Aktuell: Bischof Hein: Kirchen brauchen für das Pfarramt wissenschaftlich ausgebildete Theologen

Marburg (medio). Mit historisch-kritischem Blick schaut die neutestamentliche Theologie auf die Texte der Bibel und gleichzeitig schärft dieser Blick die Wahrnehmung für die Themen und Probleme der Gegenwart und der Zukunft waren sich die Redner bei der Eröffnung der 74. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für neutestamentliche Studien einig. Die jährliche Tagung der «Studiorum Novi Testamenti Societas» (SNTS) findet in diesem Jahr in der Alten Universität Marburg statt, teilte der Öffentlichkeitsbeauftragte für den Sprengel Marburg Karl-Günter Balzer mit.

Bischof Martin Hein hielt in seinem Grußwort fest, dass Christen die Herausforderungen unserer Zeit nicht mit einem naiven Blick in die Bibel beantwortet könnten. Dabei nannte er die Klimaproblematik, die gesellschaftlichen Aufspaltungen und Spannungen und die Digitalisierung. Es bedürfe vielmehr einer kritischen Auslegung, um aus dem geschriebenen Wort Gottes den Willen Gottes zu verstehen. Hein sagte: «Nach wie vor brauchen wir als Kirchen für das Pfarramt wissenschaftlich ausgebildete Theologinnen und Theologen, die ihr Amt als Auslegung des Evangeliums eigenverantwortlich und zugleich eingebunden in die kirchliche Tradition wahrnehmen.»

Ausdrücklich würdigte Hein die Bedeutung Rudolf Bultmanns und anderer namhafter kritischer Theologen für die Kirche. Zugleich hielt er fest, dass sich während der letzten Jahrzehnte in der neutestamentlichen Forschung viel getan habe. Neue Texttheorien,literatur-, sozial- und mediengeschichtliche Forschungen, die Interkulturelle und die feministische Theologie hätten den Blick erheblich geweitet.

Weitere Grußworte sprachen der katholische Bischof von Fulda Dr. Michael Gerber und Prof. Dr. Marcell Saß als Dekan des Fachbereichs Evangelische Theologie. Eröffnet wurde die Tagung von der Vizepräsidentin der Philipps-Universität, Prof. Dr. Sabine Pankuweit. An die berühmten Schatten, die durch die Gemäuer der Alten Universität ziehen, erinnerte der derzeitige Präsident der SNTS, Prof. Dr. Jean Zumstein (Zürich). Damit spielte er auf die vielen namhaften Theologen, Philosophen und Wissenschaftler an, die in den geschichtsträchtigen Räumen der Alten Universität geforscht und gelehrt haben.

Stichwort: «Studiorum Novi Testamenti Societas»
Über 300 Wissenschaftler aus der ganzen Welt tauschen sich bei dem jährlichen Treffen über den Stand der neutestamentlichen Forschung aus. Zum zweiten Mal fand die Tagung «Studiorum Novi Testamenti Societas» in Marburg statt. Das letzte Mal war dies 1954 in Marburg der Fall. Damals war der berühmte neutestamentliche Theologe Rudolf Bultmann Präsident der SNTS. (30.07.2019)

2019-07-31 29023

«Studiorum Novi Testamenti Societas»
Bischof Hein: Kirchen brauchen für das Pfarramt wissenschaftlich ausgebildete Theologen

Marburg (medio). Mit historisch-kritischem Blick schaut die neutestamentliche Theologie auf die Texte der Bibel und gleichzeitig schärft dieser Blick die Wahrnehmung für die Themen und Probleme der Gegenwart und der Zukunft waren sich die Redner bei der Eröffnung der 74. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für neutestamentliche Studien einig. Die jährliche Tagung der «Studiorum Novi Testamenti Societas» (SNTS) findet in diesem Jahr in der Alten Universität Marburg statt, teilte der Öffentlichkeitsbeauftragte für den Sprengel Marburg Karl-Günter Balzer mit.

Bischof Martin Hein hielt in seinem Grußwort fest, dass Christen die Herausforderungen unserer Zeit nicht mit einem naiven Blick in die Bibel beantwortet könnten. Dabei nannte er die Klimaproblematik, die gesellschaftlichen Aufspaltungen und Spannungen und die Digitalisierung. Es bedürfe vielmehr einer kritischen Auslegung, um aus dem geschriebenen Wort Gottes den Willen Gottes zu verstehen. Hein sagte: «Nach wie vor brauchen wir als Kirchen für das Pfarramt wissenschaftlich ausgebildete Theologinnen und Theologen, die ihr Amt als Auslegung des Evangeliums eigenverantwortlich und zugleich eingebunden in die kirchliche Tradition wahrnehmen.»

Ausdrücklich würdigte Hein die Bedeutung Rudolf Bultmanns und anderer namhafter kritischer Theologen für die Kirche. Zugleich hielt er fest, dass sich während der letzten Jahrzehnte in der neutestamentlichen Forschung viel getan habe. Neue Texttheorien,literatur-, sozial- und mediengeschichtliche Forschungen, die Interkulturelle und die feministische Theologie hätten den Blick erheblich geweitet.

Weitere Grußworte sprachen der katholische Bischof von Fulda Dr. Michael Gerber und Prof. Dr. Marcell Saß als Dekan des Fachbereichs Evangelische Theologie. Eröffnet wurde die Tagung von der Vizepräsidentin der Philipps-Universität, Prof. Dr. Sabine Pankuweit. An die berühmten Schatten, die durch die Gemäuer der Alten Universität ziehen, erinnerte der derzeitige Präsident der SNTS, Prof. Dr. Jean Zumstein (Zürich). Damit spielte er auf die vielen namhaften Theologen, Philosophen und Wissenschaftler an, die in den geschichtsträchtigen Räumen der Alten Universität geforscht und gelehrt haben.

Stichwort: «Studiorum Novi Testamenti Societas»
Über 300 Wissenschaftler aus der ganzen Welt tauschen sich bei dem jährlichen Treffen über den Stand der neutestamentlichen Forschung aus. Zum zweiten Mal fand die Tagung «Studiorum Novi Testamenti Societas» in Marburg statt. Das letzte Mal war dies 1954 in Marburg der Fall. Damals war der berühmte neutestamentliche Theologe Rudolf Bultmann Präsident der SNTS. (30.07.2019)


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