Aktuell: Drei Fragen an Prälat Bernd Böttner 2019-09-06 29238

Kirchenvorstandwahl
Drei Fragen an Prälat Bernd Böttner

Eines der Plakate, die zur KV-Wahl am 22.9.2019 aufrufen.

Drei Fragen an...

Bis zum 16. September kann noch online gewählt werden. Am 22. September ist die Urnenwahl in den Kirchengemeinden. Wir haben Prälat Bernd Böttner zur bevorstehenden Wahl und den Herausforderungen, denen sich die neuen Kirchenvorstände stellen müssen, befragt:

1
Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist schon bei der letzten Kirchenvorstandswahl mit der Onlinewahl einen besonderen Weg gegangen. Was gibt es für Besonderheiten bei der KV-Wahl 2019?

Wir haben 2013 zum ersten Mal mit der Onlinewahl Erfahrungen gemacht. Viele haben diese einfache und bequeme Möglichkeit zu wählen genutzt, gar nicht einmal nur jüngere Gemeindemitglieder. Inzwischen sind auch viele ältere Gemeindemitglieder online. Die Onlinewahl ist darüber hinaus eine gute Alternative zur Briefwahl, die für die Pfarrämter, aber auch für die Wählerinnen und Wähler einen hohen Aufwand mit sich bringt.
Im Frühjahr 2018 hat die Landessynode beschlossen, dass sich auch Menschen mit Behinderungen in 2019 an der KV-Wahl beteiligen dürfen.  Wir sind diesen Schritt als Kirche damit vor den staatlichen Parlamenten gegangen und haben so ein wichtiges Zeichen für die Inklusion gesetzt.

2
Wo sehen Sie in den nächsten 6 Jahren die größten Herausforderungen für die neu gewählten KV-Mitglieder?

«Kirche im Umbruch» lautet der Titel einer Broschüre der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), in der es um die Auswirkungen des demographischen Wandels für die Evangelischen Landeskirchen geht. Der Rückgang der Kirchenmitglieder ist nicht nur auf den demographischen Wandel zurückzuführen. Menschen verlassen die Kirche, weil sie sich in ihr nicht mehr zuhause fühlen oder sich nicht mehr angesprochen fühlen. Der Bedeutungsverlust der Kirchen hat ganz sicher globale Ursachen, auf die wir als Kirchen nur wenig Einfluss haben. Aber er hat auch Gründe, auf die wir Einfluss nehmen können, in dem wir neue Wege suchen und finden, zum Glauben und zur Mitwirkung oder zum Bleiben in der Kirche einzuladen. Neue Wege können wir mit den geringer werdenden personellen und finanziellen Möglichkeiten nur gehen, wenn wir alte Wege verlassen und aufgeben. In den nächsten sechs Jahren werden Weichen für die Zukunft gestellt: Ich wünsche den neuen Kirchenvorständen - beflügelt von Gottes Geist - den Mut Neues zu denken und zu wagen.

3
Die Evangelische Kirche ist eine demokratische Einrichtung. Wie funktioniert das Zusammenspiel vom Kirchenvorstand bis hin zur Landessynode/Kirchenleitung in Kassel?

Die Kirchenvorstände werden von den wahlberechtigten Mitgliedern der Kirchengemeinde gewählt. Alle ab dem 14. Lebensjahr sind wahlberechtigt. Die gewählten Mitglieder des Kirchenvorstandes können gemeinsam mit den Pfarrerinnen und Pfarrern, die ebenfalls Mitglieder des Kirchenvorstandes sind, weitere 1 – 3 Personen in den Kirchenvorstand berufen. Alle zusammen bilden dann den Kirchenvorstand einer Kirchengemeinde. Im Delegationsverfahren wählen Kirchenvorstände die Mitglieder der Kreissynode, die das oberste Leitungsgremium auf der Ebene des Kirchenkreises ist. Ähnlich wird die Landessynode gebildet: Die Kreissynoden wählen die Mitglieder der Landessynode, dem obersten Beschlussgremium der Landeskirche. Auch in die Kreissynode und in die Landessynode werden neben den Gewählten weitere Mitglieder berufen. Schließlich wählt die Landessynode aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche, der monatlich tagt und die Entscheidungen der Landessynode vorbereitet und ausführt. Die Landessynode wählt auch die Bischöfin bzw. den Bischof.

Prälat Bernd Böttner (Foto: medio.tv/Schauderna)

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Alle wichtigen Informationen rund um die Kirchenvorstandswahl 2019 in der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finden Sie im Wahl-Portal gerade-jetzt.de hier auf ekkw.de: