Aktuell: Bischof Hein: Religiöser Dialog muss verbindlicher werden

Kassel (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, hat vom «Runden Tisch der Religionen» in Deutschland mehr Verbindlichkeit gefordert. «Der Runde Tisch ist zu weich in seiner Struktur», sagte Hein nach seiner Rückkehr von der 10. Weltversammlung der «Religions for Peace» in Lindau mit rund 900 religiösen Repräsentanten aus aller Welt. Die Beschlüsse dieses Gremiums müssten stärker in die einzelnen Religionsgemeinschaften zurückgebracht werden, und diese müssten sich dann auch daran halten, sagte Hein. Insgesamt sei das Gespräch der Religionen in Deutschland auch unterfinanziert.

Der Staat müsse ein elementares Interesse daran haben, dass sich Religionsvertreter begegnen können, fuhr Hein fort. Analog zu der vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) initiierten Islamkonferenz könne er sich auch eine Religionskonferenz für Deutschland vorstellen. Die jetzt zu Ende gegangene Weltversammlung in Lindau habe gezeigt, dass alle Religionen den Wunsch nach Frieden und Bewahrung der Schöpfung hätten. Bis zu 85 Prozent der Weltbevölkerung gehörten einer Religion an, der Säkularismus dürfe daher nicht länger gegen religiöse Bedürfnisse vorgehen.

Wirklichen Frieden auf der Welt könne es nur dann geben, wenn sich die Religionen als tolerant erwiesen, betonte Hein. Dazu gehöre es auch, nichtreligiöse Menschen oder Religionswechsel zu akzeptieren. Hier dürfe es keine Strafen geben, sagte Hein. Die Konferenz in Lindau war nach seinem Eindruck von einem großen gegenseitigen Verständnis geprägt. «Der gute Wille muss nun Konsequenzen zeigen», sagte er. (28.08.2019)

2019-08-28 29124

Nach 10. Weltversammlung der «Religions for Peace» in Lindau
Bischof Hein: Religiöser Dialog muss verbindlicher werden

Kassel (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, hat vom «Runden Tisch der Religionen» in Deutschland mehr Verbindlichkeit gefordert. «Der Runde Tisch ist zu weich in seiner Struktur», sagte Hein nach seiner Rückkehr von der 10. Weltversammlung der «Religions for Peace» in Lindau mit rund 900 religiösen Repräsentanten aus aller Welt. Die Beschlüsse dieses Gremiums müssten stärker in die einzelnen Religionsgemeinschaften zurückgebracht werden, und diese müssten sich dann auch daran halten, sagte Hein. Insgesamt sei das Gespräch der Religionen in Deutschland auch unterfinanziert.

Der Staat müsse ein elementares Interesse daran haben, dass sich Religionsvertreter begegnen können, fuhr Hein fort. Analog zu der vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) initiierten Islamkonferenz könne er sich auch eine Religionskonferenz für Deutschland vorstellen. Die jetzt zu Ende gegangene Weltversammlung in Lindau habe gezeigt, dass alle Religionen den Wunsch nach Frieden und Bewahrung der Schöpfung hätten. Bis zu 85 Prozent der Weltbevölkerung gehörten einer Religion an, der Säkularismus dürfe daher nicht länger gegen religiöse Bedürfnisse vorgehen.

Wirklichen Frieden auf der Welt könne es nur dann geben, wenn sich die Religionen als tolerant erwiesen, betonte Hein. Dazu gehöre es auch, nichtreligiöse Menschen oder Religionswechsel zu akzeptieren. Hier dürfe es keine Strafen geben, sagte Hein. Die Konferenz in Lindau war nach seinem Eindruck von einem großen gegenseitigen Verständnis geprägt. «Der gute Wille muss nun Konsequenzen zeigen», sagte er. (28.08.2019)


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Weitere Informationen zur 10. Weltversammlung von «Religions for Peace» finden Sie unter: