Aktuell: Theologische Überlegungen zum Verhältnis von Christen und Muslimen

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck will zur Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Christen und Muslimen anregen. Dazu hat die Theologische Kammer einen Text vorgelegt, der verschiedene Argumentationen vorstellt und die unterschiedlichen Gewichtungen von biblischen und systematisch-theologischen Aussagen, Interpretationen und Zusammenhängen verdeutlicht. Im Zentrum des Diskussionspapiers stehen besonders zwei theologische Fragen: Gibt es aus christlicher Sicht ein Heil für Muslime? und: Beten Christen und Muslime zu demselben Gott? Der Text könne in Kirchenvorständen, Haus- und Gesprächskreisen, Fortbildungen mit Erzieherinnen und Lehrkräften sowie im Religionsunterricht als Diskussionsgrundlage Verwendung finden, heißt es im Vorwort.

Bischof Martin Hein schreibt im Geleitwort: «Nachdem viele Christinnen und Christen in einem sich nunmehr seit Jahrzehnten fortsetzenden Dialog mit Jüdinnen und Juden zu der Einsicht in die bleibende Erwählung Israels gekommen sind, ergeben sich theologische Fragen im westeuropäischen Raum gegenwärtig schwerpunktmäßig im Blick auf den Islam.» Aufgeworfen würden die Fragen laut Hein durch das Zusammenleben mit Muslimen, die die größte Gruppe religionsgebundener Menschen nach römisch-katholischen und evangelischen Christen bilden, und durch die Präsenz des Islam in den Medien.

Hintergrund:

Während der Herbsttagung 2016 der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck thematisierte Hein in seinem Bischofsbericht unter dem Titel «Barmherziger Gott» das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen. Hein traf im Bericht die Aussage: „Bei aller kulturellen und historischen Unterschiedlichkeit der drei monotheistischen Religionen sind sie sich in einem gleich: Sie beten zu einem Gott, der sich als barmherzig offenbart.“ Der Bericht löste ein starkes Medienecho und eine grundlegende Diskussion aus. In diesem Zusammenhang wurde die Theologische Kammer beauftragt, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob es aus christlicher Sicht ein Heil für Muslime gibt. Dabei sollte auch die Fragestellung vertieft werden, ob es derselbe Gott ist, zu dem Christen und Muslime beten. (30.08.2019)

2019-09-02 29152

Diskussionspapier der Theologischen Kammer
Theologische Überlegungen zum Verhältnis von Christen und Muslimen

Kassel (medio). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck will zur Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Christen und Muslimen anregen. Dazu hat die Theologische Kammer einen Text vorgelegt, der verschiedene Argumentationen vorstellt und die unterschiedlichen Gewichtungen von biblischen und systematisch-theologischen Aussagen, Interpretationen und Zusammenhängen verdeutlicht. Im Zentrum des Diskussionspapiers stehen besonders zwei theologische Fragen: Gibt es aus christlicher Sicht ein Heil für Muslime? und: Beten Christen und Muslime zu demselben Gott? Der Text könne in Kirchenvorständen, Haus- und Gesprächskreisen, Fortbildungen mit Erzieherinnen und Lehrkräften sowie im Religionsunterricht als Diskussionsgrundlage Verwendung finden, heißt es im Vorwort.

Bischof Martin Hein schreibt im Geleitwort: «Nachdem viele Christinnen und Christen in einem sich nunmehr seit Jahrzehnten fortsetzenden Dialog mit Jüdinnen und Juden zu der Einsicht in die bleibende Erwählung Israels gekommen sind, ergeben sich theologische Fragen im westeuropäischen Raum gegenwärtig schwerpunktmäßig im Blick auf den Islam.» Aufgeworfen würden die Fragen laut Hein durch das Zusammenleben mit Muslimen, die die größte Gruppe religionsgebundener Menschen nach römisch-katholischen und evangelischen Christen bilden, und durch die Präsenz des Islam in den Medien.

Hintergrund:

Während der Herbsttagung 2016 der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck thematisierte Hein in seinem Bischofsbericht unter dem Titel «Barmherziger Gott» das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen. Hein traf im Bericht die Aussage: „Bei aller kulturellen und historischen Unterschiedlichkeit der drei monotheistischen Religionen sind sie sich in einem gleich: Sie beten zu einem Gott, der sich als barmherzig offenbart.“ Der Bericht löste ein starkes Medienecho und eine grundlegende Diskussion aus. In diesem Zusammenhang wurde die Theologische Kammer beauftragt, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob es aus christlicher Sicht ein Heil für Muslime gibt. Dabei sollte auch die Fragestellung vertieft werden, ob es derselbe Gott ist, zu dem Christen und Muslime beten. (30.08.2019)


file_download Download:

Laden Sie hier das Diskussionpapier «Theologische Überlegungen zum Verhältnis von Christen und Muslimen» herunter