Aktuell: EKD richtet zentrale Anlaufstelle für Opfer sexualisierter Gewalt ein

Hannover (epd). Die evangelische Kirche hat eine zentrale Anlaufstelle für Opfer sexualisierter Gewalt eingerichtet. Damit werde ein Anliegen umgesetzt, «dessen Dringlichkeit uns Betroffene immer wieder eindrücklich geschildert haben», sagte die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs in Hannover. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) habe den unabhängig arbeitenden Verein «Pfiffigunde» aus Heilbronn damit beauftragt, fügte Fehrs hinzu. Die Anlaufstelle heißt «Zentrale Anlaufstelle.help» und ist per E-Mail (zentrale@anlaufstelle.help) und unter der Rufnummer (0800) 5040112 kostenlos und anonym erreichbar. Sie bietet unabhängige Information und Beratung für Betroffene in der evangelischen Kirche und Diakonie. 

Der Verein solle erste Anlaufstelle für Betroffene sein und eine «Lotsenfunktion bei der Aufarbeitung» sexueller Gewalt in der evangelischen Kirche übernehmen, sagte Fehrs, die Sprecherin des kirchlichen «Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt» ist. Ziel der Anlaufstelle sei es zudem, dass Betroffene sich melden.

Neben Fehrs gehören der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns, sowie die oldenburgische Oberkirchenrätin Susanne Teichmanis und der bayerische Oberkirchenrat Nikolaus Blum dem Beauftragtenrat an. Die Kosten werden den Angaben zufolge von der EKD übernommen. Das Angebot solle die bereits in den Landeskirchen bestehenden Ansprechstellen ergänzen.

Die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle gehört zu einem Elf-Punkte-Plan, den die EKD im vergangenen Herbst beschlossen hat. Damals waren 479 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. Inzwischen ist die Zahl laut Fehrs auf rund 600 gestiegen, teilte die EKD mit. Über das ganze Ausmaß des Missbrauchs sollen Studien genauere Erkenntnisse bringen. So sollen regionale Untersuchungen in den Landeskirchen bundesweit zusammengeführt werden. Zudem plant die EKD eine Dunkelfeldstudie.

Derzeit arbeitet der Beauftragtenrat zusammen mit Wissenschaftlern an einer Ausschreibung und grundsätzlichen Kriterien für das Design der Studien in Landeskirchen und EKD. Wissenschaftler sollen für die Aufarbeitung Zugang zu den kirchlichen Akten und Archiven erhalten. Fragen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte würden derzeit geklärt, hieß es. (01.07.2019)

2019-07-01 28938

«Zentrale Anlaufstelle.help»
EKD richtet zentrale Anlaufstelle für Opfer sexualisierter Gewalt ein

Hannover (epd). Die evangelische Kirche hat eine zentrale Anlaufstelle für Opfer sexualisierter Gewalt eingerichtet. Damit werde ein Anliegen umgesetzt, «dessen Dringlichkeit uns Betroffene immer wieder eindrücklich geschildert haben», sagte die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs in Hannover. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) habe den unabhängig arbeitenden Verein «Pfiffigunde» aus Heilbronn damit beauftragt, fügte Fehrs hinzu. Die Anlaufstelle heißt «Zentrale Anlaufstelle.help» und ist per E-Mail (zentrale@anlaufstelle.help) und unter der Rufnummer (0800) 5040112 kostenlos und anonym erreichbar. Sie bietet unabhängige Information und Beratung für Betroffene in der evangelischen Kirche und Diakonie. 

Der Verein solle erste Anlaufstelle für Betroffene sein und eine «Lotsenfunktion bei der Aufarbeitung» sexueller Gewalt in der evangelischen Kirche übernehmen, sagte Fehrs, die Sprecherin des kirchlichen «Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt» ist. Ziel der Anlaufstelle sei es zudem, dass Betroffene sich melden.

Neben Fehrs gehören der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns, sowie die oldenburgische Oberkirchenrätin Susanne Teichmanis und der bayerische Oberkirchenrat Nikolaus Blum dem Beauftragtenrat an. Die Kosten werden den Angaben zufolge von der EKD übernommen. Das Angebot solle die bereits in den Landeskirchen bestehenden Ansprechstellen ergänzen.

Die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle gehört zu einem Elf-Punkte-Plan, den die EKD im vergangenen Herbst beschlossen hat. Damals waren 479 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. Inzwischen ist die Zahl laut Fehrs auf rund 600 gestiegen, teilte die EKD mit. Über das ganze Ausmaß des Missbrauchs sollen Studien genauere Erkenntnisse bringen. So sollen regionale Untersuchungen in den Landeskirchen bundesweit zusammengeführt werden. Zudem plant die EKD eine Dunkelfeldstudie.

Derzeit arbeitet der Beauftragtenrat zusammen mit Wissenschaftlern an einer Ausschreibung und grundsätzlichen Kriterien für das Design der Studien in Landeskirchen und EKD. Wissenschaftler sollen für die Aufarbeitung Zugang zu den kirchlichen Akten und Archiven erhalten. Fragen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte würden derzeit geklärt, hieß es. (01.07.2019)

Name
  • Zentrale Anlaufstelle «.help»
  • 0800 5040112 (kostenlos und anonym)
  • zentrale@anlaufstelle.help
  • Internetseite
  • Terminvereinbarung für telefonische Beratung
    Mo: 16.30 – 18.00 Uhr
    Di bis Do: 10.00 – 12.00 Uhr

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Betroffene können sich anonym und kostenlos an die Anlaufstelle wenden unter der Rufnummer (0800) 5040112. Weitere Informationen unter:

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Weitere Informationen zu den Zielen der Anlaufstelle und der Arbeitsweise des Teams finden Sie in diesem Flyer:

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Ansprechpersonen und Anlaufstellen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finden Sie auf den ekkw.de-Ratgeberseiten zum Thema «Hilfe bei sexualisierter Gewalt»: