu bewahren hatten, dann ist es heute», fuhr Knobloch fort. Sie rief zu mehr Mut dazu auf, für Erinnerung, Frieden und Demokratie einzutreten. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sei in diesem Zusammenhang eine bedeutende Einrichtung, die jungen Menschen vor Augen führe, wie ihr Land früher ausgesehen habe. Sie wünsche sich, dass sich bundesweit alle Schulen ein bis zwei Stunden mit dem Thema Kriegsgräberfürsorge befassen würden.

Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes, hob hervor, dass es eine wichtige Aufgabe sei, jungen Menschen zu helfen, die richtigen Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Die Parole «Nie wieder Krieg» reiche aber nicht aus. Die Aussöhnung der Völker müsse nachhaltig gestaltet werden, auch die Kirchen spielten hier eine wichtige Rolle.

Filmreihe, Lesung und Konzert von Klaus Lage mit der Bundeswehr-Big Band

Begleitend zur Ausstellung waren im BALI-Kino die Filme «Of Fathers and Sons», «Der unbekannte Soldat» und «Die Unsichtbaren» zu sehen. Das Angebot richtete sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler, aber auch an Erwachsene, heißt es in einer Mitteilung des Volksbundes.

Die bekannte Bürgerrechtlerin und Autorin Freya Klier las am Freitag (21.6.) in der Elisabethkirche aus ihrem aktuellen Buch «Dresden 1919». Klier nimmt dabei Dresden als Kulminationspunkt der Entwicklungen, die zum Entstehen wie auch zum Scheitern der jungen Demokratie führten. Aus historischen Zeugnissen und den Erinnerungen beteiligter Akteure formte die Autorin ein beeindruckendes Panorama, mit dem sie nicht zuletzt die Frage zu beantworten suchte: Erkennen wir heute, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, vergleichbare Muster in unserer Gesellschaft wieder?

Ein musikalischer Höhepunkt war der Auftritt von Rockstar Klaus Lage zusammen mit der Big Band der Bundeswehr am 20.6. auf dem Kasseler Königsplatz.

Multireligiöser Friedensgottesdienst mit Bundespräsident und Bischöfen

Höhepunkt und Abschluss der «Woche der Begegnung» war am Sonntag (23.6.) um 11 Uhr ein Friedensgottesdienst in der Kasseler Martinskirche, an dem der Schirmherr des Volksbundes, Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier, teilnahm. Gestaltet wurde die multireligiöse Feier vom Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr und Bischof von Essen, Imam Shaban Memeti, Imam des Islamisch-Albanischen Kulturzentrums in Kassel, und Esther Haß, Stellv. Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kassel.

Auf dem Königsplatz hatte anschließend die «Tafel der Begegnung» Menschen eingeladen, miteinander zu essen, zu trinken und miteinander ins Gespräch zu kommen. An Ständen informierte der Volksbund über seine Arbeit, es gab viel Musik und Mitmachaktionen. (26.06.2019)

2019-07-02 28833

Woche der Begegnung - «Frieden braucht Mut»
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. begeht 100-jähriges Bestehen

Kassel (medio/epd). Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema «Un/Menschlichkeit – Erzählungen von Krieg, Gewalt und Zivilcourage», eine Filmreihe mit mehrfach preisgekrönten Filmen und der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Kassel. Das waren nur einige der Höhepunkte der «Woche der Begegnung», mit der der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sein hundertjähriges Bestehen in diesem Sommer begeht. Unter dem Motto «Frieden braucht Mut» standen Begegnungen mit ganz verschiedenen Menschen in der Woche vom 16. bis 23. Juni im Vordergrund.

Charlotte Knobloch beklagt Desinteresse an Erinnerungskultur

Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan eröffneten die Woche mit der neu konzipierten Ausstellung «Europa, der Krieg und ich» am Sonntag (16.6.) im Kasseler Kulturbahnhof. In der sich anschließenden Podiumsdiskussion bezeichnete Knobloch das allgemein nachlassende Interesse an der Gedenk- und Erinnerungskultur als eine gefährliche Entwicklung. Zwar sei in manchen Schulen ein steigendes Interesse zu verzeichnen, aber immer mehr Menschen fühlten sich nicht angesprochen, wenn es um das Thema Gedenken und Erinnerung gehe. «Eine Herzensangelegenheit ist die Erinnerungskultur den Menschen nie gewesen», zog sie eine Bilanz.

«Wenn es je einen Zeitpunkt gab, wo wir die Zukunft zu bewahren hatten, dann ist es heute», fuhr Knobloch fort. Sie rief zu mehr Mut dazu auf, für Erinnerung, Frieden und Demokratie einzutreten. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sei in diesem Zusammenhang eine bedeutende Einrichtung, die jungen Menschen vor Augen führe, wie ihr Land früher ausgesehen habe. Sie wünsche sich, dass sich bundesweit alle Schulen ein bis zwei Stunden mit dem Thema Kriegsgräberfürsorge befassen würden.

Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes, hob hervor, dass es eine wichtige Aufgabe sei, jungen Menschen zu helfen, die richtigen Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Die Parole «Nie wieder Krieg» reiche aber nicht aus. Die Aussöhnung der Völker müsse nachhaltig gestaltet werden, auch die Kirchen spielten hier eine wichtige Rolle.

Filmreihe, Lesung und Konzert von Klaus Lage mit der Bundeswehr-Big Band

Begleitend zur Ausstellung waren im BALI-Kino die Filme «Of Fathers and Sons», «Der unbekannte Soldat» und «Die Unsichtbaren» zu sehen. Das Angebot richtete sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler, aber auch an Erwachsene, heißt es in einer Mitteilung des Volksbundes.

Die bekannte Bürgerrechtlerin und Autorin Freya Klier las am Freitag (21.6.) in der Elisabethkirche aus ihrem aktuellen Buch «Dresden 1919». Klier nimmt dabei Dresden als Kulminationspunkt der Entwicklungen, die zum Entstehen wie auch zum Scheitern der jungen Demokratie führten. Aus historischen Zeugnissen und den Erinnerungen beteiligter Akteure formte die Autorin ein beeindruckendes Panorama, mit dem sie nicht zuletzt die Frage zu beantworten suchte: Erkennen wir heute, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, vergleichbare Muster in unserer Gesellschaft wieder?

Ein musikalischer Höhepunkt war der Auftritt von Rockstar Klaus Lage zusammen mit der Big Band der Bundeswehr am 20.6. auf dem Kasseler Königsplatz.

Multireligiöser Friedensgottesdienst mit Bundespräsident und Bischöfen

Höhepunkt und Abschluss der «Woche der Begegnung» war am Sonntag (23.6.) um 11 Uhr ein Friedensgottesdienst in der Kasseler Martinskirche, an dem der Schirmherr des Volksbundes, Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier, teilnahm. Gestaltet wurde die multireligiöse Feier vom Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Katholischer Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr und Bischof von Essen, Imam Shaban Memeti, Imam des Islamisch-Albanischen Kulturzentrums in Kassel, und Esther Haß, Stellv. Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kassel.

Auf dem Königsplatz hatte anschließend die «Tafel der Begegnung» Menschen eingeladen, miteinander zu essen, zu trinken und miteinander ins Gespräch zu kommen. An Ständen informierte der Volksbund über seine Arbeit, es gab viel Musik und Mitmachaktionen. (26.06.2019)


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Das detaillierte Programm der Woche der Begegnung finden Sei im Internet unter: