Aktuell: Kirchentag in Dortmund mit Open-Air-Gottesdiensten beendet

Dortmund (epd). Mit Appellen zur Flüchtlingsrettung und zur Zivilcourage ist am Sonntag (23.6.) der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund zu Ende gegangen. «Wir müssen handeln! Haltung zeigen!», appellierte Kirchentagspräsident Hans Leyendecker bei strahlendem Sonnenschein im Abschlussgottesdienst im BVB-Stadion. Kirchentagsteilnehmer forderten von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ein eigenes Schiff zur Rettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer zu entsenden.

Leyendecker rief vor 32.000 Gläubigen zum Einsatz für Menschenrechte auf. Pontius Pilatus habe sich vor der Kreuzigung Jesu die Hände in Unschuld gewaschen, sagte der Journalist. «Europäische Politikerinnen und Politiker waschen sie in dem Wasser, in dem Flüchtlinge ertrinken.» Es gehe darum, sich «den Spaltern und Hetzern in unserer Gesellschaft entgegenzustellen». Man dürfe den öffentlichen Raum nicht Leuten überlassen, die das Gemeinwesen zerstören wollen.

Bei einem weiteren Abschlussgottesdienst im Westfalenpark rief Pastorin Kristin Jahn die Gläubigen angesichts der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke auf, sich Rechtsextremismus entschieden entgegenzustellen. Vor der Seebühne hatten sich rund 5.000 Kirchentagsbesucher versammelt.

Einladung zum 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main

Im Schlussgottesdienst wurde auch die Einladung zum 3. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main ausgesprochen, dessen gastgebende Kirchen neben der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und dem Bistum Limburg auch die Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW), die Bistümer Mainz und Fulda sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen sind. Alle Teilnehmer erhielten eine Begrüßungskarte mit klassischem Apfelwein-Bembel und der Aufschrift «Ei gude, Kerschedaach!»

2019-07-02 28836

Aufrufe zu Zivilcourage und Flüchtlingsrettung
Kirchentag in Dortmund mit Open-Air-Gottesdiensten beendet

Besucherinnen und Besucher des Schlussgottedienstes im Dortmunder BVB-Fußballstadion. (Foto: DEKT/Dallwitz)

Dortmund (epd). Mit Appellen zur Flüchtlingsrettung und zur Zivilcourage ist am Sonntag (23.6.) der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund zu Ende gegangen. «Wir müssen handeln! Haltung zeigen!», appellierte Kirchentagspräsident Hans Leyendecker bei strahlendem Sonnenschein im Abschlussgottesdienst im BVB-Stadion. Kirchentagsteilnehmer forderten von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ein eigenes Schiff zur Rettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer zu entsenden.

Leyendecker rief vor 32.000 Gläubigen zum Einsatz für Menschenrechte auf. Pontius Pilatus habe sich vor der Kreuzigung Jesu die Hände in Unschuld gewaschen, sagte der Journalist. «Europäische Politikerinnen und Politiker waschen sie in dem Wasser, in dem Flüchtlinge ertrinken.» Es gehe darum, sich «den Spaltern und Hetzern in unserer Gesellschaft entgegenzustellen». Man dürfe den öffentlichen Raum nicht Leuten überlassen, die das Gemeinwesen zerstören wollen.

Bei einem weiteren Abschlussgottesdienst im Westfalenpark rief Pastorin Kristin Jahn die Gläubigen angesichts der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke auf, sich Rechtsextremismus entschieden entgegenzustellen. Vor der Seebühne hatten sich rund 5.000 Kirchentagsbesucher versammelt.

Einladung zum 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main

Im Schlussgottesdienst wurde auch die Einladung zum 3. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main ausgesprochen, dessen gastgebende Kirchen neben der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und dem Bistum Limburg auch die Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW), die Bistümer Mainz und Fulda sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen sind. Alle Teilnehmer erhielten eine Begrüßungskarte mit klassischem Apfelwein-Bembel und der Aufschrift «Ei gude, Kerschedaach!»

Unter dem Motto «Große Eintracht» präsentierten sich seit Eröffnung des Kirchentages am Mittwoch (19.6.) zum Abend der Begegnung auf dem Propsteihof in der Innenstadt die evangelische und katholische Kirche aus Hessen in der westfälischen Fußballhochburg. Die Hessen warben bis Samstagabend bewusst mit sportlichen Anklängen und einem einträchtig evangelisch-katholischen Programm für den Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main.

Passend zum Leitwort «Was für ein Vertrauen» konnten Wagemutige mit einer Virtual-Reality-Brille bei einem simulierten Balanceakt über Frankfurt die Türme der Bankenstadt aus luftiger Höhe betrachten. Viermal am Tag boten zudem eine Gästeführerin ihr Wissen und ihre Geschichten zu Bildern aus Frankfurt an. Neben den Stadtansichten lieferten auch Tonspuren per QR-Code Hinweise auf das, was Frankfurt interessant und liebenswert macht.

«Ökumenisches Wohnzimmer» u.a. mit Bischof Martin Hein

In einem «ökumenischen Wohnzimmer» - ebenfalls auf dem Propsteihof an der Silberstraße - konnten Gäste ins Gespräch über Gott und die Welt, über Unterschiede und Gemeinsamkeiten, über Religion und Ökumene kommen. Die gastgebenden Kirchen standen dort für Diskussionen und persönliche Unterredungen zur Verfügung. Unter anderen haben am Freitag Bischof Martin Hein (EKKW) mit Konrad Raiser, dem ehemaligen Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, ökumenische Themen erörtert. Am Samstag nahmen Limburgs Bischof Georg Bätzing und Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung im Wohnzimmer Platz.

Zudem gab Bischof Hein bei den «Theologischen Gesprächen» des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU beim Kirchentag am Mittwoch (19.6.) einen Impuls zum Thema «Zusammenhalt stärken und Gemeinschaft schützen. - Verantwortliche Politik in Zeiten von Populismus und Demokratieverdrossenheit», s. Download.

Christliche Pfadfinder aus Nord- und Osthessen unterstützten ehrenamtlich

Aus der Region Kurhessen unterstützten 48 Helfende des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder die Durchführung des Kirchentages. Dabei bestand die Gruppe aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den Pfadfindergruppen in Nord- und Osthessen. Vor allem das Teamgefühl in der eigenen Gruppe, das Erkunden einer Großstadt und das Gefühl, sich für die Gesellschaft einzusetzen, motiviert die jungen Erwachsenen immer wieder aufs Neue, sich für den Kirchentag zu engagieren, berichtet Karla Niebling vom Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder.

Stichwort: 37. Deutscher Evangelischer Kirchentag

Den 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund besuchten laut Veranstalterangaben mehr als 121.000 Menschen. Die Veranstaltung ist das größte protestantische Laientreffen in Deutschland. Unter dem Motto «Was für ein Vertrauen» fanden an 200 Orten fast 2.400 Veranstaltungen statt, darunter Bibelarbeiten, Diskussionsveranstaltungen, Gottesdienste und Konzerte. Mit dem biblischen Leitspruch wollten die Kirchentagsveranstalter bewusst ein Zeichen setzen in einer Zeit, in der Vertrauen verstärkt zur politischen Ressource wird. (04.07.2019)


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Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

file_download Download:

Impuls von Bischof Prof. Dr. Martin Hein bei: «Theologische Gespräche» – Evangelischer Arbeitskreis der CDU/CSU beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund am 19.06 2019 zum Thema: «Zusammenhalt stärken und Gemeinschaft schützen. - Verantwortliche Politik in Zeiten von Populismus und Demokratieverdrossenheit»: