Aktuell: Tausende gingen für das Klima auf die Straße

Kassel/Marburg/Frankfurt a.M. (epd). Zehntausende Menschen haben am vergangenen Freitag (20.9.) in Hessen in zahlreichen Städten gegen die aktuelle Klimapolitik protestiert. Allein in Kassel gingen nach Polizeiangaben rund 6.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Straße, in Marburg waren es ebenfalls rund 6.500 und in Frankfurt am Main 12.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Mit Plakaten wie «Oma, was waren eigentlich Eisbären?» oder «Kurzstreckenflüge nur für Insekten» machten in Kassel die Demonstranten auf den fortschreitenden Klimawandel aufmerksam. Einige hielten auch Plakate mit arabischen oder äthiopischen Aufschriften in der Hand und verwiesen so auf die internationale Vernetzung der «Fridays-for-Future-Bewegung». Ein Redner forderte ein radikales Umdenken und Handeln in der Klimapolitik, bevor es zu spät sei.

2019-09-23 29330

«Fridays For Future»-Demos
Tausende gingen für das Klima auf die Straße

Unser Foto zeigt Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration in Marburg. Weitere Fotos folgen. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Kassel/Marburg/Frankfurt a.M. (epd). Zehntausende Menschen haben am vergangenen Freitag (20.9.) in Hessen in zahlreichen Städten gegen die aktuelle Klimapolitik protestiert. Allein in Kassel gingen nach Polizeiangaben rund 6.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Straße, in Marburg waren es ebenfalls rund 6.500 und in Frankfurt am Main 12.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Mit Plakaten wie «Oma, was waren eigentlich Eisbären?» oder «Kurzstreckenflüge nur für Insekten» machten in Kassel die Demonstranten auf den fortschreitenden Klimawandel aufmerksam. Einige hielten auch Plakate mit arabischen oder äthiopischen Aufschriften in der Hand und verwiesen so auf die internationale Vernetzung der «Fridays-for-Future-Bewegung». Ein Redner forderte ein radikales Umdenken und Handeln in der Klimapolitik, bevor es zu spät sei.

Klimagebet in der Kasseler Jugendkulturkirche «Cross»

Vor Beginn des Demonstrationszuges am Kasseler Hauptbahnhof hatten sich um 11 Uhr in der nahe gelegenen Jugendkulturkirche «Cross» rund 180 Besucher zu einem «Klimagebet» versammelt. «Wir feiern ein Klimagebet, weil feiern Kraft gibt, weil wir aufwachen müssen», sagte der evangelische Pfarrer für Schülerarbeit, Tobias Heymann, zu Beginn. Während der Feier hatten die Jugendlichen Gelegenheit, ihre Anliegen durch ein kurzes Gebet zur Sprache zu bringen. Anschließend nahmen sie an der Demonstration teil.

«Fridays For Future»-Demos auch in Marburg, Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden

In Marburg beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 6.500 Menschen an der «Fridays For Future»-Demo, die an zwei Orten in der Stadt startete und mit einer Abschlusskundgebung an der Stadthalle endete. Gut 1.000 Menschen zogen bei den Klima-Protesten durch die Gießener Innenstadt. 10.000 Teilnehmer nannte die Polizei in Darmstadt.

In Frankfurt am Main waren rund 12.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterwegs, so die Polizei. Die veranstaltende Bewegung «Fridays For Future» Frankfurt (FFF) nannte sogar die doppelte Anzahl von Demonstranten. Gegen 10.30 Uhr setzten sich drei getrennte Sternmärsche in Richtung Opernplatz in Bewegung, wo sie gegen Mittag zu einer Hauptkundgebung zusammenkamen. Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie «Es gibt keinen Planeten B», «Klima schützen, Kohle stoppen» oder «Kurzstreckenflüge nur für Insekten» mit sich und lauschten friedlich einem bunten Bühnenprogramm mit Musik und Reden.

In Wiesbaden demonstrierten mehr als 3.000 Schüler und Erwachsene für ein schärferes Vorgehen gegen den Klimawandel. Teilnehmer trugen ein Transparent mit der Aufschrift: «Tausche Platz 1. Klasse auf der Titanic gegen Holzbank auf der Arche Noah». Ein Demonstrant hielt ein Schild hoch, auf dem stand: «Gottes Schöpfung bewahren».

UN-Klimagipfel und Klimaschutz-Paket des Klimakabinetts  

Anlass für die Kundgebungen für eine Ausweitung des Klimaschutzes war der bevorstehende Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York. Die Organisatoren der deutschen Proteste wollten zudem ein Signal an das Klimakabinett in Berlin senden, das am Freitagnachmittag sein Paket zum Klimaschutz vorstellten.

Deutschlandweit waren Aktionen in mehr als 500 Städten geplant. Unterstützt werden die Proteste von mehr als 200 Organisationen, Initiativen und Akteuren wie Umweltschutzverbänden, Kirchen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen. In vielen Städten läuteten Kirchenglocken, um die Proteste zu unterstützen.

Die Demonstranten forderten die Einhaltung der Pariser Klimaziele, also eine Begrenzung der Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Die "Fridays for Future"-Bewegung verlangt deshalb einen raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und eine schnelle Bepreisung von Kohlendioxid-Emissionen. (23.09.2019)


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Weitere Informationen zum Klimastreik, zu dem auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck aufgerufen hat, finden Sie unter: