Aktuell: Neugierig auf Kirche machen

Mit Prof. Dr. Beate Hofmann steht ab Oktober erstmals eine Bischöfin an der Spitze der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Im Interview spricht sie über Respekt vor dem Amt, Politik und ihre Liebe zur Kunst. Das Interview führten die Medienhaus-Redakteure Lothar Simmank und Olaf Dellit. Es ist erschienen in blick-magazin, September 2019.

blick: Als die Landessynode Sie zur Bischöfin gewählt hat, mischte sich da in die Freude auch Respekt – oder gar Furcht – vor dem Amt?

Dr. Hofmann: Respekt. Natürlich gibt es Situationen, in denen ich denke: Du lieber Himmel, auf was habe ich mich da eingelassen? Ich habe mich im Vorfeld immer wieder gefragt, ob ich für das Amt geeignet bin und die Fülle an Aufgaben und Erwartungen angemessen ausfüllen kann. Aber wenn ich richtig Angst davor gehabt hätte, hätte ich nicht Ja gesagt.

blick: Sie wechseln vom Professorinnen-Amt an die Spitze einer Kirche mit mehr als 12.000 Mitarbeitenden. Wie gehen Sie mit der großen Verantwortung um?

Dr. Hofmann: Im Moment versuche ich überhaupt erst einmal kennenzulernen, was alles zu dieser Kirche gehört. Ich versuche zu verstehen, was die Menschen, die hier beruflich arbeiten, und die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, beschäftigt, z.B. im Kirchenvorstand. 
Ich versuche herauszufinden, was Menschen an dieser Kirche fasziniert, warum sie sich beteiligen oder auch kritische Gefühle und Fragen haben. Das ist der erste Schritt. 

blick: Ihre Amtszeit beginnt ja auch erst.

Dr. Hofmann: Genau. Und ich bin ja nicht allein! Ich arbeite hier mit Dezernentinnen und Dezernenten, Pröpstinnen und Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und der Synode zusammen. Wir alle miteinander leiten die Kirche. Ein Teil meiner Verantwortung ist, zu verstehen und zu klären, wer dabei welche Aufgaben hat.
Deutlich ist: Die Kirche muss sich verändern, weil sich die Gesellschaft verändert. Wir sind in einem Reformprozess, in dem es Einschnitte gibt und mancherorts Stellen abgebaut werden, weil die Gelder weniger werden. Meine Aufgabe als Bischöfin ist es auch, das Nachdenken darüber, was uns als Kirche heute ausmacht und wofür wir da sind, immer neu anzustoßen.

blick: Als Bischöfin repräsentieren Sie die Landeskirche. Wie möchten Sie von den Menschen wahrgenommen werden?

Dr. Hofmann: Als jemand, die zuhört, die sich engagiert, die Dinge auf den Punkt bringt, wenn es nötig ist. Die für Vielfalt steht. Die versucht, die soziale und die spirituelle Seite des christlichen Glaubens zusammenzubringen.

blick: Wie sollen Mitglieder die Kirche erleben?

Dr. Hofmann: Ich denke im Moment viel darüber nach, welche Rolle Kirchenräume für Menschen spielen. Viele gehen gerne jenseits von Gottesdiensten in Kirchen. In Kurhessen-Waldeck gibt es zahlreiche wunderschöne alte Kirchen. Es ist eine Herausforderung, dafür zu sorgen, dass diese Räume offen sind bzw. bleiben. Menschen sollen dort Stille, Einkehr, Begegnung mit anderen und Begegnung mit Gott erleben können. Das ist ein erster Punkt, wie ich möchte, dass Menschen diese Kirche erleben: offen.

blick: Und der zweite?

Dr. Hofmann: Ich wünsche mir, dass Menschen diese Kirche als vielfältig erleben. Die Erwartungen und Wünsche sind sehr unterschiedlich. Für die einen sind Gottesdienste wichtig, für die anderen Gruppen und Kreise, für die Dritten die Musik, für die Vierten die Diakonie – und für die Fünften ist es wichtig, dass es Kirche gibt, aber sie wollen eigentlich nichts mit ihr zu tun haben. Diese Vielfalt wollen wir zulassen und auch sagen: Wir erwarten nicht, dass ihr alle jeden Sonntag im Gottesdienst seid und euch alle in unseren Gruppen engagiert. Die Menschen sollen spüren: Hier ist eine Vielfalt von Initiativen und Beteiligungsformen möglich.

blick: Gibt es noch einen Punkt?

Dr. Hofmann: Ich wünsche mir, dass Menschen diese Kirche als engagiert erleben – für ein gelingendes Zusammenleben in unserer Gesellschaft, als  eine Organisation, die für Menschenwürde und für gutes Zusammenleben eintritt.

blick: Und wie soll die Kirche auf Menschen wirken, die ihr nicht angehören?

Dr. Hofmann: Mein großer Traum ist, dass es uns gelingt, so von Gott zu reden, unseren Glauben so zu leben, unsere Spiritualität und unser Zusammenleben so zu gestalten, dass Menschen darauf neugierig werden. Ich wünsche mir, dass wir die Menschen, die uns begegnen, überraschen. Es wäre doch schön, wenn manche ihre Vorurteile, wie Kirche sei, revidieren.

blick: Wird sich die Bischöfin auch in politischen Fragen zu Wort melden – oder muss sie das sogar?

Dr. Hofmann: Wir als Kirche müssen uns auch politisch da engagieren, wo die Würde von Menschen unmittelbar bedroht ist. Manchmal wird die christliche Botschaft verzerrt, wenn etwa von der «Verteidigung des christlichen Abendlandes» geredet wird. Da müssen wir deutlich machen: Wir verstehen Jesu Botschaft anders. 
In welchen Themenfeldern ich einen Schwerpunkt legen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Durch meine bisherige Arbeit habe ich eine hohe Affinität zu Fragen der Diakonie, des sozialen Miteinanders und zu Bildungsthemen. Auch die Frage der Vielfalt, dem Miteinander von Frauen und Männern, von Menschen aus verschiedenen Kulturen und Altersgruppen, ist ein Thema, das ich mitbringe. 

blick: Sie kommen in einer Zeit nach Kassel, in der die Stadt durch einen mutmaßlich rechtsextremen Mord aufgewühlt ist. Wie nehmen Sie das wahr?

Dr. Hofmann: Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, dass im Zuge dieses Mordes an ganz vielen Orten Kommunalpolitiker sichtbar geworden sind, die sagen: Ich werde bedroht und überlege mir sehr genau, ob ich dieses Amt weitermache. Mich beschäftigt sehr, was wir als Zivilgesellschaft in diesem Land tun können, damit diese Angst nicht wächst. 
Ich habe von den Demonstrationen in Kassel gelesen und bin sehr froh, dass die Kirchen sich da so deutlich engagieren, und dass so viele unterschiedliche Gruppen miteinander auf die Straße gehen. Wenn es gut geht, entsteht daraus ein neues Bewusstsein einer Zivilgesellschaft, die gemeinsam für Meinungsfreiheit, aber auch für eigene Überzeugungen steht. 

blick: Kassel ist aber auch eine Stadt der Kunst und Kultur. Sie sind documenta-Fan. Was bedeutet Ihnen Kunst?

Dr. Hofmann: Kunst ist für mich eine Möglichkeit, mit anderen Augen auf die Welt zu schauen oder mich durch den Blick eines anderen oder einer anderen anregen zu lassen. Manches davon ist verstörend, manches ist hoch faszinierend, manches ist einfach schön, manches verstehe ich nicht. Wir brauchen diese andere Art der Auseinandersetzung mit der Welt, die uns herausfordert und fasziniert.

blick: In Ihrer Freizeit spielen Sie Harfe. Was ist das Besondere an dieser Musik?
Hofmann: Die Harfe ist ein unglaublich sinnliches Instrument, weil Sie es am Leib haben, wenn Sie es spielen. Sie spüren die Resonanz. Es ist ein Instrument, mit dem man viel mehr unterschiedliche Musik machen kann, als ich am Anfang dachte. Ich kenne sie ursprünglich aus der bayerischen Volksmusik. Natürlich spielt sie in der romantischen Musik eine große Rolle. Aber ich lerne jetzt, dass man auch Jazz und Tango auf der Harfe spielen kann. 

blick: Können Sie auch etwas mit Rock- und Popmusik anfangen?

Dr. Hofmann: Es gibt Musik, die kann ich ganz gut im Hintergrund hören, die nervt mich aber auch manchmal. Beim Putzen zum Beispiel habe ich die Erfahrung gemacht, dass mich ordentliche Rockmusik gut motiviert. Wenn ich im Zug neben Leuten sitze, die sehr laut reden oder telefonieren, höre ich bestimmte Sängerinnen als «Gegengift». Das bewegt sich in die Richtung Folk, Blues, Jazz: Norah Jones, Cesária Évora und Mercedes Sosa – solche schönen Stimmen höre ich gerne. 

blick: Noch ein Blick voraus: Wenn wir uns in einem Jahr wiedertreffen, was wollen Sie bis dahin erreicht haben?

Dr. Hofmann: Ich will bis dahin in jedem Kirchenkreis der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gewesen sein. Ich will dann mehr darüber sagen können, was Menschen an dieser Kirche begeistert und fasziniert und wo es auch brennt. Und ich will die ersten Baustellen durch Gespräche und Initiativen angepackt haben, um sagen zu können: Es entwickelt sich was.

blick: Vielen Dank für das Gespräch und einen guten Start in Kurhessen-Waldeck!

(26.09.2019)

2019-09-26 29296

Interview mit Dr. Beate Hofmann
Neugierig auf Kirche machen

Dr. Hofmann wünscht sich, dass Menschen die Kirche als engagiert erleben – für ein gelingendes Zusammenleben in unserer Gesellschaft. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Mit Prof. Dr. Beate Hofmann steht ab Oktober erstmals eine Bischöfin an der Spitze der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Im Interview spricht sie über Respekt vor dem Amt, Politik und ihre Liebe zur Kunst. Das Interview führten die Medienhaus-Redakteure Lothar Simmank und Olaf Dellit. Es ist erschienen in blick-magazin, September 2019.

blick: Als die Landessynode Sie zur Bischöfin gewählt hat, mischte sich da in die Freude auch Respekt – oder gar Furcht – vor dem Amt?

Dr. Hofmann: Respekt. Natürlich gibt es Situationen, in denen ich denke: Du lieber Himmel, auf was habe ich mich da eingelassen? Ich habe mich im Vorfeld immer wieder gefragt, ob ich für das Amt geeignet bin und die Fülle an Aufgaben und Erwartungen angemessen ausfüllen kann. Aber wenn ich richtig Angst davor gehabt hätte, hätte ich nicht Ja gesagt.

blick: Sie wechseln vom Professorinnen-Amt an die Spitze einer Kirche mit mehr als 12.000 Mitarbeitenden. Wie gehen Sie mit der großen Verantwortung um?

Dr. Hofmann: Im Moment versuche ich überhaupt erst einmal kennenzulernen, was alles zu dieser Kirche gehört. Ich versuche zu verstehen, was die Menschen, die hier beruflich arbeiten, und die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, beschäftigt, z.B. im Kirchenvorstand. 
Ich versuche herauszufinden, was Menschen an dieser Kirche fasziniert, warum sie sich beteiligen oder auch kritische Gefühle und Fragen haben. Das ist der erste Schritt. 

blick: Ihre Amtszeit beginnt ja auch erst.

Dr. Hofmann: Genau. Und ich bin ja nicht allein! Ich arbeite hier mit Dezernentinnen und Dezernenten, Pröpstinnen und Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und der Synode zusammen. Wir alle miteinander leiten die Kirche. Ein Teil meiner Verantwortung ist, zu verstehen und zu klären, wer dabei welche Aufgaben hat.
Deutlich ist: Die Kirche muss sich verändern, weil sich die Gesellschaft verändert. Wir sind in einem Reformprozess, in dem es Einschnitte gibt und mancherorts Stellen abgebaut werden, weil die Gelder weniger werden. Meine Aufgabe als Bischöfin ist es auch, das Nachdenken darüber, was uns als Kirche heute ausmacht und wofür wir da sind, immer neu anzustoßen.

blick: Als Bischöfin repräsentieren Sie die Landeskirche. Wie möchten Sie von den Menschen wahrgenommen werden?

Dr. Hofmann: Als jemand, die zuhört, die sich engagiert, die Dinge auf den Punkt bringt, wenn es nötig ist. Die für Vielfalt steht. Die versucht, die soziale und die spirituelle Seite des christlichen Glaubens zusammenzubringen.

blick: Wie sollen Mitglieder die Kirche erleben?

Dr. Hofmann: Ich denke im Moment viel darüber nach, welche Rolle Kirchenräume für Menschen spielen. Viele gehen gerne jenseits von Gottesdiensten in Kirchen. In Kurhessen-Waldeck gibt es zahlreiche wunderschöne alte Kirchen. Es ist eine Herausforderung, dafür zu sorgen, dass diese Räume offen sind bzw. bleiben. Menschen sollen dort Stille, Einkehr, Begegnung mit anderen und Begegnung mit Gott erleben können. Das ist ein erster Punkt, wie ich möchte, dass Menschen diese Kirche erleben: offen.

blick: Und der zweite?

Dr. Hofmann: Ich wünsche mir, dass Menschen diese Kirche als vielfältig erleben. Die Erwartungen und Wünsche sind sehr unterschiedlich. Für die einen sind Gottesdienste wichtig, für die anderen Gruppen und Kreise, für die Dritten die Musik, für die Vierten die Diakonie – und für die Fünften ist es wichtig, dass es Kirche gibt, aber sie wollen eigentlich nichts mit ihr zu tun haben. Diese Vielfalt wollen wir zulassen und auch sagen: Wir erwarten nicht, dass ihr alle jeden Sonntag im Gottesdienst seid und euch alle in unseren Gruppen engagiert. Die Menschen sollen spüren: Hier ist eine Vielfalt von Initiativen und Beteiligungsformen möglich.

blick: Gibt es noch einen Punkt?

Dr. Hofmann: Ich wünsche mir, dass Menschen diese Kirche als engagiert erleben – für ein gelingendes Zusammenleben in unserer Gesellschaft, als  eine Organisation, die für Menschenwürde und für gutes Zusammenleben eintritt.

blick: Und wie soll die Kirche auf Menschen wirken, die ihr nicht angehören?

Dr. Hofmann: Mein großer Traum ist, dass es uns gelingt, so von Gott zu reden, unseren Glauben so zu leben, unsere Spiritualität und unser Zusammenleben so zu gestalten, dass Menschen darauf neugierig werden. Ich wünsche mir, dass wir die Menschen, die uns begegnen, überraschen. Es wäre doch schön, wenn manche ihre Vorurteile, wie Kirche sei, revidieren.

blick: Wird sich die Bischöfin auch in politischen Fragen zu Wort melden – oder muss sie das sogar?

Dr. Hofmann: Wir als Kirche müssen uns auch politisch da engagieren, wo die Würde von Menschen unmittelbar bedroht ist. Manchmal wird die christliche Botschaft verzerrt, wenn etwa von der «Verteidigung des christlichen Abendlandes» geredet wird. Da müssen wir deutlich machen: Wir verstehen Jesu Botschaft anders. 
In welchen Themenfeldern ich einen Schwerpunkt legen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen. Durch meine bisherige Arbeit habe ich eine hohe Affinität zu Fragen der Diakonie, des sozialen Miteinanders und zu Bildungsthemen. Auch die Frage der Vielfalt, dem Miteinander von Frauen und Männern, von Menschen aus verschiedenen Kulturen und Altersgruppen, ist ein Thema, das ich mitbringe. 

blick: Sie kommen in einer Zeit nach Kassel, in der die Stadt durch einen mutmaßlich rechtsextremen Mord aufgewühlt ist. Wie nehmen Sie das wahr?

Dr. Hofmann: Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, dass im Zuge dieses Mordes an ganz vielen Orten Kommunalpolitiker sichtbar geworden sind, die sagen: Ich werde bedroht und überlege mir sehr genau, ob ich dieses Amt weitermache. Mich beschäftigt sehr, was wir als Zivilgesellschaft in diesem Land tun können, damit diese Angst nicht wächst. 
Ich habe von den Demonstrationen in Kassel gelesen und bin sehr froh, dass die Kirchen sich da so deutlich engagieren, und dass so viele unterschiedliche Gruppen miteinander auf die Straße gehen. Wenn es gut geht, entsteht daraus ein neues Bewusstsein einer Zivilgesellschaft, die gemeinsam für Meinungsfreiheit, aber auch für eigene Überzeugungen steht. 

blick: Kassel ist aber auch eine Stadt der Kunst und Kultur. Sie sind documenta-Fan. Was bedeutet Ihnen Kunst?

Dr. Hofmann: Kunst ist für mich eine Möglichkeit, mit anderen Augen auf die Welt zu schauen oder mich durch den Blick eines anderen oder einer anderen anregen zu lassen. Manches davon ist verstörend, manches ist hoch faszinierend, manches ist einfach schön, manches verstehe ich nicht. Wir brauchen diese andere Art der Auseinandersetzung mit der Welt, die uns herausfordert und fasziniert.

blick: In Ihrer Freizeit spielen Sie Harfe. Was ist das Besondere an dieser Musik?
Hofmann: Die Harfe ist ein unglaublich sinnliches Instrument, weil Sie es am Leib haben, wenn Sie es spielen. Sie spüren die Resonanz. Es ist ein Instrument, mit dem man viel mehr unterschiedliche Musik machen kann, als ich am Anfang dachte. Ich kenne sie ursprünglich aus der bayerischen Volksmusik. Natürlich spielt sie in der romantischen Musik eine große Rolle. Aber ich lerne jetzt, dass man auch Jazz und Tango auf der Harfe spielen kann. 

blick: Können Sie auch etwas mit Rock- und Popmusik anfangen?

Dr. Hofmann: Es gibt Musik, die kann ich ganz gut im Hintergrund hören, die nervt mich aber auch manchmal. Beim Putzen zum Beispiel habe ich die Erfahrung gemacht, dass mich ordentliche Rockmusik gut motiviert. Wenn ich im Zug neben Leuten sitze, die sehr laut reden oder telefonieren, höre ich bestimmte Sängerinnen als «Gegengift». Das bewegt sich in die Richtung Folk, Blues, Jazz: Norah Jones, Cesária Évora und Mercedes Sosa – solche schönen Stimmen höre ich gerne. 

blick: Noch ein Blick voraus: Wenn wir uns in einem Jahr wiedertreffen, was wollen Sie bis dahin erreicht haben?

Dr. Hofmann: Ich will bis dahin in jedem Kirchenkreis der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gewesen sein. Ich will dann mehr darüber sagen können, was Menschen an dieser Kirche begeistert und fasziniert und wo es auch brennt. Und ich will die ersten Baustellen durch Gespräche und Initiativen angepackt haben, um sagen zu können: Es entwickelt sich was.

blick: Vielen Dank für das Gespräch und einen guten Start in Kurhessen-Waldeck!

(26.09.2019)

Zur Person:

Prof. Dr. Beate Hofmann (55) war nach ihrem Theologiestudium Vikarin in München-Hasenbergl und Pfarrerin in München-Großhadern. Es folgten Stationen als Studienleiterin in der Diakonie Neuendettelsau und als Professorin für Gemeindepädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit in Nürnberg. 2013 übernahm Hofmann die Professur für Diakoniewissenschaft und -management an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Im Frühjahr dieses Jahres wurde sie von der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit großer Mehrheit zur Bischöfin gewählt. Das Amt tritt sie am 1. Oktober an. Sie ist in zweiter Ehe mit dem katholischen Physiker Stefan Geis verheiratet. Die zukünftige Bischöfin spielt in ihrer Freizeit Harfe und Klavier. Sie liest gerne und findet Ausgleich bei Sport und Gartenarbeit.


arrow_forward Wechsel im Bischofsamt:

Mit einem Festgottesdienst am 29. September in der Kasseler Martinskirche wird der Wechsel im Bischofsamt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vollzogen. Verfolgen Sie die Ereignisse am Sonntag ab 15 Uhr im hr-Fernsehen oder im Livestream auf ekkw.de:

arrow_forward Rückblick Bischofswahl 2019:

Informieren Sie sich auf unserer ekkw.de-Sonderseite über die Bischofswahl im Mai 2019 und lernen Sie die neue Bischöfin Dr. Beate Hofmann kennen: