Aktuell: Bischof Hein fordert Eintreten für das Existenzrecht Israels

Kassel (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat zu einem klaren Eintreten für das unbedingte Existenzrecht Israels aufgerufen. Der jüdische Glaube gehöre untrennbar zu den christlichen Kirchen, sagte Hein in seiner Abschiedspredigt vor der Martinskirchen-Gemeinde am Sonntag (25.8.) in Kassel. Der 65-Jährige tritt nach 19 Jahren an der Spitze der Landeskirche am 29. September in den Ruhestand.

Der wiederauflebende Rechtsextremismus, der durch die Hemmungslosigkeit in den Sozialen Medien befördert werde, habe eine neue Welle des Antisemitismus ausgelöst, beklagte Hein. Diese nehme alle Ressentiments auf, die schon endgültig überwunden schienen. Der offene oder unterschwellige Antisemitismus reiche bis in die Kirchengemeinden hinein. Christen könnten dies nicht einfach hinnehmen oder gar als Verirrung Einzelner abtun. «Es darf kein Vergessen geben, was unsere eigene Geschichte als Kirche wie als Nation angeht», mahnte Hein.

«Wir müssen uns immer wieder fragen, wie es in all den Jahrhunderten dazu kommen konnte, aus einem übersteigerten christlichen Selbstwertgefühl heraus eine unsägliche Gegnerschaft gegenüber Gottes auserwähltem Volk zu entwickeln», gab Hein zu bedenken. Die Christen müssten daher selbstkritisch und aufmerksam bleiben, auch gegenüber allen antisemitischen Umtrieben, ganz gleich, von welcher Seite sie kämen.

Juden und Christen seien und blieben miteinander verbunden im Glauben an den einen Gott und in der fortwährenden Beziehung auf die Bibel, betonte der Bischof. Dies geschehe auf unterschiedlichen Wegen, hinter die es kein Zurück mehr gebe. «Aber so anders denn doch auch nicht, dass es keine Verständigung über Gottes Wort und Willen geben könnte», erklärte Hein. Wenn Juden und Christen die Heilige Schrift läsen und entdeckten, dass Gottes Liebe allen Menschen gelte, dann kämen sie zueinander und blieben sich nicht fremd.

Stichwort: Israelsonntag

Heins Predigt erfolgte am sogenannten Israelsonntag, der elf Wochen nach dem Pfingstfest gefeiert wird. An diesem Sonntag steht nach der Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland das Verhältnis zwischen Christen und Juden im Mittelpunkt. Der Sonntag liegt in zeitlicher Nähe zum 9. Tag des jüdischen Monats Aw, an dem im Judentum der Zerstörung sowohl des salomonischen Tempels durch die Babylonier 586 vor Christus als auch des herodianischen Tempels durch die Römer im Jahr 70 nach Christus gedacht wird. (27.08.2019)

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Abschiedspredigt zum Israelsonntag
Bischof Hein fordert Eintreten für das Existenzrecht Israels

Nach fast 25 Jahren als Prediger an der Kirche Sankt Martin in Kassel verabschiedete sich Bischof Martin Hein am Sonntag von der Kirchengemeinde Kassel-Mitte. (Foto: Andreas Fischer)

Kassel (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, hat zu einem klaren Eintreten für das unbedingte Existenzrecht Israels aufgerufen. Der jüdische Glaube gehöre untrennbar zu den christlichen Kirchen, sagte Hein in seiner Abschiedspredigt vor der Martinskirchen-Gemeinde am Sonntag (25.8.) in Kassel. Der 65-Jährige tritt nach 19 Jahren an der Spitze der Landeskirche am 29. September in den Ruhestand.

Der wiederauflebende Rechtsextremismus, der durch die Hemmungslosigkeit in den Sozialen Medien befördert werde, habe eine neue Welle des Antisemitismus ausgelöst, beklagte Hein. Diese nehme alle Ressentiments auf, die schon endgültig überwunden schienen. Der offene oder unterschwellige Antisemitismus reiche bis in die Kirchengemeinden hinein. Christen könnten dies nicht einfach hinnehmen oder gar als Verirrung Einzelner abtun. «Es darf kein Vergessen geben, was unsere eigene Geschichte als Kirche wie als Nation angeht», mahnte Hein.

«Wir müssen uns immer wieder fragen, wie es in all den Jahrhunderten dazu kommen konnte, aus einem übersteigerten christlichen Selbstwertgefühl heraus eine unsägliche Gegnerschaft gegenüber Gottes auserwähltem Volk zu entwickeln», gab Hein zu bedenken. Die Christen müssten daher selbstkritisch und aufmerksam bleiben, auch gegenüber allen antisemitischen Umtrieben, ganz gleich, von welcher Seite sie kämen.

Juden und Christen seien und blieben miteinander verbunden im Glauben an den einen Gott und in der fortwährenden Beziehung auf die Bibel, betonte der Bischof. Dies geschehe auf unterschiedlichen Wegen, hinter die es kein Zurück mehr gebe. «Aber so anders denn doch auch nicht, dass es keine Verständigung über Gottes Wort und Willen geben könnte», erklärte Hein. Wenn Juden und Christen die Heilige Schrift läsen und entdeckten, dass Gottes Liebe allen Menschen gelte, dann kämen sie zueinander und blieben sich nicht fremd.

Stichwort: Israelsonntag

Heins Predigt erfolgte am sogenannten Israelsonntag, der elf Wochen nach dem Pfingstfest gefeiert wird. An diesem Sonntag steht nach der Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland das Verhältnis zwischen Christen und Juden im Mittelpunkt. Der Sonntag liegt in zeitlicher Nähe zum 9. Tag des jüdischen Monats Aw, an dem im Judentum der Zerstörung sowohl des salomonischen Tempels durch die Babylonier 586 vor Christus als auch des herodianischen Tempels durch die Römer im Jahr 70 nach Christus gedacht wird. (27.08.2019)

Überreichten Bischof Hein (2.v.l.) zum Abschied das Foto eines Kirchenfensters der Martinskirche (v.r.): Pfarrer Dr. Willi Temme und Kirchenvorstandsvorsitzender Dr. Hans Helmut Horn. Links im Bild Heins Ehefrau Ruth. (Foto: Andreas Fischer)

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Lesen Sie hier die Predigt von Bischof Martin Hein zum Israelsonntag im Wortlaut:

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